Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 24 (16.3.1936)
- Date
- 1936-03-16
- Page
- Seite 192 (sequence 6)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/4904101-5442819-5443442--4536-4908289- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
— 192 — Begrüßungsworte für Aufbaufonds und Aufbauwerk. Lnserer Bitte, uns anläßlich des iüntzehnjährigen Bestehens des Keren Hajessod (Jüdisches Aufbauwerk e. V.) einige Worte zur Verfügung zu stellen, wurde durch Einsendung der nachfolgenden Beiträge frcundlichst entsprochen. Die Schriftleitung. Oberrat der Israel. Religionsgemeinschaft Württembergs: .>■ ui,. Pr«»:.. de- Charakters. Vt |. m w iitnemhirs wollen in dankbarer i ’:>ut die zir.».'Li»$ige und hingehende.Arbeit :r , wet.lu dtr Keren Hajessod in den 15 t ur. e- It.Stehens v;i:-!<let hat. - «.in in.; dißend. w in unsere gesamte T i- .1 Jin A'-i'.ni beschrankt wäre. Wir * : irt :i : h -ein. d.ilt wir uns auch an einem er- rechenden Aufhau beteiligen können, und ir i' -• "n rern ndi-che Aufbauwerk Palad l-;ir- ■ n zu-taiten kommt. Mn.' >'■ i r re' Ma*d wohl gelingen, was er Rechtsanwalt Dr Heinrich Wolf: Präsident der Israel Landesversammlung In; l-r I..indes*, ersainmiung Württembergs muß verlasst!:'.,.s- und bestimmungsgemäß ihre Haupttur egt der pflege unserer religiösen Einrichtungen. in-ohderheit de Sicherung auskömmlicher f.i-einst« iiingungen für Rabbiner und Lehrer /u- \venden, -ic kann und darf aber in einer Zeit, in weicher der Lebensraum für die Juden in hiesigen Landen - immer mehr verengt, die Dringlichkeit ik Au-w anderurgsproblems für einen Großteil unserer Glaubensgenossen, vor allem der Jugend. nilit aus dem Auge verlieren. Bevorzugtes Vusvv anderuiigs/icl ist und bleibt Palästina, das freilich keine unbegrenzte Aufnahmefähigkeit besitzt. jedoch immerhin das einzige Land ist. das als Heimstatt« für die Juden öffentlich-rechtlich ga- »Khert i-t, also für den Einwanderer, nicht nur Untvrkunfts- und ArDeitsmöglichkeit zu bieten, sondern auch in seelischer Beziehung Hcimatgefühle aus zu löse;' vermag. Hieraus ergibt sich die ungeheuere \X; rhtigkeit dis Aufbauwerks in Palästina für alle Juden, mögen sie einer religiösen oder politischen Richtung angeboren, welcher sie wollen, und ihre Verpflichtung, sich nach Kräften an diesem Autl.äbvverk und dem ihm seit 15 Jahren dienenden Keren Hajes-oc zu beteiligen: möge in der Verbundenheit am Palästina-Aufbau und Aufbau- Fonds die Judenbeit der Welt sich in Eintracht zusammenfinden! Israel. Gemeindevorsteheramt Groß-Stuttgart: Eine jüdische Gemeinde kann heute nicht mehr an Palästina vorübergehen. Ist doch Palästina, wie die Erfahrungen der letzten Jahre eindeutig ergeben, die. neue Heimat vieler Mitglieder unserer Gemeinde und die Zukunft vieler unserer Kinder geworden. Aber nicht nur deshalb. Das grandiose Schaffen jüdischer Menschen in Palästina ist ein Lichtblick, den unsere düstere Gegenwart uns läßt. Wir wissen, daß dort Menschen ihr Leben für die Idee der Erneuerung jüdischen Volkstums einsetzen und dadurch überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen haben, daß Juden aus Deutschland ein neues Leben beginnen konnten. Was dort in wenigen Jahren geschaffen worden ist. ist einmalig in der jüdischen Geschichte. Was diese Menschen geschaffen, wäre ohne die Mittel nicht möglich gewesen, die einsatzbereite Menschen in jahrelanger Arbeit unter den Juden der Welt gesammelt naben. Der Keren Kajemeth Lejisrael. der den Boden erwirbt, und der Keren Hajessod, der das Land aufbaut, sind aus diesem jüdischen Aufbauwerk nicht mehr weg/udenken. Die Aufgaben, die Palästina in den nächsten Jahren gerade für die deutschen Juden zu erfüllen haben wird, werden noch größer sein, als die bisherigen. Palästina kann aber diesen Anforderungen nur genügen, wenn die Mittel zum Aufbau des Landes von den Juden zur Verfügung gestellt werden. Wir fordern deshalb die Mitglieder unserer Gemeinde auf, sich nach besten Kräften an der Samm- •lung zu beteiligen, welche der Keren Hajessod in den nächsten Wochen in Stuttgart durchführen wird. Wir sind sicher, daß die Stuttgarter' Gemeinde nicht versagen wird, wenn es darum geht, jüdische Aufgaben zu fördern und das Schicksal deutscher Juden zu erleichtern. Württ. Landesausschuß für den jüd. Aufbau Palästinas: Der Württ. Landesausschuß für den jüdischen Aufbau Palästinas nimmt mit herzlicher Freude an dem Jubiläum des Keren Hajessod Anteil. Er ist sich der. großen Bedeutung bewußt, die gerade der Keren" Hajessod für den Aufbau Palästinas hat. Ohne die Mittel des Keren Hajessod könnten in Palästina ein jüdisches Land und jüdisches Leben überhaupt nicht entstehen. Die Errichtung und der Ausbau der Siedlungen, die Auffindung von Wasserquellen, der Bau von Straßen, der Ausbau des Schulwesens und vieles andere, wer- , den mit den Mitteln des Keren Hajessod bestritten. Jedem Juden in Deutschland, gleichgültig welcher weltanschaulichen Haltung er sein mag, ist die große Bedeutung Palästinas in den letzten Jahren bewußt geworden. Die Menschen, die ihren Weg ' nach Palästina genommen haben, haben dort eine neue Heimat gefunden. Sie sind dort nicht Emigranten, sondern willkommene Einwanderer. Deshalb hoffen und wünschen wir, daß Palästina auch in den nächsten Jahren in noch stärkerem Maße in der Lage sein wird, Juden aus Deutschland aufzunehmen. . Um das zu ermöglichen, müssen die Mittel in großem Umfange zur Verfügung stehen. Sie zu beschaffen, ist in dieser Stunde unsere Aufgabe. Wir wissen, daß die Gemeinde Stuttgart wieder ihre Pflicht erfüllen wird. Zionistische Ortsgruppe Stuttgart: Der Keren Hajessod ist das Instrument, das, mit dem Keren Kajemeth Lejisrael, die Mittel zur Errichtung der jüdischen Heimstätte in Palästina zu beschatten hat. Er erfüllt damit Staatsaufgaben durch freiwillige Leistungen .der Juden. Darin liegt ein hohes ethisches Moment; das jüdische Volk unternimmt es als einziges Volk in der Welt, sein Land durch freiwillige Leistungen aufzubauen. Wir wissen, daß die private Initiative in Palästina das Vorhandensein nationaler Mittel zur Voraussetzung hat. Die private Initiative wird nur Investitionen machen, wenn die Sanierung des Bodens, die Erforschung der Wasserquellen, Straßen, Schulen u. a. durch nationale Mittel durchgeführt werden. Deshalb ist die Stärkung der nationalen Fonds (Keren Hajessod und Keren Kajemeth Lejisrael) die unerläßliche Voraussetzung dafür, daß Privatpersonen überhaupt ihre Mittel in die Wirtschaft des Landes investieren und in Palästina eine Existenz finden können. Die nationalen Fonds sind die Repräsentanten des Volkswillens zum Aufbau des jüdischen Palästina. Ihre Förderung ist zugleich eine soziale und ethische Tat: der Beitrag des Einzelnen an das jüdische Volk, das eine Stätte für die Freiheit des jüdischen Menschen schaffen will. So nimmt die Zionistische Ortsgruppe mit besonderer Herzlichkeit an dem Jubiläum des Keren Hajessod Anteil. Sie erhofft, daß das deutsche Judentum in seiner großen Not die einzigartige und einmalige Bedeutung des Palästina-Aufbaus für die Zukunft der jüdischen Menschen, insbesondere auch aus dem deutschen Lebenskreis erkennt und diese Erkenntnis durch Opfer an das jüdische Volk zum Ausdruck bringt. V mm Links oben: Das Ruthenbergwerk am Jordan — die Licht- und Kraftquelle des Landes. Der Keren Hajessod ermöglichte die Begründung dieser jüdischen Schlüsselposition. Links unten: 25 Jahre Daganiah! Ein stolzes Jubiläum Jüdischer Siedlungsarbelt in Erez Jsrael. — Rechts: En Charod Im Emek Jesreel. Jüdische Arbeiter und nationales Kapital machten aus Fiebersümpfen blühendes Land. Fotos: Keren Hajessod