Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 20
- Date
- 1934-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
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Dcvt tiefsten Sehnsucht unserer Her/en ist damit \»»druck p'p'lM'n. Wer von uns hielte «len Drnck der Sorten, den Kumpf titns tägliche Brut. die KIciu lichkeiten des Bernfsiirirers. dns Keine-Xrit-I laben und was sonst noih alles /.u unserem W erktug gehört .111». wenn wir nullt immer wieder etwas hatte» auf da» wir ans freuen dürfen. Wenn uns der Biihetag und seine Feiern nullt gesetzt wären, wir hätten sie an» »ellist schaffen müssen, um als Menschen z» leben, nicht als Sklave» vegetieren. Im 1 eben unserer \äter. da» hiiudertiiial härter war (immer noch härter al» das unsere), w luhsen darum die Feste herauf j„ den Glan/ der absoluten l.cbenscrhultiiup: sie wurden Klixiere der Kraft und der Ausdauer, der Geduld und der Leberniiidiing. Der jüdische Mcnsdi uiiill »ich die /.nflncht im liinern »(halfen. W ir b r u u - dien iiii»ere Feste Wir brauchen sie mehr, als wir es noch vor wenigen Monaten gculuit hüben. Das jüdische Fest ist in den Jahrhunderten der Ab »ondernnp. der änderen Abwehr und der inneren B> ieit»diuft aussdiliedlidi h ä u s I i di peworden. Mit \usnuhme des Jom Kippur. der seinen Gehalt aut innerhalb und durch das Genieinsdiuftscrlchcn entfalten kann, ruhen alle Feste u u f dein I i s di de» Hauses. Die jüdische Hausfrau bereitet sie Mir. der jüdische Hausvater. coll/.feilt ihre Bräuche, die jüdische I ischpenoss» Itschafl Kult sie. träpt sie. Iin Gcpensut/ zu den Festen anderer G> nu inschafielt sdtließt sich /um jüdischen Fest die Familie /»- »ninincu. Bindunpen. die während der Werktape los, hängen mögen, werden /um F r c i t a p a b e n d . /um Jiiin l ow pestrafft. Man pellt /u einander, man schreibt einander, wenn irpend möglich teilt man eine Mahl /eit mit Kiddusdi und Tisdigcbet miteinander. Die Welt des Juden erscheint in seinen Festen für ein paar erfüllte Stunden gerundet und in sich geschlossen. Das Fest wird Gleichnis der Schöpfung, die ab gegrcn/tc» Dinge und Geschöpfe, die nach ihren eigenen Gesetzen zu leben haben, erscheinen unter dein großen, umfassenden Gesetz: ..... d a 11 e s p u t " a > F» gibt viele unter uu». die das Feiern überhaupt cerlernt hatten. An seine Stelle war die ..Erholung“ getreten, eine L'insdialtung auf das Körperliche, wenn der Geist den Werktag zu leisten hatte, oder auf die kärjiorlkhe Ausruhe, wenn es umgekehrt war. Aber Feier ist mehr als Krholung: Feier denkt nicht an das Auffiillcu der Kriiftereservoire. damit die \rbeit des Werktugs wieder geleistet werden kann, sondern sie kehrt das Verhältnis um: der Werktag hat überhaupt nur seinen Sinn d u v o n. daß er eiuei kommenden Feier dient. Feier unterscheidet zwischen — 187 - Geheiligtem und Alltäglichem Frliolunp bleibt in den Arbeitsprozeß einpespuiiut. ..Fest' und ..Feier“ \okabeln einer Sprache, die man mit dem Herzen lernen muß. Damit ein Fest werde, muß man seine Spannung Miraiisfühl, I, durch den ganzen ..Frcw" mit all seiner Geschäftigkeit. «einer vielen Arbeit hindurch \orfrcude muß da sein, sonst kann das Fest nicht herein. Lud die Vorfreude selbst muß übergehen können in dies,-» leise, milde Fintretcu de» liebliche» Gaste», uiiill muß »ein kommen fühlen: es darf nicht jäh da.sein ehe wir nach dem Vorbereiten nun auch bereit geworden waren, es zu emplangeii. l ud wenn es da ist. dann muß es wirklhh da »ein dann muß die Turnst ganz vorüber »ein dann muß man ruhevolle Hände und einen stillen Blick gewonnen haben, dann muß man »ein ei g e n e - F e » t au» s i ch h e r nässt r n li! e u k ö n ii e n. Frauen können da», /um mindesten haben, sie e» für die persönlichen Feiern nie vergessen. Iiul/cn den Geburtstag, den Hochzeitstag, all die anderen zarten Gedenktage des Herzens zu bereiten und zu begehen verstanden. Aber heute brauchen wir mehr al» da» iciu Persönliche. Heute braucht jedes-jüdische Hau» und nicht nur um seiner »ehnsiiditigeii Kinder willen! das jüdische l est, den Goldglanz der Sabbathlicliter. den wachsenden kerzenglanz der ( haaaiiiikah-.Menorah. den Scherz de» Purim, die große Feier des Seder. die Bliiinenfreude des Sdiewuoth. den heiligen Frust des Bosch Ilaschannhfestes. Wir brauchen es und auch die werden nicht widerspredien. die von diesen Feiern nicht» mehr wissen, die es nie gesehen, nie gelernt haben. Vlier da» ist ja der .Sinn unseres jüdischen Daseins, daß wir nicht Fnkel zu sein brauchen, sondern alle, jeder von un». immer wieder einen Anfang bedeuten dürfen. Wer nicht von Großeltern und Fitem du».Wissen um den häuslichen Brauch gelernt hat. der werde zum Lehrenden und schaffe ihn seinen Kindern. Ist denn das so schwer? Keine der klugen jüdischen Frauen würde sich weigern, eine neue Fremdsprache zu lernen, wenn sie esgms wirtschaftlichen oder auch nur intellektuellen Gründen sollte oder wollte, l ud eine Sprache des Herzen» sollte sie dann nicht lernen können? Den Ausdruck einer heiß gefühlten Sehnsucht sollte sie nicht zu schaßen vermögen. zumal ihr dabei Hilfe von allen Seiten zuteil werden wird, wenn sie nur darnach fragt? ..Gesegnet unser Gott, der zwischen dem (.(-heiligten und clent Werktag unterscheidet“, spricht der jüdische Hausvater, wenn er vom Sabbath Abschied nimmt. Gesegnet aber a n ch je.de von ii n » die die»e Inlerschri d II n g i II i z c n s p ii r t und ihr in ihre m Stätte bereitet. Von ihrem Seg, sie Kruft und I ebenshelle weiter»trah allen Menschen, die sie liebt. h r e m H u r- Hanse die nsgliidc wird en dürfen zu Das jüdische Wunder am Mittelmeer: Tel-Avlvl Von Dr. phil. J. Adler, Trl-Ai Die schwierigste Krage der jüdischen nml deutMh-jiidiMheii I><ilüstiuakoloni*«i Wn« w teder: Was wir d m i t den I nt in d i c a ii ' / w i n g e ii d e n (, r ii n d e n a i heit n i <h t g er i p n e t u n d i auf S t «i d t l> e t n f e a n g r i e s e n tu ii 1 i muH man bekennen. daH die I Problem* in erster Linie lei- \\i\. die j! mhiM lieu nd I lundelsiuet ropole. geh Gottesdienstzeilen ind heute ziiion ist immer i g r cc ii t e ii . für I. a n d - a l> e d i n g t i n d? Frei isiing dieses in ge jüdische ein hat. für die Israelitische Gemeinde ilattfirt. Heuptsynafoge Hosplielstrefje. t _,_,... j i dk Uhr morgs. 13. Januar Sabbath Neumondverkündun« 9.0 5.3t Uhr abends 8.00 Uhr morgs. 4.30 Ubr abends 19. Januar Werktagsgottesdienst 7.31 Uhr morgs. 4.30 Uhr abends 5.00 Uhr abends 9.0t Ubr morgs. 5.4) Uhr abends 8.00 Uhr morgs. 4.4! Uhr abends 14. Januar Werktagsgottesdienst 15. 19. Januar Freitagabend 20. Januar Sabbath 21. Januar Werktagsgottesdienst 22.-26. Januar Werktagsgottesdienst 7.3( Ubr morgs. 4.4! Ubr abends 26. Januar Freitagabend 5.0< Ubr abends 27. Januar Sabbath 9.0( Ubr morgs. Ubr abends Ubr morgs. Ubr abends Ubr morgs. Uhr abends Uhr morgs. 28. Januar Werktagsgottesdienst 29. -31. Januar Werktagsgottesdienst 1-2. Februar 5.57 8.0C 4.4! 7.3C 4.43 7.13 Cannstatt Brot- und Fetobackerel IN. Hess TcL S.A 3283 Inh.: Georg Schlumberger Ptstxsass« 17 empfiehlt: tlgllch Irisches Kalteea.' TeegeMch diverse Kochen Spezialität: DMalchet dem ■Isepar GemtHithe r«norifr/e Spezial - Geschäft für Bef Pünktlicher Versand nach Feinste Praline eigener Ht ilungen durch Insertion I unseren Inserenten! unseren Inserenten! Verlangen Sie unsere neue Preisliste! 3Xr»t- 2DS|SSS| I» I. 6i«fc, flf riamlg, schö«, gut gelegen, feit 11 Jahre» ve» praktljUr. Br|t ke»oh»l. *»f 1. »prtt 1984 vrtMHirvt »« Seybolh BflroMuf Schreibmaschinen Steg / Femspredier Nr. 3S5S J. 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