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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 10 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 10
Date
1933-01-01
Page
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PAUIBRENNER STUTTGART Nikolausstraße ^r. 15-19 - Fernsprecher 40657 Rohbauarbeiten Schreinen- und Glaserarbeiten ter im gehobenen Sinne de« Wortes. Die Chalu- /im lArbeiter) sind die'Asantgarde des Volkes. Bc-rufsumschichtung allein genügt nicht — sie muH vielmehr Hand in Hand mit der Schaffung eine« neuen Menschen erfolgen. Und zwar \on innen heraus— nicht nur als Folge der augenblicklichen Notlage. Denn Not ist eine treibende, nicht aber eine schöpferische Kraft. Die Brücke, die de» Neuling mit den Einheimischen zn verbinden vermag."ist die Sprache — und nur wer hebräisch spricht, weiß, daß er Jude ist. Heute gilt es. die Situation des jüdischen Menschen zu erkennen und mit den Illusionen Schluß zu machen. Ddr Zusammenhang mit anderen \olkern darf nicht verloren gehen, aber es ist eine; e hrliche Abgrenzung zu machen. Die Juden waren gute Faipilienväter. aber keine Geinein- } schaftMiienschent. Was wird nun die Zukunft der j jüdischen Jugend sein? Sie kann sich nur miteinander. aber n i ch t allein durchsetzen, i Im Dienste' des Volke« muß die ganze Kraft ein-! ge-et/t werden. Die Jugend ist für Palästina vorzubereiten. auch wenn ihre Ueltersiedlung erst 1 in »pätcren Jahren erfolgt. Unerläßlich hierzu ist die jüdische Schule, deren geistige? Inhalt mit l’alu'tina in \erbindung stehen muß. Die Verbundenheit mit Palä'tina ist abhängig von der Kenntnis de r G e s ch i ch t e de« Judonvolk«. V or! der Büekkehr in« Judenland hat aber die Rückkehr zum Jüdeiltmn zu erfolgen. >tiirmi«cher Beifall dankte dem Redner für 'eine Ausführungen, die allerdings das jüdische Problem nur \om völkischen' Gesichtspunkt behandelten. Der Abend «tand unter der Leitung de» Vorsitzenden der Zionistischen Ort «gruppe. Recht«anwalt Dr. Paul Tänzer, der in seinem 'Schlußwort die Darlegungen des Redners wirkungsvoll unterstrich, nachdem er schon in «einen Begriilbingsworten gefordert hatte, daß die jiidi'the Jugend tun mü««e. was Judesein und \len«ch»ein gebietet. Aus den, Qememdeti 'lüücttem&ecQS.; Buchau. \m 12. Augu»t durfte Fabrikant , Franz M <> o » «einen bei. (ic-burt'tag feiern. Der überall hochgeschätzte Jubilar ist «eit 12 Jahren Mitglied de« l«r. \ or-teheramt« und hat sich ..uch in den At|i'»chü'»en anderer jüdischer Vereine »eit \ ieleit Jahre.» vorbildlich für unsere Gemeinschaft Ibetätigt. In der letzten Periode der Gr. I andc-sversainmlung \ertraf er die Bezirke Buchau und l.auphcim. Auch heute' gehört Franz Moo« der I.unele«\er«uinnduiig al» Ersatzmann all. Mögen ihm noch viele Jahre tatkräftigen \\ irken» l»e»vjliedell »ein! Eßlingen. Vor kurzem berichtete Rabbiner Dr. ’s ch o r » ch . Hannocer. in e iner Gemcindecer- - »amnilung über die Erlebni»»«' und Erfahrungen i »einer Palästinhreise. Der Redner entwarf com I ande und »c'ijtii'ii Aiifhaupioniere» ein höchst eintlruek»colle«! Bild, '■ein Vortrag fand außerordentlichen KcMfall. Haigerloch. Die Volkszählung dieses Jahres »teilt auch für,unsere jüdische Gemeinde einen beträchtlichen Rückgang fest. Während 1925 hier noch 2to jüdische Bürger gezählt wurden, ist deren Zahl jetzt auf 1*2 gesunken.. Diese Abnahme i»t weniger auf Abwanderung als auf die geringe Geburtenzahl zuriiekzuführen. Zwölf l.ebendgeburtein stehen in dem genannten Zeitraum etwa cO Todesfällen gegenüber. Die Ereignisse der letzten Zeit haben das lnterc-'»«e für die Fragen der Berufs Umschichtung und der Palästinasic'dlung auch in unserer Gemeinde »tark erhöht. So war auch ein Vortrug ccm .Beruh a r d N e u m a II n . Stuttgart, der -ich mit diesen Problemen befaßte, von der Ge meinelejngend außerordentlich gut besucht. Eine Anzahl Zuhörer beschloß, in einem Kur» nach den Ferien Nc »hebräisch zu lernen. Einen sehr interessanten I.ichtbilelerc ortrag über Palästina hielt auch Zahnarzt Dr. Walther. Fürth, cor einem Großteil der Gemeinde. Bilder und Worte gaben der Hörerschaft einen wertvollen Einblick in-die Verhältnisse des neuen Palästina und, wurden mit dankbarem Beifall aiifgenommeii. ' z Laupheim. Vor kurzem cerschied im Alte r con nur 4« Jahre p Frau Ba bette Sternschein geh. F riedberger. Besitzerin des Hotels ..Zum Kronprinzen“. Sie hat das von den Eltern ererbte Anwesen mit corbildlichem Fleiß, mit L’m- »icht und Ge.w i»»cnhuftigkeit cerwaltet. Ihrem Manne war sie die kluge Gehilfin, ihren Kindern die Verständnis- und Jielx'vollc' Mutter. Die überall» große Beteiligung an ihrer Beerdigung zeugte - 86 - für die hohe Wertschätzung der Entschlafenen in allen Kreisen. — Hopfenhändler Max K i n - s t ei n. ein schlichter, bescheidener Mann, wurde im 76. Lebenswahre zu Grabe getragen. Er hat sich inf Geschäftsleben strenger Reellität befleißigt. An seiner Beerdigung beteiligten sich viele F reunde aus nichtjüdischen Kreisen. Da er sich jeden Nachruf verbeten hatte, wurde an seiner Bahre nur ein kurzes Gebet gesprochen. Lanpheim. Die Deutsch-jüdische J u - genclgemeinschaft legt sich einen eigenen Sport - und Turnplatz in dem sehr geräumigen Hof des Isr. Schulhauses an. welcher zu diesem Zwecke ihr unentgeltlich von der Ge. nieinde zur Verfügung gestellt wurde. Alle dazu erforderlichen Arbeiten verrichten die jungen Leute selbst. Aus eigener Kraft soll hier ein Werk geschaffen werden, welches zur Ertüchtigung von Leib und Seele der Jugend dient. Die Anlegung eines Tennisplatzes erfolgt im nächsten Jahre, für welchen der große Garten, der an den Schulhof stößt, in Aussicht genommen ist. — Von drei Gesangvereinen, die kürzlich Jubiläum feierten, ist der iüd. Ge sang verein „Fr o hs i n n“. dessen Gründung auf das Jahr 1849 zurückgeht. der älteste-. Heute steht er unter der Leitung Simon L. Steiners und trägt durch svnagogale Gesänge mit gemischtem Chor zur Verschönerung des Gottesdienstes bei. Ulm. Anläßlich de« I. Todestages des früheren Vorsitzenden des R.j.F.-Landesverbands, Oberstabsarzt Dr. Franz H i r s ch'. fand am 6. August auf dem jüdischen F riedhof eine Gedenkfeier verbunden mit der Weihe der vom Landesverband gestifteten Erinnerungsplakette statt. Schon anläßlich des Jalir/eitstages fand Oberlehrer Adler beim Sabbatli-Morgengottesdienst ehrende Worte für die großen Verdienste des Entschlafenen. Zu der Feier auf dem Friedhof waren zahlreiche Mitglieder des R.j.F". aus Stadt und Land erschienen. Oberlehrer Adler sprach ein deutsches Gebet, dann sprach der jetzige Vorsitzende des Landesverbands. Rechtsanwalt Dr. M. Strauß. Stuttgart, warme Worte des Dankes und der Erinnerung und weihte die auf dem Grabmal angebrachte Plakette. Friedrich Wallersteiner rühmte als Vorsitzender der Ortsgruppe- Ulm die niictiiiiielIidic- Arbeit und treue Pflichterfüllung des Entschlafenen im Dienste des. Bundes. Er danktecleur%.r^cilc-svc-r- Ininel für die Ehrung Dr. F ranz Hirsch» ,ind betonte. daß für die Lebenden Dr. Franz Hirsch »tets ein leuchtende« Vorbild sein werde. Mit dem Kaelelischgebet schloß die würdige- F'eier. die "Icc'w ies. daß das Andenken Dr. F ranz Kirschs überall, wo man ihn kannte, fortlebt. Jung verheirat. Ehepaar sacht per 1. Oktober gutwöbllerte 3-4 Zimmer-Wohnung mit Küche usw. in Stuttgart. — Offerten unter V. S. 722 an dir Israelitische Gemeindezeitung. Stuttgart, Kasernenstraßr 13. der Sie bei den Behörden vertritt, in wetten Kreisen seit Jehren bestens bekennt, empfiehlt Midi eadt für Verwettvngen etc. bei mäßigem Honorer. — Gefi. Zasdtrifien erbeten unter H. P. 124 en die Isreeittisdte Gemeindetetttmg. Tleuestes m Jükae. (I T A) Der Beschluß der amerikanischen Delegation zum I«. Zionistenkongreß. einen Antrag auf Sammlung eines Fonds von 25 Millionen Dollur /.nr Ansiedlung von 250 000 Juden, hauptsächlich solchen au,« Deutschland, in Palästina dem bevorstehenden Zionistenkongreß vorzulegen. hat in der englischen Oeffentlichkeit viel Aufmerksamkeit. die sich auch in der Stellungnahme großer Londoner Tageszeitungen zeigt, erregt. ..Daily Herold“ schreibt, das jüdische VOIk ergreife praktische Maßnahmen, um das Problem seiner Brüder in Deutschland zu lösen. Der Plan. 250 000 Juden innerhalb der nächsten vier Jahre in Palästina anzusiedeln. zeuge von Mut und sei auf gesundem Gemeinsinn aufgebaut. Die l-age der jüdischen Minderheit in Deutschland mache ihre Evakuierung unvermeidlich. und es sei nur natürlich, daß Palästina, das alte Heimatland der Juden, deutschen Juden ein Asyl biete. Pflicht der britischen Regierung als der vom Völkerbund mit der Errichtung des Jüdischen Nationalheims beauftragten Mandatarmacht sei es. bei der Verwirklichung jedes gesunden Projektes, das auf die Niederlassung so vieler Juden in Palästina, als das Land nur absorbieren könne, abziele, mitzuwirken. Die Regierung solle daher die Erwerbung von Boden in Palästina zwecks erfolgreicher und ruscher Durchführung des Siedlungsplans in jeder Weise erleichtern. Im Gegensatz zu ..Daily Herold“ lehnt ..Evening Standard“ das Projekt als phantastisch ab. Das heilige- Lund, schreibt das Blatt, könne eine so große Einwanderung unmöglich aufnehmen. Die erst kürzlich beschlossene zwei Millionen Pfund-Anleihe sei zum großen Teil zur Wiederansiedlung von Arabern, die durch jüdische Ein Wanderung verdrängt wurden, bestimmt Ein anderer Vorschlag gehe auf Ausdehnung der jüdi sehen Siedlung auf Transjordanien hinaus. Dir Zionisten führten zur Unterstützung ihrer Eyr clerung an, daß gewisse arabische Scneiks infolj. wirtschaftlicher Notlage geneigt seien, ihren B den zu verkaufen. Die britische Ansicht bebau» tet das Blatt, gehe dahin, daß Transjordaniein rein arabisches Land sein solle. Die bekannten Schwimmerinnen der Wien Hakoah. Frau Hedi Wertheimer-Bienenfeld u Fräulein Fritzi Löwv haben in den Kämpfen , die österreichische Meisterschaft im Schwimmeindrucksvolle Siege davongetragen. Frau VVc heimer hat im Brustschwimmen, Fräulein l.öwv im Kraulschwimmen einen neuen österrcicij. sehen Rekord aufgestellt : FAMILIENNACHRICHTEN: Stuttgart. Barmizwah: 19. 8. 1953. Wolfgang. Sohn des Otto Stern u. - F lief rau Edith, Wagenburgstr. * Verlobung: 6. 8. 1933. Milly Stern. Stuttgart/Haigerloch. mit Paul Singer, Stuttgart/Wien. Eheschließungen : 6. 8. 1933. Anny Dreifuß. Hermannstr. 16. mit Dr. Ernst Lazar, Trier. 13. 8. 1933. Walter Mainzer mit F'lorence J. Marx. Reinsburgstr. 29. 7 0. Geburtstage: 31. 7. 33. Frau Pauline Heule Wwe. geh. I.e-v Hegelstr. 47. 26. 8. 1935. Frau Klara Kochmunn Wwe.. Tul penstr. 5. 7 5. Geburtstag: 15.8. 1935. Komm.-Rat M. Florkheinier. VzenbergstT. 55. Buchau. 6 0. Geburtstag: 12. H. 1955. Fabrikant F ranz Moos. Schwiib. Hall-Steinbach. 7 0. Geburtstag: 6. N. 1955. F rau F ainiv Adler geh. Eichberg. Hcilbronn. Barmizwah: 5. N. 1955. Paul. Sohn des Philipp Menclelsohn ■ ii. «. ElicTran Bosa gc-b. Appel, Solothiirnerstr. 19. 8. 1955. Heinz. Sohn des Adolf Einstein u. « Ehefrau gc-b. Dreifuß, ("üeilienstr. Lanpheim. Verlobung: August 1955. Trude Blumeuthal mit Karl Lauthheiinc-r. Ichc-nliausen/Güppingc-n. Ludwigsburg. 7 0. Geburtstag: , 4. H. 1955. Moses Ottenheirner. Seestr. Oehringen. Barmizwah^ 19. 8. 1955. Julius. Sohn des Siegfried Bloch u. s. Ehefrau Sofie gc-b. Thulhc-imer. Olnhausen. Sterbefall: Rc-njamin Stern. 69 Jahre alt. Ulm. 7 8. Geburtstag: 12. 8. 1955. F ran Berta Hominel geh. Manclei« heim. 8 2. Geburtstag: 28. 8. 1955. F ran Hannchen I.aupheinier gc-b. Gidion. Sterbefall: 31. 7. 1933. Josef Altmann. Gailingen-UIm. 58 Jahre alt. Chr. siallmann’s Nadil.: Stuttgart Telefon 27734 KOnlgsbau ' Bast« In* und Ausländische Fabrikats HerrenhiHe Sport- und Automätzen : Aparte Damenhüte für Straße - Rehe - Sport j JjLektam^Veikau^ Q.W.WÖm «r** KrS u t«rZWldba ck 10OMlahaH4PM.slnschl.Dose franko Haus zu.RM. S anstatt zu . . . RM. 7.— 2 Pfd. QoM.RM. 2.7» anstatt zu . . . RM. 3.50 also wesentlich unter dem Selbstkostenpreis Gebr. Wörner Fellbach-Stuttgart / S. A. 52310

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