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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 17 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 17
Date
1933-01-01
Page
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PAUL F. BECK¬ ZIGARREN sind aus edelsten Tabaken hergestellt, fachmännisch gelagert und gepflegt Dadurch besitzen sie einen sehr hohen Geschmackswert u. verbürgen angenehme u. genußvolle Stunden PAUL F-BECK königstr.25 EINGANG SCHULSTRASSE, FERNRUF 24185 ,Ii<- auch dm Juden zu den Wurzeln «einer seeli- -thc-ii Existenz /uriitkfinden läßt, geballtegedanklidie und rhetorische- Energie. Joachim Prinz -pridit ... End sicherlich: im Bruchteil der Sekunde berechnet er -- w ie jeder große Redner— dir Wirkung «eines Worts, sicherlich formuliert •r mit unerhörter dialektischer Sicherheit und großartigem natürlichem Sprachgefühl die einzelne Wendung — aber hinter dieser ..Rede", hinter dem plastisch gestalteten Gedankenbild -teilt ein Mensch, der g e r u f e n wurde, um «eine Brüder zu rufen. Und Joachim Prinz, der Sohn unserer Gemeinschaft — er hat ins jerufen, «o. daß wir ihn verstanden .... II. Joachim Prinz ist Zionist. Aber er predigt nicht Pa r t e i z i o n i s in u s. Seine Gedanken sind -ihlechthin jüdisch, sein Standpunkt ist jüdisch-universell — wer Jude ist. spürt, daß die Renais-ance. che jüdische Wiedergeburt, zu der er aufruft, der ehrliche, würdige und notwendige W eg in diesen Prüfungstagen ist. Fs ist ein We g zurück — und gleichzeitig ein Pfad in eine neue Zukunft. Es ist der Aufruf zu einem positiven. gesinnungsvollen Judentum in der Weite des deutschen Kultur- und Lebensraums, mit dem Pin/ so innig verhaftet ist. wie jeder, der auf de it-cher Scholle gewachsen! Fs ist der W eg jüdischer > c rpflichtung mr einer Geschichte von wahrhaft weltweitem Ausmaß, ein Gang der Irene irn W eiheschein des persönlichen Opfer« für ein neti'-s ge-chichtliche« Werden ... .III- I >agemein-.ui.e Schicksal hat die deutschen Joden hi«Iier nicht eine n können, /.wischen den einzelnen Gruppen sieht die ..Diskussion“, die Debatte um den Weg — und zu allerletzt gehen alle diese Gruppen und Grüppchon doch den >.Ilhk-al-weg eiedeutschen Juden gemein- - i m. Und über allen, die da streiten, und die do,.ii dama Ji-roel' der Väter am Tag der \ . r- •Icning gemeinsam au« einer Seele «pre-!.,. 'liier db :i sicht heutedie Frage: ..W a s n :. ■ d i u « fi >. - e r f n Kindern Joachim Pi jnz h it die- Antwort gegeben. Sie war nicht — wi*ti7i manche eine- ..\• rfelilung des Themas" -eilen wollen - detailliert, aber -ie war klar, i i-iili ütigr und zwingend: F> w ird etwas aus . — 150 — unseren Kindern, starke, lebenstüchtige Aeste ain uralten Baum jüdischen Lebens können unsere Kinder «ein. we nn sie wieder Juden we rden. IV Und Aufgalie aller Verantwortlichen, wo immer sie auch stehen mögen, ist es. unsere Kinder zu starken, stolzen Juden zu machen, zu Menschen, die — geradewe il sie gute Juden sind — auch mit treuer Gewissenhaftigkeit dem Staat und seinen Bürgern dienen werden. — Joachim Prinz entwarf ein erschütterndes Bild vom ..Sterben des Judentum s". Viele, viele präzise Statistiken bewiesen seit Jahren, daß die deutsche Judc-nheit in einem ungeheuren zahlenmäßigen Zerfall stand, der letztendig — und das sehen wir heute ganz klar — nur die Funktion eines ebenso ungeheuren seelischen Fntjudungsprozesses war. Aber seien wir ehrlich! Diese Zahlen machten uns auf horchen — zur Wende verpflichtet haben sie die wenigsten von uns. l'nd nun führt. Prinz mit inahnencl-e-rschütternclcn Worten uns alle bin zu diesem Sterbebett der jüdischen Seele — und der ganze tragische Irrweg in die Anonymität tut sich auf. Da rufen w ir gerne aus ehrlichstem Herzen mit dem jun- Een jüdischen Bruder des Ostens, bei dem man eben ..einsammelt“, um eines Sterbenden Leben zu ierlängern: Das ganze Leben für das Judentum! — Das scheint uns der tiefste Sinn dieses grandiosen Aufrufs von Joachim Prinz gewesen zu sein, daß er die Bilanz der Seele und des Körpers in den Bereich einer Verpflichtung für jeden Einzelnen erhob. In diesem Bereich verantwortungsvoller Pflicht hat alles Daseinsrecht, was kraftvoll Jüdisch ist. In diesem Bezirk einer Erneuerung von riesigem Ausmaß muß alles leben können, was dem Wohlc und Fortschritt des Ganzen dient. Wir wollen, so sagte Prinz, ein Judentum des ganzen Lebens. ..Ganz" leben, das heißt aber leben in Kraft. Klarheit. Stolz und Würde. Zu diesem Ziel brauchen wir eine Einheitsfront aller deutschen Juden, die gewillt sind, neben der Rettung der Existenzen das Judentum zu retten. Hierzu brauchen wir aber auch Erez Israel mit seinen Pflügen, seiner Scholle. ..Wie könnte ich jede Woche so vor vielen Tausenden von Juden sprechen" — sagte Prinz — ..wenn mich nidit das Gefühl überall durchpulste: Israel lebt!“ Und die vielen Hunderte — sie spendeten tosenden Beifall! Wir alle fühlten es beglückend in dieser Stunde: Das Judentum lebt! V. Als Oskar Rothschild am Schlüsse dem Redner dankte, da sprach er das richtige Wort: Dieser Vortrag war ein ..Kiddusch haschcm“ — eine Heiligung des göttlichen Xantens. Auch seine den Ahetid einleitenden Worte wollen wir nochmals unterstreichen: Die neue Reichsvertretung, die von Männern w ie Rabbiner Dr. I.oo B a e ck und Ministerialrat Dr. Otto Hirsch geleitet w ird,— «ie muß von allen deutschen Juden kraftvoll getragen werden, sie muß das Sinnbild unseres einheitlichen Willens sein. So bedeutete der Vortrag auch eine entschiedene Absage an diejenigen Kreise, die im Augenblick, da die Rc-ichsvertretung ihre schwere Arbeit für Alle beginnt, diese Arbeit zu stören drohen. — Am Morgen des 19. November sprach Joachim Prinz vor der Jugend. Thema: ..Die Wende". Dieser Vortrag zeichnete klar und deutlich die Situation der jüdischen Jugend, die eine Zeit der ..Wende" ist. ..ein Ringen der Jugend in der Erfüllung des Glücks für die Gesamtheit". Auch hier weckte Prinz neuen Mut. neuen Willen, •neue Begeisterung. — Die Morgenfeier wurde von Frau Helene Zippert mit einem klangvoll gespielten ..Baruch haha“ sowie mit hebräischen Liedern — von der Jugend gesungen — eingeleitet. — Beide- Veranstaltungen fanden das größte- Interesse aller Schichten der Gemeinde, die. mag die einzelnen weltanschaulich viele« trennen, in Wahrheit wieder lebt. FOTOGRAF LAZI Stuttgart / Dlamershalda 48 Linie 10 Bubenbad / Telefon Nr. 29089 Vom Landschulheim Herrlingen bei Ulm a.D. Von Hugo Rosenthal. Die zeitlichen Aufgaben des Landschulheims ergeben sich aus der Situation der deutschen Juden, deren materielle und geistige Eixistenz eine tiefgehende Lockerung erfahren hat. Die Erziehung im Landschulheim muß deshalb der jüdischen Jugend neue Bindungen schaffen, damit sie wieder Boden unter die Füße bekommt. In einem Prospekt des Landschulheims habe ich die Aufgaben wie folgt charakterisiert: 1. Ileimischmadiung der Kinder im deutschen und jüdischen Kulturkreise. 2. Ihre sprachliche Vorbereitung auf die Auswanderung. ä. Vorbereitung auf handwerkliche, gärtnerische und hauswirtschaftliche Ausbildung im Rahmen der beruflichen Umschichtung der Juden. Dazu ist kurz zu sagen: Die Aufgabe jeder deutschen Schule, den Schüler mit den Kulturgütern des deutschen Volkes vertrant zu machen, erfüllt eine höhere Schule, die die Anerkennung der Behörden gefunden hat. die den Vorschriften des Lehrplans für die höheren Schulen Württembergs unterliegt, die diesen Behörden Verantwortung schuldig ist für alles, was in ihr geschieht — ich sage, diese Aufgabe erfüllt eine höhere Schule mit aller Selbstverständlichkeit. Das gilt aber auch in allgemein erzieherischer Hinsicht. Das Kind soll im deutschen und jüdischen Kulturkreise heimisch werden, das bedeutet für uns, daß wir von der Notwendigkeit durchdrungen sind, der heran wachsenden Jugend ein innerlich fest fundiertes Leben in Deutschland zu ermöglichen, ein Leben allerdings, das sich wesentlich von dem unterscheiden wird, wie wir es führten, solange das Jüdische uns fremd geblieben war, das aber heute als das Ziel der meisten Juden angesehen werden kann. Ungeachtet dieser entscheidenden Aufgabe bleibt die andere, nämlich die Ermöglichung eines Lebens im Ausland, von größter Wichtigkeit. Es ist daher notwendig, dem neusprachlidien Unterricht eine besondere Förderung angedeihen zu lassen. Die jüdische höhere Schule kann nicht nur der höheren Bildung schlechthin dienen, sie soll gleichzeitig dem jugendlichen neue Existenzmöglichkeiten vorbereiten. So muß das Landschulheim dafür sorgen, daß Uber das Maß der im Unterricht zu erlangenden neusprachlichen Kenntnisse hinaus dem Schüler Gelegenheit geboten wird, eine Erweiterung seiner Sprachfertigkeit zu erzielen. Bei den Mahlzeiten werden sich die Schüler sprachlich gruppieren zu einem englischen, französischen, hebräischen „Tisch“. Es sollen Stunden bestimmt werden, in denen die Schüler sich nur in einer der Fremdsprachen unterhalten dürfen u. ä. Eine besondere Stellung nimmt clnbci das Hebräische ein. das im normalen Lehrplan keinen Raum hat. das aber sowohl seiner Wichtigkeit wegen als Grundlage einer jüdischen Bildung überhaupt wie auch als eine der Fremdsprachen, die für die Zukunft der Kinder praktische Bedeutung haben, dem Englischen und Französischen gleichgestellt werden wird. Einwände seitens der Behörde sind nicht vorhanden. Auch der Unterricht in der jüdischen Geschichte wird einen breiteren Raum einnehmen, als ihm bisher zur Verfügung stand. Es zeigte sich in dieser für uns so schweren Zeit, daß Menschen, die das Bewußtsein ihrer ge- JEDEN EINKAUF bei den Inserenten dieses Blattes! JCaffec= und £edecmate*t aller Art. — Stets das Neueste in ßammtaschm Ich bitte um Ihre frdl. Berücksichtigung. AlfcecL Stockfisch Lederwaren Rotebühlstraße 1 B - Telephon Nr. 643 24 iniiiiiiiiiiiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiimiiimiiiiiiii Hlltttr. 43 B Eingang Breitestr. das Spezialgeschäft für Corsets, Corselets, Bfisteabalter, Wische ErstkUsslH Matnicrtttiii » rtft Atoüm Nur der wirkliche Fachmann kann Sie richtig beraten wie es die heutige Mode verlangt. — Deshalb wenden Sie sich vertrauensvoll an Das „Corsel“ Ist Vertranenssadie meine Damen! H. Gr 7üie ein unmutiges Sittichen,... wirkt ein« geschmackvolle KSseplatte von S c h e c r ... . wundervoll garniert Der Preis riditet sich ganz nadi Ihren Wünschen. Platte für 4-5 Personen ca. 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