Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 11
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4904101-5442805-5443308--3938-4907750- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
FOTOGRAF LAZI Stuttgart / Dlemershald« 48 Linie 10 Bubenbad / Talefon Nr. 29089 stein (K.K.L.-Arbeit). Lore Lev y. Nach kurzer Besprechung der Beitragsfrugc gab Dr. Tänzer einen Ueberblick über die kommende Arbeit ler Zionistischen Ortsgruppe. Neben einem fiir ■optember vorgesehenen Seminar von drei Chawerim. Arbeitsgemeinschaften usw. sollen verschiedene öffentliche Vera »stall »»gen mit prominenten jüdischen Rednern stattfinden. Am .23. August sprach Rabbinatskandidat R i ch t e r vor einem großen Hörerkreis in ausgezeichneter Weise über „Die- Ideologie (I cs Zionismus“. Der Vortrag fand lebhaften Beifall. Stuttgart. Wir werden um Aufnahme folgender Mitteilung gebeten: Das Wintersemester an der unter Leitung des Herrn Gemeinderabbiner Dr. Jakob Hoffman n stehende Rabbinischen Lehranstalt ..J e s th i w a“ beginnt am Sonntag, den 22. Oktober. Anmeldungen für alle drei Abteilungen (V orbereitungsklasse. Unter- und Oberstufe) werden schon jetzt entgegengenommen. Der Unterricht erstreckt sich auf: Pentateuch mit Kommentaren, biblisches Schrifttum, hehr. Grammatik. Neuhebräisch (Lektüre und Konversation). Mischna und Talmud mit Kommentaren und Dezisoren. Kür den Lehrgang in der Vorbereitungsklasse werden schulentlassene Knaben und Jünglinge itifgenoinmen. die schon einige \ orkenntnisse i Mischna und Talmud besitzen. Anmeldungsgesuche, denen beigeiügt sein müssen: kurzer Lebenslauf. Zeugnisse über jüdische Vorbildung und religiöse Lebensführung, sowie Angaben, welcher Betrag für die Kosten des Lebensunterhaltes zur Verfügung steht, sind bis spätestens 26. September an das Kuratorium der Rabbinischen Lehranstalt „Jeschiwa“. Frankfurt a. M.. Theobaldstr. 6. zu richten, w elches zu jede r näheren Auskunft gerne bereit ist. Stuttgart. Rabbinatskandidat Karl R i ch t e r hielt am Samstag, den 26. August, in der Hauptsynagoge eine Gastpredigt, die bei der Gemeinde tiefe Resonanz fand. Richter sprach über die Berufung Israels, die ihm viel Leid auferlegt, aber Hinter wieder auch die innere Kraft verleiht, in /eiten schwerer Not standhaft sein Schicksal zu erdulden und seinem Gotte die Treue zu wahren. Die Predigt zeugte von einem tiefen Eindringen des jungen Redners in den Geist der jüdischen Lehre. Stuttgart. F rau Sophie M a r x Wwe. geh. Schwarz darf am II. September in voller körperlicher und geistiger Frische ihren 70. Geburtstag feiern. Die. Jubilarin ist eine tief religiöse Kran, die in treuer Betätigung der Traditionen ihres frommen Elternhauses zeitlebens den \ rmen und Bedrängten hilfreich zur Seite stand und auch heute noch zu den eifrigsten Besuchern unseres Gottesdienstes gehört. In Ludwigsburg, wo die Jubilarin bis zum Jahre 1922'lebte, betätigte sie sich aktiv in den jüdischen Vereinen insbesondere im Franenverein —. die ihr viele wertvolle Anregungen und treue Mitarbeit zu danken haben. Während des Weltkriegs öffnete sie ihr gastliches Haus allen jüdischen Soldaten, die auf rituelle Verpflegung Wert legten. Möge dieser echt jüdischen Krau, die heute ■in bescheidener Zurückgezogenheit unermüdlich Gutes wirkt, noch ein langer gesegneter Lebensabend beschieden sein! Cannstatt. Am 30. Juli wurde unter großer Beteiligung die nach schwerer Krankheit im Alter von 69 Jahren verstorbene Frau Bertha Strauß geh. Grünwald zu Grabe getragen. Die Verewigte, welche ein eifrig tätiges Ausschußinitglied des Isr. Frauenvereins und auch Ehrenmitglied desselben war. zeichnete sich durch tiefe Herzensfrömmigkeit aus. Den Armen und Notleidenden. die bei ihr stets Zuflucht fanden, war sie eine edle Wohltäterin. Ihr Andenken wirck als ein gesegnetes in unserer Gemeinde fortleben. Battenhausen. Am (.September darf Oberlehrer Berlinget sein 23jähriges Dienst Jubiläum feiern. In langen Jahren hat der Jubilar in vorbildlicher Treue sein Amt als Lehrer und Vorsänger verwaltet und sich die W ertschätzung weitester Kreise erworben. Mit feinfühligem Verständnis hat Berlinger die Ehrenüberlieferungen des Judentums zu erhalten und zu pflegen gewußt und alles Edle und Gute in rastloser Arbeit gefördert. Die würdige Ausgestaltung des Gottesdienstes, die Erhaltung und Festigung der charitativen Einrichtungen in der Gemeinde lag ihm immer am Herzen. Vor allen Dingen hat Berlinger es verstanden, in der Volksschule tüchtige Vertreter und Verteidiger des jüdischen Namens zu erziehen. Jedem einzelnen Mitglied der Gemeinde war der Jubilar fürsorglicher Freund und sorgender Mitberater. In seiner eigenen Familie bot er der Gemeinde - 93 - das edle Vorbild eines mustergültigen jüdischen Ehelebens. Darüber hinaus aber hat er sich Achtung und Ansehen in seinem Berufskreis und in der nicht jüdischen Bevölkerung Battenhausens zu erringen gewußt. So darf Berlinger als einer der besten Vertreter des jüdischen I.ehrerstandes in Württemberg bezeichnet werden. Mögen ihm noch viele Jahre tatkräftigen Wirkens zum Segen unserer Gemeinschaft und zu seiner eigenen Befriedigung vergönnt sein! Crailsheim. Am 17. August verstarb nach längerer schwerer Krankheit Frau Krida Königsberger geb. Reinemann. Ehefrau des Dr. med. Königsberger, im Alter von noch nicht ganz 51 Jahren. An dem herben Verluste der Familie, die in der Verewigten eine liebevolle Gattin und Mutter verehrte, nehmen die ganze Religionsgemeinde und weite Kreise in Stadt und Umgebung herzlichsten Anteil. Genoß doch Frau Dr. Königsberger ob ihrer Liebenswürdigkeit. ihres taktvollen Wirkens als echte feinfühlende Arztfrau allgemeine Hochachtung und Verehrung. Dies bewies schon die überaus zahlreiche Beteiligung aus allen Bevölhcrtingskrcisen an der Beerdigung, bei welcher Bei.-Oberl. Kahn in einem klar umrissenen Lebensbild den seltenen Charakter dieser edlen Krau würdigte1, deren Gedächtnis auch weiterhin in ehrender und dunkbarer Erinnerung fortlebcn wird. Crailsheim. Au Stelle des schon seit längerer Zeit von hier abwesenden Vorstehers \ r o n Strauß, der aus diesem Grunde sein Gemeindeamt niedergelegt hat. fand am )3. August eine Vorsteherersatzwuhl statt, wobei mit sämtlichen abgegebenen S5 gültigen Stimmen Dr. med. Königsberger gewählt wurde. Mit Freude sieht die ganze Gemeinde Dr. Königs-' berger wieder in die Gemeindeverwaltung einziehen. nachdem er auch sonst allen jüdischen Belangen seine wertvolle Mitarbeit zur V erlüg» ng stellt. Crailsheim. Unter Leitung von Prediger G ii n s b e r g . Zwickau (Sa.), fand hier ein Kill-• führungskiirs in das .Neuhebräische am 7. und 13. August für die israelitischen Lehrer der Umgebung von Crailsheim statt. Der kurze Lehrgang umfaßte neben den Lese- und Betonungsregeln eine gedrängte Anleitung zur Erlernung des Neuhebräischen für Schule und Leben, auf welcher sich ein Selbststudium dieser Sprache leicht aufbauen läßt. Leider konnten wegen der Urlaubsz.eit nur wenige Lehrer an dem Kurse teilnchmen. lleilbronn. Am t. September dürfen Oberlehrer Isi Krämer und seine Ehefrau Julie geb. Würzburger das Fest der Silber n en 11 o ch - zeit feiern. Die vielen Freunde der Jubilar,- werden diesen Anlaß gerne benützen, um ihnen" ihre herzlichen Sympathien zum Ausdruck zu bringen. Am I. September darf Oberlehrer Krämer auch auf eine dreißigjährige W irksamkeit in lleilbronn als Lehrer und Kantor zuriiekblickeu. In diesen langen Jahren hat sich der Jubilar die Wertschätzung der ganzen Heilbrunner Gemeinde sowie der dortigen Bürgerschaft erworben. Mögen den Eheleuten Krämer noch viele Jahre beglückender Gemeinsamkeit beschieden sein. Laupheim. Am 12. August ereilte unsere Gemeinde eine tieftruurige Botschaft: Zwei Kinder unseres Gc-meiiidemitglieds I). M a x E i n s t e i n. die in den Rietzlern-Bergen zur Erholung weilten. wurden auf einem Ausflug von einem Gewitter überrascht. Dabei wurde die zwanzigjährige Clärle Einstein von einem Blitzstrahl löd- BankäCMh&ll «r flypomekenmkehr Richard Bauar Koaia^-Gas. STUTTGART FRIEDRICHSTRASSE 4 TELEPHON Nr. 28000 lieh getroffen. Ihr 15 Jahre alter Bruder, der einige Meter hinter seiner Schwester lief, blieb verschont. Die Leithe der Verunglückten wurde nach Laupheim überführt und um Montag? den 14. August, unter großer Teilnahme beigesetzt. Der Synagogenchor sang unter Leitung von S i m o ii I. Steiner das Lied ..Es ist bestimmt in Gottes Rat", worauf Religionslehrcr Silberm u ii ii die Grabrede hielt. : Der schwergeprüften Familie wendet sich aus allen Kreisen der Bevölkerung innige Teilnahme zu. Dies kam auch bei der Beisetzung zum Ausdruck. an der die christlichen Klassenkameraden der \ercwigten geschlossen teilnahmen. Audi die Deutsch-jüdische Jugendgemeinschaft l.aupheini erlitt durch den allzufriilien Heimgang Clärle Einsteins einen schweren Verlust. Die männlichen Mitglieder der Jugfiidgcmfinschuft trugen die Bahre auf den Friedhof. Sowohl in der Rede Religionslehrer Silbermanns als auch in den Worten des Sprechers der Jugenelgemein- .schuft. Rudolf Kurz, und des Vertreters der Realschulklasse kam die außerordentliche Beliebtheit der Entschlafenen zum Ausdruck** Clärle Einstein wird bei alten, die sie kannten, unvergessen bleibe«! Laupheim. In seltener körperlicher und geistiger Frische feiert de r Synugogendiener unserer Gemeinde. Samuel Schi Her. am I. September sein 25jähriges Dieustjiihiläum. Seil langen Jahren waltet Schiller in Svnagogc- und Friedhof mit größter Gewissenhaftigkeit seines Amtes und erfreut sich bei allen Gemcindejuitgliedern durch sein freundliches und hilfsbereites Wesen großer Beliebtheit. Möge es ihm vergönnt sein, noch lange Jahre im Dienste unserer Gemeinde tatkräftig zu wirken! Laupheim. Am 5. August hielt R u d o I f K u r z im Rahmen der Deutsch-jüdischen Jugend gemeinschaft ein ausgezeichnetes Referat über die Situation des jungen Juden. Die sich hieran anschließende lebhafte Aussprache bewies das starke Interesse der Jugend an den jüdischen Gegenwartsfragen. Olnhausen. Unsere kleine Gemeinde hat wieder den Heimgang von zwei Gemeindemitglie dem innerhalb weniger Lage zu beklagen. Am 5. August starb B e n j a m i.n Stern, und um 17. August folgte ihm seine Gattin Itln geb. Wertheimer in den Tod nach. Das Andenken der Entschlafenen, deren segensreiches Leben in eleu Grabreden geschildert wurde, wird immer in hohen Ehren gehalten werde». Times m Jiiicze. Am 21. August wurde der 18. Zionistenkongreß in Prag eröffnet. Die Eröffnungsrede hielt der Präsident der Zionistischen Organisation. N a - hum Sokolow. der in hebräischer Spruche begann und jene Stellen seiner Ausführungen, die Begrüßungen für Vertreter anderer Länder enthielten oder sich - an die Umwelt wandten, selbst ins Französische bzw. Englische übersetzte. Namens der englischen Regierung begrüßte Ge Der jüdische Friedhof in Affaltrach