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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1936-02-02 · 21 (2.2.1936) · p. Seite 166

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XII (1935-1936)
Issue
21 (2.2.1936)
Date
1936-02-02
Page
Seite 166 (sequence 4)
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166 — heit des .Miisi/ierens wird besonders plastisch erst durch du: l -'hnuidigen Tonwandel des Anschlags, der aber .o und zu von leichten Harten nicht ganz frei ist.! v; war vor allem bei der im übrigen hinrciliend i statteten Fantasie in f-moll op. 9t von Chopin «p:»man die letzte weiche Klangfarbe vermissen im :hte. W as in Chopins Schöpfungen aber noch ui i ithetischer Größe und dämonischer Kraft sti.Kt ■! fand in der Künstlerin glänzende Interpol,, tu.nz an-gezeichnet, mit souveräner Noblesse w,r :• m beit den ..Variation» serieuses” op. 54 vor. V . -! :ni-Barii.old\ auch zwei interessante kleine - ik \= Lriist Tch „> Iraner Himmel" und „Sceintiipou! ’: um! ..Kleiner Tanz." von Bernhard Sekles .. pielt. Fwar ein reiner Genuß, diesen temneran;ent\o!!i : autictster musikalischer Beseelung quellenden l > tr ictuii. en zu lauschen. Immer wieder wurde Hold., II- . e-f!- manns hervorgerufen und liebeustt-.i-du.' ■••.:itt:erte sie mit kleinen Zugaben. Ihe . . ■•hen stiirinischen Huldigungen wurden Fritz \\ -i, ,;,.rgebracht, der die .Hörerschaft mit dem eisnn Wort in seinen Bann zog. Wie die Pianistin des - Ah.iiuU rii. Musterbeispiel musik.nitischer Bestimmtheit. NO ist W'isten in erster Vertreter disziplinierter Npri chkuiist. F> ist keine Frage, dali das. was W'isten -aliii. erst auf de! Bühne Sc'bst ganz offenbar wird, wo er das Wort mit einer Letztes ausdeutenden Mimik und tus;e verbinden kann. Aber auch als Rezitator laßt der Künstler die Seelen mitschwingen und macht sie demütig vor der elementaren Gewalt des. Psalmworts und der wunderbar schlichten Kindersprache des jungen I »avui. der da mit einer Schleuder und fünf Bachkieschi bewehrt den Riesenmann tötet. Die ganze Schönheit und L cbensfülle der biblischen Sprache in der W ortformung Hubers tat sieb hier auf. Weniger als mit dem Kapitel „David lind Goliath" und den ..Preisungen" konnten wir uns mit der Wiedetgabe der beiden letzten Bilder des „Jeremiai" von Stefan Zweig befreunden. Hier hatte sich W'isten auch eine unerhört schwere Aufgabe gestellt: Er sprach die vielen um Jeremias auftretenden Personen, mußte dabei die zentrale Gestalt des Propheten in ihrer gerade in den Schlußszenen sich immer mehr steigernden Dynamik herausarbeiten und noch die verbindenden Regiebemerkungen s o einflechten, daß sie organisch-phonetischer Teil des Ganzen wurden. Dies ist unseres Erachtens im Sinne künstlerischer Totalität nicht voll gelungen - - und man muß sich fragen, ob ein solcher Versuch bei einer polyphonen Schöpfung, wie sie Zweigs „Jeremias" ist (man denke nur an die ganz auf das schwingende, anschwellende und verebbende Wort und die Bewegung gestellten Sprechchörc) überhaupt gelingen kann. Trotzdem gebührt Wistcn. der die Hörerschaft zutiefst erschütterte, höchstes Lob und innigster Dank. Er hat sein Publikum mit dieser Vorlesung reich beschenkt. — Der heitere Teil des Programms hatte durch Wegfall einiger wesentlicher Stücke leider eine Einschränkung erfahren müssen. So las Fritz W’isten nur eine sehr nette Skizze von Alfred Polgar und einige humorige Schnurren „ost- und westjüdischer" Prägung und gab damit dem Abend einen frohen Ausklang. H. St. Als Gast bei der R. j. F.- Sportgruppe Stuttgart. Zur Winterveranstaltung vom 25. Januar. Von acht bis zwölf ist's lang — aber die Stunden vergehen wie im Flug, wenn man so gut .unterhalten wird, wie es bei der Wintervcranstaltung der R.i.F.- Sportgruppe Stuttgart der Fall war. Der Große Saal des Gustav Siegle-Hauses war bis auf den letzten Platz besetzt: in der Pause drängten sich die Hunderte in den Vorräumen, um ihre 1 ombola-Gewinne in Empfang zu nehmen oder um sich am Büfett eine Erfrischung zu erkämpfen. Es herrschte wirklich Großbetrieb! Am Schloß ging alles liochbefriedigt nach Hause, denn man hatte einen überaus gemütlichen und ar. schönen Eindrücken reichen Abend erlebt. Schönster davon war aber der kameradschaftliche Geist, der■ die große R.j.F.-ücmeinde sichtbar umfaßte. Rechtsanwalt Albert Mainzer II begrüßte die Anwesenden mit herzlichen Worten und hieß insbesondere die Vertreter der jüdischen Behörden und Vereine willkommen. Er dankte dann allen, die den Abend vorbereitet hatten und bezeichnetc ihn als einen neuen Ans|K>rn für die Sportgruppe, die unter der Leitung Hugo Löwe nt hals ein Beispiel für sportliche Intensität und kameradschaftlichen Zusammenschluß gegeben hat. Im Verlauf des Abends richtete auch JLandessportleiter Hugo Nathan freundliche Begrüßungsworte an die Gäste. Der Redner betonte, daß die Sportgruppe keine Spitzenleistungen zeigen, dafür aber einen Querschnitt durch ihre Arbeit vermitteln wolle. Auch Hugo Nathan rühmte die großen Verdienste des Sportleiters Hugo Löwenthal und überreichte ihm unter stürmischem Beifall der Anwesenden die Goldene Ehrennadel des R.j.F. Rechtsanwalt Albert Mainzer, der Vorsitzende der Ortsgruppe des R.j.F., und Ludwig Marx, Senior der Fußballer, wurden durch die Verleihung der Silbernen Sportnadel ausgezeichnet. Anneliese Marx erhielt als erste Stuttgarterin das neu geschaffene Sport-Leistungsabzeichen des R.j.F. und G r e t e I Bergmann durfte aus der Hand des Landessportleiters eine besondere Anerkennung entgegennehmen: das Ehrenzeichen, das der „Deutsche Reichsbund für Leibesübungen" für die 30 besten Sportler des Reichs ausgesetzt hat. Gretel Bergmann ist die erste jüdische Sportlerin, der diese Auszeichnung zuteil wurde. — Das Programm der Veranstaltung stand auch diesmal wieder zum großen Teil im Zeichen des Sports. Man sah Freiübungen der Sportjugend des R.j.F., die von fidelcn Handharmonikaspielern auf die Bühne geleitet wurde und hatte an den kühnen Sprüngen und sonstigen Künsten der Jungens und Mädels seine Freude. Großen Beifall fanden auch die spannenden Boxvorführungen der Jugend, die Uebungen der „alten Herren“ an Pferd und Barren und die interessanten Darbietungen der neuen Fechtabteilung. Den Vogel 1 OFFENE! STELLEN 1 dOktHKlI Kerne Onginalzeugmste den Bewerbungen betiüsKn! Jeugnisabfchnften, Lichtbilder Mw. ftets mit Hamen und rtnfthnft ihre* Befihrrs oerfeben! . . - Gesucht iur ctfon- und HTetaUgrophandlung kaufm. Lehrling' gesund und kräftig, mi rtltrr von 14—16 Jahren, mit guter Schulbildung v. guter rtt;^ntfung»gabe. zum Eintritt 'ür kcrtiiendes Frühjahr. Pe?ni>rbuMxVo'*reiben erbeten an Salk fldlcr Bad Cannftatt, Bachftr. 16. -- - — — - Mich«*n zum Eintritt nach Ostern kaufm. Lehrling Ausbildung in all. Sparten zugesich. 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