Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 18 (16.12.1934)
- Date
- 1934-12-16
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/4904101-5442811-5443381--4262-4908042- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
seinem Dirigenten Karl Adler zu einem wundervoll rhythmischen und melodischen Klangkörper wurde. 1 Die Veranstaltung erhielt ihr (eigentliches Gepräge “durch das sich anschließende IGemeinschaftsmusizieren. Prof. Stehn; der Präsident des badischen > »berrais, begrüßte herzlich das zahlreich Erschienene Publikum, unter dem sich Lehrer. Musiker. Musikpädagogen und Manschen aus der hündischen Jugend .ganz Badens befanden: denn der Olw'-rrnt wollte sie alle dabei ch-hen. Sein wärmster Willkomm und Dank galt den; Stuttgartern, voran, wie der Itedm r siih cusdrücKte. dem .'Meister Adler"». Der tibernt habe sozusagen für die Karlsruher Veranstaltung di> \ erantwortting übernommen, da ihm daran liege, auch in Baden das Stuttgarter Vorbild zu eigen, h. .: Adler wies in humorvoller Meise auf die . Ifichtfe : skeif hin. daß deti Oberrat ungesehen eine \ •lantwortung für etwa^ .ftbernelinie. dessen V.roiuf .i tutlit abz.usehen »fi. tatsächlich stand diei a c•iii'chaftsmu<i/ieren[ gatjz im Zeichen der i n p ’ ■ V i - ■ t i ■ II Nichts wag konzertmäßig vorbereitet: um so unmittelbarer der Lind ruck! Zunächst ü che Kanons und Lieder; wj.._« für unmöglich geaalte,, wur*!e. wurde wirklich: die als reserviert be- 1 a,Uten Karlsruher tauten uilf und machten mit! /i.!j 1 idin hierfür sang ihnen ider Singkreis — ungefällt die Hälfte . c ..ppella-t heire beit und Reinh, leichen anwe«t machten. Nun träte n . auch Karl'-tlv- I ronipet. nach ii:i llll’ll 'i'l.-i echten. Kn: •die "sie. an. a nd A .. - idit -cinelb r w ü ui Karlsruhe dabei einige d: :n ihrer ergreifenden Schl ich ti'iie-ondere auch auf die zahl- Mii'iker clt'n stärksten Kindnrek > spii le, wiecior auf das Podium: In'trumentaliiten mit Geigen und ,1 eil hinzu. Karlsruher Jugend drängt „ii-cht sich unter Iden Singkreis. Und -uh zu aller breuide auch Urenkel in .t!i rium und Gemeinschaftsgefühl unter iud geigte mit. Was, mochte in diesem beul («ewoge herauskominen? Aber Karl he und alles klappte erstaunlich. Nach \ erständigung w ürden gemeinsam hebr.,.-ihe Lieder mit instrumentaler Begleitung gei.en. Da' Publikum »ang und klatschte mit. keiner 1 .minic sich der Gemeinsamkeit entziehen. Lin Bild. ■ las wir in Stuttgart »chon mehrmals kennen lernten, .■äs aber für die Karlsruher i-tha» vollständig Neues war. Das bew N sc^n die Stimmen, die aus dem Publikum laut wurden: Mit Staunen und leisem Neid blickte man auf die Stnttgartep Arbeit, auf das l nwahr'cheinliche. da» möglich 'wurde: Akademiker miiM/icrtrn nt‘lM*n \rhritt*rn. ujle und wolfanschaulichen l titerschiede waren iiberhriiekt! Die Karl'iuhcr wollen nilnjctwu» AcTinliche» in» leben rufen- Wir. die wir da» Werden der hiesigen Arbeit aktic miterlebc n durften. wi»»en. daß wir die» alle» dem Künstler. Pädagogen und Organisator Karl Adler zu danken haben. Mögen die Karlsruher einen »olthen. finden! | Stuttgart. \or wenigen lagen ereilte unsere Ge- - nieimle eine tieftraurige Nachricht frii't Kahn, i der er»t cor wenigem Monaten au» dem Kreis der Mmtgaivr ,.\\ nrkleute" zur \lijah nach F.rez Israel in die kw azali des Bunde» der ..Werkleute“ gegan- I gen war. « ven einer tückischen Krankheit weg gc-ralft w .'den Nach kurzen Tagen des Krankseins : i*t er am JJ. Nmember im Kranke «hatizu Haifa | gestorben. Welle" 'clurcrz und tiefe Trauer erfüllen seine! I re linde nr.d alb . die Urn»t Kahn kannten. Als ein Mensch voll Warme und Güte. Hingabe lind Treue — »:• -tollt er c ., Hl,-: al» ein Mensch der Gradlinigkeit l und Khrlichkeit. \nderen Menschen Liebes zu erweii »eil und! - Ifen war »ein Bemühen. Auch in seinen! sthwor»iei: Tagen brachte er die Kraft auf. sich weiter i für da - Werk einzusetzen. dem sein Leben galt: ein : u T , - ch e » leben der G e m e i n s <h a f 11 zti »\: rvgii r-liehet N ah in. den letzten Tagen »einer I Krankheit fc.-prach er mit seinen Freunden Fragen j ch - V. fl..: i.- d<; Kw uzali: nicht an sich dachte er. immer nur -r,s Ziel. [ 1 >. «i . kr an 'ein W esen und sein Wollen wird t ’ den mit Leid erfüllten Freunden Ernst Kahns die Kraft und die Verpflichtung geben, seine Arbeit fort- . zusetzen. elf 'einem Wege weiterzusdtreiten. — 158 — Vocschau auf. kommende. VeeaMStaltungen. Stuttgart. Auf Einladung verschiedener Organisationen spricht Professor Dr. C u r t B o n d y. Frankfurt a. M.. am 16. Dezember über ,.E r z i t* n u n g spCoblemePalästinas". Professor Bondy. selbst aus der Jugendbewegung hervorgegangen, gilt mit Hecht als ein Vorkämpfer für eine moderne Sozialpädagogik in Deutschland. Auf Grund seiner juristischen Studien für dieses Gebiet der Erziehung besonders interessiert, hat er sich in erster Linie mit dem Problem des Strafvollzugs an Jugendlichen befaßt Hierbei hat sich Bondv nicht mit literarischen Anregungen begnügt, sondern seine besonderen, zum großen Teil ganz neuartigen Vorstellungen in der Praxis verwirklicht: Unter seiner Führung entstand das erste Landesjugendgcfängnis in Hamburg, später ein gleiches in Eisenach. Daneben hat Prof. Bondy als Professor für Pädagogik an der Universität Göttingen. die ihm einen Lehrstuhl antrug, und als Verfasser mehrerer Schriften eine außerordentliche Wirkung in allen Fragen der Erziehung gehabt. — Heute bemüht sich Professor Bondy besonders um das Erziehungsproblem jüdischer Jugend. Dieser Frage vor allem hat er eine dreimonatige Studienreise nach Palästina gewidmet, deren Ergebnis er nun in Stuttgart einem sicher aufs stärkste interessierten, großen Zuhörerkreis vortragen wird. Stuttgart. Von der jüd. Frauenbewegung. Im Rahmen der Lernzeit des Jüdischen Frauenbundes. Landesverband Württemberg, wird am 17. Dezember der hier als Redner überaus geschätzte Dr. Ernst Simon (Frankfurt a. M.) über „Der Wandel des jüdischen Erauentvpus in den letzten I >0 Jahren" sprechen. Die Veranstaltung ist nur für die Mitglieder sämtlicher jüdischer Frauenorganisationen bestimmt. — Wir verweisen auch auf die verschiedenen praktischen Kurse (Maschinenschreiben. Stenographie usw.l. die der Israel. Erancnvcrein- Frutienbund zu Beginn nächsten Jahres wieder veranstaltet. Stuttgart. Die letzte Veranstaltung des B e r t li o I d A u e r b a ch - V e r e i n s in diesem Jahre ist ein Be- ^prechungsabend. der neuen jüdischen Büchern gewidmet ist. Wer sich für moderne jüdische Literatur interessiert, besuche diesen am 18. Dezember stattfindenden Abend. Stuttgart. Stuttgarter Jüdische» Kunstg e m e i n s ch a f t. Die 2. Abonnementsveranstaltung findet am Mittwoch, den 19. Dezember, als Ka m m e rmusikabend statt. Das bekannte Bass ermann Quartett. Frankfurt a. M., wird zwei Streichquartette von Mendelssohn und Beethoven spielen. Die Frankfurter Künstler stellen eine Kammermusik- Vereinigung höchster Qualität dar. Leber den Primgeiger Prof. Bassermann liegen begeisterte Presse- »timmon aus dem In- und Ausland vor. Z. B. Prag: . . . „besitzt vollendete Technik, silbernen Ton. tiefste Musikalität, größte Verve und Temperament". Budapest: .ist einer der besten deutschen Geiger". W a r s ch u u :.Künstler von ungewöhnlich nachschaffondem Talent, faszinierendem Temperament. ideal weichem Ton. leichter Technik . . . beherrscht alle Arten von Stimmungen . . . Seine Interpretation resultiert aus höherer Eingebung . . .“ Zwischen den beiden Streichquartetten wird die international gefeierte Kölner Altistin Ruth Kisch- Arndt zwei Liedergruppen singen. Leber die Künstlerin schreibt eine Amsterdamer Zeitung: „Dies Können grenzt ans Fabelhafte“.außergewöhnliche Sängerin von ungewöhnlichen Gaben". Lissabon e r Zeitungen schreiben von einer ..hinreißenden Interpretin ersten Ranges“. Die Veranstaltung wird nicht nur höchstgespannten künstlerischen Erwartungen entsprechen, sie wird durch die Auswahl des Programms auch eingänglidi im besten Sinn des Wortes sein und damit eine Stunde der» Entspannung bringen. Auf mehrfachen Wunsch werden noch vereinzelte Abonnements sowie auch Tageskarten in beschränktem Umfang abgegeben. Stuttgart. Unsere in letzter Nummer gebrachte Notiz, wonach der frühere Staatsschauspieler Max Marx gestorben sei bewahrheitet sich, wie uns von verschiedenen Seiten mitgeteilt wurde, glücklicherweise nicht. Marx, der jetzt in Wien lebt ist zwar noch krank, eine unmittelbare Gefahr besteht aber nicht mehr. Alfaltrach. Am 4. Dezember wurde unter überaus großer Anteilnahme unser hochgeschätztes'Gemeindemitglied Aron Levi im 56. Lebensjahr zur letzten Ruhe gebettet. Am Grabe schilderte Oberlehrer Kulb, Oehringen, den Entschlafenen als Musterbild eines pflichtgetreuen Juden, der seit langen Jahren mit dem Schatze der vom Elternhause ererbten traditionellen Melodien den gesamten Vorbeterdienst ehrenamtlich übernommen hatte, und auch an der bürgerlichen Gemeinde zeitlebens wahre Treue übte. Im Weltkrieg widmete er als tapferer Frontsoldat dem Vaterland seine Dienste. Aron Levi, der mütterlicherseits der frommen Familie Herz (Schwab. Hall) entstammt, wird immer unvergessen bleiben. Göppingen. Neben der monatlichen Pfundsammlung hat der Frauenverein auch diesen Winter wieder seine Handarbeitsabende eingefübrt. wo für eigenen Gebrauch und für wohltätige Zwecke schöne und nützliche Sachen gefertigt werden. Die Veranstaltungen finden vierzehntägig statt, und zwar abwechslungsweise nachmittags und abends, um auch den beruflich tätigen Damen Gelegenheit zu geben, mitzuarbeitenz Haigerloch. Eine angenehme Abwechslung brachte unserer Gemeinde der Besuch des Vereins „Merkuria" aus Göppingen, worüber schon näher berichtet wurde. — Am 18. November führte Heinrich Frankfurter. Göppingen, seinen ausgezeichneten Palästina-Film vor. — Dr. Julius Herzfeld (Köln), stellvertr. Vorsitzender des „Verbands der Jüd. Jugend vereine", sprach am 24. November in fesselnder Weise über das Thema „Für die Einheit der deutschen Juden!" Der Vortrag bedeutete einen starken Appell zur jüdischen Zusammenarbeit auf allen Gebieten. Lenpheim. Die diesjährige Winterarbeit der unter der vorzüglichen Leitung von Frau Kathi Höchst e 11 e r und Frl. Selma Wertheimer stehenden .Mittwoch-Bastelstunde steht ganz unter dem Motto „Jüdisches Haus und jüdisches Leben". Bis jetzt fertigten die Kinder einen Misradi. Chanukka-Leuchter, eine Besomim-Büdise und andere Kultgegenstände in äußerst gediegener Weise. In allen Häusern. wo jüdische Kinder sind, finden sich heute die schönen Arbeiten aus der Bastelstunde der Jugendgemeinschaft. Uhn. Auf Einladung des Kulturaussdiusses der Isr. Gemeinde Ulm sprach Schriftleiter Hans Sternheim (Stuttgart) am 25. November über das Thema „Jüdische Dichter der Zeit sprechen zu uns". Die Synagoge, nur von wenigen Lichtern erhellt. bot einen stimmungsvollen Rahmen für die Ausführungen des Redners, mit denen er einen gedanklichen Querschnitt durch die neue jüdische Dichtung vermittelte und eine wertvolle Lese jüdischer Lyrik und Prosa-Dichtung bot. Die ganze Tiefe jüdi- ‘ selten Schicksals tat sich in diesen Rezitationen auf — aber die Stimmen leidvoller Hoffnungslosigkeit wurden doch immer wieder durch die von echtem religiösem Gefühl getragenen dichterischen Schöpfungen übertönt. Hans Sternheim schloß mit einem „Aufruf zum Lichterfest" aus eigener Feder und gab damit seinem Vortrags- und Rezitationsabend einen erschütternden. aber zukunftsfreudigen Abschluß. Im Namen der zahlreichen Hörerschaft und des Kulturen! sschusses dankte Rabbiner Dr. Cohn dem Redner mit warmen Worten. Heues oom jüdischen Spott. Stuttgart. Die I. Handhallmannschaft des R.j.F. Stuttgart hatte am 2. Dezember im fälligen 1. Verbandsspiel die gleiche Mannschaft des „Bar Kochba" Mannheim zu Gaste. Die I. Halbzeit endete, nachdem Schiedsrichter Schwan (Mannheim) solche 10 Minuten! Hermann Lein Stuttgart-W. Marianstraße Nr. 12 Elegante Damenhüte Sch*!* MCtzsn / Seh<**«r/ N*ah*:t*n — ,•"«-*>* tu «4 *w*C»yQhrt / Z* tp*m>3* Pr*)** 3ioffrtu. £edetwacm Stets das Neueste in Damentaschen Reichste Auswahl! Jedermann findet das Gewünschte. Zeitgemäße Preise. Alfred Stockfisch Offenbacher Lederwaren Rotebühlstraße 1 B / Telefon 64324 vinen Marienstraße 12 / Fernsprecher 625 38 Der Schneider der Mode Reichhaltiges Lager in deutschen und englischen Stoffen Jxite, Johannesstr. 100 / Telefon 22582 Lebensmittel, Weine 'Obst Mineralwasser Lieferung frei Hans! .BruAlefdende finden Erlösung von ihrer dauernden Qual durch das Verlangen Sla kostsalM «ad aa- ▼ertoüMllkh Piwpakt*. Tflgfkh Sprechstunden von A—S Uhr \kt u LAN DAU Stuttgart Marktplatz Werbet fOr die Gemeinde- Zeitung I KombergstraBe Nr. 46 IIC- MÜLLER TmiparMte - U«(Mt<MM«r Plakat« ERWIN BENIGNUS MALERWERKSTÄTTE MALERJMBBITBN jeder Art werden gut u. preiswert gusgefflhrt Erste Referenzen. PFITZENMAIER « KAPP Stuttgart, ROmerstraBe 86/67 / Tel. 70368