Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 15 (1938)
- Issue
- 5 (1.6.1938)
- Date
- 1938-06-01
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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4 * Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 6/ 38 48 sei die Lebens biidung. Es handele stfh nicht um das Wissensmaß. das die Schule zu Keben hat. sondern um die Vermittlung der Fähigkeit, sich Wissen anzueignen. — In der Diskussion sprachen« noch Lehrer Felix David. Lehrer M a kowski (in hebräischer Sprache). Rabbiner Dr. Auerbach. Chaluz Weinstein. Leopold Marx und Carl Levi. Nach einem Schlußwort Direktor Rosenthals dankte Theodor Rothschild diesem sowie allen Rednern des Aliends, an dem auch die Jugend starken An- . teil genommen hatte. Stuttgart. Am 25. Mai fand im Gustav- SiegJe-Haus eine Großkundgebung des ..Hilfsvereins der Juden in Deutschland" statt.'zu der auch Oberrat und Gemeindevorsteheramt eingeladen hatten. Vor der überaus großen Versammlung sprachen Max M. Warburg. der Vorsitzende des Kuratoriums des Hilfsvereins. Dr. Max Hermann Maier. der Leiter der Hilfsvereinsberatungsstelle Frankfurt a. M.. und Frl. Thekla Kauffiii a n n . die der Stuttgarter Beratungsstelle vorsteht. Sämtliche Referate waren unter das Thema ..W ohin aus wander n?" gestellt und machten in ihrer planvollen Teilung — vom bedeutsamen Allgemeinen bis zum ebenso wichtigen Detail - auf die Zuhörer einen außerordentlichen Lindruck. Die Kundgebung wurde durch das Orchester der Kunstgemeinschaft eingeleitet. Wir berichten über den )f Abend in nächster Nummer. ■ Stuttgart. Wir machen hiermit auf die uns bei Redaktionsschluß bekannten Veranstaltungen aufmerksam: Am 13. Juni findet an Stelle des angesetzten Kameradschaftsabends eine Außerordentliche Mitgliederversammlung des Ortsverbands Stuttgart des ..Reichshunds jüd. Frontsoldaten" statt, wozu alle Katneraden in dieser Nummer eingeladen werden. Die Ordentliche Mitgliederversammlung der Israel. Waisen- und Erziehungsanstalt ..Wilhelmspflege" e. V.. Stuttgart, findet am 19. Juni statt. Wir machen auf diese Versammlung, die über eines der bedeutsamsten Gebiete unserer Sozialarbeit Rechenschaft ablegt, nochmals alle Leser aufme/ksam und fordern sie auf. die Bestrebungen des Waisenhauses nach Kräften zu fördern. Buchau. Im Rahmen der kulturellen Betreuung der Landgemeinden fand «in Gesangskonzert in der Synagoge statt, das durch dert Münchener Oberkantor Hohenemser und Dr. Waldner als Begleiter bestritten, wurde. Die ..Harmonie" als Veranstalterin hatte beide Herren als Gäste gewonnen. Der starke Besuch zeigte, daß ein Bedürfnis für kulturelle Veranstaltungen besteht. Es wurde echte Kunst geboten. Hohenemser. der über eine raumfüllende, schöne Stimme verfügt, die er vom zartesten Pianissimo bis zum mächtigen Fortissimo beherrscht, sang zu Beginn die Arie „Auf!, Heer des Herrn!" aus „Judas Makkabäus". Hierauf folgten Lieder von Rubinstein und dann jüdische Kompositionen der Altmeister Kirchner, Ziegler und Sulzer. Die Vortragsfolge brachte noch Vertonungen von Mendelssohn und als Abschluß „O Jordan, Jordan, heilige Flut" mit Orgelbegleitung. Die vorzügliche Begleitung Dr. Waldners ist besonders hervorzuheben. — Alle Besucher hatten eine erhebende Feierstunde erlebt - 1 . Göppingen. An zwei Sonntagen im Monat Mai sorgte der Jüdische Kulturbund „Merkuria" wieder für nette, dankbar aufgenommene Abwechslungen. Am 8. dieses Monats ging's bei wunderschönem Wetter nach Laupheim zum Besuch des vom dortigen Kulturbund veranstalteten Synagogenkonzerts, und vierzehn Tage später erschien im Hotel Dettelbacher Karl Ettlinger — immer noch durch und durch das uns alle, liebe „Kärtchen", das es verstellt, mit Geist und sonnigem Humor Freude zu machen und wohltuende Heiterkeit zu schaffen. Beide Veranstaltangen waren sehr gut besucht. — (Auch in Heilbroim und Ulm. wo Karl Ettlinger. dessen Darbietungen schon anläßlich seines Stuttgarter Auftretens von uns ausführlich gewürdigt wurden, im Rahmen-der örtlichen Kulturbünde auftrat, erntete er großen Beifall. r Die Red.) Laupheim. Ende April verließ Frau I. Henle unsere Gemeinde, nachdem sie eineinhalb Jahre als Fürsorgerin hier tätig war. Unsere Betagten und Kranken verlieren in ihr eine geschätzte Helferin" und Pflegerin, die von den besten Wünschen der Gemeinde begleitet W ird. - Der Jüd. Kulturbund Laupheim hatte auf S. Mai zu einem Konzert in der Synagoge eingeladen, das sehr gut besucht war. Lehrer Säbel begrüßte Gäste und Künstler. Oberkantor Hohenemser (München) und sein Begleiter .Dr. Waldner boten ein sorgfältig zusammengestelltes Programm, in dessen Mittelpunkt eine Gruppe kantoraler Gesänge stand. Die ungewöhnlich voluminöse Baritonstimme und ihre technische Schulung machten jede Darbietung zu einem vollen Erfolg. Die vornehme Begleitung wie die ausgezeichneten Solostücke Dr. Waldners rundeten das Bild einer wohlgeltingenen Veranstaltung. Ulm. Am 30. April fand die Hauptversammlung des Männerwohltätigkeitsvereins statt. Sie wurde von*Emil Gundelfinger geleitet, der nach dem Tode des langjährigen Vereinsvorsitzenden "Julius Strauß provisorisch den Vorsitz übernommen hatte. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurden dem Heimgegangenen bei Nennung der Namen der im Berichtsjahr verstorbenen Gemeindemitgliedern Worte herzlichen Dankes gewidmet. Aus dem Bericht des Kassiers Emil Gundelfinger war zu entnehmen, daß der Verein trotz abnehmender Steuerkraft seine umfangreiche Liebestätigkeit an Verstorbenen und Verarmten aufrechtzuerhalten gewußt hat. — Zum Vorsitzenden des Vereins wurde dann Emil Gundelfinger gewählt, der das Amt des Kassiers beibehält. Zu seinem Stellvertreter wurde Ludwig Martin, zum Schriftführer Ludwig Dannhauser, zu weiteren Ausschußmitgliedern Rabbiner Dr. Cohn, Julius Barth, Heinrich Bissinger, Ludwig Goldmann, Leopold Hilb und Albert Oettinger bestimmt Vom Männerwohltätigkeitsvepein wird auch die Wanderarmenkasse unterhalten. Nach dem Tode des Bankiers Emil Mayer, der sie bisher geführt hatte, wurde sie Ludwig Goldmann übertragen.* Sontheim. Man schreibt uns: Anläßlich seines am 22. Mai erfolgten 70. Geburtstages wurde Sally Stern von Seiten der Frau Oberin, der Insassen des Israel. Altersheims und Verwandten und Bekannten in schöner Weise geehrt. Der Jubilar hat diese Ehrungen wohl verdient. Er ist ein Mann, der auf ein hartes, arbeitsreiches Leben zurückblicken i XV. Nr. 5 Zuspruch Geh, erkämpfe deiner Tage Göttlich vorbestimmtes Licht! Geh, erkenne deine Pflicht! Tu sie still und einfach! Trage Deines Lebens große Frage, Fordere die Antwort nicht! Sind die Tage hart wie Eisen, Ist ihr Muß wie blanker Stahl — In der tiefsten Nacht einmal Wird ein Stern in goidnen, leisen Bahnen trostvoll dich umkreisen, Leuchter deiner dunklen Qual. Htlde Marx. kann und dem die beschauliche Stille seines Lebensabends wohl zu gönnen ist. In seinein Leben hat er Treue bewiesen durch eine über vier Jahrzehnte lange Tätigkeit bei der früheren Stuttgarter, Firma Marx & Nachmann. Neues vom jüdischen Sport Stuttgart. Die Begegnungen zwischen Schild Stuttgart und dem Turnclub 03 Karlsruhe zählen jedes Jahr zu den interessantesten in der Spielrunde der Arbeitsgemeinschaft. Dies war auch wieder bei dem „Großkampftag" am 15. Mai in Karlsruhe der Fall, wo Stuttgart mit vier Mannschaften auf dem Plan erschien. Nur ganz knapp blieb die Schildmannschaft gegen den mit großem Eifer spielenden Turnklub mit 1:0 Sieger. Die Stuttgarter zeigten wohl in technischer und taktischer Beziehung die bessere Gesamtleistung, aber dem Spielverlauf nach hätten die Karlsruher sogar ein Unentschieden verdient. Namentlich in der zweiten Halbzeit waren sie streckenweise stark überlegen; Stuttgarts Hintermannschaft hatte es nicht leicht, den knappen Vorsprung zu halten. Schilds Innensturm ließ wiederum die nötige Durchschlagskraft vermissen. — Die A.H.-Mannschaft von Schild sorgte noch in der letzten Minute dafür, daß das Spiel-durch ein Eigentor 4:3 verloren ging; auch die Jugend mußte sich 3:2 geschlagen bekennen, nachdem sie bereits 2: 0 in Führung lag. — Die Damen-Handballmannschaft dagegen stellte ihre Formverbesserung durch einen klaren 2:0-Sieg unter Beweis. L. B. Stuttgart Die Geräteabteilung des J.S.V. „Schild" führte am 22. Mai einen Vereinswettkampf gegen den Sportklub „Hakoah" und zugleich auch ein internes Vereinsturnen durch. Dem Kampfrichter stellten sich über 30 Teilnehmer. In SVz Stunden wurde der Kampf an Reck, Barren und Pferd durchgeführt; an jedem Gerät war je eine Pflicht- und Kürübung zu zeigen. Die Leistungen •waren, wie auch Turnobmann Halle abschließend feststellte, erfreulicher Anfang einer erfolgreichen Breitenarbeit. Den Vereinswettkampf gewann J.S.V. „Schild" mit 842 gegen 803. Punkten. Die Ergebnisse des internen Turi nens sind: Männer: Herbert Fink (107 P.); Wolfgang Fackenheim (96 P.); Günter Zittvitz (94 P.)., Frauen: Traute Lippmann (105 P.). Jugend (männlich): Ernst David* söhn (91 P.). Jugend (weiblich): Lotte Nußbaum (93 P.); Lotte Metzger (86 P.k Hilde Klein (83 P.). rs