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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-06-01 · 5 (1.6.1938) · p. Seite 42

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
15 (1938)
Issue
5 (1.6.1938)
Date
1938-06-01
Page
Seite 42 (sequence 2)
Language
German
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42 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 6. 38 XV. Nr. 5 cr,h ii\.' den Ehrgeiz, mindestens einem Dutzt-iiJ seiner niic'i liier verbliebenen Freunde zur Auswanderung nach Indien zu verhelfen. Ich. »III lu.üen. daß ein entsprechender \Vunscli Kc'ein einzelnen unserer Auswandejtej filü frei>vij|;g auf sich srenommene VerßfUchufttg anbiegt. Dabei ist es völlig unerbebficli, i»b der Auswandernde zur Ermögbciiuug seiner neuen Kxistenzgründung jiidisc!i-cffe:ifluhe Hille (sei es die seiner Hci- ^laigeiHCinile. iier Reichsvertretung, des hiifsvetvitis liier oder die eines Hilfskomitees in- Ausland) in Anspruch nehmen mu^e. Audi rjtvjettiircii. die so glücklich waren, darauf .'noch 'verzichten zu können, haben in gennu (jerti gleici en i mfang diese selbstverständ- IScilc jüdische Bruderpflicht. Haben wir nicht , alle erlebt, v je schnell sich Gebende in Kmpfangende verwandelten?! Kits der (icschichte erkennen wir. daLi aber aucii Neilutende rasch zu Spendenden werden kurinen. I >ie Aelteren unter uns erinnern sich wohl noch der trostlosen Massen, die von Osteuropa nach Amerika zogen, um dort — erfreulicherweise meist enolggesegnet! neu ihr Leben zu bauen. Rührend und ejheberkl ist es. zu erleben, in weichem Umfang Amerika zu einer Hilfsquelle für das arme Europa, insbesondere seine bedrängte Judenheit geworden ist. Nicht weniger als 58 Millionen l »ollur flössen in dein einen Jahr 1928 (das keineswegs ein besonderes Krisenjahr für uns war), aus amerikanischen Hilfsquellen in die Alte Welt... Eine Zahl, deren Gewicht durch jeden Kommentar nur abgeschwächt wqrde. Her sagenhafte Aufschwung, den manche" der Aiiswandererfamilien, die 1492 die iberische Halbinsel fast mittellos verlassen mußten, nahmen, ist nur erklärlich durch die wunderbare Bewährung jüdischen Gemeingeistes allerorts, wo damals Juden wirkten. Wir können deshalb nur hoffen, daß auch unser Geschlecht von Auswanderern sich als stark erweist stark im Leben und stark in der Hilfsbereitschaft und Treue! ' Hans Lamm, München^. Jüdische Erziehung in Palästina Aus dem Peel-Bericht, in deutscher Sprache erschienen im Schocken-Verlag.! >as jüdische Schulsystem ist, wie wir unterrichtet sind, in seinen disziplinären Methoden etwas nachgiebig: jedoch ist es im ganzen ein wirksames Werkzeug der Erziehung. Es ist indessen unvermeidlicherweise, wie wir in Kapitel V auseinandergesetzt haben, ein Instrument des jüdischen Nationalismus. Sein vornehmster Zweck ist es, die Ideale des Nationalheims den Kindern einzupflanzen, ihren Geist vor allem andern in den Ueberlieferungen und Leistungen des jüdischen Volkes fest zu begründen und einen Sinn der Hingebung für die Aufgabe der Wiedererrichtung einer jüdischen Nation in ihrem alten Heimatlande zu pflegen. Das haben die jüdischen Schulen immer zu tun sich bemüht: deswegen wurde die hebräische Sprache, in der der gesamte Unterricht erteilt wird, durch das Mandat gesichert. In einer der höheren Schulen kommt der Zögling vor Erreichung der sechsten Klasse nicht aus der Geschichte des Altertums heraus, wobei wiederum zwei Drittel der verfügbaren Zeit der jüdischen Geschichte jener Epoche gewidmet sind. In den drei oberen Klassen wird mehr oder weniger gleichmäßiges Gewicht auf die Weltgeschichte vom Römischen Reich bis zur Gegenwart einerseits und auf die Geschichte der Diaspora andererseits gelegt. Im Literaturunterricht hat das Studium der hebräischen Literatur einen noch stärker vorherrschenden Raum. Erste Laichinger Leinen-Fabrikate alle Wäsche für den Hausgebrauch, fertige Bettwasche. Damaste, Inlettes und complette Betten. Daunen- und Wolldecken in gediegenen Qualitäten. Ludwig Frank. 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