Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 15 (1938)
- Issue
- 14 (16.10.1938)
- Date
- 1938-10-16
- Page
- Seite 115 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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XV. Nr. 14 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 10. 38 115 Oberrat der Isr. Religionsgemeinschaft Württembergs STUTTGART * W, Königstraße 82 An sämtliche Gemeindemitglieder in Stadt und Land! Schon in der letzten Nummer des Jüdischen Gemeindeblattes für die israelitischen Gemeinden in Württemberg veröffentlichten wir den Aufruf für die Jüdische Winterhilf e1938/39 Viel größer als in den Vorjahren werden die Anforderungen sein, welche an die Jüdische Winterhilfe in diesem Jahre gestellt werden. — Die Arbeiten können, nachdem die Richtlinien von Seiten der Zen« tralwohlfahrtsstelle — Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Berlin — veröffentlicht worden sind, aufgenommen werden. Die Jüdische Winterhilfe steht in diesem Jahr wieder unter der bewährten Leitung des Herrn Direktor Gottfried Gumbel. . Wenn wir schon in den Vorjahren an sämtliche Gemeindemitglieder in Stadt und Land mit der dringenden Bitte herangetreten sind, dazu beizutragen, die zahlreichen Bedürftigen unserer Gemeinschaft vor Hunger und Kälte zu bewahren, so müssen wir in diesem Jahre diese Bitte viel eindringlicher aussprechen. Noch mehr haben sich die Reihen unserer Spender durch die Auswanderung gelichtet, noch größer ist durch die Ausschaltung der Juden aus vielen Wirtschaftszweigen die Not geworden. Wie die Not im kommenden Winter gemeistert werden kann, wissen wir noch nicht, aber das wissen wir, daß jeder Jude, der dazu in der Lage ist, mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Ver» mögen geben muß. Wenn die Zahl der Opferfähigen geringer geworden ist, dann muß die Opfer» freudigkeit derer, die noch geben können, größer werden. Wir müßten an unserer Aufgabe verzweifeln, wüßten wir nicht, daß die Zurückbleibenden sich auch den erhöhten Ansprüchen nicht entziehen werden. Darum ergeht heute der Aufruf unserer Gemeinschaft an alle unsere Mitglieder: Spendet für die Jüdisch« Winterhilfe! Gebt Ihr, was an Opfer möglich Ist! Es muß die Jüdische Winterhilfe In die Lage gesetzt werden, den ständig wachsenden Anforderungen gerecht zu werden! Der Oberrat erbittet und erwartet vonallen diejenigen Leistungen, welche die Durchführung derjüdischen Winterhilfe 1938/39 gewährleisten. Die Richtlinien hierfür kommen auf Seite 114 dieser Zeitung zum Abdruck. Wir machen im Zusammenhang n.it diesem Aufruf auch auf die Aufgaben aufmerksam, die weiterhin von der Jüdischen Nothilfe in Württemberg durchgeführt werden müssen. Die Jüdische Not» hilfe erfüllt im Leben der Juden in Württemberg eine so wesentliche Rolle, daß wir es nicht nötig haben, auf die Bedeutung dieser so wichtigen Einrichtung hinzuweisen. Wir wissen, daß jeder Einzelne außer seiner Spende für die Jüdische Winterhilfe seine Spende für die Jüdische Nothilfe entrichten wird. Wir wissen, daß wir große Opfer verlangen; sie sind durch die Schwere der Zeit bedingt. rjr- Gumbel. Ehrenamtlicher Leiter der Jüdischen Winterhilf« in Württemberg : Direktor G. Gumbel. Stuttgart, Cäsar Flaischienstraße 7 / Geschäftsstelle: Stuttgart, Gartenstraße 15, 1. Stock Fernsprecher 62' 85 / Postscheck »Konto: Jüdische Winterhilfe in Württemberg, Stuttgart Nr. 177 47 / Giro» Konto: Städtische Girokasse Stuttgart Nr. 62091 / Bank.Konto: Bankgeschäft Kiefe & Cie., Stuttgart, Büchsenstraße 16. Ueber die Geldspenden hinaus werden folgende Sammlungen veranstaltet: a) Eintopfspenden monatlich einmal, b) Pfundsammlungen monatlich einmal. Wir bitten, die Anzeigen in dem „Jüdischen Gemeindeblatt für die Israel. Gemeinden in Württemberg" sowie die An» Schläge an den Synagogentüren, an jüdischen Vereins» und Speisehäusern, genauestens zu beachten. Für die Jüdische Nothilfe in Württemberg können Spenden überwiesen werden an: Israel. Fürsorgeamt Stuttgart, Postscheckkonto Nr. 18493; Landesverband für Israel. Wohlfahrtsbestrebungen (L J. W.) e V., Stuttgart, Postscheckkonto Nr. 16985. Anträge auf Beihilfen sind umgehend bai der Gsschlftsstelle einzureichen. Erster Eintopfsonntag: 16. Oktober 1938