Mannheim
Compact Memory

Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 14 · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 14
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4904101-5442805-5443314--3963-4907772
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

- 115 - jbcfidi bis 3um Ifbtm äwpf! So ist jeder Mantel von Glas§)&Wels > cgcudc* oder Talniii(liil)S(linif I. ob I hc-ologic ndci Dichtung. uktucll und unmittc-lbur. l eid zu lrugc*n wissen, l eid mit/utruge-n. wuchscii durch I eid aus diesem Wissen hc*ruus alles Schicksal liejalieu und den ..Stern der Lrlösiing“ Iliuter allem und gerade hinter hürtt'stc*iii Gc*schc*hc*n glanzen sehen wenn das als jüdisch hrzcichuet werden darf, dann ist dieser Almunuch ein jüdisches Tun im besten Sinn. Wie das Buch der . Jiicl. Rundschau" Tagesgeschehen in das l icht des Zeitlosen /II rücken vermag, so gewinnt umgekehrt der Leser auch der scheinbar ganz, dem Heute ubgewundten Teile des Almanuchs einen etien Blick für den Sinn mancher Krschcinnngeu er Gegenwart, die er vielleicht bisher nicht so ii verstehen vermochte. Jeder, der heute* über jüdische* Angelegenheiten schreibt oder spricht, dürfte sich diese beiden Veröffentlichungen zum Vorbild nehmen. Ls sollte keine Stimme mehr unter uns laut werden, als die hier vernehmbaren, die uns das ei ii |> rüge n. was heute auch ein schweres Dasein sinnvoll macht: Ja-Sa gen zum Juden- ' it m ' _ L. M. Offener Brief an Gerhard Kittel. Prof. Gerhard Kittel hat im Verlag von W. Kohlhammer, Stuttgart, eine Schrift „Die Judenfrage“ erscheinen lassen, die bei der Stellung des Verfassers als Vertreter der Theologie an der Landesuniversität vielfache Beachtung findet. Zu dieser Schrift veröffentlicht Prof. Dr. Martin B u b e r in Nr. 8 der von Prof. D. Karl Ludwig Schmidt Bonn, herausgegebenen „Theologischen Blätter“ (Verlag der J. C. Ilinrichs'sehen Buchhandlung. Leipzig) den nachfolgenden Offenen Brief, den wir mit Genehmigung aller Beteiligten wiedergeben. Die Redaktion. Sie haben mir. werter Herr Kollege. Ihre Schrift über die Judenfrage gesandt. Aus dem Brief, der sie begleitet, und aus dem Text selber (S. 67 f.) ergibt sich mir. dal! Sie zwar nicht hinsichtlich all Ihrer Urteile über das Jude ntum und Ihrer Kinzelforderungen für dessen Behandlung. wohl aber im wesentlichen, hinsichtlich der gluiibensmülfigen Grundhaltung also, in einem I invernehmen mit mir zu sein meinen. Dem muß ich — da auch das von Ihnen öffentlich Geäußerte in diese Richtung weist, auch öffentlich — widersprechen. /.u Ihren l Meilen und l'orderuugen brauche ich nichts zu sagen. L* sind die herrschenden. Ich erfuhr aus Ihrer Schrift was ich bis dahin nicht wußte und nicht ahnte . daß es auch die Ihren sind: daß Sie z. B. dafür halten. ..der \ngehürige des fremden Volkes“ hübe ..in de r deutschen Literatur nichts zu suchen", er möge daher, „will er Schriftsteller sein“. ..in einer für seine Glaubens- und \ olksgenossen bestimmten, deutlich als jüdisch markierten Literatur sich ergehen". wobei, wenn sein Buch ..von einem über jenes \olkstuni hinuusgehenden allgemeinen literarischen Werte" sei. ..gewiß nichts im Wege" stehe. ..daß es auch von Deutschen gelesen wird, so gut wie schwedische* und französische Literatur übersetzt und von uns gelesen wird". Sie und die Oeffentlichkeit werden hoffentlich verstehen. daß ich dazu und zu allem, was in Ihrer Schrift hierhergehört, nichts zu sagen habe, zumal Sie einleitend (S. K) Ihre Absicht dahin kennzeichnen. ..dem Kampf gegen das Judentum eine christliche Sinndeutung zu geben“. Aber die Pflicht des Gegenspruchs fällt mir zu. sowie Sic* für diese .Sinndeutung auch die Mitwirkung von Juden erwünscht heißen, der Juden nämlich, die wie* ich eine Glaubensrrneuerung des Judentums erwarten. Für diese sei dies das Problem (S. Wif.l: „ob es möglich sein wird, in dem die Fremdlingschaft bejahenden Judentum eine lebendige Religion zu erwecken". Das „echte Judentum der Zukunft" sei jenes, das den ..Gehorsam unter die Fremdlingschaft“ übe. Was Sie aber unter ..Fremdlingschuft“ verstehen, erhellt daraus, daß Sie als Ihre Antwort auf die Frage, was mit dem Judentum zu geschehen habe, angegeben hatten (S. 13). man solle ».entschlosse n und bewußt die* geschichtliche Gegebenheit einer .Fremdlingschaff unter den Völkern wahren", und was Sic* unter dieser Wahrung verstellen, im Folgenden (S. 39 f.) angegeben hatten: das „Recht des Gustes" müsse ..allerdings in aller Deutlichkeit gegen das des Bürgers abgegrenzt sein“, der Jude müsse „alb* Ansprüdie uuf staatsbürgerliche Gleichberechtigung“ aufgeben: wenn er „ein unständiger Gast“ sein würde, könnte* „vielleicht dann einmal eine Zeit kommen", in der er nur noch „relativ geringer“ und nicht mehr „absolut minderwertig“ erschiene. Mit dem „Gehorsam unter die Fremdlingschaft“, der einem gläubigen Judentum eignen müsse, meinen Sie also, daß es eine Diskriminierung und ..Diffamierung“ (R. ßultmunn. TliBI. 1933 Sp. IM) des Judentums gläubig anerkennen, daß es sie somit nicht bloß als Gottes geredete Schickung, sondern auch als der Menschen gerechte* Tat betrachten solle*. Sic* setzen somit voraus, daß das. wus Sie unter Fremdlingschuft verstehen, identisch sei damit, was Gott, dem wir unseren Gehorsam Sie brauchen ein Radio ein Muflkinflrument,Saiten,Befland- , teile, fihöne Grammophon-Platten Alles Muflkalifiche in unübertroffener Qualitüt zu zeitgemäßen niederen Preifen MUSIK-JACOB Neu$ Selbflaufnahme von Setiatlplatten für Prtvatgebraudi tum Werfand an Außenflehende. Han dar bei ts-Haus Wolle ✓ Stickereien K. ERHARDT vormals Wacker Erben MarlenstraBe Nr. 17 Strumclreoaralur und Kunststopfen Wenige Minuten vom Hauptbahnhof u. Friedrichsbau Speisen Sie vegetarisch irr! Vegetarisches Speisehaus Max Äfibler Btnipmbtt TOI 00 ' BeUmifectnteaftteftc 11* Reisebüro Vock Stuttgart-N, König atr. ~1, Tel.22966 Sdiiffahrtaverkehr nach alten Weltteilen Flugverkehr / Reiaegepädcverahherungen Palästina -Reisen schulden, darunter versteht. Aber dem ist nich Was Gott unter Fremdlingschaft, richtiger: unter Gustsusscntiim (Ger ist der Manu, dejr in einen Lande „gastet") versteht, ist aus deniHViitateud eindeutig zu erfahren. Mit außergewöhnlichen Anruf wird die* Gemeinschaft ermahnt (Vuni 13 Ih: vgl. Lev 24. 221: „Versammlung! / Line rlc Satzung sei für euch und für den Gastsassen de gastet. / Weltzeit-Satzung für epre Goschlfth ter: ' gleich ihr. gleich sei der Gastsasse vo J11 V\ II. / einerlei W eisung und einerlei Recht sei für euch und für den Gastsus'sen der bei euc gastet.“ Also keine Diskriminierung! Aber c geht nicht um Recht allein: es geht auch urii Liebe. ..Wenn ein Gastsasse bei dir in eurem I.aiicle gastet. / plackt ihn nicht. / wie ein Sproß von euch sei der Gastsasse, der be i euch gastet. .' halte lieb ihn. dir gleich. / denn Gustsassen ward ihr im Land Aegypten“ (Lev 19. 33 f). Lud denteronomisch gesteigert nochmals, das „Liebet" nicht mehr bloß in dutivischer Form, als Liebeerweisung. sondern auch in akkusativ ischer. als l.iebesc-uiplindung. in. heilige Paradoxie* gebietend: „Den JHWII eur Gott. > er ist der Gcitt de r Götter, der Herr der Herren. I die grolle, die heldische*, die umschuuerte Gottheit. I er d *i Anse lm nicht gelten läßt und Beschenkung nie it unnimnit. / der der Waise und Witwe* Recit schafft. / der den Gustsassen liebt, ihm Brot und Gewand zu geben. / So liebet den Gast 1 denn Gustsassen ward ihr im Land Aegyptei ." (Deutn 10. 174f.) Fs gehört zur biblischen in ii - tatio Dei. den Gustsassen zu lieben: Gott liebt ihn. den Ungesicherten, so liebt ihn denn ihr auch! Und die Rezeption reicht bis in das Mvs eriuin gemeinsamer Lrlösiing: vom Siihnopf *r. das von der Gesamtheit um einer „Irrung" willen dargebrucht wird, heißt es (Num 13. 26): A r ziehn wird aller Gemeinschaft der Söhne Israe s/ und dem Gast-sassen. de r in ihrer Mitte* gaste » denn allem Volk geschah s aus Irrung.“ Sic*. Herr Kollege, zitieren zwar <S. 37) eilen Deutn Text, aus dem hervorgehe*. „daß mau das Recht au di des Fremdlings nicht beugen diirle“. jedoch keinen von all denen, aus denen herv >r geht, daß dieses Recht von dem des Lundcsspinssen nicht gesondert, daß beides „einerlei Recit" ist. Aber nur wenn man von dieser magna diurtu des biblischen Glaubens, die nicht bloß Israel, sondern alle Völker binden soll, in deren M tte Gustsassen gasten (oder isfs Ihre Meinung, laß Gott von den Völkern diese Gerechtigkeit and diese* Liebe* nicht forelre?). ausgeht als von einer, die durch das Neue Testament nicht uufgeho ien worden ist (denn wie sollte das Lvangelium eine Minderung an Gerechtigkeit und Liebe zwischen 1 E 1 an» täglich frischen Ankünften liefert 'S 9»ai8fil. r»rtOar»ft*. 4«, m 6.«. «4S3S/ io Dr. Fritz Nagel LudwiQsburger Porzellane / Fayencjen Stilmöbel Antiquitäten Langestr. 4B, BQrgarmusaum RESTAURANT CHARIOIIEN Charlottenstr. 22 .✓ Telefon Der Treffpunkt der guten Stuttgarter Gesellschaft! leb vermittle die Errichtung vea NClMll( in einfacher bis modernster Ausführung, c rozu Bauplatze ln allen Stadtteilen vorhanden. Ebenso DUlMlIUl jeder Art bet be ter fach mann. Beratung und billigster Bedien: ing Max Sfissidnd / Stuttgart-S, Hauptstatterst ruße 86 A, Tel

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.