Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 21
- Date
- 1934-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
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- 104 - Hon verschiedenen äußeren Einwirkungen. Eine lebhafte \ussprache schloß sich an das mit großem Beifall iiufgenommene Referat an. Stuttgart. Im Berthold Auerbach-Verein fanden eine Reihe von wertvollen Veranstaltungen statt: Am 9. Januar sprach Rechtsanwalt Dr. Paul Tanzej über ..Juaen und Araber in Palästina*. Der Redner zeigte die jüdisch-arabische Frage in äußerst instruktiver Weise auf. An Hand statistischen Materials wies Dr. Tänzer nach, daß Palästina jetzt noth 70 000 bis 7’ 000 Familien aufnehmen kann, ohne dal! die Araber hierdurch beeinträchtigt werden, hs ist vielmehr Tatsache, daß die Fellachen sich immer mehr in die Wohngegenden der Juden ziehen, da sie von diesen die rationellen Arbeitsmethoden lernen. Von einer Landlo'swerdung der Araber kann keine Rede sein, nachdem 90 % des Bodens arabischen Ciroßgrundbesitzern gehörte. Der Grund der jüdischarabischen Frage ist politischer Natur. Durch die mandatsmäßig gesicherte Einwanderung der Juden fürchten die Großgrundbesitzer um ihre Machtstellung. Heute wird an der Lösung des Problems insofern gearbeitet, als man einen jüdisch-arabischen Gemeinschaftsstaat schaffen will, der insbesondere den Arabern ein menschenwürdiges Dasein garantiert. Die Anwesenden dankten für das überaus sachliche Referat mit lebhaftem Beifall. * - Einen schönen Verlauf nahm die f* reitag abend-Feier vom 12. Januar, zu deren Beginn Stadtrabbiner Dr. R i e g r r eine geistvolle Ansprache hielt. Später lauschten die* \nw e*-c*ndc*u an fe stliche! Tafel wertvollen Vorlesungen aus neuer jüdischer Literatur. * Die G e n e r , I v > , s a ,» in 1 u n g des Berthold Vuerbach-V ereins fand am 25. Januar statt. Leber ihren Verlauf berichten wir in nächste! Nummer. * Ani ersten Abend eines Zvklus über ..Neue jüdische Dichtung“ sprach Schriftleiter Hans Sternh e i m über ..J ü d i s ch e l. v r i k als A u s d r u ek unseres Erlebens“. Eine außerordentlich gut getroffene Auswahl von neuen Gedichten jüdischer Autoren vermittelte einen starken Eindruck. Das Erlebnis unserer Zeit hat einem Kreis bekannter und bisher fast unbekannter Dichter zu einer Schöpfung Anstoß gegeben, die. wie diese Reihe von Gedichten beweist, intensive Ausdruckskraft mit teils elementarer Gefühlsstärke verbindet. Hans Sternheim sprach die Gedichte mit lebendiger Begeisterung und* fand in seinen ernsten und mahnenden Geleitworten den stilechten Begleittext zu dieser Lyrik, die uns alle in erster Linie angeht. Mir hätten allen Grund, die in einigen dieser wirklichkeitsnahen Versen ausgesprochenen Mahnungen zu kultureller und sozialer Aufbauarbeit zu beherzigen. Hans Sternheim fand den ehrlichen und reichen Beifall eines erschütterten Hörerkreises. M. G. . Stuttgart. Man schreibt uns: Vom 24. Dezember 19?? bis I. Januar I9?4 veranstalteten die ..W c r k 1 e u t e“. Hund jüdischer Jugend, in Berlin ein Lager der Führerschaft des Bundes, an dem auch die Führer der hiesigen Gruppen des Bundes teilnahmen. Im Mittelpunkt des Lagers stand eine Rede von Dr. Hermann Gereon, dem T iihrer des Bundes, über die jüdische Stellung der ..Merkleute*. Sie zeigte noch einmal den ganzen M eg einer jahrelangen Entwicklung auf. wie von der jüdisch unerfüllten Lage der Einzelnen ausgehend, die Auseinandersetzung mit dem Liberalismus begann, w ie man den Weg zu den Quellen jüdischen M iederanschlusses und zum jüdischen Nationalismus fand. Immer geht es dgm Bund über die Lösung der gesellschaftlichen Fragen hinaus vor allem um die geistige Erfüllung des jüdischen Lebens, wiejsie besonders auf dem vom Bund schon seit Jahren begonnenen Weg des Lernens 'gefunden wird. .Mich die Arbeit des Bundes und sein Leben in Palästina wird von dieser Grund- Es war Ja so schön in Mührlngan I Stuttgarter jadlsdte Jugend aus der Ferienkolonie des R.j.F einstellung wesentlich mitbestimmt sein. Einzelne Gebiete der zionistischen Arbeit und Problematik behandelten Referate von Kurt Blumenfeld, E n z o S e c e n i und M a r d u k S di u 11 n e r. Kurt Blumenfeld sprach über Fragen der Zionistischen Organisation. Das Referat von Sereni hatte die Araberfrage zum Gegenstand, an die er von neuen Gesichtspunkten aus heranging. Schattner sprach über die Kibbuzbewegung in Palästina. — Mie bei allen Treffen des Bundes fanden auch auf diesem Lager täglich Bi b e I k u r s e statt Einen Abschnitt aus der jüdischen Geschichte behandelte ein Referat über den Chassidismus. Unterhaltungen über pädagogische Fragen zeigten eine Menge von Problemen auf. von denen liier nur eines angedoutet sei: Immer war für die Menschen des Bundes eine streng geformte menschliche Haltung bestimmend, die sie aus der deutschen Jugendbewegung übernahmen. Auch nach dem Verlassen der bisherigen deutsch jüdischen Richtung soll dieses Moment in die Erziehung einbezogen bleilven. — Leber die sachliche Arbeit in Kursen und Arbeitsgemeinschaften hinaus lag ein wichtiger Bestandteil des Lagers im Neubeginn und der Festerknüpfung vieler menschlicher Beziehungen. Mit dem Abschluß* des Lagers fiel die Alijah einer geschlossenen Gruppe von 20 Menschen zusammen. die den Weg des Bundes in Palästina weiterführen werden. Stuttgart. Am 18. Januar verschied Frau Clara Edenfeld geh. Koch, einen Tag vor ihrem 83. Geburtstag. Trauernde Töchter. Enkel und Urenkel sowie ein großer Kreis von Freunden und Bekannten umstanden die Bahre der ehrwürdigen Greisin, einer wahren Repräsentantin der guten alten Zeit. Mit Recht betonte Stadtrabbiner Dr. Riege r in seinem warmherzigen Nachruf den kulturellen Hochstand des Edenfeld sehen Hauses, in dem die Entschlafene, ausgestattet mit allen Tugenden einer braven jüdischen Hausfrau, an der Seite ihres heute noch unvergessenen Gatten waltete. Großzügige Gastfreundschaft wurde dort geübt. Kunst, und vor allem edle Musik gepflegt, eine Tradition, die sich auf Kinder und Kindeskinder fortpflanzte. Erinnerungen schönster Art worden da wieder lebendig bei den Aelteren des Trauergefolges: alle gedachten mit Dankbarkeit der liebenswürdigen Frau, der es Lebensaufgabe war. andere zu beglücken. Trotz schwerer Heimsuchungen in den letzten Jahren bewahrte sie sich bis in ihr G reisenalter Gott vertrauen und ein sonniges Wesen. - So wird Frau Clara Edenfeld fortleben im Gedächtnis aller, die sie als einen Menschen von wahrer Herzensliebe kannten. Voesckau auf. kommende Veranstaltungen. Siehe auch die Ankündigungen Seite 191, 194, 195. Stuttgart. Wie in letzter Nummer schon mitpeteilt. befindet sich der Betsaal der Israel. Religionsgesellschaft ab 1.Februar in der Schlosserstr.2. Anläßlich der Uebersiedlung findet am 3. Februar ein Festgottesdienst statt. Stuttgart Zu einem interessanten Film- und Bildbericht über Palästina lädt die Stuttgart-Loge auf 3. Februar ein. Dr. Gramer und Dipl.-Ing. Braun.schweig haben Film und Bilder aufgenommen. Stuttgart Der Israel. Frauenverein veranstaltet demnächst wieder ein geselliges Beisammensein. worauf wir unsere Leserinnen aufmerksam machen. Stuttgart. Am b. Februar veranstaltet der Berthold Auerbach-Verein einen Vortragsabend mit Rabbiner Dr. Max Grünewald. Mannheim. Der Redner, der weiten Kreisen des deutschen Judentums insbesondere durch seine vorbildliche Jugendarbeit. die in der ..Jugendgemeinschaft“ der Mannheimer Gemeinde ihren trefflichen Ausdruck gefunden hat. bekannt geworden ist wird über das Thema ,.W ie steht jüdische Jugend zur Religion?** sprechen. In einer Zeit, die vom deutschen Judentum auch eine Rückbesinnung auf seine religiösen Werte forciert, ist die Ansetzung dieses Themas besonders zu begrüßen. Am 10. Februar veranstaltet der B.A.\. wieder einmal einen Gemütlichen Abend, und am 20. Februar beschließt Dr. Malter Einstein den Zykluüber ...Neue jüdische Dichtung* mit einem Vortrag über den Dichter Max Brotl. ■ Das neue Programm des \ ereins wird demnächst bekanntgegeben. Stuttgart. Die Stuttgarter Jüdische Kunstge in e i n s ch u f t wird demnächst mit ihren Veranstaltungen beginnen. Die für die kommenden Monate vorgesehenen vier Aufführungen werden die Besucher außer mit bewährten hiesigen auch mit namhaften auswärtigen Künstlern bekannt machen. Die Einzeichnungsfrist wurde auf vielfachen Wunsch kurze Zeit verlängert. Aus allen Kreisen der hiesigen Gemeinde und auch aus einigen größeren Gemeinden des Landes haben sich Persönlichkeiten in einem Beirat zusammeneschlossen. der über die grundlegende Gestaltung er Arbeit Wünsche und Anregungen vermitteln soll. Die Vorbereitung der Aufführungen selbst liegen bei einem Arbeitsausschuß. Stuttgart. Am 26. Januar w urde Frau Meta Kahn geh. M eiler zu Grabe getragen. Stadtrabbiner Dr. Rieger pries in seinem tiefergreifenden Nachruf die Entschlafene als eine Frau von seltener Seelengute und Mütterlichkeit, die der Sonnenschein ihrer Nächsten und auch ihrer Freunde war. Und alle, die sich um die Bahre scharten empfanden, daß bei dieser Frau kein Mort des Rühmens zuviel war. Ihr Andenken wird bei allen, die sie kannten, in hohen Ehren gehalten werden. Stuttgart. Diesek Tage waren es 25 Jahre daß J. Heidenheimer, Stuttgart, in die Geschäftsführung der bekannten Stuttgarter Firma F. Heidenheimer G. m. b. H., Fabrik technischer Gewebe, eingetreten ist Die Entwicklung der Firma in diesen 25 Jahren ist gekennzeichnet durch einen steten Aufstieg zu einem Unternehmen von Bedeutung innerhalb der Branche weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Herrn* J. Heidenheimers unermüdlicher Tätigkeit, unterbrochen nur durch annähernd vierjährigen Kriegs- bzw. Frontdienst, kommt ein wesentlicher Anteil an dieser Entwicklung zu. Starke persönliche Initiative, Inohes Verantwortungsbewußtsein und große .Schaffensfreudigkeit zeichnen den Jubilar aus. Berthold Auerbach-V ercin Samstag,* 10 Februar. Kurhaus aut der Heid, abends 8 Uhr. OMi*tllch*r Abend mH kflastlarlschaa Darblataagea * Dienstag. 20. Pebr.. Stuttgart-T-oge. Catwerstrafte 33 Hhs . abends 8 Uhr. spricht Dr. Wnltnr Klnsteln Ober •Dar Dichter Max Brod*. Wir laden xu diesen Veranstaltungen herrlich st ein Verfette Stenotypistin ■H Mn Una. auWa«. schriftliche UiMtm ,. «SrMU*Ufn Rua. tetiieife ul Um- 3e*t. tifnt e^n». »chchft» Swhifl k. SC« ~~ Itcaapmftt ■* etttwlwln* BHmMsri a. OitzRifff.RMea.Rschea . Nschmalrlhm. \emi* Mit>ar^—jrMflrtifae|isl8r|M JiMis»- Ritzer» Barch Me Reittsbni iai.Fmtsailileo Ortsgruppe Stuttgart Wir teilen mit, daft die Aufnahmesperre fOr unsere Sportabteilung wieder aufgehoben ist. Wir betonen ausdrücklich. daB jeder Angehörige der Gemeinde in der Sporlabteilung des R J. F. Aufnahme finden kann, insbesondere also auch Nichtkrlegsteiinehmer sowie Söhne und Töchter von diesen. R.J.F. Mariens!rafte 2 3EE0HBB Übersetzungen jeder Art. EafllsA, Praazaalsch, Itaüeaisdi unter Zusicherung einwandfreier u. prompt. Erledigung, ebenso deutsche Maschinenschrift liehe Arbeiten. ERNESTO LEVI HauptstfttterstraBe Nr. 02 Zorn geselligen Beisammensein am Dienstag, den 6. Februar 1934, im Logen-Lokal, Calwerstraße 33, nachmittags 3 - Uhr, ladet herzlich ein der Israel. Frauenverein jad iffTf aOm ■MHrsb äitnmer Mit aoftcr Peafisa (gxte Veraste» mnatz) pOU etkem iltrrni Herr» §e- ML tapHtt sattr •. 140 em Mt SemriaM-ettaaG. Kleine Anzeigen ln die Gemeindeztg. GRAB-DENKMKLER liefern in jeder gewünschten Ausführung und Steinart zu billigsten Preisen fix und fertig versetzt MARMORWERKE OFFENAU OFFENAU */n. INH.: MOSES REIS SÖHNE - HEILBRONN WIRTSCHAFTS BERATUNG Julius Paul Eppstein Stuttgart / SllcherstraBe 9 / Fernsprecher 62730 Btlcharravisor, Wirtschafts¬ und Stauarbaratar Aufstellung von Steuerbilanzen, Fertigung von Steuererklärungen. Eimäßigungsanträge auf GebäudeentschuTdungssteuer, Behandlung von Am nestle fragen, Anlage von Buchhaltungen. QememdemUgtiedec! 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