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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1937-11-16 · 16 (16.11.1937) · p. Seite 143

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
16 (16.11.1937)
Date
1937-11-16
Page
Seite 143 (sequence 7)
Language
German
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XIV. Nr. 16 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 11. 37 143 dem Platz vorhandenen Quelle erstellt werden. — Die Angelegenheit des Friedhofs im Steinhaldenfeld ist weiter gefördert worden; die abschließende Behandlung derselben dürfte in absehbarer Zeit erfolgen. — Rabbiner Dr. Auerbach berichtete über die Gottesdienst-Abteilung. Er sprach über die Ausgestaltung des Gottesdienstes am letztvergangenen Simchastora-Fest Ein jeden Sabbath wiederkehrender Jugendgottesdienst soll neu eingerichtet werden. — Den Bericht der Jugendabteilung erstattete Dr. Tänzer, der insbesondere über den Ver kehr mit den einzelnen Jugendbünden sprach. Ebenso referierte Dr. Tänzer über den Orts schulrat, der inzwischen konstituiert wurde; zu dessen Vorsitzenden wurde der Referent selbst gewählt — Zum Schluß der öffentlichen Sitzung ging der Vorsitzende laufende Angelegenheiten durch. Als Abgeordnete zur Landesversamm lung wurden Hans Mayer und Frau Ida Marx, als Ersatzleute Jos. Brandt und Sally Preßburger, als 2. Ersatzleute Walter Schmidt und Lucie Levi delegiert. — Stuttgart. Am 16. November wird Dr. J a - cob Picard im Rahmen einer Sonderveranstaltung des Jüdischen Lehrhauses aus seinen Werken vorlesen. Dr. Picard ist insbesondere durch sein Erzählungsbuch „Der Gezeichnete" weiten Kreisen der Juden in Deutschland bekannt geworden. Die Resonanz, die dieses Buch gefunden hat, ist ganz außerordentlich. Hier hat auch tatsächlich ein echter, warmherziger Dichter das frühere Leben in den jüdischen Gemeinden des deutschen Südens mit Liebe geschildert und jü dische Menschen gezeichnet, die man nicht vergißt. So darf man diesem Autorenabend mit größtem Interesse entgegensehen, und wir geben der Erwartung Ausdruck, daß eine große Gemeinde ihrer Wertschätzung für den Dichter Ausdruck verleiht. Stuttgart Die Stuttgarter Jüdische Kunst gemeinschaft hat für Donnerstag, den 18. November, als 2. Abonnementsveranstaltung einen Heine-Abend vorgesehen. Ueber diesen Abend schreibt dessen Leiter: „In diesem Jahre — am 13. Dezember — kehrt Heinrich Heines Geburtstag zum 1-40. Male wieder. Dieses Jubiläum gibt den äußeren Anlaß für die Veranstaltung eines Heine-Abends in der Stuttgarter Jüdischen Kunstgemeinschaft. „Ein Märchen vom verlorenen Sohn, aus dem Werke des Dichters erzählt" ist der Titel dej Abends. „Ein Märchen vom verlorenen Sohn": Auf zwei Aeußerungen des Dichters geht diese Bezeichnung zurück. „Ich will Dir das Märchen meines Lebens , erzählen", heißt es in Heines Memoiren, die leider nur sehr fragmentarisch auf uns gekommen sind, und „ich bin zurückgekehrt zu Gott wie der verlorene Sohn", kann man im Nachwort zum Romanzen), der Gedichtsammlung, die als größtes und schönstes Werk Heines gilt, lesen. Und wirklich, das Leben des Dichters gleicht einem Märchen, dem frommen Märchengleichnis vom verlorenen Sohn. „Aus dem Werke des Dichters erzählt": Schicksal und Schaffen Heines sind eine untrennbare Einheit, denn Heine dichtete nur aus der Erschütterung seines Ich. Darum soll die Schilderung des Heineschen Lebens Verständnis und Liebe für sein Werk erhöhen und das Werk soll das Heinesche Leben beleuchten und für den eigentümlichen Schick salsweg des Dichters Verständnis bewirken. Und Verständnis ist: Größe bewundern und Schwäche verzeihen." Zu dieser schönen Aufgabe haben sich vier erstrangige Künstler zusammengefunden: Gerhard Walter Rosenbaum, Köln (Vortrag), der durch seine hervorragendem Dramatisierungen und Bearbeitungen im Kulturbund Rhein-Ruhr mit großem Erfolg wirkt, Otto Bernstein, Berlin (Rezitation), „der beste Sprecher, den die Juden in Deutschland haben", Hans Assenheim, Frankfurt a. M. (Gesang), „ein hochdramatischer Bariton von großem Umfang und einer vorzüglichen Beherrschung des Vortrags", Kurt Heinemann, Köln (Klavier), dessen „Begleitkunst, besser Mitgestaltungskunst, eine Leistung von Rang ist". Diese eigenartige Veranstaltung wird gewiß größtes Interesse finden. Es stehen noch wenige Abonnements und eine beschränkte Anzahl Tageskarten zur Verfügung. Stuttgart Die Zionistische Ortsgruppe und die Misrachi-Ortsgruppe laden gemeinsam mit dem Israel. Oberrat und dem Israel, üemeindevorsteheramt Groß-Stuttgart zu der Aufführung des neuen Palästina-Tonfilms ,.I)er Weg in die Wirklichkeit" ein. der schon in vielen jüdischen Gemeinden mit außerordentlich großem Erfolg gezeigt wurde und das Schaffen der religiösen Arbeiterschaft in Erez Israel schildert. Vorher wird der Jugendtonfilm „Brit Hanoar" vorgeführt. Wir machen alle unsere Leser auf diese Veranstaltung am 24. November, bei der Dr. Joseph Burg (Berlin) eine Ansprache halten wird, ganz besonders aufmerksam. Stuttgart. Wir machen heute schon auf die große Chanukkafeier aufmerksam, die der Sportklub „Hakoah" zusammen mit der Zionistischen Ortsgruppe Stuttgart am 4. Dezember veranstaltet. Auch diesmal wieder haben sich die genannten Vereine bemüht, unserer Gemeinde einen wirklichen Festabend zu bereiten. Auch die Mitglieder der Gemeinden des Landes sind zu der Feier herzlich eingeladen. Stuttgart Am 6. November konnten unsere geschätzten Gemeindemitglieder Arthur und Karoline Essinger geb. Rosenthal das seltene Fest der Goldenen Hochzeit begehen. Dem Jubelpaar, dessen segensreiche Tätigkeit im Dienste unserer Gemeinschaft weit über Stuttgart hinaus bekannt ist, wurden zahlreiche Ehrungen und Glückwünsche zuteil, denen auch wir uns herzlich anschließen. Arthur Essinger ist das älteste in Stuttgart geborene Mitglied unserer Gemeinde und war jahrelang Teilhaber der Firma Gebr. Essinger, die vor kurzem erloschen ist. Stuttgart Die hier noch in bester Erinnerung stehende Sopranistin Hede Sc hack darf sich in Erez Israel schönster künstlerischer Erfolge erfreuen. So wird in der „Palästina-Post" ihre Mitwirkung in Mozarts Jugendoper ..Bastion und Bastienne", die im palästinensischen Rundfunk aufgeführt wurde, ihre Leistung als die weitaus beste bezeichnet. Hede Schack sang, wie die Zeitung schreibt, die Bastienne in musikalischer, technischer und dramatischer Beziehung gleich hervorragend. Affaltrach. Am 29. Oktober wurde Heinrich Levi I im 66. Lebensjahre von seinem schweren Leiden durch einen samten Tod erlöst. Vor dem zahlreichen Trauergeleite entwarf Bezirksrabbiner Dr. H e i - mann (Heilbronn) mit treffenden Worten ein Bild des Entschlafenen, der in gesunden Tagen immer am Vorabend des^ Jom Kippur das Kol-nidre-üebet in den altvertrauten Weisen vorbetete. Sein Andenken wird immer in hohen Ehren gehalten werden. Göppingen. Am 3. November gastierte im Jüdischen Kulturbund „Merkuria" der Baritonist Hermann Schey mit großem Erfolg. Als hervorragende Begleiterin wirkte Else Haymann. (Siehe auch unter Heilbronn. Die Red.) Heilbronn. Die Sportgruppe „Schild" veranstaltete am 6. November einen wohlgelungenen Unterhaltungsabend, der den Mitgliedern sowie den Freunden aus nah und fern frohe Stunden bereitete. Gesangseinlagen von Aach Ihre Familien - Anzeige in das Gemeindeblatt. III Bücherrevisor Eppstein 8TUTT QART, SattlerstraBe 2 Famruf 90336 Ernst Hochberger, Stuttgart N Herdweg 116 Telefon Nr. 33350 Immobilien, Geschäftsverkäufe, Beteiligungen FellX Sontheimer, Bankdirektor I. R. Stuttgart N , AzanbergatraBe 67, Telefon 20106 Vermittlung von: ^jescJacalIsvcrIiataten Liegenschaften Beteiligungen HERMANN MarleoiU. 12 Sem ELEQANTE DAMENHÜTE Schill. 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