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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1938-01-01 · 19 (1.1.1938) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
19 (1.1.1938)
Date
1938-01-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden In Württemberg; ■ ■ Verlag und Redaktion: OSTERBERO 4 STERNHEIM ISRAELITISCHE VERLAOS ANSTALT Ftnwpr. 33828 STUTTOART-N Kaaernenatr. 13 Bezugspreis RM. 1.13 vierttljibrllch. zutflgllcb 1 ojtand Zustellgebühr PostsebeoUonto Stuttgart 36258 $ Erscheint monatlich iwelmal, am 1. and 16. Bei Nichterscheinen inl. hSherer O.wilt besteht kein Anspruch a. Nachlieferung d. Blatte* oder Rückgabe de* Beiugsgelde* Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Reichsminuters für Volksanfkliruag and Propaganda betr. Ueberwachuog der geistig und kulturell Hilgen Juden Im deutschen Reichsgebiet. XIV. Jahrgang Stuttgart, den 1. Januar 1938 Nr. 19 Im Dienste der Gemeinschaft Zur Tagung der Israel. Landesversammlung vom 19. Dezember 1937. Am 19. Dezember 1937 tagte die Isr. Landesversammlung für das Rechnungsjahr 1937/38. Es konnte an ihr die vorgeschriebene Zahl der Abgeordneten der Isr. Landesversammlung teilnehmen, da im Laufe dieses Jahres eine Ergänzung durch Wahl des Isr. Vorsteheramts Stuttgart vorgenommen worden war. Neu eingetreten sind Frau I d a Marx- Cannstatt und Hans Mayer- Stuttgart als Vertreter des Rabbinatsbezirks Stuttgart. An Stelle des abwesenden Abgeordneten Feldmann nahm dessen Ersatzmann, David Kulb -Stuttgart, an der Sitzung teil. Aber auch in den Reihen der ehrenamtlichen Mitglieder des Oberrats war durch die Auswanderung des RA Dr. Manfred Scheuer - Heilbronn eine Lücke eingetreten, die in der Versammlung geschlossen wurde, und zwar durch die einstimmige Wahl des Fabrikanten Anselm Kahn I - Heilbronn. Da dessen Ersatzmann Max Kaufmann-Heilbronn bereits zur Tagung eingeladen und auch gleichzeitig verpflichtet wurde, so waren sämtliche 19 Mitglieder der Landesversammlung und die 7 Mitglieder des Oberrats anwesend. Stadtrabbiner i. R. Dr. R i e g e r - Stuttgart eröffnete die Versammlung durch ein feie liches Gebet. Hierauf nahm RA Dr. H e i n ■ rieh Wolf- Stuttgart, der Präsident der Isr. Landesversammlung, der die ganze Ta gung in mustergültiger Weise leitete, ebenso wie sein Stellvertreter im Präsidium, Fabrikant Kuno Fleischer -Göppingen am Nachmittag, die Verpflichtung der neueinge tretenen Mitglieder vor und erstattete den Bericht über die Veränderungen innerhalb der Zusammensetzung der Landesversammlung im Laufe des Berichtsjahres. Er gedachte zuerst in besonders warmen Worten des verstorbenen Präsidenten der Verfassungsgeben den Landeskirchenversammlung Julius Rothschild-Stuttgart, der auch in der Zeit vom April 1924 bis April 1930 der Präsi dent der Landesversammlung war. Die An wesenden erhoben sich zu ehrendem Ange denken von ihren Sitzen. Die herauf vorgenommene Wahl des juristischen Mitgliedes des Oberrats, des bisherigen Präsidenten und juristischen Mitglieds RA Dr. Siegfried G u m b e 1 - Stuttgart, erfolgte einstimmig. Es hat die Landesversammlung beschlossen, die Wahldauer auf den 31. 12. 1941 festzusetzen. Auch das theologische Mitglied, Stadtrabbiner i. R. Dr. R i e g e r - Stuttgart, wurde wieder auf die Dauer eines Jahres, also bis 31. 3. 1939, in seinem Amt bestätigt. Nachdem dann die Wahl eines ehrenariitlichen Mitglieds des Oberrats, über die bereits berichtet wurde, vorgenommen war, hielt .Religionsoberlehrer Leo Adler- Stuttgart einen Vortrag über ..Die Bücherei des Oberrats" mit Lichtbildern. Die Bücherei des Oberrats hat insbesondere in ihrem hebräischen Teil eine große Reihe sehr wertvoller Stücke, die z. T. aus den Bibliotheken des Rabbiners Josef Mayer Schnaittach aus Freudental und der Familie Berlinger-Berlichingen stammen. Ueber eines der wertvollsten Bücher, die jüdisch-deutsche Selichoth-Ausgabe von Prag (1602), die erste Ausgabe einer jüdisch-deutschen Selicho. hat das Gemeindeblatt bereits vor Jahren berichtet. An weiteren Seltenheiten wurde im Lichtbild ein Exemplar der Bombergschen Talmud-Ausgabe von Venedig gezeigt. Die Titelblätter von Bücherdrucken aus Rom, Venedig, Prag, Livorno, Ferara, Padua, Amsterdam, Mantua, Offenbach, Frankfurt/O., Frankfurt/M., Fürth und sonstigen Orten gaben eine Erläuterung zu dem Dargebotenen. Der Grundstock der hebräischen Bibliothek stammt aus der Bücherei des früheren Hofrats K a u 11 a . der Mitglied der früheren Königlichen Isr. Oberkirchenbehörde war. Die deutsche Abteilung der Bücherei war früher in der Hauptsache als Lehrerbibliothek bestimmt, was auch heute noch die Hauptaufgabe der Bücherei sein soll; aber sie ist auch den Gemeindemitgliedern in Stadt und Land zugänglich. Reicher Beifall dankte dem Redner für seine Ausführungen. Es gab hierauf der Präsident des Oberrats nähere Erläuterungen zu dem Tätigkeitsbericht des Oberrats für die Zeit vom 1. 1. bis 30. 11. 37., sowie zu dem Haushaltplan der Zentralkasse für das Rechnungsjahr 1937/38 und dem Steuerbeschluß. Er ging dabei insbesondere auf einige Anregungen ein, die bei der letzten Landesversammlung gegeben worden sind, und zwar a) die Erhebung eines Amtl. Bekanntmachungen Zu Schewuaus 1938 soll wieder eine Konfirmation der Mädchen stattfinden. Wir bitten diejenigen Eltern, die die Teilnahme ihrer Tochter an der Konfirmation wünschen, dies bis zum 15. Januar Herrn Rabbiner Dr. Auerbach, Seestraße 41, TeL 202 05 mitteilen zu wollen. Israel. Gemeindevorsteheramt Groß-Stuttgart. Die Gemeinde beabsichtigt, zur Ergänzung und Vervollständigung ihrer Mitgliederlisten eine Haushaltungsliste an alle Gemeindemitglieder zu schicken, welche nach dem Stand vom 15. 1. 193S auszufüllen ist und bis zum 20. Januar an die Gemeindepflege zurückzusenden ist. Die Gemeindemitglieder werden gebeten, die Liste gewissenhaft auszufüllen und dabei die in einem besonderen Begleitschreiben aufgeführten Vorschriften genauestens zu beachten. Israel. Gemeindevorsteheramt Groß-Stuttgart. Einheitssteuersatzes in ganz Württemberg, b) die Frage,. ob die Vermögenssteuer im ein-, zwei- oder dreifachen Betrag zugrundegelegt werden soll. Dr. Gumbel erklärte, daß der Tätigkeitsbericht des Oberrats natürlich nicht eine genaue Darlegung aller der Aufgaben enthalten könne, mit denen sich der Oberrat im Laufe des Jahres befassen mußte, daß aber der Bericht den Geist zeigen soll, in dem die Juden in Württemberg ihre Aufgabe erfüllen. Die Hebung des religiösen Lebens, die Förderung der Schulen, die Stützung der Armen und Bedürftigen, die Hilfe für die Auswanderer, die Ermöglichung der Berufsumschichtung und Berufsausbildung, alles das sind Dinge, denen der Oberrat sein ganzes Augenmerk zuwenden muß. Der Oberrat hat auch daran mitgeholfen, daß an der Jüdischen Schule Stuttgart eine neunte Klasse (Haushaltklasse) errichtet werden konnte, um so einem Teil der weiblichen Jugend, der sich noch nicht in die ßerufsaus- Ihre SchifTskarten Reisebüro Siegfried Sctiuiarzscliild, Stuttgart König8tr.43a, Telefon 28992

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