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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-01-01 · X. Jahrgang Nr. 1 · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
X (1933-1934)
Issue
X. Jahrgang Nr. 1
Date
1933-01-01
Page
[Seite] (sequence 6)
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GUT UND PREISWERT redier! S e PAUL F. BECK STUTTGART Königstraße 25 Fernruf 24185 \\,i«»n *trhrii pathetisch .and benasch »irk»n<l»n Rc/it.itic -Melodien gegenüber. Wiiidfii «ir »IIzunächst dem V b en d f o t - ii'-dii'ii-t /». Di» traditionelle ..Borehit"- \\ci-». di» Sul/er in abgekürzter Form iiberii.ihm. könnt» in ihrer Originalfassung als ..Pa- -Ii.r.di am bl-l»ii gekennzeichnet werden: die Melodik hat »in, n lielilichen Charakter. Im h»'1l»n Dur »rklingt di» Lobpreisung Gott»s. D»r in d»r Ak/»nt-lntonatinn der Thora -o ty|ris(h .ii>-r»ig»ml» Qnartensihritt »rklingt uinrankt »in i,-jth»n I nnvcr/.ierungen: di» melodische Linie -n-jgt im ruhigen (.leichmall empor. »inen Dreiklang in sanft auf- und abwiegenden Ter/- und Onarl-I ntei \ allen umschreibend Di» He/itation der Worte ..»- adonoj" wird /um /»ntralen Hölieimnkt erhoben: die ornamentale, arabeskon- .irtig» t inspieliing erfahrt hier di» grollte Ausweitung: sie i-t für sich genommen eine H>mne zur \ erherrlichung. Gottes. Die W irkung der Dominant-Sphare ist eine spannende, sehnsüchlig». -i» wird hier /um musikalischen Sinnbild 1 »endlichen. I nerfor-chlichen. Der ganze t.e-ang bc“-teht aus drei Teilen, von denen der , r-te und dritte korrespondierend sind: der Mittelteil 1 erhalt «ich /II ihnen -chwebend, er , eih.ii n in einer höheren Atmosphäre. Das Bmchii -liezilativ Lewundow'kis weist in -tark konzentrierter Forii noch 1 eile der traditionellen Melodie auf. Wahrend jedoch bei Stil-; /er trotz Aii-mer/img dcjr Koloraturen noch der aiimutig-pa-toralc' ( liarakter erhalten geblieben .i-t. ist die-er bei Lew an,low-ki zugunsten einer kraftcollen Monumentalität \ollig ziiriickgedrangt. In der alten Weise wird der (.rundton wm langatmigen ornamentalen Perioden umspielt: I ewaiidow-hi abeij geht \on einem machtwillen Fundament von \ier Tönen aus. liier liegt wie auch in der althergebrachten Weise eine klare dreiteilige- Gliederung wir: -ie enthält terra—unförmige ^Steigerungen, die unmittelbar zur Ke-pon-ion durch die Gemeinde überleiten. In den folgenden Re/itativen formt eine einheitliche Stimmführung dn« musikalische Charakterbild des Abendgottesdienstes. Wie in der Maariw-Weis» der hohen Feiertage i't auch hier der ständige Einfluß der Freitagabend-Weise deutlich erkennbar, ln den feiertäglichen Rezitutiven Wird das motivische Material der entsprechenden Sabbatk-Maariw-Weise verwertet, doch die seelische- Grundhaltung und der Rhythmus der Melodik entsprechend dem jeweiligen Festcharakter gewandelt. Macht die Vortragsweise am Freitagabend einen friedlich-gemütvollen. die der ..jomim aauroim“ einen ehrwürdig-erhabenen i.indrucki -o ist die der Wall- - 8 — fahrtsfeste festlich bewegt und durch frischere Rhythmik ausgezeichnet. Die eigenartige Moll- 1 )u r-Thematik dieser rezitativischen Variationen, die so vielen echt synagogalen Melodien ihr Gepräge gibt, ist aus einer ursprünglich phrygischen Motivbildung herausgewgcnsen. Ihr liegt; eine modern erweiterte Form der altem phrygischen Kirchentonarten zugrunde. Diese wahrscheinlich ans dem Orient stammende, später von den Griechen übernommene, zuletzt in die Kirchenmusik gelangte Tonleiter setzt sich aus zwei gleichartigen Tongruppen zusammen, die weder l)urnoch Mollcharakter haben (e f g a h c d o): in der Aufwärtsbewegung rufen siceine stark erregende und spannende, in der Abwärtsbewegung eine sanft melancholische Wirkung hervor. Später entstand eine Mischbildung zwi- -chcn dem alten Phrygisch und neuartigem, harmonisch fundierten Moll-Dur. In ihr erlangen neben unbestimmten in der Schwebe bleibenden tphrvgischen) Schlußwendungen klar und bestimmt wirkende Dur-Klemonte gleichermaßen Ausdruckskraft.. Polar entgegengesetzte Stimmungen ringen tun Geltung: Erhabenheit ti ii d W ii r d e mit Ergebenheit und Sanftmut. Die weitgespannte Kantilenc des Abend-Rezitativs hat in ihrem Verlauf etwas intensiv Erregendes und Inniges, wozu vor allem die den Höhepunkt bildenden figurativen Sequenzbildungcn beitragen, ln mannigfachen Varianten der Rezitativ-Weisewerden auch zum größeren Teile die Piutim des Abendgebets intoniert. während andere nach der alten „Borchu“- Weise gesungen werden. Besonders volkstümlich sind die für die einzelnen Festzeiten verschiedenen Weisen geworden, die gleichermaßen für ...Mi chomaucho“ wie für das „Ilaiidu“ im „Hallel“ und für den Priestersegen gelten. Auch für einige Haggada - Lieder wie „Adir hu“ finden wir die entsprechende Pessach-Melodie wenig verändert wieder. Eine seltsame Mischung von anmutiger Beschwingtheit und leichtbetonter Pathetik macht das Wesen dieser Lieder aus. Nur die für die Sukkausfeste bestimmte Weise hat einen in Moll gehaltenen herberen Charakter. Sie ist mit einem alten, nicht mehr gebräuchlichen ..Waj‘daber“-Rezitativ motivisch verwandt, das. wie auch ein besonderes „Kaddisch“ und ..Jigdal“. früher am Pessachubend vorgetragen wurde. (Schluß folgt.) Ein historischer Wendepunkt im Judentum. Von Ernst Kahn, Frankfurt a. M. Die nachfolgenden bedeutsamen Ausführungen entnehmen wir im Auszug dem Märzheft der „Blätter für J ü - dische Wohlfahrtspflege und Sozialpolitik“ (Verlag: Berlin- Charlotten barg 2, Kantstr. 158). In diesem Aufsatz werden die Ursachen des außerordentlich großen Bevölkerungsrückgangs der deutschen Jaden klar anfgezeigt. Die Schriftleitung. In den letzten hundert Jahren hat sich die Zahl ■der Juden auf der Welt ganz außerordentlich vermehrt. Wenn Arthur Ruppin in seiner ..Soziologie der Juden“ für 1950 ihre Zahl auf der Welt mit 15.90 Millionen angibt, so dürften das etwa fünfmal soviel sein, als es im Jahre 1830 waren. Sie haben sich in dieser Zeit ganz erheblich rascher vermehrt als die meisten anderen Kulturvölker. Offenbar konnten die Juden etwa im 19. Jahrhundert die größten Vorteile aus dem Nachlassen der rohesten Verfolgungen und den hygienischen Fortschritten ziehen, besonders da in dieser Zeit das Gebot der Bibel noch weitgehend beachtet wurde. Man beobachtete in der Bevölkerungsgeschichte immer wieder, wie ein Zusammentreffen von Religiosität und moderner Hygiene ein verblüffendes Volks Wachstum hervorruft. Wir erinnern an das französische Kanada oder an Niederländisch-Indien. Wird es in diesem Tempo weitergehen? Diese Frage ist mit einer an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit zu verneinen. An die Stelle jenes so überaus raschen Wachstums ist heute schon der Stillstand, wenn nicht der Rückgang getreten. Ziel und Zweck dieses Aufsatzes ist der Nachweis dieser These. Drei Dinge zehren am jüdischen Mark: Die Taufe, die Mischehe und die Geburtenbeschränkung. Nirgends ist das einwandfreier und genauer dargelegt worden als in Deutschland, aas bekanntlich die beste Statistik hat und die schlechteste Nutzanwendung daraus zieht. Zahlreiche Autoren, die namentlich in der „Zeitschrift für Statistik und Demographie der Juden“ ihre Untersuchungen darstellten, haben hier Dankenswertes geleistet. Soeben ist darüber eine neuere Arbeit von Stephan Behr „Der Bevölkerungsrückgang der deutschen Juden“ erschienen, die im wesentlichen Bekanntes zusammenträgt, im einzelnen auch einiges Neue bringt, andererseits aber nicht alles Erreichbare ermittelt hat und vor allem es unterläßt, die anderwärts gefundenen statistischen Tatsachen aus den überall leicht zugänglichen Ziffern zu ergänzen, auch wichtige Quellen (Ruppin!) nicht benutzt. Das ist deshalb bedauerlich, weil die Dinge sich bei den Juden in den letzten — von Behr zu wenig beachteten — Jahren geradezu überstürzen. Geburt und Tod. Nehmen wir zunächst die wichtigsten Erscheinungen in der Bevölkerungsbewegung: Geburt und Tod. Schon seit reichlich 40 Jahren stellt der aufmerksame Beobachter bei den deutschen Juden § Für die Feiertage empfehle Uh alle Sorten Käse, sowie folgende Spezialitäten: Gervais und Liptauer garniert Kraaterk&se, streichfertig mit Markenbutter hergestellt Feinster Speisequark mit Sahne Portion »kä beleben 20 Pfg. Münssfraße 2 / Charlottensir. 6 t Eßlinoerstraße 30 Nedtarstraßc itS Cannstatt f Ettlingen A. Schempp Bandagist Langestr. 25 Ecke Rotestr. - Gegr. 1892 Lieferant sämtlicher Krankenkassen Leichte Senkfusseinlagen poröse Gummistrümpfe fabrikfertig und nach Mass RAUH UND HEIM Werkstätten für moderne MObel Beuschrelnerel und -Glaserei Alle Reparaturen STUTTGART t**»« KRONPRINZSTRASSZ S4 " -- Spedition I—--- Siic die Hesa<A=Jxiqe empfehlen wir unsere bekannt guten Qualitäten in allen Sorten Torten und Lagerung Kleingebäck Versand nach auswärts. Möbel-, Wein- Mazzen transporte auch über die Feiertage vorrätig. 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