Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- X (1933-1934)
- Issue
- X. Jahrgang Nr. 4
- Date
- 1933-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
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— 39 - «3* cK 'S2>5 eingehende Berichte vorliegen. Ueberall hielten die Rabbiner bezw. die Religionslehrer im Anschluß an den Morgengottesdienst und die Sdiriftvorlesuiig Ansprachen über die Bedeutung des Tages und den sittlichen und religiösen Wert der Arbeit. Die Gotteshäuser waren zumeist mit Fahnen und jungem Grün geschmückt. In Stuttgart hielt Rabbiner Dr. A u e r b a ch eine geistvolle Predigt, die außerordentlich tiefen Eindruck machte. Besonders groß war die Anteilnahme der jüdischen Gemeinde an der allgemeinen Feier in Buttenhausen. Von dort wird uns berichtet, daß auch die jüdische Bevölkerung am Fackelzug teilnahm, der sich am Abend des Festtages durch das Dorf bewegte. Der Festgottesdienst gipfelte in einer Ansprache des Oberlehrers B e r 1 i n g e r. Auch die jüdischen Häuser zeigten reichen Fahnenschmuck. Auch in Baisingen nahmen außer den jüdischen Schülern auch jüdische Gemeindemitglieder an dem Festzug teil. Während von einzelnen Ortschaften, wie von Laupheim zum Beispiel, besonders berichtet wird, daß die Juden sich an dem Beflaggen der Häuser lebhaft beteiligten, wird von anderen Plätzen, wie Ludwigsburg und Crailsheim, mitgeteilt, daß das Beflaggen der jüdischen Häuser nicht erwünscht war. Stuttgart. Eine Auszählung der Studierenden an den Hochschulen Württembergs nach ihrer Religionszugehörigkeit erbrachte folgendes Ergebnis: Evangelische Katholiken Israeliten Sonst Religlonsu Weltanschauungsgemelnscbaften Stuttgart. Die 8 1. Generalversammlung des Isr. Kranken-Unterstützungs-Vereins e. V. leiteten herzliche Begrüßungsworte des Vorsitzenden A.dolf Kops an die Erschienenen ein. Hierauf wurde der im Laufe des Vereinsjahres verstorbenen Mitglieder ehrend gedacht und dem Andenken Frau D. A. Gutmanns, die durch ihre außergewöhnlich rege Betätigung in der freien Wohlfahrtspflege sich über den Tod hinaus den Dank weiter Kreise gesichert hat, herzliche Worte gewidmet. Der vom Vorstand erstattete Jahresbericht betonte, daß sich die Not der Zeit auch im Kranken-Unterstützungs-Verein erheblich bemerkbar mache. In loyaler Vereinbarung mit den anderen Wohlfanrtsvereinen wurden die einzelnen Unterstützungsfälle erledigt, wobei zu bemerken ist, daß Unterstützungsgesuche für Zahnerkrankungen häufiger als sonst an den Verein herantraten. Bevorzugt behandelt wurden die Anforderungen für Kinderfürsorge. Zum Schlüsse richtete der ersitzende aus tiefstem Herzen kommende mahnende Worte an die Mitglieder: „Die jüdische Not steigt wo wir auch hinsehen, und es ist erforderlich, daß wir gegenüber dieser erweiterten Not auch unsere Maßnahmen in weiterem Sinne auffassen, wenn wir den Pflichten nachkommen wollen, die die Satzungen des Vereins aufstellen und die uns unser Herz gebietet.“ Der vom Kassier Fried r. L. Kiele erstattete Kassenbericht weist für Krankenhilfe und Unterstützungen den Betrag von RM. 7833.— aus. Dem Kassier wurde unter herzlichen Dankesworten Entlastung erteilt. In der folgenden Aussprache wurden eine Reihe von Vorschlägen des Ausschusses und An¬ Tübingen Stuttgart Hohenheim Prozent Prozent Prozent 2948 - 78,3 1391 - 79,8 60 — 60 743 - 19,7 299 - 17,1 42 - 36,5 15 - 0,4 I. 20 - 1,2 — - 61 - 1,6 33 - 1,9 4 - 3.5 regungen aus der Versammlung eingehend behandelt und teilweise — so die Einführung freier Wahl unter jüdischen Aerzten für die der Fürsorge des Vereins unterstehenden Kranken — zum Beschlüsse erhoben. Den bisherigen Vertrauensärzten Dr. Rosenstern und Dr. Strauß wurde für ihr hingebungsvolles Wirken aufrichtiger Dank ausgesprochen. Sie wurden als stimmberechtigt in den Ausschuß kooptiert und werden weiterhin zum Besten des Vereins als Vertrauensärzte sich betätigen. Es folgte Ersatzwahl für zwei turnusgemäß ausschei elende Ausschußmitglieder. Sanitätsrat Sigmund Weil, der 40 Jahre dem Ausschuß angehöfte und wertvolle Arbeit geleistet hat, lehnte »ine Wiederwahl ab. Um ihn für seine großen Verdienste um den Verein zu ehren, wurde seine Ernennung zum Eh ren ausschuß mitglied vorgeschlagen, was die freudige Zustimmung der Versammlung fand. Die Amtsperiode des Vorsitzenden Adolf Kops war ebenfalls abgelaufen. Auf Antrag von Louis H i r s dl und Leopold Levi wurde der Wahl von Adolf Kops auf weitere sechs Jahre unter dankbarer Anerkennung seiner bisherigen vortrefflichen Führung des Vereins als dessen tatkräftiger, für das Wohl der Armen trenbedachter Vorstand zugestimmt. Nachdem noch aus der Mitte der Versammlung dem Vorstand wie dem Gesamtausschuß herzlich gedankt worden war, schloß der Vorsitzende die Generalversammlung. Der Kranken-Unterstützungs-Verein ist ein großes Liebeswerk der Stuttgarter Jüdischen Gemeinde. Ihn in schwerster Notzeit zu stützen, ist eine heilige Aufgabe an der jedes Gemeindemitglied mitwirken muß. Stuttgart. Der „Verein zur Förderung des Handwerks und des Gartenbaus unter den Israeliten in Württemberg“ hielt am 27. April seine 3 4. Mitgliederversammlung ab. Der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Wolf, begrüßte die Vertreter des Isr. Oberrates und des Vorsteheramts, sowie die Mitglieder des Vereins mit freundlichen Worten und führte dann aus, wie sehr die Not der Zeit die Forderung stelle, sich gegenseitig die schwere Lage zu erleichtern. Der Verein, dessen Hauptaufgabe es ist. junge Leute dem Handwerk zuzuführen und die Ausbildung von Lehrlingen zu fördern, habe gerade heute, da eine Berufsumschichtung eine für viele gebotene Notwendigkeit ist, eine große Aufgabe zu erfüllen. Um dies im ausreichenden Maße zu können, bedarf der Verein weitgehendster Förderung. Der Appell des Vorsitzenden, von LudwigEpstein besonders warm unterstützt neue Mitglieder zu werben, fand lebhaften Widerhall und soll auch von uns an dieser Stelle besonders unterstrichen werden: Der Vereinsbeitrag ist klein, aber jede einzelne dem Verein zugewendete Mark bedeutet eine Beihilfe, mit der jungen Menschen der Weg zu ejper gediegenen Ausbildung geebnet werden kann. Die Leistungen der vom Verein geförderten Lehrlinge waren durchweg befriedigend. Der vom Kassier, Sigmund Kallmann, erstattete Kassenbericht zeugte von guter Führung der Geschäfte, so daß der dem Vorstande und Kassier durch Max Osterberg ausgesprochene Dank die volle Zustimmung der Versammlung fand und beiden Entlastung erteilt wurde. In der folgenden sehr ergiebigen Aussprache wurden mannigfache wertvolle Anregungen gegeben. für die der Vorsitzende dankte, indem er versprach, daß der Ausschuß auch fernerhin seine volle Kraft in den Dienst der verantwortungsvollen Aufgabe stellen werde. An unseren Glaubensgenossen aber liegt es, der Vereinsleitung die Mittel an die Hand zu geben, um wirklich Ersprießliches wirken zu können. Wir wiederholen daher die Bitte: Werdet Mitglieder des „Vereins zur Förderung des Handwerks“ und werbet für denselben! Stuttgart. In der am 30. April stattgefundenen . Mitgliederversammlung des „ J ü d i - sehen Sch westernheims“ erstattete der Vorsitzende, Rechtsanwalt Dr. Gunzenhauser, nachdem er einleitend kennzeichnende Worte über die Schwere der derzeitigen Nojlage gesprochen, den Jahresbericht, der von der segensreichen Tätigkeit des Vereins beredtes Zeugnis ablegte. Im Berichtsjahre wurden von 11 Schwestern geleistet bei 84 Kranken: 1344% Tag-, 388 Nacht-, 788% Vollpflegen, zusammen 2521 Pflegetage, ferner 2870 Pflegebesuche. Davon entfallen: 2092 Pflegetage auf 73 jüdische Kranke (darunter 143 Pflegetage auf 15 arme jüdische Kranke). 429 Pflegetage auf 9 nichtjüdische Kranke (darunter 32 Pflegetage auf 8 arme Nichtjuden). Von den Besuchen entfallen: 2705 auf 181 jüdische Pfleglinge (1333 Besuche auf 62 arme jüdische Familien), 165 Besuche auf 23 nichtjüdische Pfleglinge (55 Besuche auf 13 arme nichtjüdische Pfleglinge). 32 Pflegegesuche mußten leider abgelehnt werden. Den Schwestern, deren Tätigkeit sich nach, wie vor auf alle Kranke ohne Ansehung der Konfession erstredet, ward allseitig rückhaltlose Anerkennung gezollt, ein Beweis, daß sie ihre schwere Aufgabe mit voller Hingabe erfüllen. Der gedruckt vorliegende Kassenbericht zeigt die gewissenhafte Geschäftsführung. Dem Vorstand und Kassier wurde Entlastung erteilt und durch Rechtsanwalt Dr. Heinrich Wolf besonderer Dank für ihre vorbildliche Arbeit ausgesprochen. In einer längeren Aussprache wurden Vereinsangelegenheiten behandelt; und manche wertvolle Anregung gegeben. : Am Schlüsse widmete der Vorsitzende noch wärme Worte treuer Erinnerung der im Berichtsjahre verstorbenen Frau D. A. Gutmann, die nahezu 20 Jahre dem Verwaltungsrate des Schwesternheims als Delegierte des Israel. Frt(uenvereins angehörte und sich an den Arbeiten mit großer Hingabe beteiligte. Den Schwestern war sie eine mütterliche Freundin. Die Treue, die sie stets dem Verein gehalten, wird auch ihr für alle Zeit durch ehrenvolles Gedenken gewahrt bleiben. — j Stuttgart. Der „Isr. Ortsarmenverein“ sowie der „Verein zur Unterstützung hiesiger und durchreisender Israel. Arme n“ halten »am 21. Mai ihre Hauptversammlung ab, auf die wir hiermit besonders aufmerksam machen. (Siehe auch Anzeige St 38.) Wir erinnern auch nochmals an die Mitgliederversammlung der Isr. Waisen- und Erziehungsanstalt „Wi Jhel ms pfleg e“. die am 28. Mai, vormittags 11 Uhr. im Gemeindenaus stattfindet. " 1 Stuttgart. Vor einem große» Hörerkreis spjrach am 2 Mai Dr. med. Richard Ney im B d r t - h o 1 d Auerbach -Verein über „Jugend in No t“. Der Referent ging von der schweren Die beste und günstigste Einkaufsgelegenheit direkt in der Fabrik bei: MUCK-MOBEL Ausstellung: Zeppelinbau Stuttgart a.Hptbhf