Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 9
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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- 79 - Die Ruhestätte des Schwarzwalddichters Berthold Auerbach auf dem Friedhof in Nordsletten. Aus dem Bilderwerk .Jüdische Gotteshäuser und Friedhöfe in Württemberg \ herausgegeben vom Israelitischen O verrat. Stuttgart. Der J ü d i s ch c Jugendring bittet uns um Aufnahme folgender Notiz: Der wandernden jüdischen Jugend sind die Jugendherbergen leide r verschlossen: sie ist deshalb auf jüdische Quartiere angewiesen. Die Gemeinden und Gemeindemitglieder des Landes werden ebeten. einfache Räume— wenn möglich entgeltlich oder gegen geringes Entgelt — zur ■ erfügung zu stellen. Anmeldung an den Jüdischen Jugendring Stuttgart oder an den Landesverband des Jüd. Frauenbundes, p. A. Frau Anny Hirsch, Ulm. Zinglerstr.63. Stuttgart. Am 3. August darf Joseph Levi, Kanonenweg 2, in seltener körperlicher und geistiger Frische seinen 70. Geburtstag im Kreise seiner Kinder und Kindeskinder feiern. Der Jubilar ist weit über Württembergs Grenzen hinaus bekannt und wird überall hoch geschätzt. Viele Jahre hindurch wirkte er in beruflichen Khrenämtern und bis vor kurzem hat er insbesondere als Schiedsrichter für seinen Berufsverband Außerordentliches geleistet. Joseph Levi ist ein tiefreligiöser aufrechter Mann, der zu den eifrigsten Besuchern unseres Gottesdienstes gehört und dessen Mildtätigkeit besonders gerühmt werden darf. Mögen ihm noch viele Frohe und gesunde Jahre beschieden sein. Heilbronn. Zu Ehren von E r i ch S ch 1 o fl und Max Kahn, die vor kurzem ihre Heimatstadt verließen, um sich in Palästina eine neue Existenz zu gründen, veranstaltete der Tischtennis- Club „B 1 a u - W e i ß“ am 6. Juli eine Abschiedsfeier, in der die beiden bewährten Mitglieder des „Blau-Weiß“ reich geehrt wurden. Der Vorstand. Sigmund Stobez.ki, dankte den Scheidenden für ihre treue Mitarbeit und verlieh Erich Schloß die Ehrenmitgliedschaft. Im Namen der ehemaligen, jetzt mit dem Jugendbund vereinten Arbeitsgemeinschaft richtete Lehrer Flamm an die Freunde herzliche Abschieds- und Dankesworte. Rexingen. Am 1. Juli trat Oberlehrer Spatz nach 44iährigem ununterbrochenem Wirken als Volksschul- und Religionslehrer, Seelsorger und Vorsitzender des Isr. Vorsteheramts in den wohlverdienten Ruhestand. Aus diesem Anlaß fand am 7. Juli in der hiesigen Synagoge ein Fest- und Abschiedsgottesdienst statt. Im Auftrag des Isr. Oberrats, des Bezirksrabbinats und der hiesigen Gemeinde dankte Rabbiner Dr. S ch w e i - z e r, Horb, Oberlehrer Spatz für sein vorbildliches. unermüdliches und segensreiches Wirken im Dienste der jüdischen Gemeinschaft. Er betonte, daß sein Schaffen und Wirken immer im Zeichen innerer Berufung gestanden habe und rühmte die hohen Geistes- und Willenskräfte des trefflichen Pädagogen, der in Rexingen 29 Jahre lang treu gewirkt hatte. Dr. Schweizer wünschte dem Scheidenden zum Schlüsse noch einen gesegneten Lebensabend an der Seite seiner Gattin und im Kreise seiner Kinder und Kindes kinder. Mit bewegten Worten dankte Oberlehrer Spatz für die Wünsche des Redners und gelobte, auch weiterhin mit Rat und Tat für jedes Mitglied der Gemeinde einzutreten und aas Andenken seiner ihm liebgewordenen Wirkungsstätte stets in hohen Ehren zu halten. Er schloß mit Segenswünschen für seinen Amtsnachfolger. Lehrer Berlinger. Das Isr. Vorsteheramt beschloß, neben der Ueberreichung eines Abschiedsgeschenks Oberlehrer Spatz seiner großen Verdienste wegen zum Ehrenmitglied der Gemeinde zu ernennen und sein Bild im Gemeindezimmer anzubringen. Sein schönstes Bild aber wird im Herzen seiner Gemeinde fortleben. Tübingen. Auch in unserer Gemeinde erwacht neues Interesse für jüd. Kulturwerte. Ein Zeichen dafür ist das Zustandekommen eines hebräischen Sprachkurses unter Leitung des Religionsoberlehrers Dr. Wochenmark, an welchem eine Anzahl Damen und Herren eifrig teilnehmen. Ulm. Das älteste Mitglied unserer Gemeinde, Isak Neuburger, wurde im Alter von 83 Jahren zu Grabe getragen. Der Verstorbene war ein allgemein beliebter Mann, der bis ins hohe Alter für Judentum und Gemeinwohl tätig war und verschiedene Ehrenämter bekleidete. Sein Andenken wird unvergessen bleiben. Ulm. In Badenweiler, wo er Erholung suchte, starb plötzlich Isidor Kochmann, der als Inhaber des hiesigen gleichnamigen Herrenkonfektionshauses in weiten Kreisen der Bevölkerung bestens bekannt war. Kochmann, der an allen jüdischen Fragen stets regstes Interesse nahm und für die Armen immer eine offene Hand hatte, stand im 53. Lebensjahre. Ein ehrendes Andenken wird ihm überall bewahrt bleiben. Für die Ferien! Die Ferienvermittlung der Erholungsfürsorge des Jüdi - sehen Frauenbundes hat ihre Tätigkeit in vollem Umfange wieder aufgenommen. Die Vermittlungsstelle kann dem Bedürfnis nach billigem rituellen Ferienaufenthalt im Schwarzwald und anderen herrlich gelegenen Luftkurorten sowie Heilbädern bestens entsprechen. Für Unterkunft in nur bestempfohlenen Privathäusern ist weitgehend vorgesorgt. — Wir empfehlen unse- JtuxH Jtoffjec VON OSKAR BECKER OFFENBACHER LEOERWAREN nur CharlottonstraB« 2 ren Lesern, von der durch den Jüd. Frauenbund gebotenen günstigen Gelegenheit Gebrauch zu machen und verweisen auf die diesbezügliche Anzeige Seite 76. aus der auch die Anmeldestelle hervorgeht. Aus det lüeü des Judentums. Kulturbund deutscher Juden 1933. In Berlin wurde unter Beteiligung aller großen jüdischen Organisationen und mit der nach Verhandlungen mit Staatskommissar Hans Hinkel erteilten Genehmigung der preußischen Regierung der „Kulturbund deutscher Ju? den 1 93 3" gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat. che künstlerischen und geistigen Bestrebungen der Juden in Deutschland zu pflegen. In einer unter dem Vorsitz des geschäfts-~ führenden Vorstandsmitgliedes Dr. Kurt Singer, ehemaligen Intendanten der Berliner städtischen Bühnen, abgehaltenen Pressebespre-_ chung setzten der Vorsitzende und der ebenfalls dem Vorstand angehörende Kritiker und Dramaturg Julius Bab die allgemeinen Ziele und nächsten Aufgaben des Bundes auseinander. Es ist beabsichtigt, zunächst in Berlin eine Theater gemeinde zu schaffen, deren Mitglieder Anspruch auf monatlich einmaligen Besuch einer Theateraufführung. eines Konzertes und eines Vortragsabends haben sollen. Es soll ein eigenes Schauspiel- sowie ein Opern-Ensemble, durchwegs aus jüdischen Künstlern bestehend, sowie ein Orchester geschaffen werden. Die Theateraufführungen (Schauspiel und Oper) sollen in einem zu pachtenden Theater täglich stattfinden. Bei der Auswahl der zur Aufführung gelangenden Stücke sollen neben allgemein künstlerischen Gesichtspunkten auch die Notwendigkeit der Förderung jüdischer Künstler und das Bedürfnis des jüdischen Publikums nach Darstellungen, in denen jüdische Stoffe behandelt werden, Berücksichtigung finden. Für die musikalische Leitung der Oper wurde der ehemalige Generalmusikdirektor des Mannheimer Nationaltheaters. Josef Rosenstock, gewonnen, der auch als Komponist bekannt ist und fünf Jahre lang an der, Metropolitan-Opera in New York tätig war. Dem Ehrenpräsidium des Bundes gehören Rabbiner Dr. Leo Baeck. Arthur Eloesser. Profdssor Leonid Kreutzer, Prof. Dr. h. c. Max Liebermnnn. Dr. Max Osborn, Prof. Dr. Franz Oppenheiner und Jacob Wassermann, dem Vorstand Intendant; Dr. Kurt Singer. Kritiker und Dramaturg Iiilius Bab, Regisseur Kurt Baumann, Landgerichtsrat Dr. Arthur Lilienthal. Dr. Friedrich Öllencforff. Amtsgerichtsrat Rau. Frau Dr. Eva Reichmann- Jungmann und Dr. Hermann Schildberger an. Lord Meldiett zum Judentum fibergetreten. Am 15. Juli fand in der Liberalen Synagoge von Nord-London die Aufnahme Lord Melchetts in die jüdische Glaubensgemeinschaft durch den Seelsorger der Synagoge. Rev. M. L. Perlzweig, Ehrensekretär der English Zionist Federation, statt. Nach dem Gottesdienst teilte Rev. Perlzweig Pressevertretern mit, daß Lord Melchett, der als Kind getauft und im Bekenntnis der englischen Hochkirche erzogen worden war, seit einigen Jahren keine aktive Verbindung mehr zur Kirche unterhielt. Nicht gewisse Entwicklungen im Ausland seien in erster Reihe für seinen Schritt maßgebend gewesen, dieser sei vielmehr der Ausdruck innerer Ueberzeugung. Lord Melchetts inniger Kontakt mit Juden und jüdischen Einrichtungen. den er durch seine Arbeit für Palästina gefunden habe, habe ihn zum Studium des Judentums geführt, dessen Lehre ihn immer stärker angezhgen habe. Sein formeller Uebertritt sei auf Grund nachhaltiger Ueberlegung und eifrigen Studiums und nach einer langen Zeit eingehender Erörterungen mit Rev. Perlzweig erfolgt. Ein zum Teil wohl von seinem Meit&couu Kauft bei unseren Inserenten! TRIPPPUNKT HEILBRONN / Deutsch bofstra Be 1 KÜCHE Mm *0ftzBUReER Qspflsgts Weins und Biere ADLERBRAUERil