Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- XI (1934-1935)
- Issue
- 10 (16.8.1934)
- Date
- 1934-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 2)
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- 78 - Zum Tode des Reichspräsidenten von Hindenburg. Um dem tiefen Empfinden der deutschen Juden Ausdruck zu geben, hat die Reichsvertretung der deutschen Juden an das Büro des Herrn Reichspräsidenten folgende Depesche gerichtet: Tiefe innige Trauer um den Heimgang des Reichspräßdenten erfüllt die deutfchen Juden. Als ein Mann, deffen Perfönlichkeit dem Gedanken der tapferen Pflicht feine Wirklichkeit gab, als ein Mann, der dem Alter, das die Bewährung eines Lebens erwarb, feine Größe verlieh, als ein Mann, der das gemeinfame Ganze immer fah, immer auf das Vaterland, das alle umfchließt, den Blick richtete, als ein Mann der Gefchichte ftand Hindenburg vor der Welt. der deutfchen Juden wird fein Bild alle Zeit Die Reichsvertretung der deutfchen Juden ln der Treue bleiben. AUS DEM INHALT: Aach die deutsches Juden trauern um Hin denburg.78 Zn unserer Lage.79 Dem Dichter Walther Heymann zum Gedenken .79 Der Sabbath — ein Weckruf!.80 Biche überwindet den Tod.81 Aendernngen des Versorgungsgesetzes für Kriegsbeschädigte und Kriegshinterbliebene .81 Aus den Gemeinden Württembergs .... 82 Familiennachrichten *.82 ehrung der Gestalt ihres Führers in Krieg und Frieden zu folgen bereit sind.“ Stets hat sich Hindenburg zu allen seinen alten Kameraden aus dem Weltkriege bekannt, und jeder seiner alten Kameraden zu ihm. Und wenn heute das In- und Ausland ehrfurchtsvoll und ergriffen im Geist am Totenbett dieses großen deutschen Mannes steht. — wenn 'alles, was deutsch fühlt aufs schwerste erschüttert ist von dem Verlust, der Deutschland betroffen hat. so darf man aussprechen. daß jeder Soldat der alten ruhmreiche» deutschen Armee sich durch eine eigene und besondere Beziehung innerlich mit dem nun Heimberufenen verbunden fühlte, die seiner — die unserer Trauer das Gepräge gibt. In diese r Stunde* können wir nicht mehr sagen, als daß die Grundsätze, die Hindenburg uns vorgelebt: Pflichtbewußtsein. Verantwortungsgefühl, ein schlichtes Heldentum der treuen Erfüllung persönlicher, nationaler und religiöser Pflichten, in unserem Bunde jüdischer Frontsoldaten als Vorbild bewahrt bleiben sollen. Sein Wort: „Die Treue ist das Mark der Ehre" soll uns Mahnung und Richtschnur bleiben." Baeck Auch die deutschen Juden trauern um Hindenburg. ln der reichen Trnuerschniiick tragenden Stuttgarter Synagoge (und im Rahmen des Sahbathgottesdieifstes com 4. \itsust eine erhebende Tranerfeier liir den verewigten Herrn Reichspräsidenten. Geneliilieidmarsiiiitll von Hindenburg statt. Nach leicrlichem Orgelspiel richtete Rabbiner -Dr. Auerbach ergreifende Worte an die Gemeinde und würdigte die laten und die adelige Gesinnung des entschlafene» grollen Mannes, dessen monumentale Per sonliVhkeit vor den Augen der andächtigen Hörerschaft leibhaftig erstand. Nie haben die deutschen Inden, so betonte der Redner, sich tiefer mit ihrem V aterlande verbanden gefühlt, als in dieser Stunde, da Deutschlands Schmerz i h r Schmerz. Deutschlands I raner i fl re’ Trauer i't. Mit einem Gebet für das V aterfand schied! Dr. Vuerhach »eine Predigt. Gemeinsamer Gesang der Gemeinde bildete den Ab schlaf! der I rnnerfoier. die in ihrer einfachen, schlich ten \rr auf alle Verdächtigen einen tiefen Eindruck machte VV ie irr Stuttgart so fanden auch auf Anordnung des Israei. Olcerrats in allen israelitischen Gemeinden \V irrttembergs am 4. August Gedenkfeiern für den versti.rTeilen Herrn Reichspräsidenten statt. * \;; .-Tic Pies», aller Richtungen widmete - m *1. - IC n ( rberhaiipr des | feirtschen Reicheiiefernpfe;ic Nachrufe*. Wir geben im Anschluß ■ nigi im:.* iic p-c ssc'stininien zum Ie il aii'Ziig'- >> ei». c> . , , ' Der „Schild". Zeitschrift des ..Reichsbunds jüdischer Frontsoldaten“: W ■:is<hen t loiH-ol,laten gedachten dekrani Noiideii». di wir ihn im Ringen mit den! ■ de» 'lode-- ahnten, und wallten uns mit allen I . eigen I roiitkampfern Deutschlands einig in Hirfch dem W mische und der Fürbitte, dal! dieses l eben weiter erhalten biedren möge*. Die Fügung hat es anders gewollt. Gerade heute, am - August löst, wird für uns ehemalige* Soldaten der alten Armee die Erinnerung an da» einschneidendste Ereignis unseres bisherigen Leben». den Beginn de» Weltkrieges, unheimlich lebendig. Lud wieder Stehen wir. nach zwei Jahrzehnten, vor einem Ereignis, dessen geschichtliche Bedeutung in der historischen Grolle der Persönlichkeit liegt, die nun nicht mehr ist. Heute, genau zwanzig Jahre* nach dem ersten Mobilmachungstag. da 1914 die Armee ins fehl zog. ist Deutschlands erster Soldat zur großen Vrmee einberiifen worden. Tiefe Symbolik der Weltgeschichte . . . \m Ff. Mai 19’> schrieb der „Schild“: „Zu Generalfc-Idiuar-chall von Hindenburg blickten und blicken wir jüdischen Soldaten stets in Verehrung und Vertrauen." Am -*v Januar I9v’ war im „Schild" zu lesen: ..1*.» sollte* für Frontsoldaten eigentlich überflüssig »ein. zu erklären, dall sie mit Vertrauen und Yer- „Jüdiseh-liberale Zeitung“, Berlin: „VV ir deutschen Juden, die wir nie aufgehört haben. Deutschlands Schicksal als das unsrige zu betrachten, die wir unserer Heimat trotz größten Leides die Treue* hielten, haben in tiefer E rschütterung von dem Heimgang des Reichspräsidenten von Hindenburg vernommen. Wenn je eine Nachricht Schmerz auszulösen vermochte*, so ist es diese. Hindenburg ist nicht mehr. Die Welt neigt sich in Ehrfurcht vor der Bahre dieses Recken, und wir Juden. — auch in dieser Stunde sei es gesagt. — immer und immer seelisch mit unserem I.andc* vor- . Bünden, empfinden diesen Verlust bis in das Tiefste* ' der Seele. Erinnerungen steigen auf. E rinnerungen deutscher Juden, die auf den Schlachtfeldern Masurens kämpften. die an der Westfront sich schlugen, die überall dort, wo Völker im Weltkriege miteinander rangen, ihre Pflicht erfüllten. Schulter an Schulter mit allen ihren nichtjüdischen Kameraden. Hindenburgs Name war ihnen Begriff geworden. Erinnerungen steigen auf bei uns allen, die wir die Nachkriegsjahre mit wacher Seele erlebten. Hindenburg, kein Tag deutscher Geschichte seit 1914 ohne ihn denkbar. Erfolg durch Insertion in der Geatiileleitani! Laboratorium m HarnootersiiiMen Krauser’scha Apothaka Bficfcsoaztr. lt / Stuttgart / Calwuntr. 9 Allopathie / Biochemie / Homöopathie K0NDIT0REI-CAF£ t eiC*1 HW.71731 dm DCQCItLOCH - Ob. «mmWoes Ojg Mb- Dir. an StraflsnbahnhaltMt. Karten*. Inhaber Georg GSppol, KondHormeUtor Innlm rr rtrL1- *- ° Karl Ncosdiwaiidcr ♦ LKS" imiiiiiiiiiiiiiMiiimmHninieumttiitHtaalMmnnaii Ausführung sämti. FUudmeraxbeUen Gesand WasserleUangsanlagen iiiiiiiiwiiiiiimiiimiiiiuiiiiinniHiiuiniiiiiiiiiiiiiiimi Atenbcrgstnfce 2t (beim Herdweg) z Feru»predier Nr. 289 SO •GEROSTBAUo Fritz Krisch« Baugeschatt Inh.: R. R a 1 c h 1 e, Baumotater Ausführung sAmtl. Gerüstu. Bauarbeiten Soez Gehweofreto Gerüste - Syetem Kriech D.R.P.a. Alexanderen*. 176 Fernspr. 73334 Für die heiße Ferienzeit: ■ Badezusätze, HauifanktionsOle Sämil. 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