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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-06-01 · 5 (1.6.1938) · p. Seite 46

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
15 (1938)
Issue
5 (1.6.1938)
Date
1938-06-01
Page
Seite 46 (sequence 6)
Language
German
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46 Jüdisches üemeindebla tt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 6. 38 XV. Vr. 5 Raum rechts vom Haupteingang an die Jüdische Winterhilfe iür deren Lebensmittel- Verteilungen vermietet wird. Goldschmidt berichtete über die Friedhotsabteilung. Da der Pragfriedhof beinahe voll belegt ist. wird für etwa 25 weitere Gräber Platz geschaffen werden. Außerdem sind noch eine Reihe von Reservegräbern vorhanden, so daß der Bedarf für dieses Jahr gedeckt sein dürfte. Die Beseitigung von Schäden an Einfassungen und defekten Grabsteinen soll in Angriff genommen werden; soweit Angehörige von in solchen Gräbern Bestatteten noch in Stuttgart sind, sollen sie zu den Kosten herangezogen werden. Leber die Jugendabteilung referierte Oberrechnungsrat M e y e r. Die Verteilung der für diese bereitgestellten Mittel erfolgt wie vorgesehen. Die Bünde sollen ihre Mitgliederzahl melden und Tätigkeitsberichte einreichen. Dem Lehrhaus wird nahegelegt, besondere Kurse für Jugendliche, vor allem auf technischem Gebiet, einzurichten. Xus dem Bereich der Kulturabteilung, über die Leopold Marx sprach, ist zu erwähnen, daß sich der Voranschlag über die Kosten für die Neueinrichtung der Bücherei in mäßigen Grenzen hält. Für das Lesezimmer w ird noch ein schmaler Tisch von 2—.2.50 Meter Länge, sechs gleichartige Stühle sowie ein Holzregal gebraucht, die, wenn möglich, gespendet werden sollen. In der Schulabteilung handelte es sich nach dem Fortgang von Dr. Tänzer um die Neuwahl des Vorsitzenden des Ortsschulrats. Der Referent Goldschmidt hatte Oberrechnungsrat Meyer hierfür in Vorschlag gebracht: da dieser aber ablehnte, wurde Goldschmidt selbst zum Vorsitzenden gewählt — Für das Schwarzwaldheim wurde an Stelle von Dr. Häuser, der ausgewandert «st. Dr. Otto Einstein als Ausschußmitglied gewählt, i Den Bericht der Unterrichtsabteilung erstattete Dr. Auerbach: Der Religionsunterricht der 12 Knaben und 38 Mädchen, die öffentliche höhere. Volks-, Handels- und Privatschulen besuchen, ist geregelt Die Beteiligung am Jugendgottesdienst ist etwas zurückgegangen; insoweit zur gleichen Zeit angesetzte Heimnachmittage von Jugendbünden hierzu mit die Veranlassung bilden sollten, wird Abhilfe geschaffen werden. Vom Arbeitsgebiet Steinhaldenfeld berichtete Hirsch, daß mit den Planierungsarbeiten begonnen wurde. Auch die Fundamentierungsarbeiten für die Grabsteine werden demnächst in Angriff genommen werden. An Stelle von Dr. Tänzer, der durch Auswanderung aus dem Kollegium ausgeschieden ist, wurde Dr. Myrtil Kaufmann in das Vorsteheramt kooptiert. — Abschließend berichtete Carl L e v I über Laufendes, womit die ergebnisreiche Sitzung, die in ihrem Verlauf wiederum Zeugnis von der sorgfältigen und mühevolle Arbeit in den Kommissionen ablegte, zu einem späten Ende kam. Stuttgart Der „Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden" hat an die ihm angeschlossenen Gemeinden unter 50 Seelen ein Rundschreiben gerichtet, in .dem er darauf hinweist, daß in zahlreichen Gemeinden infolge der Wegzüge Schwierigkeiten in bezug atrf erre Abrrarttmg der regelmäßigen Sabbatgottesdienste entstanden sind. Der Preußische LariüeweJh'att ~ üferMtteU' deshalb diesen! Gemeinden eine Gottesdienstordnung für minjanlose Gemeinden, in der Vorschriften zusammengefaßt sind, die in solchen Fällen für die Abhaltung eines Gottesdienstes zu beachten sind. Der Preußische Landesverband hofft, daß seine Anregung dazu führen wird, daß in den betroffenen Gemeinden mit dem Wegfall des Minjan nicht auch jeder Zusam- Zum Schawuoth-Fest 5698 Chassidlsche Geschichten von Martin 8 ab er Lehre Am Vorabend des Schawuoth, des Festes der Offenbarung, saß der Riziner Rabbi einst an seinem Tisch und sprach nicht wie sonsi in dieser Stunde zu seinen Schülern Worte der Lehre, sondern schwieg und weinte. Und so auch am zweiten Abend des Festes; nach dem Tischsegen aber sprach er: ..Manches Mal. wenn mein Ahn, der heilige Maggid, an seinem Tisch gelehrt hatte und die Schüler heimgingen, unterredeten sie sich über die Worte ihres Lehrers, und jeder fährte sie anders an. und jeder meinte sie so und nicht anders gehört zu haben, und Rede stand der Rede gegenüber; auch gab es keine Entscheidung, denn kamen sie zum Maggid und befragten ihn. so pflegte er nur den überlieferten Spruch zu wiederholen: ..Diese und diese sind Worte des lebendigen Gottes." Aber wenn die Schüler sich besannen, verstanden sie den Sinn des Widerspiels. Denn an ihrem Quell ist die Thora eine: in den W elten hat sie siebzigfältiges Antlitz. Schaut einer aber eins ihrer Antlitze wahrhaft an. da bedarf es keiner Worte und keiner Lehre mehr, denn die Züge des ewigen Angesichts reden zu ihm." Schriftdeutung Rabbi Runam kam einst in die Kammer seines Lehrers, des Jehudi. Der sah vom Much auf wie einer, der seine Arbeit für einen Augenblick, jedoch nicht ungern unterbricht, und sprach wie in einem Spiel: „Sag mir einen Vers in der Thora und ich will ihn dir deuten." Runam sagte den Vers, der ihm als erster einfiel: „Und Mose sprach die Worte dieses Gesangs vor den Ohren des Volkes, bis sie vollendet waren." ..Ris sie vollendet waren", wiederholte der Jehudi und sah wieder ins Ruch; die Unterredung war zu Ende. Rabbi Runam ging in hoher" Freude hinaus. Sein Gefährte, Rabbi Henoch, der mit ihm in der Kammer des Lehrers gewesen war, fragte ihn. worüber er sich freue, er habe doch die versprochene Deutung nicht zu hören bekommen. „Resinne dich!" sagte Runam. Da verstand auch der andre: Mose hatte seinen Gesang wieder und wieder zu den Kindern Israel gesprochen, bis er sie zur Vollendung brachte. . ■ Thora sagen und Thora sein Rabbi Leib. Sohn der Sara, der verborgene Zaddik, der, dem Lauf der Gewässer folgend, über die Erde wanderte, um die Seelen Lebender und Toter zu erlösen, erzählte: „Daß ich zum Maggid fuhr, war nicht, um Lehre von ihm zu hören: nur um zu sehen, wie er die Schuhe auszieht und wie er sie schnürt" Die drei Geedtlthien. die wir wiedergeben, sind Martin Haben ..Der große Matgidentnommen. Das dtastldisdte Gesamtwerk Bubers ist Im Sdtodtenverlag ersditenen. menhalt in der Gemeinde verloren geht und der gemeinsame Gottesdienst aufhört, sondern daß im gemeinsamen Gebet sich auch diese kleinsten Gemeinden als Glieder der Gesamtheit Israels fühlen werden. Stuttgart. Am 19. Mai fand die 33. Jahresversammlung des Jüdischen Schwesternheims Stuttgart e. V. statt. Der Vorstand, Dr. Gunzenhauser, begrüßte die Anwesenden und ehrte dann Max Osterberg, das dahingeschiedene langjährige Mitglied des Verwaltungsrats, mit tiefempfundenen Worten. Die Versammlung hatte sich z» Ehren des Entschlafenen erhoben. Der Vorstand teilte dann mit, daß Max Wolf infolge Wegzugs aus dem Verwaitungsrat, dem er seit Restehen des Schwesternheims angehört, ausgeschieden ist. Er würdigte die vorbildliche Mitarbeit dieses Mannes und entbot ihm Dank und Gruß der Versammlung. Aus dem Rechenschaftsbericht Dr. Gunzenhausers für das Jahr 19.37 war festzustellen, daß der Verein, neben den allgemeinen Sorgen, insbesondere durch den Mangel an jüdischen Schwestern ständig vor schwerste Fragen gestellt wird. Man ersah aber, daß die Leitung alles nur Mögliche auch aui diesem Gebiete tut und nahm mit lebhafter Zustimmung das Lob auf, das der Vorstand den bewährten Schwestern des Heims erteilte. Von den Schwestern wurden im abgelaufenen Jahre 15.37 Pflegetage und 3124 Pflegebesuche geleistet. Aus dem Rechenschaftsbericht erwähnen wir noch, daß Dr. Hommcl. der als Delegierter des Vorsteheramts viele Jahre dem Verwaltungsrat angehörte, eine Wiederwahl abgelehnt hat. Das Kollegium hat an sjine Stelle Leopold Goldschmidt entsandt. Für Frau Carlebach, ebenfalls 'angjähriges Mitglied des Ausschusses, wurde Frau Else Adle r gewählt Neu in den Verwaltungsrat traten ein Dr. Fritz Rosenfeld und Sanitätsrat Dr. Ries. Friedrich L. Kiefe und J. Rosenstock haben die Kassenrührung geprüft und für richtig befunden. Dr. Gunzenhauser teilte noch mit, daß, nachdem das Heim von den Schwestern räumlich nicht voll ausgenützt wird, ein Stockwerk in Zukunft dazu dienen soll, Damen mit voller Pension in Einzel- und Doppelzimmern aufzunehmen. — Direktor Gottfried G u m b e 1 erstattete den Kassenbericht und ging kurz auf Anfragen ein. Darauf wurde dem Gesamtvorstand Entlastung erteilt Adolf Kops dankte Dr. Gunzenhauser und allen seinen Mitarbeitern für ihre verantwortungsvoll:: Mühewaltung. So hat auch im vergangenen Jahr unser Schwesternheim wieder hervorragende Arbeit geleistet Wir möchten diesen Bericht nicht schließen, ohne alle Gemeindemttglieder in Stadt und Land, die noch nicht seine Mitglieder sind1,' zum Beitritt aufzufordern. Das Schwesternheim gehört zu den Institutionen, die Förderung auf breitester Grundlage verdienen. Stuttgart Die im „Gemeindeblatt" begonnene Aussprache . über den quantenmäßigen Anteil des Hebräischen und des Englischen am Lehrplan unserer jüdischen Schulen erfuhr durch einen vom Oberrat und Israel. Gemerndevorstehecamt veranstalteten Vortragsabend über „Die. Aufgabe des Hebräischen in der Erziehung des. judaschee Kindes" eine wertvolle- E-rwerterung. Als- Hauptreferent

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