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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-07-16 · 8 (16.7.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
XI (1934-1935)
Issue
8 (16.7.1934)
Date
1934-07-16
Page
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- 64 - |ji[Chajim Nachmann'Bialik]0 gestprben. Mittu n«h. ili n 4. Juli 1914. i-I der grüßte jüdi-chc Dicht«-, ui,»c-n-r I »L>-. Ghnjim Nnchntann Bialik. in Wim ein llrr/schlag gc-tnrbc-n. Kin 'Kinn von -c Itc nc r gc-i-tigc-r und nirn-chlichc-r i->l mit ihm cKihingc'gangcn. I rbnrall. wo man mit Im■üi'Mrriina -c ine n Wörtern Inu-chto. wo di«‘ Um-Hirn I irlrsrnliril liatli n. ihn por»ünli«h kcnm-n- /ub-rncii. In-rr-cht lic-l-tr Trauc-r. Aber auch in iIimi wcilc-li-ii jüdischen Krci-en der ganzen Welt findet ITnim-rhnt-ihntl »c limer/liche» Echo. drnn c - wird wohl ki'iiH-n Jiiih-ii U> h> n. der -ich nicht '.«hon an dm . , Iiahc c>> a W orten liialik» erfreute und »ich durch »ie erhidieu grliihlt hat. ' i,-l,- milden mir Ein/i jau—«hnitte au» -einen Dichinnucii kenn« n. die ihnen in \ ortrag—älen /II («« hör gehr,u Kt wurden. Sie alle mögen -i<h an der Trauer i, «lei W« i-e beteiligen. dal! -i«‘ nunmehr /u den "erkei. de- Dichterareifen und -i«h einaehend mit ihn« n h. »«haltigen. Di« - i-t die größte und jedenfalls w nrdia-te I lirniig. die dem Fnt-chlalenrn dargehracht worden kann. Bialik i-I a>-torl» n. aber für'uns -oll « i und wiril er wc itc rlcboci in -«'in«'n Wi'rken. I)i<- ..JinIi-«di«- Bund-«hau li.it dm Präsidenten «ler I >«• i < h - - ertretuns der «lini-ihen Juden. Rabbiner Dr. limik. gehrten. -i«h z lern »chinrr/Iichrn Ereigni» /n iiullein. f l tat - n Iiailifolamden Worten: „Ein Dichter »l.oli.ilik vor nii-. der di«- Genialiliit der l.i«-he Ihm war un-i-r«- hebräische •■spräche nilfit ei e.-rk/eua nur. de—en er -ich bc diente, «ondei ... Kind, daer /u eigen aewonnen. daer!n-fit, i : da» i-r er/oa. daer »ihniiichte und de—en er »i. ein«-, daer heranwach-en und ins leben Irin!i«ten -ah: \ateriiebe und \ater-tolz «•rfiilll.ii i> i. Ihm war da- Kami der \äler nicht nur ein r.ed II. -lindern « ine l ieh«-, nilfit nur eine Freie, -oni). in in Himmel: Ziel der Sehn-inht blieb eihm. au.- ihm lleimal geworden war. immer In - alu.!%.ml. iinnier wieder lordernd und hinau-wei-end. 111:.i war iia-« re jiifli-.h«- Geschichte nicht nur »eine N ei-auaeiilieit. niiht u :r der Wea /u ihm hin und ...i ihm her: -i, war ihm llaaaada. («laube Miller I i Im-. Gewißheit M.11,-1 l iebe. -i>- war ihm Bund mit I..ift und -II Bund mit der /nkunlt. Darum war er ein -. h--i: denn die I i. In maifit -eh« nd. Unsere Gemeinde ehrt Theodor Herzl. , , 1 1 o Ide—eil ■ -' - - i , ' V | . ge-lill- - ■. - . : - i li e r - ' > I -- -a- M n-'.ilti wi . i 1 : . I iiifie- (frael- ]' i - . , - n w- , ihipi.irteit de- M . i . 1 w . _ -i.i dt \i ti Mit- - _. . . : I-. i i e it. r- . eilt el.-l! I ■ . , [i. v der . \.i Iiiai ■■■■.. - . -11 n . - II : . a : le it «!« .. ci.cchmi- «'. ■ le ,|)ie | dh!i erden in. i oih I V i.r" /ua-iinih |r;' . -> di wii der . - 1,11.: I, -I dtrabbijlei .. -d.I .j). lind in der flamme I. l> | . „di. s.. -teilt .iliefi jetzt . I; ider ’d ::i . mit der konig- ■ ' u .. ..' IT-. :!, I )a- I uhj leii.fl- (. - i. :d \naen. lniren die . - \.;. teil-, der einer X «III ri , <tie n Ile t -I «fi'ifili eingingen. .: i de a« i-l«a« n \ .11■ -r de- /iimi-mu- . - iiii'l ti« : e * >. nkei aber -i<- haben nur gedacht und gesungen: Herzl aber hat b e - gönnen Als das Schicksal des letzten Jahres sich auf die deutschen Juden herabsenkte, haben Tau -ende dm Mann der Tat gesegnet. Das Wesentliche an ller/ls Persönlichkeit .ist aber seine Forderung ..R iickki-hr ins Judentum vor der Riidt- ’ kehr ins J u d e n I a n d“. In einem entjudeten Krei« erzogen und aufgewachsen, begriff Herzl erst, was Judentum ist. als ein Lehrer den Juden in ihm kränkte. I nd als der Dreyfns-Prozefi die Welt aufrüttelte. da war es Her/1 selbst, der sich in dem Angeklagten geschmäht fühlte. Jetzt begriff er die Juden als hi-torische Schicksalsgemeinschaft ganz, für die er eine- Heimstatt schaffen will. Nicht trauern um da- Judentum, sondern handeln. Lrlüsung schaffen für län-i-iide und Abertausende — das war nun sein Ziel. Der I. Zionistcnkongreü tagte, auf dem Her/1 nicht nur zu Israel, sondern zum Gewissen der Wi-nscfiheit sprach: er verzehrte sich in rastloser \rlx-it für -«-ine Idee, bis ihn im Jahre I9(H der Tod ereilte. Wenn wir Kaddisch sagen, so schloll der Bediier. dann reihen wir uns mit diesem Gebet in die unendliche Ueihe unserer Ahnen ein. Wir weinen aber al- Juden hallen wir den Glauben an kommende läge. So lassen auch wir jet/t den Geist des loten, de» treuen Kämpfers und ritterlichen Juden in uns lebendig werden. I nd wenn Kinder es nicht für ihn tuen, so sprechen w i r Kaddisch für Theodor Iler/K In tiefer Krgriffenheit'lauschte die Gemeinde den Worten de» Stadtrabbiners. In Anschlul! an die Gedächtnisrede erklang ein Tc-niienbamn sches Männe rqiiartc-tr will Mitgliedern de» Synagogenchors, und als Oberkantor Adler nach dem X ortrag des ergreifenden f l mobracfi.iniim ". in dem der Name ..Theodor Iler/I' genannt wurde, «las Kaddischgebrt sagte da -ihwebte der Geist eines grollen jüdischen Men Der \oibereitende Aii—cfiitH für die Gründling eine- ..SiliulM-rein-“ hatte für den JT. Juni zu einer \ i - r-.i in tu I ii II er in- Obere Museum eingeladen. die einen aiillerurdentlich harmonischen \ erlauf nahm. Dr. Siegfried S a e n g e r begrüllte die Anwesenden und ntnriI* mit knappen. Worten nochmals das f.r/inhungs/iel der Jüdischen Schule in Stuttgart. Kr zeichnete' dann die Aufgaben des zu gründenden >ehulvereiiis. die sich in zwei Richtungen bewegen: einmal -oll die neue Organisation denjenigen jüdischen Kindern, deren Kltern das Schulgeld nicht aufziibringen xermcigeti. den Schulbesuch ermöglichen — dieauch in f orm \on Patenschaften . darüber hinanwill der \ercin aller auch Mittler sein zwischen Schule und Gemeinde. Ein inniger Kontakt soll durch im Herbst beginnende Ausspracheabende her gc -teilt werden. Zu «len materiellen Aufgaben des \ «Teins gehört auch die Bereitstellung will Mitteln für besondere allgemeine Aufwendungen im Rahmen des Schulbetriebs. Nun sprach de r Leiter der Schule. Dr. hmilGoldschmidr. über ..Schule und Hau s". Der Redner lu-tonte die grolle Bedeutung der frühkindlichen I r/iehung. indem er die grundsätzliche psychologische Veränderung darstellte, die das Kind beim Eintritt in die Schule an sich erfährt. Es wird sich aber leicht Und schnell in die neue Umgebung einfiigen und sich bereitwillig ein- und nnterordnon. wenn es mit „guter Kinderstube“ in die neue Lebensetupjx' eintritt. Es i-i auch weiterhin ebenso notwendig wie selbstverständlich. daß Lehrer und. Eltern gegenseitig ihre Autorität in he/ug auf das Schulkind unterstreichen. Erklärung der Reichsvertretung. Die Reichsvertretnag der deutschen Juden hat folgende Kundgebung erlassen: In Uebereinstimmung mit der großen Mehrheit der deutschen Juden und unter Zustimmung der Vertreter aller Organisationen hatte die Reichsvertretnag der deutschen Juden an die verschiedenen jüdischen Gruppen die dringende Mahnung erlassen, in dieser ernsten Zeit den polemischen Richtungs. k a m p f einzustellen. Die verschiedenen Gruppen hatten denn auch, ohne damit irgend etwas von ihrer Eigenart aufzugeben, bis vor kurzem diese gegenseitige Bekämpfung unterlassen. In letzter Zeit ist aber wieder hSedanerlicher Streit ausgebrochen. Die Reichsvertretnag muß deshalb mit allem Nachdruck feststellen: Vaterländische Gesinnung und Zuverlässigkeit und Hingabe an das deutsche Vaterland sind, ebenso wie jüdische Gesinnung und Treue gegen das Judentum, kein Sonderbesitz irgendwelcher Gruppe der deutschen Judenheit. Die Anhänger keiner Gruppe des deutschen Judentums haben es an vaterländischer Treue fehlen lassen. Keine Gruppe darf es für sich allein beanspruchen, die vaterländischen Gesamtanfgabcn des deutschen Judentums zu vertreten. Dieses Recht kommt der Reichsvertretnag der deutschen Juden zu. Sie weiß es zu wahren und ansznüben. Die Reichsvertretung der deutschen Juden Baeek. -eben über der Beiergemeinde und senkte sich tief in die Herzen aller. IDie Sprechstunde des Schulleiters soll den Eltern eine gesinnungsvollc Behandlung aller einschlägigen fragen ermöglichen: denn auch der Schule, so betonte Dr. Goldschmidt. kommt es mir auf das Glück der Kinder an. Und pieses „Glück“ heißt: „In Harmonie sein in 11 s i ch s e 1 b s t“. lind ,.E d I e s \V o 11 e-n“. Dies soll im Rahmen eines Erziehung— ideals erreicht werden, als dessen markanteste Züge vom Redner ..Weitsicht im Bereich der jüdischen Kultur und der allgemeinen Kultur“ überhaupt und „moralisch - geistige Selbstbehauptung“ bezeichnet wurden. Leber „Das erste Schuljahr" sprach Lehrerin Lotte Stern. In reizvoller Darstellung schilderte Erl. Stern die kleinen und großen Sorgen der „Erst klafilinge“ sowohl als auch der Lehrerin selbst. Soll doch der Schulneuling sich in die neue Ordnung einfiigen lernen und viel neues Geistesgut in sich auf nehmen. Wie sehr eine moderne Pädagogik aber diesen gewiß oft schwierigen Prozeß zu meistern versteht. wie sie die Kinder aus dem Erlebnis des Elternliau-es und seines jüdischen Brauchtums heraus zum Lernen führt, wie das Verständnis der Bibel z. B. ander kindlichen Vorstellungswelt erschlossen wird — das zeigte die Rednerin in höchst anschaulicher Weise. Und für den inneren Geist, mit dem diese Erziehungsarbeit geleistet wird, sprach am schönsten der Wunsch Erl. Sterns, am Schluß des Schuljahrs von den Kindern ebensoviel gelernt zu haben — wie die Kinder von ihr selbst. Das dritte Kurzreferat hielt Lehrer Wolf Berlin g e r über „Alltag und Schn l e“. Der Red Die Gründungsversammlung des Vereins „Freunde der Jüdischen Schule" in Stuttgart. „ Zmedässigec Jieise&egteÜec Alle? für die Reise in bester Qualität zu sehr günstigen Preisen I ~ ist Ihnen stets ein Koffer von Qea.S).J(ttipp Sehr zuverlässige Ernst Weinstein-Straße (Sofien- Koffer von RM. 6.75 an Straße) 21 A - Ecke Tübinger Straße AUS DEM INHALT : ( ii": \ •! •!. :m 1 > ’.ilik g. 'li.flll'I, <>4 , (; ■ j- , i 1! i! ’ »r 11» r/l ia .. ■«■! . ■: 1!r <1 *» t IT c . I 'i!I^ M < Mit ", .‘MTv ili Ili \ t : i - «J i fnn.jf de« J rt!i‘;t»41 i f ,i ■ * 14, > . 1 ■ "i.l: yflllt «i. M lilit i .1 : « '»iiii.! u II11«! iif.iiMiit - i li* u ’ (>“» < . M 1 m 11* HL ' ll**fi|lTl JllilfDii- - rmi - ' lii;l \| ii1iI murr "sth ft - <i Ihrini h*» 1 " Pli 1)! 1 kIIIII II.| 1 pull-'*! r \ii- ' .. 11 tih N m t *r« [« au«- fh‘ r ( »«•umtihI« Mun- 1 . h~ V *IpT!t i tf (irn L. Hlut)7 ,\* .st ■ ' i i S |x»ri . . fT I* aiml!• iiii.it iti uiitrii h*' Laboratarioin rar Hamantenadmneen Krbuier’tcht Spolhtks Bödlsaastr. IO Stattfart , Calwerstr. ♦ Allopath!« / Blochamia / MoaaAopathla •GEROSTOAU• FritZ Krisch« Baugesch&ft Inh.: R. Reich le. Baumeister Ausführung sdmtl. Gerüstu. Bauarbeiten Soez Gehwegfrete Gerüste - Sy*t*m Krisch O.R P.m. Alexanderatr. 176 Farnspr. 73334 KONDITOREl-CAFt TtM. 7373t DEGERLOCH Ob. WsHisteioe 23 __ Dir. an Strafianbihnhaltest. KaHtfr. Inhaber: Georg GAppel, KondttormeUtsr ItSHitn n npfifclii fftr KaMmuta ■. 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