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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 6 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 6
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 3)
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SpocU mtd Jleise-JCleiduttQ oss & Weis Sport-AnzQge / Regen-Mäntel Sport-Hosen / Herren-Artikel MITTNAC HTBAU tere Hausarbeit selbst übernehmen, die gröbere dem Mädchen überlassen; selbstverständlich t nicht umgekehrt! Die Zeitverhältnisse bringen es auch mit sich, daß immer mehr alleinstehende ältere Personen in den Haushalt verheirateter Kinder ausgenommen werden, wonach es immer j mehr größere Haushaltungen mit viel Arbeit geben wird. Daß jüdische Hausfrauen aus den bereits erwähnten Gründen sich oft schwer entschließen. ein jüdisches Alleinmädchen zu nehmen, darf nicht verschwiegen werden. Um beide s Teile zusammenzubringen, bedarf es viel guten i Willens auf beiden Seiten. Die Haus- ■ frauen, die gewöhnt waren, stets mit gut gei schulten Kräften zu arbeiten, werden sich mit! Geduld wappnen müssen, wenn sie eine noch wenig erfahrene Haustochter zu sich nehmen und werden sie mit Liebe und Nachsicht das zu lehren haben, was ihr an Vorbildung und Erfahrung fehlt. Andererseits aber dürfen jüdische Mädchen nicht von vornherein besondere Rücksichten, wie z. B. Familienanschluß, verlangen. Einem Mädchen, das sich als taktvoll erwiesen und das man liebgewonnen hat, wird manches gewährt werden, was von einer noch Unbekannten nicht von vornherein gefordert werden darf. An dieser Stelle nun muß gefragt werden, warum hauswirtschaftliche Arbeit, besonders in fremdem Haushalt, noch immer als etwas angesehen wird, das degradierender ist, als etwa die Arbeit im Laden, im Büro. Da sind es oft gerade die Mütter, die glauben, ihre Tochter sei zu gut dazu, eine solche Stellung anzunehmen, während in christlichen Kreisen schon längst gebildete > Mädchen aus besten Familien als Haustöchter \ in Stellung gehen, ohne zu denken, daß sie sich ' dadurch etwas vergeben. Jede Arbeit adelt, wenn sie gut und verantwortungsvoll getan wird, und es ist gewiß vornehmer, eine angebotene Arbeit anzunehmen, als selbstverschuldet von der Fürsorge abhängig zu werden. _ M. H. Aus Am Qememdm lüucttemietgs. Stuttgart Sitzung des Vorsteheramtes am?. Juni. Der Vorsitzende Dr. Flegenheimer, erölfnete die Sitzung durch die Mitteilung verschiedener Schriftstücke und durch die Kundgabe der Entschließung des Staatsministeriums über den Fortfall des Staatsbeitrages. Die letzte Mitteilung veranlaßte eine Besprechung von Etatsfragen, da zwangsläufig der Fortfall der Staatsleistungen das Budget der Israel. Religionsgemeinde besonders schwer treffen wird. Eine Anregung, die Mitwirkung des Chors und der Orgel im Gotteshause aufzugeben, gegen die der Vorsitzende ernste Bedenken er- - hob, soll in der Gottesdienstkommission beraten werden. Das Vorsteheramt wird mit der Verwaltung des Jüdischen Lehrhauses wegen der Einrichtung besonderer Kurse für Hebräisch, Jüdische Geschichte und weitere Fremdsprachen verhandeln, die vor allem der Jugena zugänglich! sein sollen. Der Vorsitzende soll diese Verhand-; langen führen und die Anregung geben, das I Programm des Lehrhauses durch Kurse über I Wirtschaftsfragen und Staatsbürgerkunde und, . wenn möglich, durch die Einrichtung eines Turn- | und Handfertigkeitsunterrichts zn erweitern. Besonders einschneidend für die weitere Geschäftsführung des Vorsteheramtes war ein weiterer Vorschlag des Vorsitzenden, daß, um wiederkehrende Verhandlungen zu vermeiden, die einzelnen Abteilungen des Vorsteheramtes ihre Entscheidungen von jetzt an selbständig treffen, und daß diese nach Mitteilung an den Vorsitzenden in Wirkung treten sollen. Doch sollen die allmonatlichen Sitzungen des Gesamtkollegiums zum Bericht über die Beschlüsse der einzelnen 1 Abteilungen beibehalten werden. Da Vorsteher 1 Ludwig Stern noch eine längere Zeit von! hier abwesend bleiben wird, soll er für die! Dauer der Abwesenheit in der Jngendabteilung ' durch Oskar Rothschild, im Steuerbeschwerdeausschuß durch Dr. Tänzer vertreten werden. Eine besonders lebhafte Aussprache veranlaßte idie geplante Neuregelung des Jüd. Fürsorgewesens. Das Vorsteheramt hat an den Oberrat wegen der geplanten Neuorganisation der Wohlfahrtspflege eine Anfrage gerichtet, deren Beantwortung Ausgang der Aussprache war. Die Mitarbeit des bisherigen Arbeitsausschusses des Fürsorgeamtes, in dem neben Mitgliedern des Vorsteheramtes Vertreter der Wohlfahrtsvereine gemeinsam die Wohlfahrtsfragen bisher behandelt und die Unterstützungen bewilligt, soll von jetzt ab ganz wegfallen. Obenecnnungsrat Meyer soll Leiter des Fürsorgern»ts sein und mit der Fürsorgerin gemeinsam die Unterstützungen bestimmen, während die Vereine nur durch die Gewährung von Pauschalbeträgen am Fürsorgeamt mitarbeiten sollen. Der Stadtrabbiner, der bisher den Arbeitsausschuß des Fürsorgeamts geleitet, bedauert lebhaft seine Ausschaltung aus der aktiven Fürsorgearbeit der Gemeinde, da ihm als Rabbiner der Gemeinde daran liegen müsse, in der Wohlfahrtsarbeit der Gemeinde entscheidend mitzusprechen. Friedr i ch L. K i e f e bedauert, daß die Mitarbeit der Vereine am Fürsorgeamt durch die Neuorganisation lediglich auf die Geldbeschaffung beschränkt ist. Nachdem der Stadtrabbiner noch einmal auf die zehnjährige reibungslose und ersprießliche Tätigkeit des Arbeitsausschusses des Fürsorgeamtes hingewiesen, wird entsprechend dem Vorschlag des Vorsitzenden die Aufhebung des Arbeitsausschusses beschlossen. Die Vereinsvorsitzenden werden zu einer Aussprache über die Neuorganisation der Wohlfahrt zusammenberufen werden, in der Oskar Rothschild und der Präsident des Oberrates über die Neuordnung berichten werden. Stuttgart. Einstellung der Staatsleistungen an die Israel. Religionsremeinschaft. Seit dem Jahre 1828 hat der Württembergische Staat der Israelitischen!Religionsgemeinschaft einen Staatsbeitrag geleistet, der für die von der Israelitischen Zentralkasse augestellten Beamten zur Sicherung ihres Diensteinkommens bzw. ihres Ruhejfehtdtes zur Verwendung kam. Im Entwurf des Staatshaushaltes für 1933 waren als Staatsleistungen zum Diensteinkommen für die Beamten der Zentralkasse 2t 300 RM„ als Versorgungsbezüge 4 000 RM., zusammen 25 500 RM. eingestellt In der Kabinettsitzung des Württembergischen Staatsministeriums vom 1. Juni wurde beschlossen, diese Staatsbeiträge, die von jeher in vollem Umfange] frei- Qoppingm Blmttnto S, TiMm 2l2i IpxUl-bfinta-Vrtittlt* IDr alle Systeme bei billigster Berechnung Bodoll Sieber Gdpplafea, Pfamtrmfte 18 Reformhaus Karl Keuler MÖBEL- UND BAUSCHREINEREI Querstraße 7 Telefon 2483 Kauft bei unseren Inserentpnl isteru. Klappladenfal Glaserei / Schreinerei & Sohn ItldN 31*3 Möbalhaus Thomas EbertstraB# 29 (Varl. Blomenstr.) 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