Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 19 (1.1.1938)
- Date
- 1938-01-01
- Page
- Seite 175 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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XIV. Nr. 19 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1. 1. 38 175 Stuttgart. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Schulabteilung, teilt mit: Um die Frage der Einrichtung eines neuen, einjährigen Lehrgangs zur Ausbildung männlicher Turn- und Sportlehrkräfte in Stuttgart (am gymnastisch-orthopädischen Institut von Frau Alice Bloch) zu klären, werden Bewerber aufgefordert, umgehend eine Meldung in zweifacher Ausfertigung an die Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158 III, einzureichen. Beginn des Lehrgangs: 1. April 1938; Schulgeld monatlich 50 RM; Aufnahmebedingungen: Vollendetes 19. Lebensjahr; Versetzung nach Obersekunda bzw. ehemaliges Zeugnis der mittleren Reife, Nachweis besonderer sportlicher Befähigung. — Der Meldung ist ein Lebenslauf mit einer Darlegung der "wirtschaftlichen Verhältnisse des Bewerbers beizufügen. Stuttgart. Die Jüdische Blindenanstalt für Deutschland E. V. in Berlin-Steglitz legt Wert auf die Bekanntgabe, daß sie das einzige jüdische Unternehmen dieser Art in Deutschland ist und ihr alleiniger Vertreter für Süddeutschland S. Bloch, Mannheim. B 7, 9, ist. Sie bemerkt ferner, daß sie mit der Blindenbürstenwerkstätte Berlin N 54, Sophienstraße 8, nicht identisch ist. Stuttgart. Anläßlich des Purim- und des Pessachfestes gewährt die „A d r i a t i c a" auf die Passagepreise der l.und 2. Touristenklasse bei Hin- und Rückreise nach Palästina eine Ermäßigung von 20%. Die Reisen müssen in der Zeit vom 16. Februar bis 5. Mai 1938 (also Ausreise und Rückreise) ausgeführt werden. Die Passagiere genießen auf den italienischen Staatsbahnen eine Ermäßigung von 50%. Buchau. Am 16. Dezember 1937 besuchte Oberlehrer Berlinger unsere Privatschule, um sich von deren Stand zu überzeugen. Er nahm den Findruck mit sich, daß Lehrer und Schüler ihre Pflicht erfüllen. — Auf Anregung des Gemeindevorstehers Vierfelder veranstaltete die Handarbeitslehrerin Frau Hedwig Zodick eine Ausstellung der seit Uebernahme des Unterrichts durch sie gefertigten weiblichen Handarbeiten. Die ausgestellten Arbeiten bezeugten einen vollen Unterrichtserfolg. Die Ausstellung wurde gut besucht Fast der größte Teil der Ausstellungsgegenstände bestand aus Arbeiten der talentierten 14jährigen Ruth Zodick. — Am 22. Dezember 1937 tagten der Kulturbund „Harmonie", die Ortsgruppe des Central-Vereins sowie der Armenverein. Der Vorsitzende der „Harmonie". Siegfr. Dannhauser, gedachte der ausgewanderten Mitglieder und sprach den Scheidenden die besten Wünsche aus. Kassenführer Martin Kahn gab den Kassenbericht. Auf Antrag von Lehrer Zodick wurden alle Ausschußmitglieder durch Zuruf wiedergewählt. Er dankte auch dem Ausschuß für die finanzielle Beihilfe zur Jüdischen Privatschule anläßlich des Besuches der Herrlinger Aufführungen in Ulm. Im Centraiverein wurde Franz Moos zum Vorsitzenden gewählt. Außer Alfred Erlanger gehört nunmehr auch Martin Kahn zum Ausschuß der C.-V.-Ortsgruppe. — Beim Armenverein begrüßte Max Weil als Vorsitzender die Anwesenden und ehrte die Toten des Vereins. Hierauf übergab er das Wort dem interimistischen Schriftfüh- Gottesdienstzeiten Hauptsynagoge Hospitalstraße. 1. Jan. 193S Sabbath 9.00, Jugendgottesdienst 15.00, 17.24 Uhr. 2. Jan. 8.00, 16.30 Uhr. 3. Jan. Rosch- Chodesch 7.30, 16.30 Uhr. 4.-6. Jan. 7.30, 16.30 Uhr. 7. Jan. 7.30, Freitagabend 16.30 Uhr. 8. Jan. Sabbath 9.00, Jugendgottesdienst 15.00, 17.31 Uhr. 9. Jan. 8.00, 16.30 Uhr. 10. bis 13. Jan. 7.30, 16.30 Uhr. 14. Jan. 7.30, Freitagabend 16.45 Uhr. 15. Jan. Sabbath 9.00, Jugendgottesdienst 15.00, 17.41 Uhr. 16. Jan. 8.00, 16.30 Uhr. Synagoge Bad Cannstatt: Königstraße. Freitagabend, Sabbathmorgen, Sabbathausgang — wie Stuttgart. Samstagnachmittag — Minchagottesdienst 15.00 Uhr. Israel. Religionsgesellschaft, Hospitalstr. 36 (Betsaal). 1. Jan. 1938 Schabbos 8.30, 16.30, 17.25 Uhr. 2. Jan. 7.45, 13.15, 19.15 Uhr. 3. bis 7. Jan. 7.15, 13.15, 19.15 Uhr. 7. Jan. Freitagabend 16.35 Uhr. 8. Jan. Schabbos 8..». 16.35. 17.35 Uhr. 9. Jan. 7.45, 13.15, 19.15 Uhr. 10. bis 14. Jan. 7.10, 13.15, 19.15 Uhr. 14. Jan. Freitagabend 16.45 Uhr. 15. Jan. Schabbos 8.30, 16.45, 17.40 Uhr. 16. Jan. 7.45, 13.15, 19.15 Uhr. Synagoge Heilbronn a. N. 1. Jan. 1938 Sabbathmorgen 9.00, Sabbathnachm. 15.00, 17.20 Uhr. 2. Jan. Sonntagfrüh 7.45 Uhr. An den Wochentagen 7.00. 18.00 Uhr. 6. Jan. 7.45 Uhr. 7. Jan. Freitagabend 16.30 Uhr. 8. Jan. Sabbathmorgen 9.00. Sabbathnachm. 15.00, 17.35 Uhr. 9. Jan. Sonntagfrüh 7.45 Uhr. An den Wochentagen 7.00, 18.00 Uhr. 14. Jan. Freitagabend 16.45 Uhr. 15. Jan. Sabbathmorgen 9.00, Sabbathnachm. 15.00, 17.45 Uhr. 16. Jan. Sonntagfrüh 7.45 Uhr. rer Norbert Kahn. Eine längere Aussprache über die Kassenverhältnisse erfolgte. Hermann Moos wurde einstimmig zum Schriftführer gewählt. Massenbach. Am 11. Dezember 1937 entschlief im Alter von über 90 Jahren Hermann Behr, Altveteran von 1870/71. Bis in sein hohes Alter hat er ehrenamtlich an den Hohen Feiertagen vorgebetet. Er hatte noch die Freude, daß, einige Tage vor seinem Tode sein jüngster Sohn aus USA. ihn besuchen kam. Vor der großen Trauerversammlung sprach Rabbiner Dr. Heimann (Heilbronn) tiefbewegte Abschiedsworte. — David Behr, ein Sohn des Verstorbenen, wanderte in diesen Tagen nach Amerika aus. Fr bekleidete lange Jahre das Vorstandsamt in der hiesigen Gemeinde und war stets hilfsbereit mit Rat und Tat. Die besten Wünsche der Gemeinde, für die er so vieles getan, begleiten ihn und seine Gattin. Oberdorf-Bopfingen. Einen schweren Verlust erlitt unsere Gemeinde durch das Hinscheiden ihres Mitglieds Aron Meyer. Ueber 13 Jahre wirkte er ununterbrochen bis zu seinem Ableben verdienstvoll im Israel. Vorsteheramt, und in den letzten Jahren bekleidete er das Amt des stellvertretenden Gemeindevorsitzenden. Sein Andenken wird immer in hohen Fhren gehalten werden. Kleinanzeigen stets ins Gemeindeblatt! Neues vom jüdischen Sport- Stuttgart. Am 2. Januar findet auf dem Gemeindesportplatz zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe ein Städte-Fußballspiel statt, das von zwei kombinierten Mannschaften — T.C. 08 Karlsruhe mit „Hakoah" Karlsruhe gegen „Hakoah" Stuttgart mit „Schild** Stuttgart — bestritten wird. Diese Aufstellung beider Mannschaften stellt zurzeit die stärkste fußballerische Vertretung im süddeutschen jüdischen Sport dar, so daß also mit einem außerordentlich spannenden Treffen zu rechnen ist. Die Karlsruher werden sich sicherlich besonders anstrengen, da dieses Spiel das Rückspiel einer Begegnung ist, die im vorigen Jahr, ebenfalls zu Gunsten der Jüdischen Winterhilfe, in Karlsruhe bei gleicher Kombination stattfand. Es muß für unsere Leser eine Ehrensache sein, bei diesem Städtekampf zugegen zu sein. Und wer nicht selbst hingeht — der möge eine Karte erwerben und mit derselben einen anderen erfreuen! Stuttgart. Wie wir vom Sportbund „Schild" erfahren, hat Dr. med, Fritz Reif infolge seiner bevorstehenden Auswanderung sein Amt als Landessportarzt niedergelegt. Für ihn wird Dr. med. Viktor Rosenfeld die Betreuung der Sportjugend als Landessi'ortarzt übernehmen. Dr. Reif war etn stets bereiter Helfer und Berater der sporttreibenden Jugend und selbst einer der eifrigsten Turner, der aufrichtigsten Dank im vollsten Maße verdient Heilbronn. An den letzten Sonntagen bewies die Heilbronner Sportgruppe wieder einmal, daß sie immer noch zu den regsamsten in ganz Süddeutschland zählt. Mit sehr gemischten Gefühlen fuhr die I. Mannschaft nach München zum dortigen als sehr spielstark bekannten Itus. der den Reichsmeister „Schild" Stuttgart erst 8 Tage vorher überraschend hoch mit 5: 1 geschlagen,hatte. Anfangs sah es auch für Heilbronn bedenklich aus, und mit 3:0 für München wurden die Seiten gewechselt. Nach der Pause änderte sich jedoch das Oesamtbild wesentlich zu Gunsten Heilbronns. Münchens Hintermannschaft mußte alles Können aufbieten, um den eifrigen Heilbronner Sturm nicht zu Frfolgen kommen zu lassen, während auf der anderen Seite Münchens Angriffe restlos an der ausgezeichneten Heilbronner Hintermannschaft scheiterten. Mit 4: 1 für München endete schließlich dieser wechselvolle Kampf. — In Karlsruhe gegen Hakoah sah man in der eisten Hälfte Heilbronn meist im Angriff, jedoch konnte der Innensturm von den unzähligen Chancen nur eine einzige erfolgreich verwerten. Nach der Pause glich Karlsruhe nicht nur aus, sondern ging sogar durch 11- Meter 2: 1 in Führung. Doch schon eine Minute später hatte Heilbronns Halbrechter den Gleichstand wieder hergestellt, und dabei blieb es bis zum Schluß. Sehr unerfreulich verlief der Kampf gegen J.S.C. Fürth auf dem Stuttgarter Gemeindesportplatz, den der Schiedsrichter nach 50 Minuten Spielzeit beim Stande von 3:0 für Fürth beendete, weil er sich durch den Regen in seinen Entscheidungen behindert sah. Die Proteste beider Mannschaften, die Zeit und (leid umsonst geopfert hatten, nutzten nichts. Eine wohlgelungene Doppelveranstaltung führte die Göppinger Sportgruppe „Schild" in Anwesenheit von Landessportleiter Victor