Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für die israelitischen Gemeinden in Württemberg
- Volume
- 14 (1937-1938)
- Issue
- 4 (16.5.1937)
- Date
- 1937-05-16
- Page
- Seite 32 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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32 Jüdisches Gemeindeblatt für die Israelitischen Gemeinden in Württemberg 16. 5. 37 XIV. Nr. 4 Die nächste Nummer erscheint am 1. Juni 1937. Letzter Armahmetag für Anzeigen : Mittwoch, 26. Mai, 16 Uhr Letzter Annahmetag für kurze redaktionelle Berichte : Dienstag, 25. Mai, 12 Uhr. eine von U Kindern besuchte jüdische Kkinkinderschule, deren Leiterin Fräulein Käte Gideon ist. Die Kinderschule befindet sich in den Räumen des Jugendbunds in der Jugendherberge. Leider mußte ein Teil der Jugendherberge deshalb wegfallen. — Die Jüdische Winterhilfe hat auch diesen Winter hier ersprießlich Arbeit geleistet, wobei zu bemerken ist, daß die zur Verteilung gelangten Mittel von den hiesigen Gemeindemitgliedern aufgebracht wurden. — Die in letzter Zeit in verschiedenen Blattern mitgeteilte Einwohnerstatistik hat gezeigt, wie überaltert unsere Gemeinde ist und wie stark sich die Auswanderung <ler letzten paar Jahre bemerkbar macht. In nächster Zeit werden auch wieder 3 Familien unseren Ort verlassen. —. Unter Leitung von Walter Braun findet seit einiger Zeit hier ein englischer Lehrkurs für Fortgeschrittene und einer für Anfänger unter Leitung von Herrn Lehrer Kahn statt. Beide Kurse sind zahlreich besucht. — Der Jugendbund veranstaltete im Winterhalbjahr, neben seinen wöchentlichen Heimabenden, eine schöne Purimfeier, l'eher die I'esachtage befanden sich hier zahlreiche Fremde, denen das Erlebnis dieser Feiertage auf dem 'Lande tief eingeprägt wurde. Familien-Nachrichten. Verlobungen: Martel Bachenheimer mit Arno Herz. Richard Krämer mit Fanny Jeckel, Gelsenkirchen. 7 0. Geburtstage: Max Rosenfeld, Hölderlinstr. 57. Emil Mayer, Arminstr. 38. 9 5. Geburtstag: Adolf Baruch, Hasenbergstr. 9. Sterbefälle: Jacob Spier, 72 Jahre alt. Frau Therese Rothschild, 70 J. a. Verlobung: Schwarz mit Ferdinand Ryndsionski, Zuffenhausen. Buchau. S t e r b e f a 11: 5.5 37 Frau Hedwig Dreifuß geb. Bernheim, 72 Jahre alt. Schwab. Gmünd Barmizwah: 15.5.37 Kurt, Sohn des Isidor Lemberger. Göppingen. Eheschließung: 29. 4. 37 Lina Nathan mit Markus Hirsch, Heppenheim. Schwab. Hall. 6 0. Geburtstag: 24. 4. 37 Frau Minna Rothschild geb. Marx. Lehrensteinsfeld. Verlobung: April 1937 Albert Heule mit Sofie Grombacher, Obergimpern. Stuttgart Mai 1937 Mai 1937 25. 5. 37 28. 5. 37 27. 5. 37 30.4. 37 2. 5. 37 Bad Cannstatt. Mai 1937 Erna Die Alt-Neuschul in Prag. In den Berichten über das jüdische Leben in Prag wird berechtigterweise die historische Alt- Neuschul nie vergessen. Die widerspruchsvolle Bezeichnung „Alt-Neu" wird gar manchen Leser zum Nachdenken verleitet haben. Mir ist es so ergangen, und ich freute mich sehr, als ich eine schöne, obgleich sagenhafte Erklärung für diese Bezeichnung fand. In der Annahme, daß sie auch für andere Leser von Interesse sein könnte, will ich diese Erklärung hiermit wiedergeben. In seiner Kritik über Herzls Roman „Alt- Neulana" weist Achad Haam auf folgende Hagada (Sage) hin. Eine Gruppe von Juden, die nach der Tempelzerstörung in die Verbannung ging und Steine aus dem verwüsteten Heiligtume mit sich führte, konnte nach langer Wanderung sich endlich zu dauerndem Aufenthalte in Prag niederlassen. Als man dranging, eine „Schul" zu bauen und von den Besitzern der geheiligten Steine verlangte, sie für den Einbau in die „Schul" zur Verfügung zu stellen, haben die Besitzer eingewilligt, aber AL-TNAI, d. h. bedingungsweise: Wann der Erlöser (Moschiach) erscheinen und die Juden wieder heimführen wird, müssen die Steine herausgehauen und nach Jerusalem zurückgebracht werden. Wegen dieser Bedingung nannte man die damals erbaute „Schul" AL-TNAIschul, und erst die späteren Generationen, denen weder die Bedeutung der Worte noch der Sinn der Bezeichnung mehr bekannt . waren, haben das AL- TNAI in das ihnen verständlichere ALT-NEU umgewandelt und aus der AL-TNAIschul eine ALT-NEUschul gemacht. K. E. A. &W. LeVi / Stuttgart fetzt: Alleenstr. 20. 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