Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 23 (1.3.1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 184 (sequence 6)
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— 184 — .' treffen. Der bisherige Beirat der Jüdischen Schule I 'wurde aufgelöst, nachdem seine Aufgaben und Betug- - nisse auf eine einschlägige Abteilung des Vorsteheramts übergegangen sind. Diese Abteilung für die Jüdische Schule hat einige Persönlichkeiten als Fachberater und Vertreter der Elternschaft mit beratender Stimme kooptiert. — Fritz Benario berichtete über eine Sitzung der Kulturabteilung, lieber die Frage der Finanzierung des Lehrhauses entwickelte sich eine lebhafte Ausspräfhe, in deren Verlauf Dr. Tänzer grundsätzliche Ausführungen machte. Auf seinen Antrag wurde beschlossen, daß das Vorsteheramt die Aufgaben des Lehrhausts als Aufgaben der Gemeinde betrachtet und sich bereit erklärt, dieselben nach Kräften zu fördern. Auf Antrag Fritz Benarios wurde dem Lehrhaus ein Zuschuß bewilligt. Die Kulturabteilung hat ferner Fragen der Bücherei und der Kunstgemeinschaft behandelt. — Dr. Tänzer erstattete den Bericht der Jugendabteilung, die Angelegenheiten der Jugendförderung behandelt hat. StuttgarTT I .ine -ilmne Jiamisch.i a->jr b'schwat"- f'cu-r boieitete der ..Fiaium erhand für Palästina-Ar- .uit" der udiseluu JiKjend am ö. Februar. Die . Turnhalle uu>ere* Schule war hi< auf das letzte Plätzchen lu>et/t und % leie blanken Kinderaugen spiegelten In 'cligespauntc augeiullielu Erwartung wieder. Frau lila Marx rieluete ein herzliches ..Grüß Gott" an die •Kleinen und ihre I lier 1. Mit feinen, kindgemäßen . Werten -piaeh >.i mit. >M» de> 15. Schwat. von den Ml n-i hen in I re/ Israel die gläubigen Muteam ..Neiijahrsle-t der Baume' das junge Reis in die Erde ~enken und eine neue Heimat erbauen. Nun las Hilde I i s c h e r aus Shmaria Leviu- ..Kindheit im Exil" da- «underschotie (aber was ist in diesem Inulu nicht schon'-i Kapitel um „Ghamischa '1--11 ■ in s\i-|,,\. itz und erntete für ihre künstlerische Darbietung dankbaren Beifall. Und dann traten die Swnbole de- Tages in sprudelnder Lebendigkeit selbst \or die Anwesenden: Fünfzehn Mädchen boten den leichtbeschwingten ..Tanz der Fruchte". Ein jugendlicher Sprecher stelltedie Tänzerinnen alias Nuß. Orange. Ananas. Pomeranze usw. mit heiteren Worten vor und dann wiegten sich die Sendlinge der Baumwelt im graziösen Reigen. Geheimnisvoll rauschten im Schwung der Bewegung die Papierröckchen der Kinder auf und es gehörte nicht viel Phantasie dazu, um hier Palästinas werdende Wälder auf -ihre Art grüßen zu hören. Zwischenzeitlich war. stürmisch erwartet, der angekundigte Zauberer aus Arabien eingetroffen. Wer einen langbartigen Wundermann erwartet hatte, wurde enttäuscht. Es erschien nämlich ein mit hohen Orden geschmückter „Bellachiin". der eine Re,he erstaunlicher Kunststücke machte und alt und imig immer wieder aufs neue staunen licli..Und zum Schluß da ging es dem großen Magier aus Arabien beinahe wie dem Goethq'schen Zauberlehrling, der die gerufenen Geister nicht mehr los wird. . . Demi kaum hatte der geschickte Ge hcimkün-tler So c g f r i e d r a u t k e p f aus dem Nichts eine tüchtige Portion „Platzle" gezaubert, als die Jtkfgend »chon einen Sturmangriff auf das süße Witndur und seinen Schöpfer machte, vor dem auch ein Zauberspruch nicht schützen konnte. Also: alles hat Herzhaft gelacht und sich mit der Jugend ge- . freut. Vorher leitete Felix Maas eine Sammlung '. zur Anpflanzung von Bauinen mit humorigen Worten qn und zum Schluß konnte er zu aller Befriedigung mitteilen. daß man jetzt einen Orangenbaum.] eine Anaiiasst.iude und ,,'n halwe Daddelbaum" pflanpln la-'cn könne. Die; Jugendentschied, daß dies i:ji Ben Schemen geschehen soll. Nicht zu vergessdtj sind auch die frischen Sangesweisen der Mädels, Ididen Nachmittag umrahmten. Zum Schluß erhuJli jedes Kind ein Pflänzchen, das es selbst cinsetzeil und dann wie-beglückt! ■ mit nach Hause iichHiLn durfte. So erlebte inan einen schönen, freudigen , ..(.ii.inuseha as-ar". für dessen Gestaltung den Fraqen de» Verbändeinnigster Dank gebührt. Stuttgart. Die Zionistische Ortsgruppe veranstaltete am 10. Februar eine Mitgliederversammlung, bei der die Teilnehmer am 25. Delegiertentag — Dr. Paul Tänzer, Dr. Myrtill Kaufmann, Hermann Lewin — über die Verhandlungen und Beschlüsse dieser Tagung (siehe Bericht in letzter Ausgabe der Gemeindezeitung) referierten. Dr. Fisch ler begriiß- Zum „Sabbath des Gedenkens Schabbos sochaur, 7. März. „Eine ganz andere Kraft ■ als irgendw o sonst auf Erden ist im Judentum die Macht der Vergangenheit. Geschichte ist nie tote Historie,-bedeckt mit dem Staub der Jahrtausende. Ruinen, über denen Gras gewachsen ist, Trümmer, die in das dunkle Grab der Vergessenheit versunken sind, kennt das Judentum nicht. Aus Ruinen blüht immer neues ^cben. Trümmer sind stets nur Bausteine für eine neue Zeit. Das Geschehen in den Tagen der. Väter gibt dem Geschehen dieser Tage seinen Sinn und weist dem der „kommenden Tage" die Richtung. Vergangenheit ist darum stets verpflichtende und fordernde Vergangenheit, Geschichte stets das große Zwiegespräch zwischen dem Zeitlichen und dem Ewigen. Geschichts- und damit bindungslose Gegenwart gibt es nicht. Alle Gegenwart ist der Ort, da die Vergangenheit als gebietende Macht vor die Zukun tt tritt. So trägt jede Gegenwart die immer neue Möglichkeit sinnvoller, geschichtsbezogener jüdischer Verwirklichung in sich. Keine Gemeinschaft hat deshalb ein so fütes Gedächtnis wie die jüdische. >ie Erinnerung wird zur gestaltenden Macht. „Gedenke", „Vergiß nicht!” sind geradezu Gebote. So stehen die Juden in einer lebendigen Kontinuität, die „von Geschlecht zu Geschlecht” reicht. So einsam äußeres Weltgeschehen den Juden auch machen kann, der wahre Jude ist doch niemals einsam. Unsere „Väter” sind nicht in stummen Ahnengaierien pietätvoll anziischauen: auch wenn ihr Leib zu den Vätern eitigetan worden ist, sind sie nicht gestorben, sie leben durch ihren Geist, ihre Ideen, ihre Ideale, um „die Werke Gottes zu künden” jedem neuen Geschlecht." Aus Dr. Manfred Swarsensky: „Das jüdische Jahr”. Verlag Emst Köstenz bäum, Berlin. ' V tf die zahlreiche Hörerschaft in hebräischer Sprache. Hermann L e w i n berichtete dann für den „Hechaluzf über Hachscharah-Fragen, soweit sie der Delentag behandelt hat. Aus seinem Referat ist heräeben, daß heute 15000 junge Menschen dem äaluz" angehören (bis zum Jahre 1933 waren es kpp 500). Der Redner bemängelte aber die verttnismäßig schwache Beteiligung der Mädchen an Umschichtung. — Dr. Myrtill Kaufmann ...Fs in seinem Vortrag über „Wanderongs- und Landeipplitik” darauf hin, daß der Delegiertentag die wichtigste zionistische Aufgabe in der planvollen Gestaltung der Auswanderung insbesondere nach Patäi na gesehen habe. In diesem Zusammenhang würzte er die Bedeutung unserer nationalen Fonds mit treffenden Worten. — Dr. Paul Tänzer sprach 1 er „Jüdische Kultur und jüdische Schule”. Der Redner betonte die Notwendigkeit, das jüdische Leben voll zu hebraisieren. Alle unsere Bestrebungen, so führte der Redner aus, müssen positiv jüdisch sein, um die Fundamente einer echten jüdischen Kultur bilden zu können. Die Bedeutung der jüdischen Schule für die Erreichung dieses Ziels und ihre diesbezüglichen Aufgaben wurden von Dr. Tänzer klar herausgestellt. — Stürmischer Beifall bewies sämtlichen Rednern, daß sie ihre Hörerschaft aufs beste informiert hatten. Dr. Tänzer proklamierte sodann den „Monat der zionistischen Organisation”. Hierzu gaben die Vertreter der einzelnen zionistischen Groppen Erklärungen ab (wir veröffentlichen dieselben an anderer Stelle dieser Nummer) und zwar sprachen Fritz Sommerfeld (Z. V. f. D.), Tobias Stieber (Misrachi), Felix Maas (Hechaluz), Frau Ida Marx (Wizo) und Siegfried Tanne (Hakoah). Die gemeinsam gesungene „Hatikwah” beschloß den Abend. Stuttgart. Im Rahmen des „Monats der Zionistischen Organisation” sprach am 18. Februar Frau Dr. Großberger (Heidelberg) zu dem Thema „Gemeinsamer Weg von Mutter und Kind”. Auch wurde ein Bildstreifen „Die arbeitende Frau in Erez Israel” vorgeführt. Wir berichten über diesen wertvollen Nachmittag des „Frauenverbands für Palästina-Arbeit” in unserem demnächst erscheinenden Gesamtbericht über die Veranstaltungen des „Monats der ZOG.” Stuttgart. Am 24. Februar sprach Dr. Justin Heidecker (Nürnberg), einer der engsten Mitarbeiter Direktor Georg Kareskis, auf Einladung der Staatszionistischen Organisation über „Weg und Ziel der Juden Deutschlands”. Wir werden über den Vortrag in nächster Nummer berichten, Stuttgart. In dieser Nummer wird das neue Gemeinschaftsprogramm des Jüd. Lehrhauses und der Stuttgarter jüdischen Organisationen veröffentlicht, das wiederum für alle, denen an ihrer Fortbildung auf jüdischem Gebiete (und auch auf allgemeinem) liegt, eine Reihe wertvoller Kurse und Arbeitsgemeinschaften bringt. Einen großen Teil der Kurse hat auch diesmal Rabbiner Dr. Schlesinger übernommen, dessen ernste, geistvolle Art, seinen Hörern jüdische Wissensgebiete nahezubringen, große Anerkennung gefunden hat. Auch die Sprachkurse (Hebräisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch) werden neben den Kursen für die Jugendlichen weitergeführt. Es sollte Ehrenpflicht jedes Gemeindemitglieds sein, sich wenigstens einen Abend für das Gemeinschaftsprogramm freizuhalten. Die Bestrebungen des Lehrhauses und der ihm angegliederten Organisationen müssen unbedingt durch aktive Anteilnahme gefördert werden. Wir verweisen auch auf die Sonderveranstaltung vom 29. Februar, die in Verbindung mit der „Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung” durchgeführt wird. Prof. Dr. Martin Buber, der auch in Stuttgart eine aufgeschlossene Gemeinde hat, spricht über das Thema „Jesaia und Assyrien”. Stuttgart. Am 17. Februar durfte Juwelier Albert Feit, Inhaber der gleichnamigen altbekannten Firma in der Rotebühlstraße, das 40 jährige Bestehen seines Unternehmens begehen. Juwelier Feit hat cs verstanden, sein Geschäft aus kleinen Anfängen so zu entwickeln, daß es seit langem schon das Vertrauen weitester Käuferschichten genießt. Es darf besonders vermerkt werden, daß Albert Feit sein Kunsthandwerk von der Pike aut' gelernt hat und im Ruf eines hervorragenden Fachmanns steht. Lange Jahre ist er denn auch > von der Handwerkskammer als M e i s t e r p r ü f e r; bestellt w orden. Noch heute steht der rüstige, nun beinahe 70 jährige Mann in seiner Werkstatt, wo er iihmer frohen Mutes bei der Arbeit ist. Möge ihm eine stete Weiterentwicklung seines Unternehmens vergönnt sein! „Tuinder's Patentschuhe“ machen frohe Menscnefi! Wer ,,5?omanu6-i5cÄtt/w‘ trägt, wirbt für siel =o~ne :ue Faroer / Neue Modelle Alleinverkauf fiir Stuttgart: Schuhhaus WOLF Stuttgart. Königstraße 25, Ecke Schulstr. MAX LEV! 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