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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1936-02-16 · 22 (16.2.1936) · p. Seite 176

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XII (1935-1936)
Issue
22 (16.2.1936)
Date
1936-02-16
Page
Seite 176 (sequence 6)
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I I t — 176 — die bcgleiti-niiei? hebräischen Chöre einer Misrachi- Singgruppv diese Vorführung stilvoll ergänzten. Erläuternde Worte zu den' Bildern sprach Tobias Stieb« r. «lei »ich um j das Gelingen des ebenso schöne: t u I« ■.« > rt« .»Heil Abends hochverdient gemacht hat. S Stuttgart. , Aul EiiikiOuilg der Zionistischen Ortsgruppe sprach am i>. Februar Rabbiner l)r. Manfr««i Meir Ro'cnbclrg (Worms» über ..Judisidn- Kulturprobleme in Deutschland". Leider hatte 'ich eine verhaltnism.ilIif.o nur geringe Zuhörerschaft j eilig« iunden. und es ist; besonders bedauerlich, -lall >li« Jugend an diesem \jb>nd fastl vollkommen fehlte. Sach einleitenden Worten! von Iir. I’aul Tänzer «Tgritt der Retermt das Wort. [Nt Redner Iretontc, «lall der kbemhg'te Kultkirfaktor. für die Juden Deutschland heute Palästina ist und daß sich die Juden ihrer grollen Vvr.intaortulig gegenüber den lidisihen Kulturpr« «blcniiy bewußt, sein müssen. Was i t dien jmii'ilie Kultur? Diese Frage wird durch «eil Zionismus prägnant beantwortet. Nur durch ihn sind wir zu der t rkci’iitnij: gekommen, daß die hebraisehe Sprache eine zentrale kulturelle Bedeutung für i(iis hat. dal! die- < irur.dlagBn unserer Arbeit neue sein itius'« n eml dal! unsere igeistig« Basis neu zu formen ist. l.ine dei Mauptbhucken zur jiidischen Kultur .«In no« li in «len Anfängen! steckt, ist die Sprache inserer Vater. Ls ist grundfalsch, so sagte der Redner. - eilehebräische Sprache als eine Fremdsprache zu betrachten. In Wirklichkeit M sie das Idiom der jüdischen Kultur. In diesem Zusammenhang sprach l)r. Roseiib« rg kurz über d e Meth«xlik des Hebräisch Lernens ui der jüdischen iSchule und verstand es besonders gut: «larzust« llen.j wie notwendig cs ist, daß «las Hebräisch als Icbeijdiger Bestandteil jüdischen Seins iir.'erer Jugend \ ermittelt wird. Dann kam der Redner auf «li« Bedeutung der jüdischen Kulturbünde als Mittler jüdischer < Rüstigkeit zu sprechen lind stellte ihr, Verpflichtung zu einer wirklich indischen l'rogram ingestalluiP mit klaren Worten heraus. Lor«!eningen gk-ie!ierv< irimdart stellte Dr. R:«senil erg an «Ile ji'«li»ihe Prctse, bei der er bemängelte, daß sie zu sehr auf das .jüjiterhaltendc" Moment eingestellt sei. (Dr. RoscithliL' sprach hier ..ein grosses Wort gelassen au?" Dijc Schriftl.) Im ganzen bedeutete der Vortrag innen : beherzigenswerten Appell zur intensiven jiidischen Kulturarbeit auch im Kleinsten. einer Betätigung, ijuj auf die Schaffung einer .organischen jüdischen < ieMmtkultur abzielt. Nach I »änkt-sw orten Dr'. TanzeA. |entwickelte sich eine sehr interessante Aussprache, li iler die < iruirdauffassungen Dr Roseiibi-rgs unterstrif ireu wurden. Stuttgart. Am ö. Februir durften unsere Kleinen ..(.hamtscliah .«".ir bschw.it". das ..Neujahrsfest der Baume", im Rahmen des Frauenverbandes für Palüsiina-Arbi it m sinnvollster .Weise feiern. In nächster Nummer berichten wir über den schönen Nachmittag mehr. Stuttgart. Du •Maats/ionistische Organisation (Vereinigte Revisionisten Deutschlands) veranstaltet am 24. Februar einen Vortragsabend mit Dr. Heidecker, Number,, der «iber das Thema „Weg und Ziel der Juden Deutschlands" sprechen wird. Wir machen auf diesen Abend hiermit aufmerksam. Stuttgart. Am 27. Januar verschied nach kurzem schw eren Li iden Dr. plul. Arthur R o s c n z vv e i g in Prag, wo er als Rabbiner amtierte. Rosenzweig, der auch in Stuttgart einige Zeit 'als Rabbiner und akademischer keligioiislehrcr tätig war. ist weiten Kreisen der-( lemeinde noch in freundlicher Erinnerung. Nach seinein Scheiden >..n Stuttgart wirkte er in Schneidern ü hl bis S< iiteniber lbJLj ’ Stuttgart. Vor kurzem durfte die bekannte Firma Hermann Lein. Spcziälhaus für Damenhute, ihr äOjäli'ig«' Bestehen begehen. Die Firma wurde im Jalir. ISSü von Pauline Maier gegründet und führt ihren heutigen Namen seit-ISO): in diesem Jahre verheiratet« sich die Gründerin mit Hermann Lein. Nach dem Ab!« heil der Eheleute Lein führten deren Töchter. fr!. Martha Lein und Frau Bert hold Stein, das Geschäft Jciier und verstanden es. dasselbe zu einem der angesehensten und leistungsfähigsten Hauser der Branche zu entwickeln. Seit ihrer (jrundung darf -ich die Firma eines großen und anhänglichen Kundenkreises erfreuen. Wir wünschet: «km Hause Hermann L«ir. auch weiterhin eine gedeihliche Entwicklung! Stuttgart. Wie v.ir erfahren, gewahrt der Lloyd Triestino allen Pa-sagieren. die zu den Purimtagen nach Erez Israel reisen, namhafte Ermäßigungen. Ein dankenswerte' Entgegenkommen! Stuttgart. Ergihni'se a>« ab. Januar. Fußball: R. j. F. 'Stuttgart I R. j. f. Heilbronn I 9:0; R. j. F. Stuttgart .11 Hakoah Stuttgart II 2:1 Ergebnisse \om 2. Februar. Fußball: R.;. F. Stuttgart I- R. |. F. . Pfor'heim I 12. cKaUicpö lolk. Aus! einem Vortrag von Rabbiner Dr. Schlesinger, gehalten anläßlich der Tagung der Isr. Landesversammlung, Januar 1936. Als (einheitliche Volks' und Religionsstiftung mit universaler Tendenz tritt das Judentum in die Welt. Ahr Aham ist der Stammvater eines Volkes, das als solches die Lehre vqm Einen Weltengott, also eine reli (löse Lehre, leben soll zum Segen für die Gesamtmei schheit. «1 US der Abrahamsfamilie, uer aufgetragen war, „den Weg Gottes zu wahren, nämlich Recht und Gerechtigkei zu tun", gingen die 12 Israelstämme hervor, dit naeä langer Sklaverei in Aegypten durch eine neue reli;iös-nationale Stiftung zu einem einheitlichen Volk zus inimengeschlossen werden sollen. „Priisterreich und hei iges v olk“ war die neue Formulierung der alten abrahamitischen Bestimmung: durch ein umfassendes Gesetz sollte Israel ein Volk werden mit vollcntvvickeltem Volkstum, aber als heiliges Volk die ganze Menschheit zum Dienste des Einen Gottes hinanzieleijd. Die Verkündung des Gesetzes wird nach der l eie Lieferung mit einem grandiosen Akt am Sinai eröffntet unfl darauf ein Bund, berith, geschlossen. Nach i Vollendung der gesamten Geset/csverkündung fimjetl ein neuer Buudesakt statt. Das ist die zweite, die-j n| os a i s c h e Stiftung: Gott, der Bundesherr Israels:! Israel uas Bundesvolk Gottes im Priesterdienst der» Menschheit: die Thora das Bundesgesetz Israels. Del, hier geschlossene Bund wird später wiederholt vntut-rt. Heiliges Volkstum ist die geschichtliche Bestirfniimg des Judentums. Jtdts Volkstum braucht zu .seiner Vollentfaltung Frei heit auf eigenem Territorium. So will Mose die Isräeljten in «Jas schon Abraham verheißene Land KahaAn führen, damit sie dort ihr heiliges Volkstum in Foijni eit! es freien Gottesstaates voll verwirklicHeii Wie ein solcher Staat beschaffen sein müsse. StaAt wie jeder Staat, aber unter der Forderung der Hclidung des ganzen staatlich-nationalen Lebens, das will die Thora Mosis bestimmen, zugleich das Ge set/bach de» < iottesstaates Israels in seinem Land. Nach dem Vertust von Staat und Land waren wohl einige Gebiete des vollnationalcn Lebens Israels weggefalltn, aber was blieb, ermöglichte immerhin noch ein eigenes Volksleben wenigstens in Form eines öffentlichen Gemeinde lebens. Allmählich wurde auch dieses immer enger, bis es in der Neuzeit, besonders im Westen, völlig zerfiel. Das Judentum wurde jetzt zu einem möglichst entnationalisierten religiösen „Glaunen", Privatsache des Einzelnen, auf Synagoge und Ham eingeschränkt und, wie für das moderne Bewußtsein jede Religion, zu einem kleinen Sonderbezirk neben dem eigentlichen Leben. Demgegenüber entstand eine Bewegung zur Erneuerung des Judentums als modernen Volkstums areligiösen Charakters mit Erez Israel als Hauptstätte seiner Entfaltung. Die Stellungnahme zu der berührten Frage der Zukunftsgestaltung des Judentums ist letztens eine persönliche Willensentscheidung. Als historisch „richtig“ Kann njir die Entscheidung gelten, wonach das Judentum wieder als volles Volkstum belebt werden soll mit Erez Israel als nationalem Zentrum, aber im Sinn des geschichtlichen heiligen Volkstums Israels. Von da aus erscheinen dann die jüdischen Einzelgemeinden als Trägerinnen dieses heiligen Volkstums im Rahmen der lokalen Möglichkeiten, und jedes Gebiet eines so erfaßten Gemeindelebens hat zugleich religiösen und nationalen Charakter. Wesentlich für ein entsprechendes Gemeindeleben ist seine Leitung. Das geschichtliche Wesen des Judentums forderte die Theokratie, die aber nach der 1 hora nicht zur Hierarchie werden sollte. Später war die oberste Leitung beim Synhedrion, in Babylon hatte sie eine Zweiteilung in Exilarchat und Gaonat erfahren. Im späteren Mittelalter sind territoriale Verschiedenheiten festzustellen: aber überall war die Thora oberstes Gesetz und der Rabbiner ihr maßgeblicher Interpret. Die Neuzeit brachte einen Gemeindevorstand an die Spitze, während der Rabbiner zu einem „Kultusbeamten“ mit bestimmten „dienstlichen Funktionen“ herabgesetzt wurde. Dem historischen Ideal entspräche wohl am besten eine Zweiteilung:. ein Vorstand, dem die Außenvertretung und die Gesamt Verwaltung zukommt, und der Rabbiner, dem als oberster Lehrer die Pflege des Geistes und aller Geistesgüter des „heiligen Volkstums“ Israels obliegt und die Leitung der betr. Gemeindeeinrichtungen. In irgend einer Form muß verständnisvolle Zusammenarbeit beider Instanzen stattfinden. Ob das jüdische Volk seiner historischen Aufgabe „heiliges Volk“ zu sein heute noch und wieder gerecht werden kann, hängt von unserer persönlichen Treue und Willensstärke ab. Buc^iau. Am 25. Januar hielt der Isr. FrauenvercUn seine Generalversammlung ab. Nach Erstattung |Jes Kassenberichtes sprach Frau Strasshurgtr (Ulm) über die jüd. Frauentagung vom 10. November vor. Js. Das Referat wurde von den Anwesenden mit größtem Interesse entgegengenommen. Am Abend des gleichen Tages fand eine Mitgliederversammlung der. Zionistischen Ortsgruppe Buchau statt. Siegfried Einstein sprach über zionistische Grundbegriffe und die Aufgaben der zionistischen Bewegung. Mit seinen Ausführungen bewies der Referent, daß die Ortsgruppe sachkundigst geleitet wird. Max Hirsch sprach als Beauftragter des K.K.L. über den N'ationalfonds. Seine Ausführungen wurden durch den Vorsitzenden noch ergmzt. Auf Anfrage teilte Siegfried Einstein mit. daß inxi nach Möglichkeit! auch Unterricht in Neuhebräisch erteilen wolle. Dicj V ersammlung wurde mit dem Hinweis geschlossen» «Jab die Z.O.G. ihren Mitgliedern und Freunden in palde weitere interessante Vorträge und Filmvorführungen bieten wird. Vor kurzem fand eine gemütliche Zusammenkunft der Synagogenchorsänger statt, an -der auch der Organist und der Kantor unserer Gemeinde teilnahmen. Ein Sprecher des Isr. Vorsteheramoes, das Gastgeber war, begrüßte die Gäste, insbesondere auch Herrn und Frau Ludwig Dannhauser (Ulm). Für die Sänger sprach deren Senior Josef Berliner. Musikalische Darbietungen usw. folgten in bunter Reihe. Die Einladung der Chormitglieder trug eine Dankesschuld der Gemeinde für die fleißige Arbeit der Sängerschar ab. Am 4. Februar prach Rabbiner Dr. Rosenberg (Worms) über „Jüdische Kulturprobleme in Deutschland" vor zahlreicher Hörerschaft. Ludwig Dannhauser (Ulm) wird demnächst über seine Mittelmeerreise pntchen. Göppingen. Das weil über Göppingen hinaus bekannte, vorbildlich geführte Bahnhofhotel „Dcttelb a c h e r“ befindet sich seit seiner Errichtung im Jahre 186? im Besitz der Familie Dettelbacher, die selbst seit! über 150 Jahren in Göppingen bzw. der Muttergenjeijicie Jebenhausen ansässig ist. Die jetzige betagte Besitzerin hat nunmehr den Betrieb an die Eheleute Baum verpachtet, die den guten Namen des Hotels weiter aufrechterhalten wollen. Unsere Gemeinde hat sich um die Erhaltung des Unternehmens sehr bemüht. Am I. Februar hielten die Ortsgruppe und die Sportgruppe des R.j.F. ihre Jahresversammlung ab. Der Vorsitzende, Carl Veit, gab^einen kurzen Rückblick über die Vereinstätigkeit des vergangenen Jahres. Er erklärte sich bereit, den Vorsitz für ein weiteres Jahr zu übernehmen und wurde durch Zuruf einstimmig wiedergewählt. Zahnarzt Dr. S a 1 i n g e r wurde zum Kassier berufen. Anschließend brachte eine Jungmädchengruppe in vorbildlicher Weise unter Leitung von Turnwart Fink gymnastische Uebungen zur Vorführung. Mit einem gemütlichen Beisammensein wurde der Abend beschlossen. — Für den 2. Februar hatte der jüdische Kulturbund „Merktiria“ zu einem Rezitationsabend eingeladen, der ein voller Erfolg war. Frau Ilse Intrator-Davidsohn (Berlin) brachte „Ernstes und Heiteres von Heine bis Werfel“ zum Vortrag, das sie mit einigen Worten über den Wert der Rezitation einleitete. Die Sprecherin brachte ernste und heitere, von tiefgründigem Humor durchzogene Lyrik und Prosa und zog durch ihren freien, ungekünstelten Vortrag die zahlreichen Hörer besonders auch mit den wundervollen Kinderskizzen von Altenberg in ihren Bann. Frau Intrator wurde herzlicher Beifall gezollt. Heilbronn. Zu einem großen künstlerischen Erlebnis gestaltete sich das am 25. Januar stattgefundene Konzert von Joseph Schwarz (Klavier) und Boris Schwarz (Violine). Die virtuose Technik und brillante Bogenführung des Geigers kamen besonders im Violinkonzert c-moll von Mendelssohn sowie in dem Präludium und Allegro von Pugnani-Kreisler zu hervorragender Wirkung. Daß aber auch ein Höchstmaß von Seele und Empfindung diese Virtuosität belebt, erwiesen der neutönerische „Nigun“ von Frnest Bloch und das „Altpalästinensische Lied“ von Kirman-Duschkin. Es darf noch erwähnt werden, daß Boris Schwarz ein Schüler von Prof. Flesch (Berlin) ist. Sein Instrument, eine kostbare „Amati“, ist ein Geschenk jüdischer Mäzene an den großen Meister der Geige. Der Vater des Künstlers, Joseph Schwarz, erwies sich als ein außergewöhnlich guter Begleiter, der auch in der „Sonate mit dem Trauermarsch“ von Chopin eine große stilistische Leistung bot. Die Kulturgemeinschaft hat mit diesem Konzert ihre Mitglieder reich beschenkt Ihre Familien- Anzeigen auch in die Gemeinde- - Zeitung! KAUFHAUS SCHOCKEN » Mühlenerzeugnisse Graupen mitt«i Pfund 0.21 Weizengrieß min.i Pfund 0.22 Haferflodcen 333 lei« Pfund 0.22 Hafermark io» Pfund 0.28 Denkt an die JÜDISCHE WINTERHILFE I Alleinverkauf für Laupheim 8. Heamann Schsbwarea L. STERN Mech. Kleiderfabrik HORB a. N. Spezialität: Hosen Alleinverkauf der Weltmarken Bally Angulus Domdorf Edox-Sdtuh-Co. Königstraßc 10 B i

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