Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 8 (16.7.1937)
- Date
- 1937-07-16
- Page
- Seite 62 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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62 XIV. Nr. 8 kleinen Schrittchen, den Kopf etwas schief und seitwärts nach vorne geneigt, wie spähend immer; auch hatte er Sommersprossen auf den Händen. Einmal, da ging er durch Fischach, den Ort, dessen Handel der Aelteste, der Jikd, mit ihm teilte. Und wiewohl er dort nichts zu suchen hatte, weil es der Bezirk des Bruders war. schlenderte er doch durch das Oberdorf, schaute da und dort flinken Blicks hinein und sprach auch mit dem und jenem der befreundeten Bauern ein Wort. Es war im Vorfrühling, und die hatten schon mit der Aussaat begonnen. VTie er s<< auf dem Safenhof stand und sich mit dem Bauern, dem l'ankra/. unterhielt: was fiel da in seinen Blick! Auf der braungeteerten Stalltüre hi :g zum Trocknen, festgenagelt an den vier Läuten, ein schöner Fuchs, ein gelblich-rotes Fuchsfell im prächtigen \X'interwuchs, mit huschiger Rute. Da hing er, die Schläue n«ch jm üeschau trotz der glasigen Augen, die ihn nicht davor bewahrt hatten, daß seine (Jier ihn in die Falle brachte. „Hast ihn geschossen?" fragte Jonas, trat hin ur/d befühlte das Fell mit seinen sommersprossigen und sachverständigen H.inden. „Nein, in der Falle hab' ich ihn gefangen. Drum hat er nirgends ein Loch, ganz unbeschädigt ist er. Einen Schöneren hab' ich nie gehabt." ..Was willst dafür?" „Der gehört doch dem Jikel Der hat sich nur noch nicht sehen lassen", meinte der Bauer, des vertrauten üeschäftsfreundes denkend und i daran, dessen Recht zu wahren. Aber der, der Jikel wußte wohl,, daß der Fuchs auf ihn wartete; längst hatte er ihn gesehen. Doch hatte er ihn ruhig hängen lassen; der hing ihm gut. Was brauchte er sich zu beeilen; wer konnte ihm auch dazwischen kommen? Die Bauern kauften so etwas nicht; es kam in die Stadt zu den Herren; und der Kürschner Böhni in Dusenhofen überm Rhein drüben, dem er es zugedacht hatte wie stets, wanderte nicht da heraus. Wenn die jüdischen Männer nicht dagewesen wären, hätten die andern dieses kleine Einkommen aus der Jagd nie gehabt. Ja, der Pankraz brauchte Geld; es hatte nicht ausgereicht, was er in den letzten Wochen für die Saat nötig hatte, und so gab er schließlich, als Jonas noch einmal nach dem Preise fragte, die Antwort; „Für dich vier Kronetaler." Das w ar nicht zu viel, war aber gerade das, w as ihm noch fehlte; es war höchste Zeit, daß er das letzte Saatgut beschaffte. Der andere schlug auch ein in die dargebotene Hand, wie es dazumal üblich war: „Abgemacht." Er hatte schnell überlegt, daß er selbst mindestens einen Napoleon, ein schönes Goldstück, drüben in der Schwei/ dafür erhalten werde .... Als Jonas mif dem Fell, das er in ein Tuch eingeschlagen trug, heimkam, war nur der Vater da. Der roch das Wild. Doch fragte er gleichwohl den Sohn: „Hast' was gemacht?" „Der, wohl seiner Fehlhandlung sich bewußt, wollte ausweichen, als auch der Alte schon das Tuch faßte, einen Zipfel davon hob und den Fuchs sah. „Woher hast' ihn?" Nun gab es kein Entrinnen mehr für den Jungen: „Vom Salenhof", sagte er. „Vom Salenhof? — Wie kommst du dazu, beim Pankraz etwas zu kaufen, deinem Bruder etwas wegzunehmen?" fragte er mehr als laut. „Der hat ihn nicht geholt; der Bauer hat's selbst gesagt." „Nicht geholt, nicht geholt! — Der Jikel wird wohl wissen, warum er ihn noch nicht geholt hat. Aber jetzt w ird der Bauer sich auch denken, Aas ich für einen Sohn hab'. Mein Sohn ist das. Masig gewul will er sein gegen den eigenen Bruder, will ihm ins Gehege gehen, mein Sohn!" Der Jonas wollte die Sache wieder gutmachen und erklärte: „Ich kann's Fell ja dem Jikel geben. Der Preis ist nicht zu hoch." „Und der Bauer", meinte der Alte, „der Bauer? Was der von uns denkt, ist dir wohl gleich? Ihm bringst den Fuchs zurück und sagst: der Jikel wird ihn holen." „Er wird ihn nicht zurücknehmen und sein Geld behalten wollen," meinte der Junge. „Dann laß' ihm's Geld; aber das Fell muß zurück, bis der Jikel es holt. Der Salenbauer ist gut dafür; er wird sich's nicht zweimal zahlen lassen!" Da trug der rot' Jonas das Fell noch am selben Tag zurück, wiewohl er dadurch bis spät in die Nacht unterwegs sein mußte. — f Statt Karten! ""^ Dr. Willy Baum Bella Baum gab. DuHacher VERMÄHLTE Gauss Str 28 STUTTGART W Silb»rburgstr. 29 Trauung: 20 Juli 1937, Schwarzwaldhotel Herrenalb r v.. Wir haben geheiratet! Rudolf F. Mayer Florette Mayer geb. Levy Sc^w. Gmünd Stuttgart Lynr. (Mess.) U. S. A. Für die mir anläßlich meines 75. Geburtstages in so reichem Maße erwiesene Liebe und Aufmerksamkeiten innigsten Dank. Sofie Fellheimer-Frank Hohtnttauftmtr 9 I Statt Karten FÜR DIE UNS ANLÄSSLICH OER GEBURT UNSERER TOCHTER INGE-ESTHER ERWIESENEN AUF¬ MERKSAMKEITEN DANKEN WIR RECHT HERZLICH HUGO FLIESS UND FRAU ALICE GEB SCHLACHTER STUTTGART. Holdertinstr. 64 Für die uns anläßlich der Geburt unseres Sohnes JAKOB TOM LIPPMANN erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir herzlichst. Margot und Ernst Freudenheim Stuttgart, im Juli 1937 *s Unser Ericfi hat ein Brüderchen bekommen. »° In dankbarer Freude Otfo Hanauer und Frau 9eHy geb. ZQmdorfer Stuttgart, 8. Juli 1937. Wera»tral)e 39 Für die mir anläßlich meines 80. Geburtstages zugegangenen Aufmerksamkeiten und Glückwünsche danke Ich auf diesem Wege recht herzlich. Dr. jur. Robert Hirsch Stuttgart. Juli 1937. Gaffoof 3t Für die mir anläßlich meines 60. Geburtstages erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich auf diesem Wege herzlichst. Therese Koester Stuttgart, htidehofttr 9 Wir danken, auch im Namen unserer Eltern, allen Verwandten, Freunden und Bekannten für die uns anläßlich unserer Vermählung 'erwiesenen Aufmerksamkeiten Erich Lewin und Frau Ruth gab. EMenberg^^ f Statt Karten I Pur alle anläfjtid^ unserer Vermahlung uns erwiesene Aufmerksamkeit herzlichen Dank und zugleich ein herzliches Lebewohl I ERICH EICHENWALD HEDWIG EICHENWALD geb. Metzger Unna-Ludwigsburg, Juni 1937. iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Sichere Existenz durch gründliche Ausbildung Diplom für In- und Ausland scnonüierieijanrs Kurs r:di,^ÄrünF^runo" Atemgymnastik uoiiausöiidung 2 Jahre ÄdÄKrinrer,n Beginn : 13. 9. und 1.10.1937 Fordern Sie unseren Lehrplan' Orthopädisches Gymnastisches Institut von ALICE BLOCH STUTTGART Zeppelinstraße 32. Fernsprecher 647 39 Stuttgart, den 13. Juli 1937 lmmenhoferstr. 30 B Unsere liebe, herzensgute, unvergeßliche Schwester Fräulein Auguste Dahltero ist heute frCh nach langem schwerem Leiden samt verschieden. Im Namen der Ueftrauemden Geschwister: Minna Eiehenbronner nebst Gatten Familien-Nachrichten immer in das Jüdisch« Gemeindeblatt! Amtl. Bekanntmachungen. Israelitischer Oberrat Nr. 3121, Beil. 0. Stuttgart, den 29. Juni 1937. An sämtliche Vorsteherämter. Der Oberrat ist evtl. bereit, in den nächsten Wochen wieder Vorbeterkurse für Laien einzu. richten. Wir glauben, damit zu erreichen, daß Hilfs vor betör (ür die Feiertage erspart werden können. Andererseits aber muß weiter in Betracht gezogen werden, daß durch die dauernde Abwanderung die Kleingemeinden in Zukunft viel* leicht keinen Lehrer mehr haben können. In diesem Fall müßten dann Gemeindemitglieder kl der Lage sein, den Gottesdienst zu versehen. .Wir ersuchen deshalb um umgehende Auskunft, ob Interessenten dort vorhanden sind. Zutreffendenfalls bitten wir um Angabe der Namen und des Alters. Da wir bereits Ende Juni schrei, ben und die Feiertage in diesem Jahr sehr früh falten, ist Beschleunigung geboten. Dr. Gumbel. Israelitisches Vorsteheramt Groß-Stuttgart Kündigung von Synagogenplätzen. Die Kündigungen für Synagogenptätze haben auf Grund des Mietvertrags jeweils bis zum 1. März zu erfolgen. Mit Rücksicht auf die besonderen Verhältnisse verlängern wir in diesem Jahre die Frist ausnahmsweise bis zum 1. August. Kündigungen, die nach dem 1. August erfolgen, können nur unter dem Vorbehalt angenommen werden, daß der Platz für das Jahr 1937/38 wieder vermietet wird. Im anderen Falle hat der Mieter, auch wem er den Platz nicht benutzt, die Miete für das Jahr 1937/38 zu entrichten. . Levi. r k. % M. UNTERMAYER-AUGSOURG LEINENHAUS UND WÄSCHEFABRIK 9 RAUTAUSSTATTUNGEN JEDER PREISLAGE ANGEBOT AUF WUNSCH