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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-07-15 · 8 (15.7.1938) · p. Seite 74

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
15 (1938)
Issue
8 (15.7.1938)
Date
1938-07-15
Page
Seite 74 (sequence 8)
Language
German
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74 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 15. 7. 38 XV. Nr. 8 eigensten Werke waren der 1900 gegründete Waisenpflegerinnenverband, in dem auch viele jüdische Frauerkjnitarbeiteten,'und die Einrichtung der Haus- und Wochenpflege. Während des Kriegs war sie in der Leitung des Frauendienstes, und auf ihre Anregung wurde das Entbindungsheim für Kriegerfrauen gegründet. In der Liebe ihrer Familie und ihrer zahlreichen Freunde, in der Anhänglichkeit vieler von ihr Betreuter sah sie zeitlebens ihre schönste Belohnung. Stuttgart. Unserem Bericht über die Einweihung der neuen Synagoge der Israel. Religionsgesellschaft ist nachzutragen, daß Planung. Bauleitung usw. in Händen von Regieiungsbaumeister Guggenheimer lagen Baisingen. Hauptlehrer Julius Goldstein konnte am 12. Juli sein 25jähriges Dienstjubiläum begehen. Wir entbieten ihm aus diesem Anlaß unsere herzlichsten Wünr sehe. Mühringen. Am 16. Juni wurde unter großer Beteiligung Frau Jette Rothschild im Alter von 79 Jahren zur letzten Ruhe gebettet. Lehrer Helmut Kahn (Rexingen) nahm die Beerdigung ■ vor. Nach ihm sprach der Neffe der Verstorbenen. Lehrer Manfred Bernheim (Braunsbach), der zum Ausdruck brachte, daß das Andenken der Verstorbenen unvergessen bleiben werde. Niederstetten. Vor kurzem feierte in aller Stille, wie es seinem Wesen entspricht. Gemeindevorsteher Max Stern seinen 60. Geburtstag. Es ist nicht möglich, in wenigen Zeilen all das zu würdigen, was dieser ehrenwerte fromme Mann auf sozialem Gebiete, als langjähriger Gemeinderat und als -Vorsteher :reu geleistet hat. Sefne Arbeiten als Heimatforscher und seine sonstigen schriftstellerischen Leistungen sind des öfteren im ..Gemeindeblatt" gewürdigt worden. Dem Levitenstamme angehörend, hat Max Stern, wie schon sein V ater, Großvater und Urgroßvater, als Mohel manchen jungen Juden in den Bund der Väter aufgenommen. Mit seinen drei Söhnen, die im Ausland sind, wünschen wir. daß es dem Jubilar vergönnt sein möge, noch viele gesegnete Jahre an der Seite seiner Gattin verleben zu dürfen. Neues vom jüdischen Sport Stuttgart. Am 26. Juni fand in Augsburg ein Tennisturnier der ..Privaten Tennisgesellschaft Augsburg" statt, das vorbildlich organisiert und glänzend besetzt war. Der ..Tennisklub 1924'- im J. S. V. ..Schild" Stuttgart hatte hierzu ebenfalls einige Herren und Damen gemeldet, von denen sich besonders die letzteren gegenüber starker Konkurrenz behaupter konnten. So errang Frl. Lore Sußmann hinter Frau Friedleben (Frankfurt a. M.) den zweiten Preis und Frl. Renate Fuchs den dritten Preis im Dameneinzel. Herr Sternberg konnte in der Trostrunde einen zweiten Platz belegen. Stuttgart Die Vormachtstellung, die ..Schild" Stuttgart seit 3 Jahren auf dem Gebiete des Fußballsports im' Sportbund „Schild" inne hatte, mußte beim Endkampf in Köln an ..Schild" Bochum abgetreten werden. Zw eifellos waren auch diesmal die Stuttgarter wieder Favoriten für die Reichsmeisterschaft; um so schwerer wiegt .auch die Rand am die „Hakoah" Mit Genugtuung kann festgestellt werden, daß der Trainings- und Spielbetrieb im Sportklub ..Hakoah" auch in den letzten Monaten ein sehr reger war. Die Tatsache, daß größere Wettkämpfe und Spiele nur noch sehr schwer infolge der immer mehr zunehmenden Auswanderung der Passiven und Aktiven durchgeführt werden können, hat dennoch zu einem positiven Ergebnis geführt: Das Training ist intensiver geworden, der individuellen sportlichen Ausbildung des Einzelnen kann mehr Sorgfalt gewidmet werden — und somit wird das eigentliche Ziel, die Ertüchtigung des jüdischen Menschen durch planvolle Körperschulung, voll erreicht. Neben den Fußballspielen im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft konnten Privatspiele gegen namhafte jüdische Mannschaften, wie Itus München, Itus Nürnberg. Bar Kochba Frankfurt a. M. usw., mit großem Erfolge durchgeführt werden. Auch die neuzusarnmengestellte Handballmannschaft hat sich ausgezeichnet eingeführt. Nach langer Zeit trugen auch die Schüler- und Jugendmannschaften im Fußball wieder Wettspiele aus. I>as Faustballspiel erfreut sich allgemeiner Beliebtheit, was auch in verschiedenen Wettkämpfen zum Ausdruck kam. Der wöchentlich stattfindende Trainingsbetrieb umfaßt folgende Disziplinen: Laufschule, Gymnastik. Turnen. Die anschließenden Spiele wie: Korbball. Prellball. Medizinbali- Rugby finden immer vollen Anklang. In größerem Maße als bisher wird auch Boxen bei der Jugend und den Aktiven betrieben. — Mit besonderer Sorgfalt widmet sich die Hakoah nach wie vor dem Kleinkinderturnen, das nunmehr unter der Leitung von Erna Feuerlicht steht. Es ist eine wirkliche Freude, die Kinder bei ihren gemeinsamen Spielen zu sehen. Der letzte Einsatz gilt so der körperlichen Ertüchtigung der Jugend, die jetzt auch wieder Gelegenheit hat. in der traditionellen Ferienkolonie eine frohe und gesunde Freizeit zu erleben. Zusammenfassend kann also gesagt werden, daß die ..Hakoah" nichts unversucht läßt, um ihre bedeutsamen Ziele zum Wohle unserer Gemeinschaft zu erreichen. Jba. Ergebnisse der Vereinsmeisterschaften des J. S. V „Schild" Stuttgart Senioren. 100 m-Lauf: Hans Guttmann ll.v .'0 0 m-Lauf: Hans Guttmann 26; 8 00 m-Lauf: Roh" Sondermann 2,23,6; 15 00 m-Lauf: Martin Lehrberger 5,01,7; 3 000 m-Lauf: Sepp Winter 11.27; Hoch- 4: 1-Niederlage, die namentlich in dieser Höhe von niemand erwartet wurde. Der neue Meister kann leistungsmäßig sicherlich nicht höher wie die Hiesigen eingeschätzt werden, aber die Sieger hatten das Glück, „Schild" Stuttgart an einem Tag anzutreffen, wo überhaupt nichts klappen wollte. Halbzeit führte Stuttgart noch 1:0, aber es dauerte nicht lange, da hatten die Bochumer nicht nur aufgeholt, sondern gingen sogar 2: 1 in Führung. Nun wurde auch noch „Bambula" wegen eines Wortgefechts mit dem Schiedsrichter des Platzes verwiesen, und damit war die Partie schon in der 60. Minute für Stuttgart rettungslos verloren. Zwar wurde nochmals alles auf eine Karte gesetzt und Vollweiler sprung: Sepp Winter 1,50 m; Weitsprung: Kurt Levi 5,46 m; Speerwerfen: Kurt Vollweiler 38,10 m; Diskus: Max Holländer 22,10 m; Kugelstoßen: Kurt Vollweiler 10.55 m; Dreikampf: Rolf Sondermann 1310 Punkte. Frauen. 100 m- Lauf: Magda Alsberg 13,6; Hochsprung: Hannelore Pels 1,30 m; Weitsprung: Hannelore Pels 4,50 m; Kugelstoßen: Trude Seligmann 9,40 m; Speerwerfen: Magda Alsberg 23,06 m; Dreikampf: Magda Alsberg 89,5 Punkte; Diskus: Trude Seligmann 22,70 m. Alte Herren Klasse I. 100 m-Lauf: Otto Wolf 12.8; Kugelstoßen: Willy Jordan 8,75 ti; Weitsprung: Otto Wolf 5.30 m; Dreikampf: Otto Wolf 1228 Punkte. Alte Herren Klasse II. 100 m-Lauf: Viktor Strauß 13.6; Kugelstoßen: Viktor Strauß 8,11 m; Weitsprung: Max Kallmann 4,39 m: Dreikampf: Viktor Strauß 885 Punkte. Jugend, männlich, Klasse A. 10 0 m-Lauf: Richard Pick 13.1: 8 0 0 m - L a u f: Ernst Davidsohn 2.35.4; 1500 m-Lauf: Heinz Kahn 4.59.8: Kugelstoßen: Alfred Liebster 9.28 m; Weitsprung: Heinz Schleimer 4.95 m: Hoch sprung: Alfred Liebster 1,50 m: Dreikampf: Alfred Liebster 1980 Punkte. Jugend, männlich, Klasse B. 100 m- Lauf: Rudi Bach 14; 1000 m-Lauf: Klaus Mayer 3,11; Weitsprung: Rudi Bach 4,45 m: Hochsprung: Klaus Mayer 1.25 m: Kugelstoßen: Rudi Bach 7.27 m; Dreikampf: Rudi Bach 1735 Punkte. Ju- ■ gend. männlich, Klasse C. 75 m-Lauf: Jo- * sei Oppenheimer 11.4; Weitsprung: Theo Schwab 4.15 m; Kugelstoßen: Ralph Rieser 7 m; Dreikampf: Theo Schwab 1373 Punkte. Klasse D. 5 0 in- Lauf: Fred Künstler 8.1; Weitsprung: Walter Kirchheimer 3,51 m; Schlagballweit w u r f: Heinz Bäurer 46,25 m; Dreikampf: Heinz Bäurer 1205,75 Punkte. Jugend, weiblich, Klasse A. 100 m-Lauf: Marianne Beißinger 14,6; Weitsprung: Marianne Beißinger 4.18 m: Hochsprung: Marianne Beißinger 1.31 m; Kugelstoßen: Rita Karlsruher 7.25 m; Schlagballweitwurf: Rita Karlsruher 47.50 m: Dreikampf: Marianne Beißinger 936 Punkte. Klasse B. 75 m-Lauf: Maja Freu 11.2: Weitsprung: Helga Dreifuß 4.15 m; Schlagballweitwurf: Lotte Metzger 37.45 m; Hochsprung: Lieselotte Elikan 1.20 m; Dreikampf: Lieselotte Elikan 1139 Punkte. Klasse C. ."0 m-Lauf: Edith Wortsmann 8,3; Weitsprung: Edith Wortsmann 3,29 m; Schlagball weitwurf: Thekla Leiter 31.25 m. aus dem Tor in den Sturm genommen, doch außer kritischen Situationen vor dem gegnerischen Tor wurde nichts Zählbares erreicht. Bochum dagegen jagte im Endkampf noch zweimal den Ball in den gegnerischen Kasten: dies wurde dem neuen Meister aber dadurch erleichtert, daß Stuttgarts Hintermannschaft in dieser entscheidenden Periode vollkommen die Uebersicht verlor, so daß man ruhig sagen kann: die an diesem Tage bessere Partei ist verdient Meister geworden. Weitaus gehaltvoller war die Lokalbegegnung zwischen „Hakoah" Stuttgart ur.d „Schild" Stuttgart. Dabei wurden von beiden Mannschaften Leistungen gezeigt, wie

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