Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 17 (1.12.1934)
- Date
- 1934-12-01
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- [Seite] (sequence 10)
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148 - An der Bahre hielt Rabbiner Dr. Cohn eine ergreifende Trauerrede, in der er nochmals ein Lebensbibi des Entschlafenen entwarf und den schmerzgebeugten Angehörigen lindernden Trost zusprach. \iuli ihm entbot im N inten der Gefolgschaft der Hrmu VV .dlersteiner Herr Rauer dem Toten die letzten Grüße. iur die Linier Ortsgruppe hielten \lfred \dler. für die Buadesleitung des R.j.K. iiinI den Landesverband Dr. Max Strand. Stutt- -.111. fiir die Sportgrirppe Bernhard Lei in per cc.itic,herzig, Nachrufe. \lle Redner legten in tiefer I rgrilfenheit ob dedl/ I frübdn Indes eines so uirbddlithen Kameraden und Freundes Kränze nieder. ]• rjedriili \\ alb i-teiner i-t tot. Sein Andenken aber um! Ino .dien, die ihn kannten und schätzten, nie , i lo-dien. 1 Itu. Dei.l-iiei. I raiieiiierrin hatte auf 6. und " \i.»i i!ie! 'ii einer Handarbeit-- und (>a- 1.1 . \ ’! ii - n u g mit pemiitliihem Rei-aninien- -1-01 i-niLel.idori. die. dank der sorgfältigen Vorbereilung. 'ii einem g'liitklüheu Gelingen führte. Die Geil eim u.ii gerne der Einladung pefolpt und so landen eie I o-e und die in ansprechender Weise gei..itene:i Lrfri-ihunpen de- .\orziiplitheit Büffet» : a-dien \b-atz. Die \ or-it/eiide. I ran Lei \. hob :i dm r Repriillunpsan-pr.uhe die Harmonie, in der In \ <>i arbeiten pelei-ti r uiirden. rühmend her\or. ■oi l ein Vu —tbuRmitgli ■! dankte allen Vlitarbeitei innen und Spendern n it herzlichen Worten. Die Re frudiguiig. einem eiäerj. Werk pedient zu haben liier I mag der Vv r.n-talfnng i-I Jfiir eine Kohlenhilfe be-timniti. -> r ..11* n »<hün»ter Dank. Der von Mitgliedern d> - \iiemati-pefiihfte unterhaltende Teil trnp viel z , \ er-ih<iinrmip der Verunstaltung bei. die in -dion-lei Weise Gelegenheit bot. einmal die Sill-, II - \lltaps ZH verpe—eil. Ilm. \:n JV Nnvemlicr -prath Dr. Alfred llirschlierg lb r 11n. in einer -ehr -tark I» -lichten Vrr-ammlung r:I■ r . Deiit-di-jüdi-ihe Gegenwart deut-ihjiidi-ihe /ukriiiff. Der V or-it/inde der l Imer ( .-\.- < h t»g nippe. Recht-,IHM alt Dr. ^Itr-ih. dankte dem Ibiei. iikii Iiii »eine hervorragenden \ii-fiihrunpen. dl. wir in näili-trr Niimmet Ixji der Re-pre<hunp de- .b uhen \oiiraain »nllparr näher vvurdipen werden \11f Lini.idung de- Kultiiraii—ihn—e- -prach Schrift leitei Mali» S | e r II Ii e i m am 2>. ,\ov ember vor einen; aiifpe-ihlo--enen llörerkieiüber „Jtidi-che Duhler der /eit -preihen zu iin-“. Wir kommen auf den mit »Re/itaiioneii verbiiiulenen \ ortrap in näch- -tei Nnmri '; zurück _ Heues oom jüdischen Sport. r Stuttpart. \ o u d n L u I* b <i I I p I ä t z e u. Im Rahmen ih'i \ erb nid»-piele ih r Smlvv e-tdeut-ihen \llieit'4kmeiu-ihilfl faulen am |s. November eitle Reihe ffpit an-ai tt.igener Kämpfe -tan. \nf di in I! r.I .-Pl.it/ trafen -ich R.jh. Stuttpart I iitui J J Ii. I b uh lliei p I \l» Schicd-riclitc r amtierte I Rimkltaidr I ledbronn: ohne fehl. \on Anfang an w (! I« i I . »taik überlegen. und nur -einem vorziipluheti Itirvvart konnte ellejdefberp verdanken, dal! da» I ud1, -ultat vi n 6.2 nicht noch höher atislu l. l i-t;n der zvo i’en Halbzeit gelang eden t •a-ten. diodi »dinelle Durihlitliehe zvieimal ein/n- »ellilen \ ur die-e-n spi,! -landen »uh R.j.l . 'Stuttgart \.H. und H.| l Wannheim WH. auf dem gleichen Plat/ pepeitiibet. In repelnialiipen Vh-tänden fielen in der er-t' ii Halbzeit lei lore fii: Stuttpart. Such die /weit, spi, ||| df(< (ii l! du l eberlepenheit Stuttgart» I rnli'-ui'at s o klar erkennen. Kahn iCimiind) -diu *!-1 nhtern mit. \u,fi (lc r S|I -Itkl'ib Hak" - 11" blieb am IS Xo \ mIno mit beulen Wann-,haften »iepreiih. Sein Gegn< i wai du■ -ui.d K.j.h. Mannheim I und II. Vlann- 111 ir;I I liatti auf dien l’o-tetl eine pilte R> -c tzunp. \,<r .rHrrn -lach bei iluen der plauzende Torwart iierV'O'. Ri; aa-pi p'uh ■re-iii Sf*ieI lap Stuttpart bei Halbzeit inu I o in F itH rnnü. Trotzdem Wannheim ri.uh H.öb/et! zwti I' rc gelangen. mußten -ie -ich dem pr-xt.ikt.V'-i, n spi,.| der Stuttgarter mit 6:2 I" men. D‘k IL W u u»i! Tteti trennten -ich nach schönem spi^l not " o fiir stuttpart. Auch hier war das Zii- -aiiiijien-piei der Stuttgarter bedeutend be-ser. Kriegsopferversorgung. Die Abteilung Kriegsopferverso rgnng d> Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten e. V Landesverband Württemberg, übersendet uns folgenden wichtigen Hinweis. Infolge Gleichschaltung der früheren Kriegsbeschädigtenverbände sind die jüdischen Kriegsopfer aas diesen Verbänden aasgegliedert. Auf Wunsch des nationalsozialistischen deutschen Reichsverbandes ist die llebernahme der jüdischen Kriegsopfer (Kriegsbeschädigte, Kriegerwitwen und -Waisen) in den Reichsbund jüdischer Frontsoldaten erfolgt. Denjenigen in Württemberg wohnenden Kriegsopfern, die nicht schon als Frontkämpfer Mitglieder des Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten sind, wird zwecks Wahrung ihrer Belange anheimgestellt. Mitglieder der Kriegsopferversorgung beim R.j.F. zu werden. Von denjenigen Kriegsopfern, die sich als Mitglieder nufpehmen lassen, muB ein monatlicher Beitrag von RM. —.10 erhoben werden. Es müBten sich gegebenenfalls auch solche Kriegsopfer neu melden, die infolge der vorjährigen Lebernahme schon einmal statistisch erfaßt sind. Die Herren Lehrer und Kirchen Vorsteher der Gemeinden werden gebeten, diese Bekanntmachung an die in Betracht kommenden Personen weiterzuleiten. Die Anmeldung wolle bei den zuständigen Ortsgruppen des R.j.K. vorgenommen werden. Kriegsopfer, an deren Wohnort sich keine Ortsgruppe befindet, wollen sich bei der nächstgelegenen Ortsgruppe anmelden. Dr. Liebmann. Nom Landesverband W ürttemberg des R.j.F. erhalten wir folgende Mitteilung. Die Ortsgruppen sind angewiesen, alle Personen, die berechtigt sind, die Verleihung des Ehrenkreuzes zu beantragen, bei der Erfüllung der Formalitäten zu beraten und zu unterstützen, gleichgültig, ob die Antragsteller Mitglieder des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten sind oder nicht. Es werden insbesondere auch die Angehörigen gefallener, an den Folgen von Verwundungen oder in Gefangenschaft gestorbener oder verschollener Kriegsteilnehmer aufgefordert. sich der Hilfe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten zu bedienen. Die Frist zur Antragstellung läuft am 11. März 19« ab. Kin Freundschafts-Handballspiel zwischen Hukoali und R.j F. Mannheim brachte den .'itiittpartern. die mit Ersatz -pielten. eine Niederlage von I : 1. Der schwere Boden stellte hier enorme Anforderungen an die Spieler. Stuttgart. F u I! I» a I I r > s.u I t a t > vom 21. November: R.j.K Stuttgart I gegen Itus München 1: I (1:01. R.j.F. Stuttgart ATI. gegen Itu» München A ll. 4 : 2 (1 : I). R.j.F. Stuttpart Jugend I gegen Israel. Waisenhaus KIllingen 0 : 0. R.j.F. Stuttgart III gegen KolpingTurnerbund III 2 :1. Ilukoah Stuttgart I gegen J.J.V. Pirmasens I 4:0 (I :0I. Hakoah Stuttgart II gegen J.J.V. Pirmasens II 8:0. Hakoah Stuttgart Handball I gegen J.J.V . Pirmasens Handball 11:4. Stuttgart. Rechtsanwab I)r. I’a ul Tänzer hat als erster Male kabisportier in Württemberg das. vom Deutschen Makkabikrei>! geschaffene ..Makkabi-I.ei- -tungsabzeichen" erworben. Heilbronn. Gleich die ersten Pflichtspiele der neuen Arbeitsgemeinschaft stellten die Heilbrunner Fußballer vor schwere Aufgaben. R.j.F. Stuttgart I und II bewiesen wiederum ihre spielerische Lebe riegenbeit. Die I. Mannschaft gewann mit 6 :0. die II. mit 7 : 0. Dagegen konnten beide Heilbrunner Mannschaften in Pirmasens gegen den dortigen Sportverein ehrenvoll bestehen. Die 1. Mannschaft erzielte nach stark ülterlegenem Spiel ein I : I. die II. blieb mit 2:0 Sieger. Heilbronn. Fußball. Mit der Verpflichtung von „Itns“ Würzburg hatte die hiesige Sportgruppe einen sehr guten Griff getan. Die Gäste rechtfertigten voll den guten Ruf, der ihnen vorausging, und siegten nach allerdings hartnäckiger Gegenwehr der Heilbrunner Mannschaft mit 3:0. So gut Heilbronns I. Fußballelf die schwierige Aufgabe auch löste, so sehr versagte die völlig energielos kämpfende zweite Mannschaft, die sich 11:0 gesailagen bekennen mußte. W'ürzburgs zweite Mannschaft war den Hiesigen haushoch überlegen. Laupheim. Die Handballmannschaft der R.j.F.- Sportgruppe I-aupheim trat am II. November in Augsburg gegen die dortige Handballmannschaft der Privaten Tennisgcsellschaft an. Trotzdem der Platz durch vorausgegangenen Regen grundlos geworden war, entwickelte sich ein flottes Spiel, das die .Augsburger in der ersten Halbzeit mit 0 :4 Toren für sich entschieden. In der zweiten Halbzeit jedoch ging Laupheim mit großem Tempo vor und holte .auch noch bis zu einem Torstand von 5 : 7 auf. Das Ergebnis wäre noch ausgeglichener gewesen, wenn Laupheim nicht, besonders in der ersten Hälfte, großes Schußpech gehabt hätte. Ein gemütliches Beisammensein im Klubhaus schloß sich an den fair ausgetrapetien Kampf an. Heue Jkichec. Erna Sander: ,.D i e Nymphe in S di w a b e n". Verlag Silberburg. Stuttgart. Daß solche Bücher noch geschrieben werden — daß sie überhaupt noch geschrieben werden können! Woher nimmt der Mensch dieser rastlosen Zeit das intuitive Schau vermögen. um hinter die Dinge zu sehen? Um all' die kleinen geistigen Wesenheiten zu schauen, die letztendig Stützpfeiler dieser Welt sind lind es bleiben müssen, wenn der Bau dauern soll. Frnu Sander (die Gattin des gleichnamigen Stuttgarter Augenarztes) sieht in das Herz der Dinge. Sie ist eine Dichterin mit der glückhaften Gabe, ihren Gedanken eine sprachliche Form geben zu können, in der sich die blühende Zartheit eines Kinderdaseins, die märchenhafte Feenwirklichkeit einer nach Schwaben verschlagenen griechischen Nymphe und die schöne Landschaft unserer Heimat im edlen Ebenmaß klassischer Krzählitngskunst paaren. Wenn dieses Werkdien der literarische Versuch sein sollte, die Geistes-Seelenwelt der Antike mit dem Empfindungskreis unseres Stückchens Erde zu vermählen, dann darf man die Dichterin beglückwünschen. Der Versuch ist gelungen! Man legt dieses Geschichtenbuch von den Schwabenkindern Bürbchen und Otfried untl der hellenischen Dryade mit innerer Freude aus der Hand. Und wenn auf Stuttgarts Höhen die Pappeln rauschen, dann ist dem. der die Dichterin verstanden, das fein gliedrige .Vymphlein Melissa nahe . . . Jüdisch«« und , LEVI I ■nd«r«s Schrifttum bei c«iwm»TM«»t»» I Georg Hermann: ..Eine Zeit stirb t." Verlag: Jüdi-che Buchvereinigiing Berlin. Wenn eine spätere Generation einmal zu den Büchern greifen wird, die das für Millionen so schicksalsvolle Erlebnis der Inflationszeit aufzeigen, wenn die Geschlechter kommender Jahrzehnte insbesondere den Menschen als vielgestaltigen Prototyp dieser alles umwertenden Epoche kennenzulernen wünschen — dann werden sie an diesem Roman nicht Vorbeigehen dürfen, wenn sie aus wirklichen Quellen schöpfen wollen. Wie hier der Dichter der „Jettchen Gebert“ eine sterbende Zeit schildert, wie er ihre Menschen und Schicksale gestaltet — das ist ganz große Kunst! Wir alle kennen ja diese Zeit ,— oft nur zu gut! — und wissen um ihre Irrwege. Aber das ist vielleicht das wahrhaft Große an Hermanns Erzählergabe, daß er auch den Irregang mit der prächtigen Noblesse seiner Spruche und der grundanständigen gedanklichen Haltung des dem Menschen und der Natur zutiefst verbundenen Dichters mit verstehender Liebe zeichnet. Die vielen Gestalten des Buches charakterisiert Hermann (der stilvolle Künder deutscher Landschaft) bis in ihre feinsten Wesenszüge ,— und sie alle schließen sich zusammen zu einem Reigen menschlicher Größe und Unzulänglichkeit, über die Gott verstehend ein Lächeln schickt. Man legt dieses Buch, das ein wahrhaftes document liuniain ist. nicht ohne tiefe Erschütterung aus der Hand. — Der gute Schirm Das beliebte Geschenk AStocKschirme Spazierstftcke moderne Kinderschirme ScK, rnnfan.-.- Eugen Rennemüller PostStraße 9 Gegr. 1881 Telefon 23402 Igsertion bringt Gewinn1 Neueste Modelle, billigste Preise Schwetnsnarbenleder r. 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