Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 21 (1.2.1938)
- Date
- 1938-02-01
- Page
- Seite 188 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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188 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 2. 38 XIV. Nr. 2 warnen. Die Möglichkeiten der Auswanderung hangen nicht nur von ihrem Willen und der Arbeit der Wanderungsorganisationen ab, sondern vor allem von der Bereitwilligkeit der anderen Länder, ihre Tore für die Juden aus Deutschland, ebenso wie auch für die aus Osteuropa, offenzuhalten. Darauf hat aber die Reichsvertretung keinen bestimmenden Einfluß. Sie kann nicht Wunder tun und sie vermag nicht die Bedingungen, die ihrer Absicht in der Welt entgegenstehen, zu ändern. Bei einer planlos sich vollziehenden Auswanderung kann sie eine Verantwortung für ihren geordneten Vollzug nicht übernehmen. Die Reichsvertretung richtet in dieser Stunde einen Appell an die Palästina-Regierung, den Juden in Deutschland, vor allem den ausgebildeten jungen Juden, die sich für den Aufbau Palästinas einsetzen wollen, den Weg dorthin nicht zu verlegen. Sie richtet ihren Appell an die überseeischen Länder, insbesondere au die mit dünn besiedelten Gebieten, durch Gestaltung und Handhabung der Einwanderungsbestimmungen eine gröllere Zahl nützlicher Einwanderer aufzunehmen. Ein erheblicher leil der in ihrer Zusammensetzung stark überalterten Judenheit in Deutschland ist auswanderungsunfähig und wird seine Tage in Deutschland beschließen müssen. Soll er nicht der öffentlichen Woh!- t;>lirr anheimfallen, so dürfen ihm die Erwerbs wege nicht völlig verschlossen werden. Auch die Fortsetzung geordneter Auswanderung — und nur diese hält die Einwanderungstore auf die Dauer offen — ist nur möglich, wenn die wirtschaftliche i:\istenziahigkeit der Juden in Deutschland nicht noch weiter geschmälert wird. Nachdem die Juden aus dem Staat liehen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben und aus allen führenden wirtschaftlichen Stellungen ausgeschaltet sind, bitten wir deshalb die Reichsregierung, daß der Verringerung der Erwerbsmöglichkeit für die Juden heit in Deutschland Einhalt getan werde. Wir hoffen ferner, daß die Möglichkeit des persönlichen Verkehrs zwischen den Ausgewanderten und ihren Angehörigen, die in Deutschland zurückbleiben müssen, nicht unterbunden wird. An die Juden in Deutschland wendet sich die Reichsvertretung mit der Bitte, Geduld zu bew ahren und angesichts der gesteigerten Anforderungen, die an sie gestellt werden, nicht müde zu werden. Ohne Lebensmut und Selbstachtung sind unsere Aufgaben nicht zu lösen. In der Erwartung, daß diese Erklärung mit Verständnis, Vertrauen und Hilfsbereitschaft beantwortet werden wird, verbindet sich die Reichsvertretung mit iedem einzelnen Juden in Deutschland." Lebensmut und Selbstachtung Zur Jahresveranstaltung des J.S.V. „Schild" Stuttgart, am 22. Januar Zu einer repräsentativen Veranstaltung (sielie unseren Bildbericht) gestaltete sich der (iemeinschaftsabend des J.S.V. „Schild" Stuttgart, der so zahlreich besucht war, daß der große Saal des Gustav-Siegle-Hauses auch nicht einen freien Platz mehr aufwies. Bei dieser Gelegenheit zeigte es sich so recht, was gemeinsame konzentrierte Arbeit — vor allem auch auf sportlichem Gebtete — vermag. Man sah diesmal ganz hervorragende turnerische Leistungen (verantwortlich für das Geräteturnen war Günter Zittwitz), die für die sportliche Breitenarbeit im „Schild" zeugten. Es war ein schöner Anblick, als die frischen Jungen, von einer Handharmonika- Gruppe angeführt, singend auf die Bühne zogen und dort nach einem Vorspruch des kleinen AlfredSchleimer quicklebendig all das zeigten, was Jugend auf Wanderfahrt Fröhliches tut. Mit Recht stürmischen Beifall fanden auch die schwierigen Schauübungen der Aktiven an zwei Pferden, das exakt! Barrenturnen der aktiven Turnerinnen, die glänzenden Leistungen einer Männerriege am Spannreck, das schmissige Florettfechten der Fechtabteilung, die Stabübungen der Männerriege und das Keulenschwingen der Sportmädels (letzteres einstudiert von Gisela Bloch; Begleitung: Else Sehr großen Eindruck Aufmarsch aller Aktiven. Victor Strauß begrüßte inmitten der Sportler die Vertreter der jüdischen Behörden und Organisationen und stellte nochmals mit prägnanten Worten das Ziel der „Schild"-Arbeit heraus: Es ist die körperliche und charakterliche Erziehung, die jüdische Menschen befähigen soll, die Verantwortung für sich und die Gemeinschaft zu tragen. Der Redner erinnerte an die großen Erfolge des J.S.V. „Schild" Stuttgart im vergangenen Jahre und entbot dann die Grüße Gretel Bergmanns, die zwischenzeitlich den Ehrentitel des zweifachen Meisters der U.S.A. Schneider, Schule Staudacher-Stern). machte auch der Landessportleiter SCHUHE Immer gut! Immer preiswert! erhaltlich bei Schuh Katz Stuttgart, Leonhardsplatz Teleton 24864. L. Herborn, Freiburg/Br. ScheffeistraBe 19 Fernsprecher 6345 Kurzu, Textilwaren-Großhandlung Spezialitäten: Strumpfu. Sportwolle, Garne aller Art. Kosmetik, Scheuertücher, Taschentücher. Musterzu Diensten Ernst Hochberger, Stuttgart N Herdwcg 116 Telefon Nr. 23J50 Immobilien, Geschäftsverkäufe Versicherungen 40 Jahre A. FEIT, Eheringe Gold- und Silberwaren Silberne und versilb. Bestecke Uhren und Reparaturen Ankauf von Altgold und Silber G e n e h m i g u n g 8 - B e sc h e I d Nr.2 266c5 Juweller, RotebühlstraBs 1, Tel. 61418 Werbet für unter Blatt! R 6>5 UAIKIERfE R A Musik-Jacob A D Hohner-Vertretung D 1 Saiten und Instrumente 1 O Stuttgart, Hauptstarter Str. 32 Tel. 24129 O Verlangen Sie Offerte Gebrüder Steiner Ulm a. D. Baumwollwaren-Aasrüstungsgeschäft S. 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