Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 23 (1.3.1936)
- Date
- 1936-03-01
- Page
- Seite 179 (sequence 1)
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Gemeinde für Sie ifraelitifi&en Gemein Leitung | Brn XSttrlUmbcrgd Bezugspreis RJt 1.13 rifllriWriUf, pri>- m» 3u|WI»rbl»r PritferiRmfe 362 56 Erscheint «neneNich zweimal, am 1. und 16. Sri TNchririchri»«» inf.!«, MScm OiMtt drileht Mn Nnkpmch «riNnchsriinm» M ZHriM »*. MttrtaHmi* M Yezi>e*eri»«* Verlag und Sdiriftleltu 3frae(itifdjt Derlagsanstatt < Straft*. 233 28 * (Stuttgart*?! * « *g: S.D.b.H. afetnenfir. 13 Anzeigenpreis« 1 hmt aaDfcgnfttr prtMWt. I ZkilrStt find in richrin an Mc DitoWn. 3NchN>mm>gtr Mannpripl» Mrttn mir inritgcfanH t»nn ] Tieckwri» trillcft. XII. Jahrgang Gtuiigari, 1. März 1936 Ar. Zum ffuumfe&t 5696. Ein herber heller Vorfrühlingstag ist uiis von dunklen Erinnerungen überschattet. Ein Tanith geht mit langen Stunden durch diesen Tag und lastet mit jahrtausendalten, nie vergessenen Aengsten. Ein Fasttag schließt Türen , zu und krampft die Herzen zusammen, wie einst in Susa sich Herzen in Furcht vor dem kommenden Tag verschlossen. Noch einmal und immer wieder leiden wir mit den Brüdern, und wie sie neigt ganz Israel in schmerzensschwerer Umkehr das Haupt zu Boden, mit Fasten und Weinen. — Da sinkt die Sonne. Und mit der Dämmerung schwebt durch die Stille der leise Jubel, wandelt sich Hoffnung in Gewißheit, ein Sichbereitcn in strahlende Bereitschaft. Der Fasttag sinkt mit der Sonne hinab, und mit dem Abend kommt bald der Tag der Lose, kommt Purim, das Fest des Lachens, das Fest des freundschaftlichen Mahls, das Fest der beglückten Kinder — das Fest des „Mischloach Monaus.” Und während wir durch die abendlichen Straßen zu den Bethäusern gehen, die „Megillath Esther” zu hören, haben wir einen Begleiter, der uns wie ein Bote Gottes scheinen will: Vorfreude. Da plappern die Kinder vom Tag, der morgen kommt, da tun sie geheimnisvoll, was da alles sein wird und denken an Theaterspielen und Verseaufsagen, an Purimgeld, nicht zu vergessen, und an all das Gute, das sich in Mutters Speisekammer schon verlockend darstellt und noch größere Verlockungen verheißt, wenn’s erst gar ist. Da denken die Hausfrauen schon an den festlichen Kaum, den festlichen Tisch, an Blumen und blanke Gläser, an die „Kräppchen” und die „Hamänner”. *— Und' in die Häuser Israels tritt hinter der Vorfreude die holde Freude ein — die Freude am Schenken und die Freude am Beschenktwerden. Schöner wird ein Fest als alle anderen seiner Art, wenn es ein Fest der Gaben ist. „Mischloach Monaus”, der fröhliche Austausch von etwas Gutem, das heiter-glückliche Hinüber und Herüber von festlichen Speisen, die zur „Se’uda” beitragen sollen — gehört zu den Purimbräuchen und hat die Judengasse und die eng. gerückten Nachbarschaften überdauert. Es ist dabei, als wollte man die Gemeinschaft, wo sie nicht beim Purimmahl selbst um den Tisch sitzt, wenigstens mit dem Backwerk, mit dem Obstkorb, dem zierlich angerichteten Geflügel, der Schachtel Pralinen, der Flasche Wein ganz materiell vergegenwärtigen, gebend dabei sein, wenn man’s nicht nehmend sein kann. IST buntes Band , um alle Häuser Israels; da rücken sie nahe zusammen, und der Zwischenräume auf und schlingt ein von Freundschaft und Festfreude rings gleiche Strom der Gewißheit rauscht herrlich durch sie hin, der immer neu verbürgten jGIcwißheit unserer Dauer. j , Vom festlichen Tisch steigt der jjuhelruf „Al hanissim” auf, und über den heben Gäben,von Freundeshänden spürt Israel: der Gott dejr Väter selbst schickt an diesem Tage seine „Monaus” in unsere Häuser! Er schenkt mit diesem Fest und diesen Erinnerungen selbst von liebem die Verheißung, den Bund und die Erwählung, daß sie sich, uns als Leben in Israel erneuern und bestätigen sollen. Die Wunder Gottes, die er unseren Vätern tat, sihef uns die „Monaus” dieses Tags, wie einst, als an ihm die Lose der Befreiung fielen. Martha Wertheimer. Besuchen Sie den einzigen jüdischen Deinen* und Herrenfrleeur am Platze Salon Spielmann amerikanisch eingerichtet STUTTGART Marlenstraße 2 Telefon 62500 am Wilhelmsbau Die zweite Tagung der Israel. Landesversammlung. Am 9. Februar 1936 tagte die Israelitische Landesversammlung, die sich am 12. Januar konstituiert hatte. An der Tagung nahmen 18 Mitglieder der Landesversammlung sowie sämtliche Mitglieder des Oberrats teil; ein Mitglied der Landesversammlung und dessen Ersatzmann fehlten entschuldigt. Die Landesversammlung wurde durch den Präsidenten, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Wolf, eröffnet, der die erschienenen Abgeordneten und Mitglieder des Oberrats begrüßte und versprach, die Geschäfte im Sinne seiner Vorgänger zij führen, der Autrechterhaltung der jüdischen Institutjdnen und seiner Einrichtungen zu dienen. ij.| Die Tagung hatte als Hauptaufgabe die Beratung des Steuerbeschlusses und des Haushaltplans der Isr. Zcntralkasse für das Rechnungsjahr 1935 36. „Wir stehen vor schweren Aufgaben. Von ITag zu Tag nimmt die finanzielle Leistungsfähigkeit^iinserer Religionsgemeinschaft ab, immer weniger werden die tragfähigen Schultern, auf welche die Lasten zu verteilen sind. Deshalb bedarf cs einer sorgfältigen und eingehenden Beratung der Vorlagen/’ Dr. Wolf gedachte der Mordtat vpn Davos in folgenden Worten: „ich halte mich mein pflichtet, nicht mit Stillschweigen daj gehen, daß vor wenigen Tagen auf fremdem Boden von jüdischer Hand eine Mordtat vicjibt wurde. Ich glaulje, daß in dieser Versammlung n emand ist, der nicht1 mit Abscheu auf diese Freveljtat blickt, die LB auemfreund eleuchtungskttrper Stuttgart, Neckarstraße 204, Tel. 401 54 Lieferung erfolgt durch Ihren Installateur. Vom 17. April bisid. Menschlichkeit Mai Genua - Port Said - Haifa Corfu - Venedig mit acht Tagen Aufenthalt lin Palästina ab RM. 220 — Näheres durch SIEGFRIED SCHWARZSCHILD Stuttgart, KOnlgstra ße 4 3a (H Telefon 289 92 a us Koll mer) Gottesdienst ten fflr die Synagoge in Söpptngen. 1.—31. MiKz Freitagabend 630 Uhr Samstagvormlttag 9.00 Uhr Zamrtaanachm. Jugenägottesäienft 3.00 Uhr 7. Mdrz Purim-fibend 6.30 Uhr 8. 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