Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XII (1935-1936)
- Issue
- 2 (16.4.1935)
- Date
- 1935-04-16
- Page
- Seite 16 (sequence 4)
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- 16 - Sonntag, den Fußball - P Hakoah »•» Bar Kodiöa -HaBoheim I. Mannschaften 15.45 Uhr IL Mannschaften 14.00 Uhr Sportplatz der .Sport-Verelii|Dii| Statt- |irt*, Degerloch (Linie 10 bii Ruhebank) 1)rkt■' ■> ii1;i - ( . -n.rindet oi~it/<■ n<’< ii -clilug Rab- , >>! V .i . , I,., .1, -fim 'v -. ii"prüdien eine ' \l ..... . .1.1.!>■ •: ,l>. II »Ith die t.-.'if UHU Schul* j„,f .„ i,. ,[• i I-. -t.ltfaiid'. in .1,;, I , .1. \..!,i : | l . üitli-.liiid dir Fin- | >,, >-i, -|.t- < ■ ■ I■ 11>11i~ uh/lllcgri|. . , r r,1. i : ü.'i '<■ i Indi-ihrn Stil ii I** ' ( . , i: 11-”< „ iln» l’iillllllll 1 4 n-irl.in.i' ii fri iiiiillicli i -• ' . . kl! , ' : . M" ii 1 tue iil' /ii*itc -tim- I - i- \ •« ili-r C > k .1 r R n t II - . , . . i -•! r, l! •ü »1 ■: ,i>ii. 1 r i.il) -fi- II! . 1 \ll -i,k. •'- (’ iiifiilgi- <Ii i '! - nMi 11 1. u .: II / i‘ ( ..'llll'llllli' 1. 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I Ml : - | 1: •, |, . , .1... ■j: -ilinlci-n-irifiir ihre ■ . <;■ •; > i i r ■. i 1!':-lei. zum ''.lilul! an i. t il '■ .■ h '*■-?!? ’ü <: i hl Kinder in echt jiiilifl. i 'I M , , .. hl' n M.-n-ilieti mul I> e - , - , ,! : /iHrv-i ■ ( :i .li 1 rki iintni-. dal! •» i I ,1 IV» . I- . Mi> ‘\ - * V.!!' mie \ ei i-Hiilitnng fiir , 1 ( ■- nM..»!f <(.,!> r * fl \\ fi ' ' n. ->». wie jeder der \;, * v: ■ . i - .» \ 1 < 1 \ "]■ d i. - - : (.c-mein-iliaft i k- *i! Ii ■ iU ' 1 il! i -ei. ihr - i 1 b - t /ir r, D . I in 1 ( , II.! - il: m i .1 t limril! in .. ■ U - lll, i. <!.»- \v c f. ’ P 1.-- J identiini-. dain I. 1 1 .h ■ ■L t I1 M (. . U Mir, “1 in ,li r v,>11iiron (>e- .1 Mt. Il .(- 1 >».,.)<• ..I C.t .iji -i iii' :: i-ndgiiltig-teu V!?-■!!! 1! ( k fii; •!■•! 1). •! Itr.hit jl -pr.iili dann von der 1 K '! I .111" . i - r i.'; i ().- J IM It f [- im letzten Jahrhun- .1. n-.it ihn n Mhwm iii-Mflen f olgc'er-chc'i-. 111 II .! i>f n!i i itiM '!?■ iilagi igi-chem Gebiete 11! ,r .nt.-. >1 M d,'. Vn* t!+■ :!i nntnider Autorität' ( . - IN! : 1 .1" i! Q't-I ' mr Mi. in der Erziehung aus .}■ f 1 mini-' ni“ i iifwr Sthki^Nal zu ii ’ .11•;i -i i -v. i-t i - ki in /nfaijl. il.ili -itii uii-err Ge- :iim-ili.ifi h< ut< i :itcr .!n --r f.rkenntnimit Energie r I 1 /:li|:lll|l-.l I f-.ll>- W idlllft llllli .llllit dir i Mf »"-ili ni-t .uiiln-i-m I n:i'tr;nw uclisen. In Gct:,i in-iii.ift itiir (.ri.i iii.l. und >timl> -tehen wir voll in .I.i \ i r.intw ml n tu. < i / i > Ii < ■ ti wir /nr \rrantw.-ij.iii:: ii im I /ju I ii'In (.uttr-t. iin Namen tli - l-i'.i.'l. < )l>. rij.itentbot dessen Prii- -nli nt I np.il d I i i. der'jüdischen >tliulr hcrz- 'i«Ji-t.■ (.riit*t■. I r I>.• t.■ :ii.• die verantwortung-bewußte Wi it — iit. ii.it *I.-r .!.i- \ nr-ttjlicranit an ilon Sihului iili.ni livr.ni-i-l..i iu'i'h i-i uncj dankte fiir <Iii—«■ kulturelle' I nt mit ili-tn Gi-druck: ih r Hoffnung, dal? die kiii'.' i 111■ i Jii.li-iin n >Fiulr der <.enieinde und di r < .i ii.i iii-.h.ift /um >i:i goretili.-n mögen. \ '- \ :-ii/. ndi d- - Verein- .Freunde drr Jiid. vh'ih" und \ t 1111 t: ■ di r l Itern-ihoft -prath /um Stldn" 1 >r. > i i g f riid S n i |n g c r. Audi er entbot dem k'dleni'itri w.irm-r I )ailke"w orte und "teilte r.-I. .1 il' -nti Ii i n t i -limn erkennen lasse. wie -i^;i n-ii .'ti -iili di ' ->>Ii de in ialliremein-inen-ciilitiier und 111 li-i!i' i llin-nlft .in-wiirke. Dr. Saenfter gr- laiiit•• mit d.nikb. ren v\ urteil der Lehrerschaft und ler-idiiii'' di' \ er-amm'iing per her/liib-ten Antriln.diice der I It. ru und aller I r> linde der Jiid. Sthule. iiibr -emeimllidier I rieiie und ein stolze« jüdi- -tlie- < a -dileiiit erw.ub-en n»'.gi-n. Mit großer Brfi lediirunz u-dim die Hdrrr-djaft noih die Mitteilmifr de- Ki.Inerentgegen. dal! einige Freunde der Jiid. -lind, derselben eine namhufte Spende fiir Schul- . w e. k. gemacht haben. i\\ir -elbst richten hier an in-ei.- I I -er die Bitte. tlio-en( -thüneu Beispiel nach- * u t- ■ t’i -1 ti. Wir wi—rn. dal! ijn-ere Sthule fiir den '• Wi rkr.iiim. für den naturw i—eiisihaftlidien LUteriilu. fnr den lurn-aal. ihfe Bücherei usw. noch naiubenötig hat. wadurch Sach- oder Geldspenden Im -(halft werden kannte. Die Schulleitung gibt sicherluh über ihre dir-be/üglichrn Sirgrn gerne Auskunft. Diese ihr ah/unelinii nt-ollte fiir alle, die das Glück hahen geben zu kojinen. 1 hren-acbe sein. Die Sdiriftl.l 1 Audi die kiinstlerisdien Da rbielunpen. die die l eier um rahmten, atmeten di|n rrn«t-freudipen Geist de- Weihetaps. Math dein beseelten Spiel eines Streidiquarleits de- In-triinieütalkrefses (Ruth Ifamliurp. Hans Mater, karl llaz-, Gerhard I.iiwe). das auch den Festakt bc-chlnß. erklang. ton I i hrem und kindern der Jiid. Sthule pt-unpen und von Dir. karl Adler diripiert. der SO. Psalm ../.nr Weihe des Hauses" (( liaankkatli llabajith) in hebräischer Sprache - eine stiltolle komkio-ition von Dir. Adler, kraftvolle Solostimmen eintejn -ich mit dem frischen kinderihor und den Streichinstrumenten zu einem erhebenden W eiliepi -aiip. drr. nach einem Mittel* -tiitk in deutsdier Sprache, in den festlichen Jubel des Fiaiidii la.ulimai ki taut" nach der pesachlithen Melodie pe-unpen — «usklanp. Krpriffen sanpen die Anwesenden die Weise mit. Ebenso eindrucksvoll war ein von Frau Edith Goldschmidt gedichteter W eihcspruch der Schulkinder, desset» W nnsthe ..Alle puten Geister Israels möpen frcundlith schirmen diese Mauern, daß sie alle Stürme überdauern" man sich von panzern Herzen anschloß. Den Rednern der Feier und ihrer künstle rischen Aussthmiickunp wurde stürmischer Beifall pespendet. Allen Anwesenden und Mitwirkenden -tand die innere Freude ob dieser bedeutsamen Stunde auf den Gesichtern. — Leben in Ewigkeit. Sonn' und Mond im Wechsel der Geschlechter Tag und Nacht als ew'ge Wächter: So sieht ewig Jakobs Same. Gottes Linke mag ihn lassen, Gottes Rechte wird ihn fassen. Ew ’ges Volk, das ist und bleibt sein Name. Brüder, warum fürchten, warum zagen Ob das Herz in schlimmen Tagen Nicht aus Qual verzweifelt bricht? Glaubt an euer ewiges Bestehen : Mögen Tag und Nacht vergehen, Ihr - in Ewigkeit vergeht ihr nicht! Jrhuda Haler! Am Abend fand im Großen Saal des Biirpernin-eiinieine G e in e i n d e f e i.e r statt, die solch außerordentlichen Zuspruch fand, daß sic am darauffolpenden Montapabend wiederholt werden mußte. Die p a n z e Gemeinde wollte ja ihre Freude über die pliiikhafte Vollendung des Schulbaus bekunden, und so vtar an beiden Abenden der Saal bis auf den letzten Platz besetzt. Die ersten Stuhlreihen waren fiir die Schulkinder unserer Gemeinde bereitpesteilt, denen man die pespannte Frwartunp auf das. was -ich da hinter dem Bühnenvorhanp vorbereitete, an de» Atipen alllesen konnte. Rechtsanwalt Dr. Herrn a ii ii >1 <- r z b a th e r begrüßte die Anwesenden im Namen des Vorsteheramts lind verlas dann die zahlreichen Glückwunschtelegramme, die der Gemeinde von der Reichstenretnnp. von Ministerialrat a. D. Dr. Otto Hir-th. vom Ober rat. der Landest ersatnm- Innp und vielen anderen Organisationen und Einzcl- IH'rsönlithkeiten /»gegangen waren. Später hielt Dr. .Merzbacher, der als Schulreferent des Gemeindevorsteheramts an unserer Schule bekanntermaßen hervorragenden Anteil hat. eine Ansprache, zu deren Beginn er u. a. die stete Bereitschaft des Kollegiums lietonte. neben der Verwaltungsarbeit bedeutsame kulturelle Aufgaben zu erfüllen. Eines dieser Ziele, die Jüd. Schule, ist nun erreicht. Sie umfaßt jetzt sechs Klassen mit rund 120 Kindern und fünf Lehrern. Oberlehrer Th. Rothschild (Eßlingen) widmete der'Redner warme Dankesworte für die wertvollen vorbereitenden Dienste, die er der Schule auf den verschiedensten Gebieten geleistet hat. Mit Recht stellte dann Dr. Merzbacher fest, daß die Geschichte der Jüd. Schule die Geschichte des deutschen Judentumin schwerster Zeit sein werde. Mit Stolz wollen wir sie Jüdische Schule nennen. Es ist zwar aus den historischen Gegebenheiten heraus verständlich. wenn noch nicht jeder sein Kind in diese Schule gibt. Verächtlich macht sich aber, wer unser Schulwcrk diffamieren zu sollen glaubt: Es hat Anspruch auf Achtung, und niemand in der Gemeinde darf ihr diese versagen. Die Eltern müssen allerdings mit manchen -inneren Vorliehalten“ ausräumen: aus ihnen erwachsen ja die zur Kritik führenden Mangel. Aufbaiicnde Meinungsäußerung ist aber durchaus erwünscht. In den Elternabenden B. ist beste Gelegenheit zur Anssprache geboten. Der Redner entwickelte dann nochmals die weiter oben schon aufge/oigton Ziele der Schule, die tiefste Allgemeinbildung auf breitester Grundlage vermitteln soll. Die Jüd. Schule muß sich ihr Bildungsideal formen, die Schaffung einer neuen geistigen Haltung auf der Grundlage organischer Verbindung der manuellen und musische»» Fächer ist ihre tragende Aufgabe. Dazu soll sie die seelisch-religiöse Grundhaltung der Jugend als den Quell echten jüdischen Lebens entwickeln und Mut und Kraft verleihen. Jung sein heißt bescheiden sein, aber auch: seelische Ruhe und Gott vertrauen haben, heißt Ja-sagen zum Leben. So wie die neu gewandete Schule strahlendes Symbol für diesen Weg ist. so ist auch dieser Festabend für die Jugend vom Sinn der Lebensbejahung erfüllt, l ebhafter Beifall bewies, daß die Ausführungen Dr. Merzbachers das volle Verständnis der Hörerschaft gefunden hatten. Der Abend wurde mit der vom Instrumentalkreis der Kunstgemeinschaft zu Gehör gebrachten ..Esther“- Ouvertüre von Händel, deren majestätischen Akkorde sofort die rechte Feststimmung schufen, feierlich eröffnet. Und dann wetteiferten die Kinder der Jüd. •Schule, um die vielhundertköpfige Gästeschar zu unterhalten. Sämtliche Klassen, von den Kleinsten bis zu den Aelteren. zeigten in kindlicher Spielfreude ihr Können und wurden durch nichtendenwollenden Beifall immer w ieder belobigt. Karl Adlers schon erwähnten „Psalm zur Weihe des Hauses“, in dessen Schlußweise die Hörerschaft wieder begeistert einfiel, lösten Gedichte in deutscher und hebräischer Sprache, Reigentänze. Volkslieder ab. und auch der sinnvolle Weihespruch -Segen der Ahnen“, der am Morgen schon mit so innigem Ausdruck von den Kleinen auffesugt wurde, fand freudigen Widerhall. Es war eine ust. wie die frischen Kinder deklamierten, tanzten und sangen, und wirklich — wir dürfen stolz auf diese Leistungen sein! Ja. das wirbelte nur so über die Bühne, als ein wackeres Handharmonika-Quartett — eine Jugendgruppc aus der Handharmonika- Schule von Ignaz Ziegler — zum anmutigen Reigentänze aufspielte. Und wie frisch und von innerem Beteiligtsein sichtlich erfüllt, sagten die Jungens und Mädels ihre Gedichte auf! G 1 ü <k 1 i eh e Kinder — gIück 1 iche Eltern! Lud nicht zuletzt glücklich eine Gemeinschaft, die ihre Kinder in der Hut von Erziehern weiß, denen sie volles Vertrauen entgegenbringt. So war der ganze Abend auch eine Werbung für unser jüdisches Schulwerk, die in der Gemeinde sicherlich fortwirken wird. — Eine besondere Ueberrasdmng fiir die Anwesenden war ein fröhliches Spiel mit Einlagen von Leopold Marx — -Schiileinweihung in Susa“ betitelt. Also: König Ahasveros und seine traute Gemahlin Esther stiften den Kindern ein neues Schulgebäude, und im dritten Bild huldigen die Schüler und Schülerinnen dem so fteundliehen Königspaar. Nach bewährtem Rezept gestaltete sich besonders diese Szene zu einem bunten Vielerlei von turnerischen, tänzerischen und sonstigen Künsten, und es gab wieder einmal viel zunt Lachen. Dafür sorgte insbesondere des Königs Hofnarr. der manches ..aus der Schule“ plauderte. So sehr uns nun das reizende Spiel der Kinder, ihre Anmut und ihre darstellerischen Begabungen erfreuten. so sehr w ir auch die ernsten Unterteilte des Spiels auf uns wirken ließen — wir haben uns am Ende doch gefragt, ob diesmal der rechte Ton getroffen wurde. Bei voller Würdigung des dichterischen Reizes, der dem Spiel zu eigen ist. schien es uns doch irgendwie ein mutwilliger Spätling der nun vergangenen Puriinlaune zu sein. Die Anwesenden Jedenfalls hatten ihre helle Freude, und es ist nur billig, noch aller zu gedenken, die uns diese schöne Ge meindefeier bereitet haben. Die Gesamtleitung hatte Schulleiter Dr. Goldschmidt (er wird mit seinen Schutzbefohlenen sicherlich zufrieden seii^'); Ignaz Kaufmann führte die Regie und verdient wieder fiir die prächtigen Kostüme und die Bühnengestaltung volles Lob; Dir. Karl Adler hatte die musikalische Leitung des Abends, vorbildlich wie immer: Frau Alice Bloch zeichnete für Gymnastik und Reigen in bewährter Kennerschaft. Nennen wir noch Frau Oskar Bloch als tätige Helferin, die Lehrer unserer Schule, danken wir nochmals den Schulkindern selbst, dann ist der Reigen aller, die unserer Gemeinde den frohen Abend schenkten, geschlossen. Dank auch insbesondere Leopold Marx, der unsere Festtage so schaffensfroh aus seiner Feder bereichert. Das veranstaltende Israel. Gemeindevorsteheramt selbst will — das wissen wir — keinen Dank. Es arbeitet im selbstlosen Dienste der Gemeinde. Besser als Dank auf dem Papier ist für das Kollegium die allseitige Förderung der Jüd. Schule! Den Kindern hat es, das sei noch festgehalten, durch die den Abend beschließende Bewirtung eine große Freude gemacht. ♦ Dem Israel. Gemeindevorsteheramt sind anläßlich der Schuleinweihnng so viele Glückwünsche von nah und fern zugegangen, daß es nicht jedem einzelnen danken kann. Es bittet uns deshalb, allen, die der Gemeinde zu der Einweihung ihres neuen Schulgebäudes gratulierten, seinen Dank zu übermitteln. Die 5. Veranstaltung der Kunstgemeinschaft. Lotte Leonard und Wilhelm Guttmann als Gäste. Die 5. Veranstaltung der Kunstgemeinschuft am 4 April — ein Lieder- und Duettenabend — wurde von zwei Meistersängern bestritten: Der Sopranistin Lotte Leonard und dem langjährigen früheren Mitglied der Städt. Oper Berlin, dem Baritonisten Wilhelm Guttmann. -Beiden Künstlern ging ein ausgezeichneter Ruf voraus, so daß man ihnen mit gespanntem Interesse entgegensah. Selten haben denn auch in der Kunstgemeinsdiaft gastierende Künstler das Publikum zu solchen Beifallsstürmen hingerissen, wie es bei diesem schönen Abend der Fall war. Mit Recht: Lotte Leonard und Wilhelm Guttmann sind Könner ganz großen Formats. Bei ihnen darf man schon in Superlativen sprechen. Die Sopranistin, als große Interpretin des musikalischen Barockstils seit langem bekannt, verfügt über eine voluminöse, warm getönte Stimme, deren glänzende Leuchtkraft besonders in der Tiefe und Mittellage bestrickt. Weniger ergiebig scheint uns dieses geschmeidige Organ in der ausgesprochenen Sopranregion zu sein, wo es an tonlichem Reiz etwas verliert; dies wurde besonders bei den forte-Ansätzen deutlich. Dieser kleine Mangel wird aber durch die überragende Musikalität Lotte Leonards und ihre ungewöhnliche Gesangstechnik voll ausgeglichen. In den Liedern von Schumann und Mendelssohn-Bartholdy offenbarte sich die anze Könnerschaft der Sängerin, 1 y r i s ch e Inalte feinfühlig nachzuformen, wobei aber auch das bedeutsame Vermögen, dramatische Schöpfungen bis in die letzten Feinheiten auszuwerten, anzumerken ist. — Wilhelm Guttmanns ureigenstes Gebiet, das er mit der ganzen Routine des Bühnensängers erfüllt.