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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-09-16 · 12 (16.9.1938) · p. Seite 98

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
15 (1938)
Issue
12 (16.9.1938)
Date
1938-09-16
Page
Seite 98 (sequence 2)
Language
German
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03 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 9. 38 XV. Nr. 12 für das. was unsere Geschichte ausmacht, «ird das ..Sefer Sikaron4" in Jeruscholajim. und ..Tel Sikaron". die Siedlung der Erinnerung, inmitten der Felder Erez Jisraels sein. Aus den Gemeinden Württembergs Stuttgart. Wie uns vom Oberrat mitgeteilt wird, hat dieser an Direktor Gottfried G u m b e 1. der im Winter 1937'38 wieder die Jüdische Winterhilfe ehrenamtlich geleitet hat, folgendes Schreiben gerichtet: Israel. Oberrat 31. 8.-1938. Sehr geehrter Herr Direktor! Wir haben .mit unserem Dank, den wir Ihnen für die Arbeit in der Jüdischen Winterhilfe schulden, zugewartet, bis die Winterhilfe-Periode 1937 .38 durch die Freigabe der Ueberschußmittel beendet ist. Wir wissen. Sie sind nicht der Mann, der in der Oefferjtlichkeit große Danksagungen wünscht. Wtr wissen, daß Sie allen diesem öffentlichen Ehrungen abhold sind. Wir können es aber nicht unterlassen. Ihnen für die mustergültige Arbeit, die Sie auch in der vergangenen Winterhilfsperiode geleistet haben, unseren Dank im^Namen der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs ausznsprechen. Ihrer klaren und einwandfreien Haltung ist es zu verdanken, wenn die Jüdische Winterhilfe in Württemberg als mustergültig zu bezeichnen ist. denn Sie schauen nicht nach rechts und links. Sie bevorzugen nicht je nach dem Ansehen eine Person vor der anderen, sondern Sie leisten Ihre Arbeit rein sachlich im Dienste der jüdischen Wohlfahrt entsprechend den Grundsätzen unserer heiligen Lehre. Sie lassen sich zur Richtschnur dienen, daß Sie die Not dort lindern wollen, wo Sie sie treffen. Sie sind der Mann des gerechten Ausgleichs, der nicht um die Gunst der Menge seine Arbeit leistet, sondern der nur im Auge hat, Wohltätigkeit zu üben. Wir haben mit Freude davon Kenntnis genommen, daß Sie auch in der kommenden noch schwereren Zeit weiter Ihre Arbeit leisten wollen. Wir sind uns darüber im klaren, daß Sie durch die Uebernahme der Arbeit im letzten Jahr ein großes Opfer gebracht haben. Wir glauben aber, daß Sie mit uns davon überzeugt sind daß die kommende Winterhilfsperiode viel größere und schwerere Anforderungen an uns steilen wird, als in den bisherigen Jahren. Wir begrüßen es deshalb außerordentlich, daß in der Leitung -der Jüdischen Winterhilfe gerade in dieser Zeit kein Wechsel eintritt. Des Danket der Redrängten. Bedürftigen und Armen für Ihren hochherzigen Beschluß dürfen Sie versichert se"in. Dieser Dank mag Ihnen mehr wert sein als die Anerkennung, die wir* Ihnen auszusprechen vermögen. Wir begrüßen Sie mit vorzüglicher Hochachtung gez. Levi Stuttgart. Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Ortsverband Stuttgart, veranstaltete am 4. September für seine Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen eine Autofahrt nach Lim. In von Kameraden zur Verfügung gestellten Wagen gingen neunzehn Teilnehmer auf die Fahrt und erlebten unver- Der Auswanderer im Hilfsverein Der Hillsverein der Juden In Deutschend stellt uns du (olgende Meikblitt zur Verfügung. Die dtrin enthaltenen Regeln sind geeignet, die Zusimmensrbelt zwischen Hillsverein und Auswanderern wesentlich zu erleichtem. Der Hilfsverein will möglichst vielen Juden zur Auswanderung verhelfen. Soll er hierzu trotz aller Schwierigkeiten imstande sein, so müssen ihn alle Auswanderungswil- Iigen durch Disziplin und zweckmäßiges Verhalten unterstützen. Insbesondere ist folgendes nötig: * Vor der Beratung Bei dem großen Andrang steht für die Beratung jedes einzelnen nur eine beschränkte Zeit zur Verfügung. Deshalb mußt Du Dich - etbst auf die Beratung vorbereiten, wenn Du Deine Zeit gut ausnützen willst. Lies hierzu die Vom Hilfsverein herausgegebenen Hefte ..Jüdische Auswanderung": Du erfährst hieraus alles Wichtige über die V erhältnisse in den hauptsächlichen Einwanderungsländern. Lies auch die Merkblätter, die der Hilfsverein herausgibt, und die schon bei der Anmeldung gratis abgegeben werden. Ueberlege Dir an Hand solcher Unterlagen und bei genauer Berücksichtigung Deiner persönlichen Verhältnisse, in welches Land Da am ehesten glaubst einwandern, und wo Du meinst, eine neue Existenz finden zu können. Fülle dann auf Grund dieser Ueberlegungen den gelben Fragebogen, den Du schon bei der Anmeldung mitbekommst, mit Schreibmaschine in zweifacher Ausfertigung genau aus. Beachte hierbei besonders die Fragen nach Deinen Verwandten im Ausland; verschaffe Dir ihre genauen Adressen und alle sonstigen Angaben über sie. geßliche Stunden. In Ulm fand ein Treffen mit den dortigen Kameraden statt, die sich ihrer Besucher auf das herzlichste annahmen. Der Vorsitzende des Ortsverbandes Stuttgart. Adolf Emric h. dem das Hauptverdienst an dem Gelingen des Ausflugs zuzuschreiben ist. legte die Gründe dar. die ihn zur Durchführung dieser Fahrt veranlaßt hatten, und betonte, daß es Ehrenpflicht sei. unseren Kriegsopfern und Hinterbliebenen etwas Sonne in das düstere Einerlei des Tages zu bringen*: Weiter ergriffen das Wort der Vorsitzende des Ortsverbandes Ulm Adler, der Kriegsopferreferent Willy Gideon, der 82jährige Kriegervater Danzigcr aus Stuttgart, der mit warmen Worten für den schönen Tag dankte, der Vorsitzende der Gemeinde Ulm Dr. Hirsch, Kamerad Davidsohn, der Vorsitzende des Ulmer Kulturbundes Rechtsanwalt Ernst Moos und Kamerad Leopold Hitb, Ulm. der den Dank der Ulmer Kriegsbeschädigten zum Ausdruck brachte. Zwischendurch erfreute Kam. Oberkantor Loewy, Ulm, durch mehrere meisterhaft vorgetragene Gesänge, während Kam. KarlBergmann, Ulm, launige Zauberkunststücke zeigte. Nach dem Abendbrot ging es ans Abschiednehmen, und bald brachten die Wagen alle Teilnehmer der schönen Fahrt wieder wohlbehalten nach Stuttgart zurück. Am 5. September fand dann der 7. Kameradschaftsabend des Ortsverbandes Stuttgart statt. Der Vorsitzende berichtete über die während des Sommers durchgeführte Ferienverschickung von Kindern nach Buttenhausen sowie über die Kriegsopferfahrt, über die Während der Beratung unterstütze den Berater durch kurze, klare und absolut wahrheitsgemäße Angaben. Der Berater ist Dein Freund, zu dem Du, wie zu einem Arzt, absolutes Vertrauen haben darfst und mußt. Bleibe insbesondere streng bei der Wahrheit bei Deinen Auskünften über Deinen Beruf und Deine Vermögensverhältnisse. Jede Ungenauigkeit kann Dir selbst zum schwersten Schaden gereichen. Verlange vom Berater nichts Unmögliches, sondern bedenke, daß der Hilfsverein nur im Rahmen der hier und im Einwanderungsland geltenden gesetzlichen Bestimmungen helfen kann, und daß hiervon abgesehen auch die finanziellen Mittel des Hilfsvereins sehr beschränkt sind. Halte Dir vor Augen, daß jeder Fall anders liegt und nur individuell bearbeitet werden kann, d. h. unter genauer Berücksichtigung seiner beruflichen, gesundheitlichen, finanziellen und sonstigen Besonderheiten. Auch die Transfer- und Einwanderungsbestimmungen wechseln häufig. Berufe Dich also nicht darauf, daß ein anderer angeblich vor Dir bevorzugt worden sei; niemand im Hilfsverein will Dich benachteiligen, sondern man will Dir nur helfen. Nach der ersten Beratung halte Dich an folgende Regeln: Telefonische Anfragen sind strengstens zu vermeiden, denn der Berater, der gerade einem anderen Rat erteilt, wird darin gestört, und Dir kann der Berater ohne Vorlage der Akten oft keine richtige Auskunft geben, so daß durch Telefongespräche oft Mißverständnisse entstehen. Richte deshalb alle Anfragen schriftlich an den Hilfsverein. Kam. Gideon Einzeiheiten mitteilte. Der Landessportleiter des ..Schild", Kam. Victor Strauß, ehrte in treffenden Worten den Kam. Edwin Halle, der demnächst auswandern wird und der sich um die Entwicklung des jüdischen Sports in Württemberg bleibende Verdienste erworben hat. Kam. Emrich brachte dann einen Brief des früheren Vorsitzenden des „Schild" Stuttgart, Juler Rothschild, zur Verlesung, der außerordentlich interessante und lehrreiche Eindrücke aus New York und Buffalo USA. vermittelte. Nachdem dann noch Kam. Halle herzliche Worte des Dankes und Abschieds gesprochen, sowie Kam. Mandel- Soeben erschienen! Luach 5699 Israel. Kalender für die jüdischen Gemeinden Württembergs 1938/39 bearbeitet von Oberrechnungsrat Max Mayar Oer Preis des Kalenders, der die Gottesdienst. Zeiten für das Jahr 5699 enthält, beträgt RM 1.— Der Kalender sollte in keilen jüd, Haus fehlen! Zu beziehen, gegen Voreinsendung des Betrags, durch den Verlag Osterberg & Sternheim Israelitische Verlagsanstalt Stuttgart, Kasernenstraße 13 Postscheek.Konto Stuttgart Nummer 36258

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