Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 15 (1938)
- Issue
- 4 (16.5.1938)
- Date
- 1938-05-16
- Page
- Seite 32 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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32 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 5. 38 XV. Nr. 4 Lebenskampf geben. Die Verkleinerung der Gemeinde hat naturgemäß die finanziellen Verhältnisse erschwert, und es ist der Umsicht des Vorsitzenden zu verdanken, daß in jeder Hinsicht geordnete Verhältnisse in der Gemeinde herrschen. Besondere Anerkennung verdient, daß 1936 Alfred Emrich mit Rat und .Tat sich der Gemeinde zur Verfügung stellte. Sem Opfersinn ermöglicht es. daß auf sozialem Gebiet alles Notwendige geschieht. Der W ille zur Selbstlosigkeit ist die Grundlage für den Krfolg der Gemeinschaftsarbeit, Von den 51 Seelen sind 29 weiblich und 22 männlich. 19 Personen sind über 60 .lahre alt. Fast alle Gemeindemitglieder sind Viehhändler. Einrieb hat als Selbsthilfe eingeführt, daß an den Schultagen die Kinder den Schulraum heizen und reinigen, und das ist eine gute Schulung für ein Leben der Arbeit und Sauberkeit. F.ine Viertelstunde vom Ort liegt der alte Friedhof im LiKhgauer Wald. Fr diente von 1723 bis 1811 als Friedhof. Im Jahre 1811 wurde anf Fuß des Lochgauer Seeberges in einem der Gemeinde Bönniglieim gelegenen Wald der neue Friedhof abgelegt. Gebeine und Grabsteine wurden ül>erführt und über dem Friedhof von einst w tichsen hohe Bäume und viel Gesträuch. Zur Beschäftigung der arbeitslosen jüdischen Männer wurden die Waldarbeiten diesen übertragen, und jeden Tag wanderte eine Gruppe hinunter in den \\ ald. um Notstands- .irbeiten zu leisten. Zur Zeit wird die Frage des Acker- und Gemüsebaus als Möglichkeit der Selbsthilfe geprüft. So gilt es, in schwerer Zeit alles im Rahmen des Möglichen zu versuchen. Lehrer Simon Meisner. Die jüdische Winterhilfe in Württemberg 1937/38 Eine soziale Tat unserer Gemeinschaft Die Organisation und der Tätigkeitsbereich der Jüdischen Winterhilfe hielten sich im wesentlichen in dem gleichen Rahmen wie in den Vorjahren. Die Aufbringung der Spenden wie die zu gewährenden Unterstützungen waren nach Gesichtspunkten geregelt, die im ganzen Reich die gleichen waren. Neben den laufenden Spenden gingen die Eintopfsammlung und die Pfundspende einher, die in diesem Jahre erstmals durch eine besondere Spenden scheinaktion ergänzt wurden, deren Erlös besonders den Notstandsgemeinden zugute kam. Die Aktion erbrachte in Württemberg ein zufriedenstellendes Ergebnis, so daß unseren württembergischen Notstandsgemein V% Li l Utllll/tl .sl."^in.ll x^vstO«.aiiuof»\* in w 1 - uuiiuvi vniu uvov/nyviv i ■ ^mvi^, viuiwi« villi den die erforderlichen Zuschüsse in ausrei-Kaffeespende jüdischer Kaffeehändler in Mit eilendem Maße gegeben werden konnten. In Stattgart hatte sich hei der Durchführung dieser Sammlung der ..Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" in dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt und wesentlich zu dem erzielten Erfolg beigetragen. Im ganzen Lande Württemberg wurden 62-1 Parteien mit 1276 Personen von der Jüdischen Winterhilfe unterstützt, was einem Prozentsatz von 18.25'r der Gesamtseelenzahl der Juden in Württemberg entspricht; in der Winterhilfe-Periode 1935/36 waren es 12.75';. 1936/37, UM'/c Die gleiche Steigerung ist mit geringfügigen Unterschieden in den einzelnen Gemeinden des Landes festzustellen, wobei wiederum die Erfahrung zu machen ist, daß die ländlichen Gemeinden in noch stärkerem Maße von der ständig wachsenden Not betroffen werden, als die städtischen. " Als Leistungen wurden Lebensmittel, Kohlen und Kleidung gewährt, wobei für den Umfang der Betreuung die zentral herausgegebenen Richtsätze maßgebend waren. Barunterstützung konnte nur in einigen Ausnahmefällen zur Ausgabe gelangen. Besonders die Versorgung mit Kleidung, Wäsche und Schuhwerk wurde in großzügiger Weise durchgeführt. Die Beschaffung, Verwaltung und Verteilung der Lebensmittel in Stuttgart lag wiederum in den Händen der Damen des Frauenvereins, die sich, wie bisher, ihrer Aufgabe in vorbildlicher Weise entledigten. Zu Pessach wurden Mazzoth bewilligt, die in Stuttgart durch das Isr. Fürsorgeamt ausgegeben wurden. Wie in den Vorjahren wurde den' Bedürftigen, vor allem auf dem Lande, eine besondere Freude durch eine telamerika zuteil. Besondere Zuweisungen erhielten die Lehrlingsheime in Stuttgart, Heilbronn und. Lehrensteinsfeld; einigen Teilnehmern des Sportlehrer-Ausbildungskursus wurden Zuschüsse zu den Kosten des Mittagstisches gewährt; für bedürftige Kinder in der Jüdischen Schule zu Stuttgart wurde das warme Schulfrühstück wiederum durchgeführt. Zu Chanukkah bzw. Purim wurden die Kinder der Betreuten — in Stuttgart wie auf dem Lande — zu Kinderfeiern zusammengerufen, bei denen ihnen Bewirtung, Gescheüke und ansprechende Vorführungen geboten wurden. Für Hachscharah- und Alijah-Ausriistungen wurden Zuschüsse, im wesentlichen durch Kleider-Ausstattung, bewilligt; die gleiche Beihilfe erhielten in zahlreichen Fällen Auswanderer nach Uebersee. MAX ADLER (Stammfirma J. Adler, gegr. 1827) Weine - Spirituosen Stuttgart-S, Ernst-Welnstein-Str. 21b Telefon 70217 Schbfjofa, hochkUppbjr mit Bettkasten Schlafsofa — Couche in vielen praktischen Modellen Für trgpiiche Lieber»«« Spezialpolsternng Ftrner Matratzen in Kapok, Roßhaar, Schlaraffia Ludwig Stein. Stuttgart Undhauurrafic 4 / Telefon 2191« Lassen Sie sich vor Anschaffung meine Modelle aivtraiatl. vorlegen. Danksagungen ins Gemeindeblatt! oder eine Radio Harmonika von Musik-Jacob ER Stutlgorf, HauptsfäftersfraSe 32a Telefon 24120 Auswanderer kaufen ihre SCHUHE für StraLe, Arbelt und Gesellschaft preiswert bei fchuh-Jiatz Stuttgart, LconturdipUU 8. Tel. 24864 %T RADIO |ede Myrke UnverblndUctVvorfUhrung In eigenem Helm. Kupfer <& Co. 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