Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 18 (16.12.1934)
- Date
- 1934-12-16
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- [Seite] (sequence 6)
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Chanukka-Kerzen. Hie Leuchten des jüdischen Jahres (von der Brithmilo-Kerze bis zum Jahrzeitlicht) schritten über die Bühne und nachdem Rolf R e i 1 i n e e r feierlich die ßrochaus gesagt hatte, sangen die Hunderte beim Schein dc-r Menorah stehend die Chanukka-Hymne. Nun herrschte die richtige Keststiminiing. \ ier buntfarbene Trendel il. illi Friedrich. Bella Ausübel. Ruth W «■ i I. M o t n Zanger) tanzten nach der Einstudierung ton I i ii d e '••hack ejm-n anmutigen Reigen Ier kleine Hein/ klein spielt, wacker ein Hand luirmntlika-Snlo. und schließlich wirbelte Erna k e ii e r I i ih I iw irklidi ein ,.ffeuer-Licht"!l als kecker ■Matrose über die Bühne. Auch der ..Pup,» nt.mz de, ,• it/ückenden kleinen Kiinstlfrin. die zwei ( halu/im ,d' ..Cü-sihenk der Stadtgefneinde Tel Aviv" aus einem Kies, „keilet hoben, worein Kabinettstiirkdien gra/iesfr Bewegntigskunst. Unter Leitung von M .1 j u ila.rburger bewiesen datin die Kleinsten und Mlerklcinsten ihre Beigen- und (,< -angskiinste. Ansihliellend zeigten Mädehehgruppcn beschwingte I hvthmische C,\mnastik. und Makkabi-Senioren führten zujii Schluß exakte lehtingin am Pferd und kAJiae Sprunge* vor. Kapellmieisier M.i\ Brauer, der mit seinem (Orchester spaier zum Tanz auf-pielte. w.dtc'te al' Begleiter bei allein Darbietungen -Sämtli.1i, \um.. dean-g. . eiillneten Programms wurl.'u stürmisch beklat'lüt. Initiier wieder durften die mllen und kleiner künstlet des Abends sieb dankend \ grnrigen ■- \„.u eit( großer Erfolg für sie und die ..11 a k •' a II ' laue stimmii’ g-flle leier: anläßlich des I.ichterfestgs lehret., tete der B Ir t h o I d Auerbach- \ e ge i n f 111 seine Mitglieder und Ereuntle. tliy in aulleroiili ir ah große, Zahl I erschienen waren, am 4!)•■/• ml. 1 im freundli.lten .Saale der Stuttgart-Loge. Wie in letzten Jahre hatte der B.A.V ein vorzügliches |'t>,grantln zusammenge'tellt. elas die Anwesen den tif er den Mltag für einige stunden hinaushob II ml de r Et ier eine besondere Note gab. Frau C I a i re N V II It a u in hatte* ihte treifliche Geigenkun-t in den I Menst Jes \bends gestellt ttnH spielte, corzüglith begleitet von ihrem (lütten, da« schone \ndante au- lein .\lende|ssii|in-Vii linkonz('rt tmd eine Romanze von Winiawski mit li' kannter Meisterschaft. Schriftleiter Hans S , e r n lt e i nt 'entzündete die. Lichter und las seine 11 Vor-pntch D.|s Wunder des Lichtes . m dem der Sinn de- ( hatjtikkafestes zii starken, Vli'druck kam Nach dem getnein-amen C.e-ang de- „Moatts 'zu r“ richtete Dr. Walter E 1 n - t e i 11 warme -Woite ,m die Ciis,e unci erinnerte daran, daß der B VV.. der älteste jüdische Ijugendcerein Deutsch U,nds. nunmehr 40 Jahre besteht. Fr zeigte die Wund Uingen auf. die der B.Wjin die -er langen Zeit diirchgcwachl hat. und richtete einen packenden \pp.‘ll an die Jüdische Jugend, aller weltanschaulichen Richtungen, -ich zu einen (m Streben um dagemeinsame jüdische Ziel. Kitte überaus Wirkungvolle Intet st reichnng dieser; Forderung stellte die Jierrl.iche Rezitation ander jAlegilla de- Antiochns" durch Hilde Fischer djir. welcher Margot Kahns sthwutigvoll gespielte- Allegn-tto ans dem [inproit:|it 11 ton Schubert viorau-ging. Nach einer Pause1, in d*'i di> (lüste tltirth* ilett B. A \. in schlichter Weise bewirtet wurden rezitierte der Dithter Alfred V n C rh.tch Frankflirt a. M.' aneigenem Schaffen N ah der Vorlesung einzelner Ah-chiiitte auseinem nn:tni> It 1 alige-chl.»--1 neu neuen Roman ..W and'irer. wohin?" «wir veröffentlichen das (.Kapitel in dieser Nummer. Red.) rezitierte er Rerthold \tierbach-''kizzt 11 und weckte dann mit seinen köstlichen fchv^alii-ile 11 Dialt'kt-Schnu rren stürmische. itichtetnlenvcolliTidi Heiterkeit. >■» vergingen die Stuntlert vir im I luge und eherr-thte tlann auch am Schlüsse IIU * e i n Meinung Dawar eilt - ch o n t* r A It e n <1 * Mil ihrer ( Ii a 11 ■. k k a f i e r vom Mittwoch, de n -|. 1 )| /I mite:. trat die J ii d i « ,h e S ch u 1 e ZIIUI c-rstenmal Uli» >chhlorlei'tungen an die (Vlfentlichkeit. |),,. \ i rkcti-t.ihang fand int übervollen >aal der Stuttgart-!. oge -tatt. Da- Programm war sorgfältig nach a-'heti'theii (..-icht-punkten /ti.-aiiintengestell, Besonderen- \nklerng (and ein vollständig hebräi-ch gesprochene- >pie| de- 2. und '.Schuljahres ..Abraham und die Götzen" Die Sicherheit und Gewandtheit, mit der da- Ih inai-che gebraucht wurde, fiel stark auf. Ule Klissen von den Jüngsten angefangen. konnten zeigen, vv.tsie in tlen letzten Wochen musikalisch Cid regjtalort'th i-rarbeitet hatten. Die Feier schleiß mit einer Szene au- Otto Ludw igs ..Makkabäern“. Die \ eranstBltung »und ttntc'r der Leitung von Schulleiter Dr Go Id Schmidt. Zwei schöne, hier wohl neue (’lianukkagesänge wurden von Dir. Adler dirigiert. Die Gesthlossenheit der Gesamtleistung zeugte nicht nur von Fleiß und kunstor/ieherischer Tausende lesen Mre Aeirscdnst-und welcde AeirscNristUesrVu? ElCktrO* U. RadiOarbeiten i«d«r Art P. Kuhn u. W. Hlrach Twtlon OOI62 — HötOertlnstroBe 51 Sauber und schonend wischt unter fachmännischer Leitung die Tüäschecei £etfe 5ocstec Stuttgart, Lehenetr. 20 / Fernruf 734 49 Groft«, fr*,« und «onnlf« T)*ck*n*Utz* z AMtotunf und Zu*i*lliinf Vo<t*nlM z Bll»g«U Bwdwcini. - 156 - ArbeiL sondern auch von der erfreulichsten Harmonie unter allen an der Gestaltung der Feier Beteiligten. * Im Jüdischen Schwesternheim vereinigten sich am 6. Dezember Verwaltungsrat und Schw esternschaft mit lieben Gästen, um Chanukka festlich zu begehen. Der Vorsitzende wies in seiner gehaltvollen Begrüßungsansprache darauf hin. daß das schöne Heim vor nunmehr 30 Jahren bezogen wurde, und gedachte ehrend der Männer und Schwestern, die sich um das Werk verdient gemacht hallen. Nachdem Stadtrabbiner Dr. Rieger weihevoll entzündet hatte, folgten künstlerische Darbietungen von Frau (Maire Nu II bäum (Geige), begleitet von ihrem Gatten, Frau Hedwig Reif (Gesang) mit Frau Schloßberger am Klavier, und eine Rezitation von J. Rosen stock, denen herzlicher Beifall gezollt wurde. Viel Freude machten die von I rau Louis Lllmann gedichteten und vurgetrageneu heiteren Verse. Eine wirkliche Eeberraschung war das von Frau Helene Zipper! verfaßte und einstudierte feistvolle Festspiel, das die Schwestern Hilde. rmgard und 1 1 s e zu schöner Darstellung brachten Als Vertreter der Stuttgart-Logo überbrachte deren Präsident. Dr. Josef Neu. herzliche Grüßend Dankesworte. Ebenso wurden von anderer Seite den Herren Max Wolf, Dr. Gunzenhauser und Dr. Heinrich Wolf, die seit der Gründung des Schwesternheims dem Verwaltungsrat angehören. Worte der Dankbarkeit gewidmet. * Eine ganz besondere Feier bot der Jüdische Jugend kreis am 8. Dezember im Gelben Saal des Oberen Museums, der die vielen großen und kleinen Gäste kaum fassen konnte, \orsteher Dr. W alter Strauß begrüßte die Anwesenden und zeigte den tieferen Sinn des Jugendkreisos auf, in dem das Israel. Vorsteberamt die Jugendlichen bis zu zwölf Jahren auf überparteilicher Basis dank der Bereitwilligkeit der verschiedenen Bünde geeint hat. Der Redner betonte, daß auf die enge Verbindung mit dem Elternhaus bei der Jugendarbeit besonderer Wert gelegt werde. Seine Ansprache wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. — Nun folgten kleine .Aufführungen. Gesänge, Spiele 11. a. in buntem Wechsel. Glückselig dabei die mitwirkenden Kinderz nicht minder aber auch die Eltern, die an dem Gebotenen ihre innige Freude hatten — wir wissen nicht, ob mehr an den wirklich schönen Leistungen oder an Von der Franckfurier und anderer Juden Kindbetterinnen. Den nachfolgenden, kulturhistorisch ungemein aufschlußreichen Abschnitt entnehmen wir dem 12. Bändchen der Schochen-Bücherei, betitelt „Von der Franckfurter Juden Vergangenheit**. Wer einen Blick in das Frankfurter Ghetto des 17. und 18. Jahrhunderts werfen will, der greife zn den „Jüdischen Merkwürdigkeiten** des 1722 verstorbenen Frankfurter lutherischen Theologen Johann Jakob Sdindt, ans denen Efraim Frisch das hochinteressante Schexken-Bändchen zusammengestellt hat. Die Schriftleitung. Wann die Zeit der Geburt einer Jüdischen Frau herzu nahet, und Bett und Zimmer gebührend darzu bereitet ist. so macht der Hauß-Vatter oder sonst ein frommer jud mit Kreide einen Kreiß in der Stuben au. allen Wunden, auch in und auswendig an der Thür, ich habe auch wohl auf einem Papier mit Din ten solchen Kreiß und die darein geschriebene Worte gesehen, so mit einer Stecknadel an der Kindbetterin Vorhang gehefftet war. In solchem schreiben sie diese Worte: Adam. ChafTah. Chuz Lilis, d. i. Adam. Eva. weg Liliß: LiliH ist*eigentlich ein Nacht-Vogel. Die Juden aber geben vor. Adam habe vor der Eva noch ein Weib gehabt, so Liliß geheißen, die ihm nicht unterthan seyn wollen und dahero von ihm gekniffen: da dann GOtt der Herr ihr drey Engel nachgeschickt die sie sollen wieder holen, diese hatten sie ange troffen am Meer, an dem Ort. wo nadimabls Pharao mit seinem Heer ersäufft worden. Als sie nun mit denen Engeln nicht wieder kehren wollen, hatten dieselbige sie im Meer ersäuffen wollen: sie habe aber gebetteu. sie bey Leben zu lassen, sie seye dazu b -stimmt, daß sie die Knäblein 8 die Mägdlein aber 20 Tag von der Geburt an beleidigen und tödten solle, sie verbinde sich aber mit einem Eyd. keinem Kindbetter-Kind zu schaden, wo sie die Namen dieser Engel geschrieben im Zimmer finden werde. Dahero in dem Kamea oder Pergament dieser drey Engel Namen zu den obigen Worten geschrieben werden: Senoi, Sansenoi. Sammangeloph: durch dieses Mittel wird nun das schädliche Kindbetter-Gespenst, die Liliß verjagt. In Italien scheinthalte man nicht viel darauf!, weil der R: Leo .Mutin. davon schreibt: Niemand ist verbunden diese Manier genau zu beobachten. indem es mehr ein Aberglauben als Gebot! ist. Unsere lettischen Juden aber sind darinn so religieux. daß ein Mann dessen Frau im Kindbett liegt, die Edith nicht zu nennen getrauet, aus Furcht sie möchte sich zu Nacht bey ihm legen ... Es verbieten zwar die Jüdischen Rabbiner denen Ihrigen, sie sollen in Kindes-Nöthen keine Christen-Heb-Ammea nehmen. allein unsere Juden zu F'ranckfurt kehren sich daran nicht, sonderlich wo es etwan hart zugehet. Bißhero ist ihre Heb-Amme sehr alt gewesen, dahero sie offt die Christliche Heb-Ammen Beruffen das sie jetzo so sehr nicht mehr thun. nach dem sie eine rüstige Heb-Amme von Amsterdam vor kurtzem bekommen haben, es wäre dann in schweren Fällen ... In währenden Geburts-Schmertzen and Arbeit lieset etwan ein Rabbi oder sonst Gelehrter im Gesetz und Psalmen, hendeen auch wohl die Worte des ersten den strahlenden Gesichtern ihrer Kinder. Das Programm wurde von den Gruppen Maria Hindunann, Wolf Berlinger. Hilde Strauß, Lotte Stern, Trude Gunz, Fritz Gähn, Regina Engelmayer,' Arno Fisch mann und Heinz bähet bestritten. Alle Kinder waren mit Lust und Liebe bei der Sache und machten ihren Gruppenleitern alle Ehre. Gegen Ende der Veranstaltung dankte der Vorsitzende des Israel. Vorsteheramts. Oskar Rothschild, insbesondere Dr. Walter Strauß, der in vorbildlicher Weise das Einigungswerk der Jugend leitet, und den einzelnen Leitern der Gruppen. Der Redner betonte mit Recht, daß das Beispiel der geeinten Jugend Vorbild für die ganze Gemeinde sein soll und bat um die stille Zusicherung, das Vorsteberamt in seiner Jugendarbeit zu unterstützen. Der lebhafte Beifall der vielen Anwesenden bedeutete hier eine eindrucksvolle Zustimmung. Mit dem Entzünden der Lichter und dem gemeinsamen Gesang des „Moaus zur“ fand die in allen Teilen wohlgelungene Feier einen erhebenden Ausklang. ch Eine überaus zahlreiche Schar von Freunden der Israel. Waisen- und Erziehungsanstalt „Wi Ihelmspflege** fand sich am Nachmittag des 2. Dezember zur Chanukka-Feier in Eßlingen ein. Froher Gesang der Jugend umrahmte das Programm, das zunächst mit einem Zyklus aus den tiefgründigen Dichtungen Bialiks und der vorzüglichen Aufführung einer Szene aus Beer-Hofmunns „Jungem David“ eine ernstere Note ansdilu£. Das Entzünden der Lichter und der gemeinsame Gesang des ..Moaus zur“ leitete zum fröhlichen Teil über, ln musikalischen und sportlichen Darbietungen, in Reigentänzen und Sprechdtören zeigte die Jugend ihr vielseitiges Können, und cs war ihr anzumerken, daß hier nicht nur einstu eiterte Programmuummern geboten wurden, sonderte daß jeder mit Ilerz und Seele dabei war. Eine besondere Eeberraschung bot Fritz Ollendorff aus Mailand, ein Sohn der* Stadt Eßlingen, durch einige Proben seiner hervorragenden Gesangskunst; ein Sang wie Beethovens „Die Himmel rühmen“ in seiner» iedergabe hat wohl noch nie den Saal unseres Waisenhauses erfüllt. Als zuletzt Dr. Alfred S di w e i z e r als Vorstand herzliche Worte des Dankes an alle Mitwirkenden und Freunde, der Anerkennung an „Vater R o t h s di i 1 d“ und seine Helfer, der Mahnung und Ermunterung an die Jugend richtete. konnte auch er mit einer Eeberraschung aufwarten. wie es sich zu Chanukka gehört und den Ehrenvorstand. Landgerichtsdirektor a. D. Ludwig Psalms auff ein Pergament geschrieben der Frauen an, welches eine leichte Geburt soll machen ... Sie haben noch ein ander abergläubisch Mittel, wann das Lauberhütten-F'est schier zu Ende gehet, nemlich am 7. Tag. den sie Hoscfaanna Rabba nennen, nehmen die schwängern Weiber den Esrog oder Citronat- Apffel. welchen die Juden, weil er über Meer kommt, Meer-Apfel nennen, und dessen sie sich bey dem Lauberhütten-Fest bedienen, beissen den Stiel darvon ab, ohne welchen er nicht mehr cousdher sondern posul ist. und das soll ihnen heiklen, daß sie desto leichter gewinnen oder gebähren; da hero wird man alle solche Meer-Aepffel, die sie nach dem Fest gemeiniglich guten Bekandten unter den Christen verehren, ohne Stiel sehen. Sie schreiben in ihrem „Zenorenna“ ... Die Frau soll reden: „Herr der Welt drum weil Eva hat gegessen von dem Apffel, sollen mir Weiber alle leiden, also eine grosse Angst zu sterben, und sollt ich seyn darbey gewesen, ich hält kein Vortheil gehatt davon .. Es haben die jüdische Weiber zwar keine besondere Gesellschaft wie die Männer mit Begrabung der Podien, umb denen in Kindes-Nöthen begriffenen Frauen beyzuspringen, doch welche darinnen etwas verstehen, helffen gerne. So bald nun eine Jüdin in die Weh eint ritt, werden solcher verständiger Frauen, so insgemein die vornehmste sind, zu ihr beruffen, die alles mit angreiffen und helffen; halten solches für ein gar verdienstliches Liebes-Werck. Eine glaubwürdige christliche Heb-Amme. welche gar offt bev gebührenden Jüdinnen gewesen, hat mich Berichtet, daß solche Weiher, deren gemeiniglich drey oder vier sind, die Sache so fort mit Gebell anfahen. ihre zwey gewöhnliche Gebetter sind gar einfältig; I. Auff mein rechten Fuß trett ich / Gott den Herrn bett ich / Daß er entbind / Mutter und Kind / Gebohren soll es weren ' Zu Gottes Ehren / II. Auff dem Berg Carmel / Stehet eine Hindin und schreiet / So kommt ein Engel vom Himmel / Und spricht warumb sdireystu so? / Ich bin eine Gewinnerin / Ich bin eine Gebührerin / Gott wird dir und allen Menschen helffen. Hierauf! rufen alle Anwessende zu jedem Gebet! Amen. Die christliche Amme erzehlte mir, daß sie nach Anhörung dieser zwey Gebetter gefragt: Habt ihr nun gebettet? Und da die Jüdische Weiber antworteten: Jo, habe sie versetzet, so bettet nun auch mit mir. die dann sagten: Jo, wir verstehen euer Gebetter nicht. Die Amme erwiederte, so must ihr es lernen, fing darauf! an zu beten: Wer hofft in Gott und dem vertraut / Der wird nimmer zu Schanden / und wer auff diesen Felsen baut / ob ihm gleich stöst zu Händen /viel Unfalls hie / hab ich doch nie / den Menschen sehen fallen / der sich verläst / auff Gottes Trost / Er hilfft seinen Gläubigen allen. Und ferner: Und ob es wehret biß in die Nacht und wieder an den Morgen / soll doch mein Hertz an Gottes Macht / verzweiflet» nicht noch sorgen / Er ist allein der gute Hirt, der Israel erlösen wird / aus seinen Nöthen allen. Die Jüdinnen hatten gar aufmerksam zugehöret. da sie aber zuletzt das Wort Israel vernommen, frölich gesagt: Jo. das ist wohl ge betten, wohl gebetteu Ist die Geburth glücklich verrichtet, und es ein-Knäblein, so ist grosse Freude im Haufl, und macht der Vatter Anstalt zur Beschneidung und darbey nöthigen Mahlzeit. Ist es aber ein Mägdlein, so ist nicht viel Handels.