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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1934-01-01 · X. Jahrgang Nr. 22 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 22
Date
1934-01-01
Page
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— 202 - Zufammenfdiluß— die Forderung unferer Zeit! Wenn auch die im nachfolgenden Artikel Bestellten Forderungen in unserer Gemeinde und in anderen Gemeinden des Landes schon weitgehend dnrrbgeführt sind, so Lehen wir der Kinsendunc eines geschätzten Gemeindemitslieds doch Lerne Raum. Es maL einer Aussprache an dieser Stelle überlassen sein, festznstellen, inwieweit eine weitere Zentralisiernne unserer freien jüdischen Wohlfahrtspflege anLe/eiLt ist. Dje SchriftleitnnL. Hülmnullt iiin Alten!" Dieser bequeme Grund -.11/. entspricht ,1er berühmten und beliebten These wui der .. I rü^heit des ller/ens". K- (tibt Menschen und Cienieinschnften. die sich ihm zeitlebens hinpeben nd ja nicht aufperiittelt werden wollen, selbst wenn sie damit in ihr X > rderl»en rennen. Man sollte glauben. der große ITnschwunp. den das abpelaufene Jahr prbracht hat und die Bewepunp. welche alle seitherigen Werte lumvcrtct und in neue Formen piellt. habe auch jeden einzelnen von uns aufperültelt Nt dein so' Schi-inbar ja. in Wirklichkeit aber ist recht wenip claion zu spüren! In unserer Gemeinschaft ist noch nicht allzutiel 'ein der -Organisation der vorhandenen praktischen, realen Wirts&aftsmöglirlikc it“ zu verspüren, die der neue Staat nach den Worten des Keichsw irtschaftsministers Schmitt anstrebt und deren /weck es ist. jede Xerzettelunp im Wirtschaftsleben und jede vermeidbare Doppelarbeit /u verhütet!. Hier soll nicht die Rede sein von der Möglichkeit der \ ereinfachung der behördlichen Leitung unserer’ Religionsgemeinschaft und unserer Religionsgemein-' den. Mit dieser Frage haben sich die zuständigen Organe, tiberrat und Landesversammlung zu befas- ' sen und anscheinend auch schon — wenn auch vielleicht etwas zu zaghaft — beschäftigt. Ich habe zunächst im Auge die Vereinfachung und Zusammenlegung unseres" Vereins wesens in bezug auf die Wohlfahrtspflege. Wir haben an die 40 Vereine in der Gemeinde Stuttgart (einschließlich der Landesvereine). Die Vereine leben selbstverständlich, wenn man von ihrem nicht allzureichlichen Grundstock absieht, der übrigens auch aus Mitteln der Steuerzahler herrührt, ausschließlich von den Beiträgen der Steuerzahler. Die Leistungsfähigkeit der Steuerzahler aber sinkt von Tag zu Tag und e> sollte ein Weg gefunden werden, durch Schaffung bzw. Ausbau eines einheitlichen Wohlfahrtsamtes innerhalb unserer Gemeinschaft die Verwaltungskosten auf ein Mindestmaß zurückzuführen und mit dem System eines Einheitsbeitrags für Wohlfahrtszwecke auszukommen. Dem Einwand, daß ja die Vereine in der Hauptsache ehrenamtlich verwaltet werden, ist entgegenzuhalten, daß gewisse Kosten und Aufwendungen immer unvermeidlich sind und vor allem, daß die Linke oft nicht weiß, was die Rechte tut. d. h.. daß vielfach nebeneinander zu den gleichen Zwecken gegeben wird. Daß diese Methode von mancher)» gewissenlosen Hilfsbedürftigen ausgenützt wird, ist eine Erfahrungstatsache, die schon oft erörtert, aber bis heute nicht aus der Welt/gesehafft wurde. Der Grundgedanke bei Schaffung des Landesverbandes für jüdische Wohlfahrtspflege IL.J.W.) und des Fürsorgeamts war gerade der. zu zentralisieren. Freilich wollte man damals die einzelnen Vereine nicht beseitigen. Jeder Wohltätigkeitsverein. der geschaffen wurde, hat gewiß seine Berechtigung und hat segensreich fewirkt. Aber heute, wo die Bevölkerungszahl und der Wohlstand unserer Glaubensgenossen abwärts geht, erscheint doch die Frage gerechtfertigt, ob wir uns den Luxus so vieler Vereine noch gestatten können und ob nicht durch ihre Zusammenziehung viel Geld zu Gunsten der Armen und Hilfsbedürftigen gespart werden könnte. Der Gesichtspunkt, daß der und jener im Fall der Zusammenziehung der -Vereine ein liebgewordenes Ehrenamt aufgeben müßte, darf nicht entgegenstehen. Wer. die Fähigkeit Lust und Liebe nncl die Kraft hat mitzuwirken, kann sich auch bei einer einheitlichen Organisation betätigen. Mir schwebt der Gedanke vor. ein einheitliches Wohlfahrtsamt der jüdischen Gemeinde Stuttgart zu schaffen. welches in einzelnen Unterabteilungen alle Spar ten führt die seither vom Fürsorgeamt und von den einzelnen Vereinen besorgt werden. Ob und inwieweit auch die Aufgaben der Landesvereine oder eines Teils derselben übernommen werden könnten, ist eine Frage, die eingehender Prüfung bedarf und sehr wohl auch der Erwägung wert ist. Die Ausgestaltung im einzelnen kann erst dann ins Auge gefaßt werden, wenn grundsätzliche Bereitwilligkeit besteht auf seiten der vielen Vereine, die Auflösung oder besser gesagt Ueberleitung in eine Zentrale in Form der Fusion vorzunehmen. An Stelle des Kleinbaues der einzelnen Vereine soll ein stattliches Gebäude errichtet werden, von welchem aus sämtliche Zweige des Armen- und Wohlfahrtswesens mit ganz wenig besoldeten, aber vielen ehrenamtlichen Beisitzern einheitlich, mit weniger Aufwand als seither besorgt, vielleicht auch neue Formen der Hilfeleistung gefunden werden. Meine Ausführungen sollen heute nur die Anregung geben, diesen Gedanken der Vereinheitlichung in allen bestehenden Einzelvereinen durchzuprüfen und das Ergebnis der Prüfung bekanntzugeben. Alles "weitere und alle Einzelheiten sollen dann gemeinschaftlich beraten werden. Dr. Gunzenhanser. Warum braudien wir Werkarbeit? Wenn wir unseren Blick in die Zukunft richten, treten Fragen an uns heran, die nicht allein durch den Geist, sondern in der Hauptsache durch praktische Arbeit gelöst werden müssen. Schon gleich nach dem Weltkrieg hat man erkannt, daß man den handwerklichen Beruf im deutschen Judentum zu fördern hat, doch nur wenige wußten ,-s in die Tat umzusetzen. Die Akademikerlaufbahn »der der kaufmännische Beruf wurden bevorzugt. Wenn sich nun heute angesichts der neuen Zeit die Jugend handwerklich umsaiult. so darf sie nicht vergessen, daß Generationen vor ihr die manuelle Arbeit wenig gepflegt haben. Sie darf nicht vergessen, daß liier ein Schicksalserbe auf uns lastet, das mit Umschulung allein nicht gelöst werden kann. Wir können wohl Landwirt. Schreiner, Maurer. Zimmermann usw. werden, und doch dabei manuell sehr, ungeschickt sein, denn der Sinn für die praktische Arbeit ist uns eben im Laufe der Generationen verloren gegangen. Dieser Sinn soll in der Werkarbeit wieder geweckt werden. Es gilt, sein Handwerk mit Freude zu erfüllen und darüber hinaus geschmackvolle und praktische Dinge fürs Leben selbst zu zimmern. Je mehr Möglichkeiten an uns herantreten, wie solche Dinge praktisch gelöst werden, um so vielfältiger wird unser Sinn für all dieses ausgebildet. Wie wichtig es ist die Freute an der manuellen Arbeit zu wecken, haben unsere modernen Schulen schon längst erkannt ja sie haben erkannt daß gerade bei diesen Arbeiten nicht nur Wrihchlcr- Kosterijc - schöpferische Kräfte und Schönheitssinn, sondern auch Gemeinschaftssinn geweckt werden kann. Daß deshalb der Werkunterricht in der kommenden Schule mit an erster Stelle stehen muß. ist selbstverständlich. denn es wäre für unsere Zukunft der größte Fehler, wenn wir diese Aufgabe zu leicht nehmen würden. Es wäre zu kontrollieren, welche Erfolge durch den Werkunterricht an bereits schon bestehenden jüdischen Lehranstalten erzielt worden sind, und es wird sich heraussteilen, daß auch hier diese Frage viel zu wenig ernst genommen wurde. Unter Werkunterricht versteht man nicht nur Basteln, sondern Zeichnen, Malen. Radieren. Holz- und Linol-Schnitt Modellieren, Schriftschreiben. Papierarbeiten und kleine Schreinerarbeiten. Um dieses aber richtg auszuführen, einzuteilen, und freudefördernd zu wirken, ist eine ganze Kraft nötig. Das Kind aber, welches die Freude an allem Schönen und Selbstgearbeiteten empfunden hat dem wird es nicht schwer fallen, in jedem handwerklichen Beruf. ein wirklicher Handwerker zu sein. Wenn nun das Jüdische Lehrhaus in Stuttgart Werkarbeit unter Leitung des Unterzeichneten seit kurzem in seinen Kursen aufgenommen hat, so war man sich bewußt, daß hier ein lebenswichtiges Gebiet aufgebaut werden muß. Es ist deshalb nicht zu verwundern, wie heute schon Menschen verschiedener Altersstufen, ledig und verheiratet sich an der Werkarbeit im Lehrhaus beteiligen. Obwohl die technische Einrichtung für diesen Kurs dem nicht entspricht. was dort geleistet wird, kann man es unbedingt als Erfolg ansprechen, daß man mit so geringen Mitteln, ohne Hobelbank, ohne Werkstatt doch schon manches fertig gebracht hat Leider ist heute noch die ganze Arbeit auf wenige Stunden beschränkt, obwohl dieser Arbeit von allen Seiten größtes Interesse entgegengebracht wird. Deshalb wäre es ganz besonders zu begrüßen, wenn recht bald die Gemeinde eine gemeinsame Werkstatt für Schale und Lehrhaas zur Verfügung stellen würde. Hermann Fechenbach. KAM Mr*i Stattgart-N. FiMMtftstrafe«, Rat Nr. aB2fg. varpOlc*- ist sich, VcrrisnUigasgaa. von WertMbrletsn, PiiIiMNib, Elaladuagsa a. dergt.la tadstlaarr AaafOhruag bei billigster Berechnaag vorzunekmeci. . Wir •mpfolilhn: NaMStMCh AA 150 cm breit ffOr Leintücher, solide Oebrauchsqualitüt.p. mtr. «*M d dR ISO cm breit für Sterke Leintücher mite» I I Fabrikat.p.mtr. MS Streifen* u. Iluatssdaaul QA 130 cm breit In verschiedenen modernen Muttern.p. mtr. l.|| Relalele.KOclienliendtOcher tan 40/100 gesfiumt und gebindert per StOc* LANDAUER STUTTGART / MARKTPLATZ HOCHBERGER STUTTGART TORSTRASSE 91 - TELEFON SA. 9S719 Flrborol u. dien. Waschanstalt Der Schneider Inh.: Kart Ströhlain / Telefon 23102 Kronprinzstr. 20 A Eingang Oymnanuwstr. des eleganten Herrn — DAM EN FRISIERSALON Telefon 24413 HERZOG erkälten unb die Finger ebfrlrrtn, wenn man (Ir meniq Geld die gante tznnewäsche als Psnabmäsch« in der Wnschnnjtnlt Otto* AiiDIer $«Ibc*lee*c»ftr. 11 e, Telcfaa 70100 machen lassen kann. 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