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Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg · 1937-07-01 · 7 (1.7.1937) · p. Seite 54

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
Volume
14 (1937-1938)
Issue
7 (1.7.1937)
Date
1937-07-01
Page
Seite 54 (sequence 4)
Language
German
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54 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 1.7.37 XVI Nr. 7 derung unter der in Aussicht gestellten Führung von Frl. Ilse Rosenfeld, üruppen und Grüppclicn hatten sich an diesem ersten Abend rasch gebildet. Gleichaltrige fanden sich zusammen, niernoch fremde junge Mädchen zu solchen in gleicher Lage. Manche freundschafili hen Beziehung n mö gen sich schon angebahnt haben, und es wäre sehr erfreulich, wenn die Schaffung dieses Kreises dazu beitragen würde, eine Berut'sg.uppe sich gegenseitig näher zu bringen und /u ford.rn, damit sie sich freudig als Glied fühlen möge innerhalb der großen Gemeinschaft. Stuttgart. In einer Veranstaltung des „Misrachi" sprach am 17. Juni Rabbiner Dr. B ambergef über das Thema „Die Betäubungsfrage bei der rituellen Tierschlaehtung". Ausgehend von der biblischen Frzählung, nach welcher das Volk während der U'üstenwanderung murrend nach Fleisch \ erlangte, obwohl andere Nahrung ausreichend vorhanden war, zeigte der Redner die Athnlichkcit unserer heutigen Situation mit der in der Bibel geschilderten auf. Wesentlich für die Beurteilung der zur Behandlung stehenden Frage ist die Fotstellung. daß zwei Grundsätze, unter allen Umständen beachtet werden müssen: Einmal — uns unbedingt nach den Lehren des Religionsgesetzes /u richten, nichts /u unterlassen, was vorgesehrieben, nichts zu tun, was verboten ist, dann aber auch — den Gesetzen des Landes zu gehorchen, in dem wir leben. Wenn sich nun die Gebote der Lehre in Bezug auf den Fleischgenuß nicht mit den Gesetzen des Landes vereinbaren lassen, dann bleibt nichts übrig, als auf den Fleischgenuß völlig zu verzichten. In eingehenden Ausführungen behandelte der Referent dann die umstrittene Frage, ob das Schichten wirklich eine Tierquälerei sei oder nicht. Auch bei nichtjüdischen Wissenschaftlern ist die Meinung hierüber geteilt. Versuche des Prof. Bongert haben ergeben, daß die nach dem Schächten beobachteten Bewegungen des Tieres rein reflektorischer Natur sind und nicht auf irgendwelche Schmerzempfindungen schißen lassen. Nichtsdestoweniger beschäftigen sich die Rabbiner seit Jahren mit der Frage, ob das Schächten ohne vorangegangene Betäubung sich durch das Schächten nach vorheriger Betäubung ersetzen läßt. Versuche mit narkotisierenden Chemikalien wurden fallen gelassen, da man mit diesen wohl im Laboratorium, nicht aber im Schlachthausbetrieb arbeiten kann, und da bei d:r Ansammlung solcher Mittel im tierischen Kör.ier auch mit Schädigungen des das Fleisch genießenden Menschen gerechnet werden muß. Mehr Beachtung fand das Verfahren des Prager jüdischen Arztes Dr. Lieben, der auf d_T Grundlage der Versuche des Physikers Leduc die Betäubung mit elektrischen Strömen anregte. Seit Jahren werden mit dieser Methode eingehende Experimente angestellt. An einer langen Reihe von Einzelbeispielen wies der Referent überzeugend nach, aus welchen Gründen auch dieses Verfahren religionsgesetzlich unzulässig sei; immer wieder zeigte er, daß Begleiterscheinungen dieser Methode nicht mit den Vorschriften in Einklang zu bringen seien, die nun einmal für uns absolut bindend sind. Bis heute ist also keine Methode gefunden, die von den Rabbinern akzeptiert «Verden kann; alles Menschenmögliche werde getan, um die Not zu lindern, sowohl seitens der Rabbiner, als auch seitens der Reichszentrale für Schächtangelegenheiten in Berlin, und wenn bis jetzt kein Ausweg möglich sei, so liege das an den Verhältnissen. Die in großer Anzahl erschienenen Zuhörer, die den von tiefem Ernst und hohem Verantwortungsgefühl getragenen Ausführungen des Redners mit angespannter Aufmerksamkeit gefolgt waren, dankten ihm am Schluß der von Dr. Dicker geleiteten Versammlung mit reichem Beifall. Stuttgart. Am 20. Juni fand unter dem Vorsitz von Dr. Schweizer die ordentliche Mitgliederversammlung der „Israelitischen Waisen- und Erziehungsanstalt Wilhelmspflege e. V." statt. Nach Eröffnung der Versamm- OFFENE! STELLEN | Buchdruckfachmann, der auch Vollkaufmann ist, zur Unterstützung des Chefs für Groß-Druckerei gesur-ht. Mindestalter 35 Jahre, in Frage kommen nur Herren, die in der Lage sind, ihr Können durch ihre bisherige Tätigkeit unter Beweis zu stellen. Verlangt werden vollkommene Fach- und Kalkulationskenntnisse, Tätigkeit als Bürochef, gute Buchhaltungskenntnisse, Gewandtheit im Angebotswesen. Offerten mit lückenlosem I-ebenslauf, Referenzen, Lichtbild und Gehaltsansprüchen unt. E. 371 an das Jüd. Gemeindeblatt. MIETGESUCHE K*»J4:i4lrihl4ll42l Achtung! Kr le Origiral/eugmsse den Bewerbungen beifügen' Zeugnisabschriften, Lichtbilder usw. stets mit Namen und Anschrift ihres Besitzers versehen! Für Fabrikkontor in württemb. 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