Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 13
- Date
- 1933-01-01
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Gemeinde Äettnna fOr bfe ffroelitift&en Gemeinden XOiirttemBergd ■ tlilliull: ctettMU« «•Modi UhU* i MM. MM4iU4 U* MM •CnCaUdtrU4 1.26 MM tliidinw 25 •PotNM-JtMU*: 3C2S8 M*dM owillt Mtü—t Mi 1. a. 14. © t r 1 a o: OftoeUtftoe Derlagsaustatt &. m. b. S. »«ab». 9339$ * Stuttgart « «asnaeaSr. 13 ©4>riftleituno: Stavtrabbtuer Dr. Stieget, Stuttgart. XiMlltiKil«: bi» ctefpaldge 9ltmpamU*A«iU 30 Xtitfeepfenaia 1iarf6lagfeiten unb Dvezn-«plLtz» nach Tarif, ßaatticnanictgen j a6 Heine Anzeigen bi» Alt»n>»iU 20 £ei<fr*pfciittia. Xefianoeife \X> JtM 1 x. 3a0r0OU0 etnttoort, l. DVtoaer 1933 9hf. 13 Amti. 3&ekanHttHadkuHQ£H. Wir machen hiermit nochmals auf die Kleiderabgabestelle c! - L.I.W. und des Fürsorgeamts aufmerksam. Ausgabezeit für Stuttgart: jeden Dienstag von -,3-4 Uhr. Schriftliche Anträge von auüerhalb Stuttgarts Wohnenden sollen mit möglichst genauer MaRangabe der gewünschten Bekleidungsstücke eingereicht werden. Wiirtt. Landesverband für Isr. Wohlfahrtsbestrebungen (L.I.W.) Isr. Fürsorgeamt Stuttgart, Mospitalstr. 36. Einiges überden „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten“. Von Rechtsanwalt Dr. S. Merzbacher, Stuttgart. Es ist selbstverständlich, duü in einem Staute, der von grollen Verbünden getragen wird, auch einer Vereinigung jüdischer Frontsoldaten erhöhte Bedeutung zukoiiunt. Der ..Beichsbund jüdischer Frontsoldatenhat. allen Anfeindungen /uni Trotz, seit seiner Gründung im Jahre 1019 , ,e klare, unpolitische Linie verfolgt. Fr hat sich — vielleicht nicht /uni Nutzen der jüdischen Gemeinschaft — um innerjüdische Auseinandersetzungen nicht oder nur wenig gekümmert und sein Hauptziel und fast seine aiissthliclllithe Tätigkeit in der Pflege des Andenkens an die Gefallenen und des kameradschaftlichen Geistes unter den Frontsoldaten erblickt. Mit der nationalen Revolution ist. wie im allgemeinen Stuatsleben die Wehrverbünde, auch im Leben der jüdischen Gemeinschaft der R. j. F. in den Vordergrund der Betrachtungen getreten. Der „Rcichshund jüdischer Frontsoldaten" hat es nicht nötig, sich uinzustellon. Er wird auch im neuen Staate die von ihm seit seiner Gründung vor 14 Jahren stets verfolgten Ideale pflegen und vertreten. Umsomehr ist es aber notwendig, dali in der Oeffentlidikeit unrichtige und irrige Auffassungen vermieden werden. Besonders bedauerlich ist. wenn in Erörterungen und Diskussionen von jüdischer Seite immer und immer wieder die Gedanken und Grundideen des Frontbundes verfälscht werden. Fs sei deswegen, bevor über die praktische Tätigkeit und Gliederung des Frontbundes in der heutigen /eit gesprochen wird, kurz seine ideelle Grundlage geschildert. Der Frontbiind erstrebt die unbeirrte Pflege aufrechter deutscher Gesinnung und aufrechter jüdischer Gesinnung. Auf dieser Grundlage erstrebt er Kameradschaft. Hilfsbereitschaft und Eingliederung in den Staat. Die deutsch-vaterländische Grundlage des R. j. F. bedeutet nicht Kampf gegen irgendwelche andere Gruppen. Der R.j.r. sieht die praktische Arbeit für wichtiger an als tlieoretische Diskussionen, insbesondere will der Frontbund jegliche Kampfstellung gegen andere jüdische Gruppen irgendwelcher religiöser oder kultureller Eigenart vermeiden, solange er nicht von anderen Gruppen dazu gezwungen wird. Auch der Zionismus wird, soweit er die Schaffung von praktischen Lebensmöglidikeiten für jüdische Menschen, die in Deutschland keine Die Neubildung der Reichsveriretung. Rabb. Dr. Baeck Präsident / Dr. Otto Hirsch, Vorsitzender des Exekutiv-Ausschusscs. Die Presse-Stelle der Reichsvertretung der jüdischen Landesverhügde Deutschlands teilt mit: Am Sonntag, den 17. September, traten auf Einladung des Vorsitzenden des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin, Herrn Direktor Heinrich Stahl, die Mitglieder der Reichsvertretung mit der Konferenzgemeinschaft der Groflgemeinden und den Vertretern der groRen jüdischen Organisationen zusammen, um die Aufgaben der nächsten Monate zu beraten. Es wurde ein Einvernehmen erzielt und in l'ebereinstimmung mit dem bisherigen Reichsvertretungspräsidium die Leitung übertragen: Herrn Rabb. Dr. Baeck als Präsidenten und.einem AusschuR, dessen Vorsitzender Dr. Otto Hirsch-Stuttgart, dessen stellvertretender Vorsitzender Dr. Siegfried Moses-Berlin und dessen weitere Mitglieder Dr. Rudoll Callmann-Köln, Rabb. Dr. Hoffmann-Frankfurt a. M., Dr. Landenberger- Niirnberg, Dr. Franz Meyer-Breslau. Dr. Julius L. Seligsohn-Berlin, Direktor Stahl-Berlin sind. Für die Wahrnehmung seiner Tätigkeit wird Herr Dr. Hirsch regelmäRig einen Teil der Woche in Berlin sein. Die Vertreter der groRen Organisationen, Central-Verein, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Zionistische Vereinigung für Deutschland haben durch ihre Vorsitzenden, Justizrat Dr. Brodnitz, Dr. Leo Löwenstein und Dr. Siegfried Moses feierlich erklärt, daR sie diese Leitung der deutschen Juden anerkennen, ihr volles Vertrauen entgegenbringen und zu treuer, loyaler Zusammenarbeit mit ihr bereit sind. Inzwischen hat auch der Vorsitzende der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland eine gleiche Zusicherung für seine Vereinigung abgegeben. * Die Neubildung der Reichsvertretung. die nun endlich vom Vertrauen aller Richtungen innerhalb der deutschen Judcnheit getragen wird, bat Existenz mehr finden können, erstrebt, vom R. j. F. gefördert werden. Der R. j. F. steht auf dem Standpunkt. daR es nicht an der /eit ist, anderen die eigenen Ideale aufdrüngen zu wollen oder Diskussionen zu führen, sondern praktisch zu hundejn. Der Reichsbuntl gliedert sich zur /eit in folgende Grup|>cii: 1. Kameradschaftsgruppe der Frontsoldaten: 2. Gruppe der Kriegsopfer; 3. Förderergruppe; 4. Sportbund. Zu I. Der K a in e r u tl s ch a f t s - G r u p p e der Frontsoldaten gehören nur ehemalige Frontkämpfer an. die laut Ausweis ihrer Militärpapiere oder sonstigen vN’uchw eisen an mindestens e i n e r GiTechtsliundliing im Kriege tcilgenommen. oder als Aerzte bezw. Dizarettpvrsonul in einem der Gefechtstütigkeit gleichgestellten Seuchenlazarett Dienst getan haben. Den Frontkämpfern werden entsprechend der neueren Gesetzgebung gleichgestellt Teilnehmer an den Kümpfen im Baltikum. Oberschlesien, gegen Spartakisten und Separatisten. in .1er iiieii - in der jüdischen Presse freudige Zustimmung gefunden. In besonders treffender Weise ninnht auch die ..Jüdische Rundschau" zur neuen Reidjsvertretung Stellung. Was sie insbesondere über den Präsidenten des Israelitischen Oberrats. Ministerialrat Dr. Otto Hirsch, sagt, findet [in der w iirttemhergischf ii Juden heit volle Bejahung. - Wir geben den diesbezüglichen Abschnitt;jnschlieHend wieder: I Der Vorsitzendedes Exekutiv -Ausschusses. Dr. Otto 11 i r s chv-Stuttgart, ist auch für uns k neuer Mann. Dr. Hirsch, der einer alten sit deutschen Familie angehört die in nutiirlid Weise* in die Verbundenheit mit der dcutscitjcu Umwelt hineingew uthst-n ist. hat si,ch ein kla e-> Gefühl und einen offenen Blick für die Notwendigkeiten der jüdischen Existenz bewahrt. Hirsch gehörte innerhalb des Gent ra Hereins zu der jo gen Richtung, die schon in früherer Zeit die : samt jüdische Bedeutung des jüdischen Pal s t i n a - W e r k e s erkannte und sich mit voll -m Einsatz für die Sache zur Verfügung stejlte. Wir hatten mehrfach Gelegenheit, in der ..Jüdischen Rundschau" Reden w ietlerzugeben. die Dr. Hirsch bei \ eranstaltungeii der deutschen Jowjish Agency gehalten hat. Aus diesen Reden sprach das Verantwortungsgefühl eines Mannes, der jüdischen Problemen mit tiefem ■Übertritt und die Verpflichtung, einzelnen Juden liegt, nicht leicht es nur natürlich. daR Hirsch auch für die Probleme des Aufbaus eines positiven, charaktervollen und aufrechten Judentums in Deutslhlancl tätiges Interesse gezeigt hat. Als Vorsitzender des Jüdischen Lehrhauses in Stuttgart hatte er Gelegenheit, unmittelbar für jüdische Bildung zu werben, und wir glauben nicht fehlzugehen. wenn wir annehmen. daR die Probleme der jüdischen Erziehung, eine der wichtigsten Agenden der Reichsvertretung, ihm besonders am Herzen liegen. | ic-n Heden sprach > Mannes, der dien;m Ernst gegjen- I. die auf jedem cht nimmt. Sol ist Der Kameradschaftsbund verunstaltet von Zeit zu Zeit kumeradschuftsubcude. Er veranitultet an den Gräbern und Denkmälern derKril-gsgcfultenen Gedenkfeiern. Fr pflegt kameradschaftliche Hilfe und kamerads ch u f t I i <h e ii Z ii s a m m e n h a n g o b n e A u s e h e n d c-s Standes. Berufs o (1 e r Vermögens. Soweit irgendwie möglich, werden auch die Beziehungen zu den nichtjüdislheii Frontkämpfer - Bünden in kameradschaftlicher Weise aufrechterhalten. Zu 2. Der Gruppe der Kriegsopfer gehören die Kriegsbeschädigten. Kriegshinterbliebenen und Kriegsopfer an: auch Frauen und Kinder können Mitglied dieser Gruppe sein. Die verschiedenen kriegsopferbünde sind im neuen Reich in der nat.-soz. Kriegsopferversorguii)' zusammengeschlossen worden. Nach den Sat/u igen können .Nichtarier nicht mehr Mitglied der nat.- soz. Kriegsopferversorgung (NSKY.) sein. Zwischen der NSKY. und dem R. j. F. ist ein Abkommen getroffen, wonach der R. j. F. es Übernommen hat. die Kriegerhinterbliebeiten. Kriegsopfer und Kric-gerw uisc-n in einer besonderen Abteilung unentgeltlich zusammenzerfassen, während andererseits die NSKY. die Rechte dieser lüec mn TJlö&ein speicht, denkt cm MOBEL-MAY sar l " I