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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-10-02 · 13 (2.10.1938) · p. Seite 106

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
15 (1938)
Issue
13 (2.10.1938)
Date
1938-10-02
Page
Seite 106 (sequence 2)
Language
German
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106 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 2. 10. 38 XV. Nr. 13 Aufbau und Zielsetzung des Reichsverbands der Juden in Deutschland Das Augustheft der ,.B I ä 111 e r für jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik" bringt Ausführungen von Dr. Arthur LiLientlial über den „Reichsverband der Juden-in Deutschland", die die Satzungen des neu geschaffenen Reichsverbandes zum Gegenstand haben. Sie stellen gewissermaßen eine authentische Interpretation d'-> neu geschaffenen jüdischen (irganisationsaufbaus dar. da Lilienthal bekanntlich an der Gestaltung des Statuts maßgeblich beteiligt war. Oer Aufsatz geht von der geschichtlichen Grundlage der neuen Schöpfung aus: ..Als im April 1933 die Reichsvertretung sich zu entwickeln begann und bald; darauf der Zentralausschuß für Hilfe und "Aufbau von Ludwig Tietz ins Leben gerufen wurde, war das wohl der erste Ansatz Itu einer G e s a m t o r g a n i s a tj o n der Juden in Deutschland. Jedoch nicht eben mehr. .Mit der Um- und Ausgestaltung der Reichsvertretung im September 1933 entstand daraus eine zielbewußte Lenkung und Leitung der jüdischen Menschen und der jüdischen Arbeit in den Aufgaben, die uns seit dein Umschwung von 1933 neu oder in verstärktem .Maße gestellt waren. Die Arbeit der Gemeinden aber in ilireh alten Aufgabegebieten wurde von der Arbeit der Reichsvertretung nur nebenbei und in besonderen Fällen berührt, l.'nd dadurch, daß am Ganzen so ein Teil fehlte, erlitt auch die Möglichkeit zur rünflulinahme auf die Gesamtarbeit eine merkliche Beschränkung. Diese Lücke ist jetzt ausgefüllt. Der Reichs-1 verband ist die zusammenfassende einheitliche Stelle für die Gesamtarbei t." Dr. Lilienthal wirft nun auch die Frage nach dem Aufbau des neuen Reiclisverbandes auf: „Seine Mitglieder sind die einzelnen Juden in Deutschland. Sie treten bei durch Satzungsbeschluß ihrer Gemeinden. Ihre Mitgliederrechte werden wahrgenommen von der Gemeinde, der sie angehören. Fbenso he lient sich der Reichsverband für die Wahrnehmung der Rechte, die ihm seinen Mitgliedern gegenüber zustehen, der Gemeinden; sie ziehen vor allem den Beitrag des Reichs- Verbandes ein und führen ihn an ihn ab. Sie handeln so als die Gliederungen, das heißt :.Is die örtlichen Gruppen des Reichs Verbandes. Sie erfüllen mit dieser Seite ihrer Tätigkeit alle Aufgaben, die den örtlichen Gliederungen einer überlokalen Vereinigung obzuliegen pflegen: Wahrnehmung der Mitgliederrechte/ Finziehung der Beiträge der Vereinigung bei den Mitgliedern. Ausführung der Beschlüsse der Vereinigung an ihrem Ort. Finer solchen örtlichen (iliedgruppe gehören die Mitglieder der Vereinigung auf (irund der Satzung ohne weiteres an. So auch hier. Der Jude, der Mitglied des Reichsverbandes ist und aus einem Ort in den anderen zieht, ist ohne weiteres Mitglied der Gliedgruppe des Reichsverbandes an seinem Wohnort, der dortigen jüdischen Gemeinde^ Zugleich ist dadurch, daß die Beziehungen zwischen Reichsverbatid und Mitgliedern hin und her durch die Gemeinden laufen, und auch niemand Mitglied des Reichsverbandes sein kann, ohne einer Gemeinde anzugehören, die Arbeit des Reichsverbandes praktisch auf den Gemeinden aufgebaut: Ihre Frfahrungen und ihre Bedürfnisse fallen für die Planungen und Richtlinien des Rei-hsverbandes entscheidend ins Gewicht; sie führen sie aus." Der Verfasser stellt sodann fest, daß die jüdischen Gemeinden in Zukunft eine doppelte Funktion erfüllen. „Sie sind nach wie vor der Zusammenschluß der Juden zur Gemeinschaftsarbeit für ihre örtlichen oder bezirklichen Aufgaben und Interessen; darin sind sie nach wie vor selbständig und autonom. Und sie sind gleichzeitig die ausführenden, an seine Richtlinien geoundenen Gliederungen des Reichsverbandes, soweit die Arbeit nicht nur lokalen Charakter hat. Wo die Grenzen der beiden Aufgabengebiete liegen, kann nicht für alle Gemeinden einheitlich bestimmt werden. In der Groß-Gemeinde ist der Kreis der lokalen Aufgaben, ist vor allem auch die Zahl der Aufgaben, die im Ort gelöst werden können, groß und umfangreich; in der kleineren Gemeinde wird er meist um vieles beschränkter sein. Man war sich dieses Unterschiedes bewußt und hat in diesem Bewußtsein eine Fassung gewählt, die erlaubt, den Untersphieden der Sachlage und dem Flusse der Entwickhing Rechnung zu tragen, die ein unnötiges und darum schädliches Hineinreden ebenso verhindert, wie eine Regelung dort, wo es erforderlich ist, möglich macht." Wurde eine Gesamtplanung schon bisher auf den Gebieten geübt, die seit 1933 immer mehr in den Vordergrund getreten sind, nämlich Auswanderung, Berufsausbildung und -Umschichtung, Schule und Wohlfahrt, so wird sie sich in Zukunft im Rahmen der Verfassung des Reichsverbandes zunehmend auch da auswirken, wo die Voraussetzung für alle Arbeit liegt: in der Mittelaufbringung. DieVerfassung des Reichsverbandes sagt: „Spätestens am 1. Januar 1940 soll durch den Reichsverband unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der einzelnen Kultus- Juwelen, Gold, Silber Silbergeräte, Schmuck, Trauringe Bestecke echt Silber und versilbert Qichnowsky I* Stuttgart, Eberhards t r. 2 3 Anu.Verkauf. Umarbeitungen. G.B Nr.3i608 Pelz- Mäntel. Jacken in Peruaner. Bisam, Pohlen etc. von ein* fach bis feinster Qualität. Silberfüchse. Blaufuchse, Capes ru vorteilhaften Preisen. L marbrituneen preiswert. Pelzhaus Reinbold Feuerbach St. Pöltrner.Str. 15. 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