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Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden · 1909-05-01 · 4 (5.1909) · p. Seite 14

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Journal
Korrespondenzblatt des Verbandes der Deutschen Juden
Volume
3 (1909)
Issue
4 (5.1909)
Date
1909-05-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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Beispiel ^eines erschöpfenden Korrespondenten-Berichts. I r JR " ' I . '"W '•• \ ■ ■ - •■ . E. N *■ ist dö Beginn der Schulferien gibt mir die"Möglichkeit,-zur Durchsicht und Aufarbeitung der Unerledigten Aktenrückstände. Ich bedauj-e lebhaft, dass hierzu auch meine QhftrtelabericbtCan deh'verehrlichen Ausschuß gehören. Unmittefljur nach dein Empfang der mir unter dem 1,0. Januar d. J. .zugesandten Formulare hahs ich dieselben au__jjie ' Vertrauensmänner mit der Bitte um Berichterstattung für <las IV. ytrtrtal #07 versandt. Es hat zum Teil mehrfacher Mahnung bedurft, ehe ich sie zurück ernielt. Von Herrn K. in N.. der meine früheren Zuschriften unbeantwortet gelassen -hatte, erhielt ich endlich nach Ablauf der gestellten Frist das Formular unatisgefüllt zurück, da die Einholung von Auskünften, die zur Beantwortung der Fragen notwendig wäre.n.- ihm wegen l'ebei la>tung mit Arbeiten zur Zeit unmöglich sei. Wer wie ich die Ver- .hältn^e dtv kleinen Städtchens kennt. weiss.' Wie überaus leicht und .einfach die Einholung der bÄr. A-jskünfte i>t. . da die wenigen jüdischen Familien fast durchweg in regem gesell-• schaftlichem Verkehr miteinander «teilen. Ich habe mich sodann an den Vorstand der Ner Gemeinde gewandt, von. dem ich die Antwort jedoch erst am 6."März erhalten habe. Von den' mef-ien Vertrauensmännern sind d'ie Fragen sub D missverstanden worden. Im ganzen Begiertangsbeziik K. ist K. die einzige Gemeinde, in der an einer Reihe höherer Schulen und an einer M ittf,'sVhule jüdischer Religionsunterricht;' eingerichtet ist, dessen Kosten "zur llalite von d'etjftadt btv.u. V.mi der Regierung getragen .werden..-Auch hier ist der'Unterricht von der Sy nagfgeiigemeinde eingerichtet, die Religionslehrer sind von der Gemeinde angestellt; auch biei i.-t l#Än einziger jüdischer Lehrer im öffentlichen Schuldienst tätig. Privatim hörte ich giiuj? kürztttji. dass der von der hiesigen orthodoxen Separatgemeinde angestellte Lehrer W. im städtische^ &JmWienst beschäftigt ist. In der mir vorliegenden Uebersicht iiber dieLehrkr'afte an den stadtisafcen Schulen nach dem Stande vom 1. Mai d. J. ist er jedoch nicht aufgeführt. In allen anderen Gemeinden, des Bezii ks wird der Religionsunterricht von dem Kultusbeamten der Gemeinde* Sja der'Religionsschule erteilt. Dazu bemerke, ich,- dass — abgesehen selbstverständlich rqi&r K. — bis 1. April d. .). in keiner einzigen Gemeinde des ßs^ir^ ein seminaristisch}' vorgebildeter Lehrer angestellt gewesen ist. Nur in M. wird der Unterricht in der Rehgiojisschnle von dem dortigen Rabbiner Dr. St. und dein Kantor K.. der geprüfter VöjVsschullehier ist. erteilt. Seit dem 1. April d, J. ist es den Bemühungen des > Verbandes der SyBagogeuiemeindesi gelungen. du* frei gewordene Beamtenstelle in W. mit einem seminaristisch gewldeten Lemrer zu besetzen. I lersclhe mnss jedoch mit dem heutigen Tage seine Stelle verlassen. Sa die \Ver Gemeinde absolut nicht dazu zubewegen ist. die Schechita dauernd durcli den Schachteteiner nur 1 j Stunde entfernten Nachbargemeinde versehen zu lassen. Der genannte Herr ist nunmehr nach mühseligen Verhandlungen, die Wir geführt haben', von heute ab als Religionslehrer und Vorbeter. in'L. angestellt. Für die Schechita in L. habet) wir durcli. Verpflichtung dej^Beainten einer Xaelibargenieinde gesorgt, . gleichzeitig Herrn B.'verpfliehtet, auf Verlangen des Synagogen verbandes auch in Nachbargemeinden Religionsunterricht zu erteilen. El>euso ist durch soeben abgeschlossene Verträge durch uns die Kultusbeamtenstelle in F. "/.um 15. d_. M,. mit einefn. seminaristisch gebildeten Lehrer besetzt worden. In beiden Fällen sind ausserordentlich, grosse Subventionen Seitens des Provinzialverbandes gewählt worden. ■ lieber die durch das .neue Volksschulunterhaltungsgesetz' verursachten Veränderungen kann ich zur. Zeit noch nicht abschliessenden Bericht erstatten. Die Schulabteilung des Verbandes der Sytiagogeng'emcinden hat etwa seit Beginn, dieses Jahres nach dieser Richtung hin eine überaus intensive Tätigkeil entfaltet. Wir haben das; statistische Material zu sammeln gesucht, um eine Unterlage für unser Vorgehen' zu haben! haben ferner mit den Bezirksregierungen der Provinz Verhandelt und auf ein sehr entgegenkommendes instruktives Schreiben des Regierungspräsidenten hin uns zu/ Unterstützung (fer/Gesuche der Gemeinden mit Eingaben an die betreffenden Landräte gewandt. Die SynigOgengemeinden haben wir veranlasst, nach Lage der-Verhältnisse von; den Kommune]! eine .Beihilfe zu den Kosten des Religionsunterrichts auf Grund des S 40 Abs. 2 des Gesetzes zu fordern, bezw. soweit sie leistungsschwach sind.«was bei der überwiegenden . Mehrzahl d'er Gemeinden zutrifft, eine l nterstüt/ung aus Staatsmitteln zu erbitten, i Gegenwärtig ist ein vollständiger Ueberblick küber die neugeM-hafi'eneu Verhältnisse noch nichPmöglicli.' Da wir hier das gesamte Material für die ganze Provinz bearbeiten, bin ich sehr gern bereit, wenn es gewünscht wird, seinerzeit eingehenden Spezialberieht über diese Angelegenheit nicht nur für den Regierungsbezirk, sondern für die ganze Provinz zu erstatten. . •'

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