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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1933-03-16 · 24 (16.3.1933) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
24 (16.3.1933)
Date
1933-03-16
Page
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Auch Abiturienten, die das Werkhalbjahr mitmachen wollen, können in Neuendorf angenommen werden. Die Kosten für das Werkhalbjahr sowie für den Freiwilligen Arbeitsdienst werden vom Reich bzw. Arbeitsamt übernommen; die Reisekosten sind vom Teilnehmer selbst zu tragen (80 % Fahrtermäßigung). Nähere Auskunft erteilt die Geschäftsstelle Stuttgart, Hospitalstr. 36, die auch Anmeldungen für den FAD entgegennimmt. Meldungen von Abiturienten sind bei den Arbeitsämtern oder Hochschulen vorzunehmen. Israel. FUrsorgeamt Stuttgart Wir beginnen am 13. März mit dem Einzug der noch rückständigen Mitgliederbeiträge. Um mehrmalige Gänge zu ersparen, wird gebeten, die Beträge für den Boten bereitzuhalten. SPENDEN Februar 1933 Spenden, eingegangen bei der Israel. Gemcindepflege, anläßlich des Aufrufen» zur Tliora: Rel.-Oberlehrer Leo Adler; Julius Bauer; Rolf Bauer; Herr Bauer, Hamburg; Bernhard Beifus; Hugo Davidsohn; Samuel Ehstein; Karl Ellenberg; Jakob Gutstein; Heinrich Henoch (2mal); Louis Hirsch; Ministerialrat Dr. Otto Hirsch; Leopold Kahn (2mal); Menko Kupfer; Paul Levy; Paul Lichter; Siegfried Marx; Albert Mayer (2mal); Dr. med. Josef Neu; Max Osterberg; Hermann Rosenfeld; Isidor Rosenstock; Isidor Sternberg; Landgerichtsrat Gustav Stößel; Louis Ullmann; Julius B. Weil; Emif Winter, Pforzheim. Sonstige Spenden: Emanuel Grünwald, anl. Jahrzeit f. s. sei. Mutter, f. 2 Vereine; Arthur Hirschfeld, f. Asyl; Frau Alice Letsche geh. Osterberg, Cannstatt, für Kranken-Unterstützungsverein; Frau Sophie Marx, anl. Jahrzeit f. ihren sei. Gatten, für FUrsorgeamt; Elise Strauß, f. 10 Vereine; Dr. med. Rudolf Strauß, f. 11 Vereine. Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Israel. Brautausstattungs-Verein: Israel. Verlagsanstalt, Kostennachlaß. Israel. Frauen-Verein: Frau Anna Einstein, Seestr. 7, anl. ihres Geburtstages; Frau Johanna Henle, Gänsheidestraße 21; Frau M. Lichtenberger, Rötestr.6; Frl. Soße Oppenheimer, Reinsburgstr.; Frau Kommerzienrat Moritz Wolf. Israel. Fürsorgeamt: Israel. Verlagsanstalt, Kostennachlaß; Paul Lichter, Jahrzeitspende; Herr und Frau Artur Rothschild, Hauptmannsreute, anl. der Vermählung ihrer Tochter Leni. Sachspende: Albert Lew u. Julius Bloch, Frankfurt a. M., durch Paul Metzger, hier (Gamaschen). Israel. Landes-Asyl - und Unterstützungs-Verein : Adolf Bikard; Eva Gutmann Wwe., Oehringen; Arthur Kahn, New York. Verein z. Förderung d. Handwerks: H. Schloß u. Co. Isr. Waisen - und Erziehungsanstalt „ W ilhelmspflege“: Moses Adler, Edelfingen; Dr. A. Dreifuß, Hamburg: Dr. Falk, Frankfurt a. M.; Frau Therese Joseph, Jahrzeitspende; Frau Martha Levi, anl. Jahrzeit f. ihren Gatten; Ludwig Mayer, Cannstatt, anl. Gold. Hochzeit seiner Eltern: Direktor Oppenheimer, Berlin; Familie Dr. Stößel, anl. Jahrzeit f. Bez.-Rabbiner Dr. Stößel. Die Bibel u. die Bibelsprache in der deutschen Kultur. Bereits vor einiger Zeit wurde an dieser Stelle eine Mitteilung über das Hebräische in der deutschen Spruche veröffentlicht. Die folgende Nachlese ist in einer Zeit besonders zeitgemäß, die gern alles Jüdische uns dem deutschen Bewußtsein streichen und als dem Deutschtum innerlich fremd erweisen möchte. Der Dienst, den das Judentum der deutschen Volksgemeinschuft von der ersten Stunde der gegenseitigen Berührung an geleistet, ist aber größer, als den meisten Deutschen bewußt ist. Der berühmte Orientalist Georg Jacob beginnt sein Buch „Der Einfluß des Morgenlandes auf das Abendlund (Hannover 1924)“ mit den Worten: „Wir leben und weben in einer orientalischen Religion, deren Stifter kein G r i e ch i s ch verstund, sondern Hebräisch spra ch.“ Es gibt ja keinen Gedanken in der Welt Jesu Christi, der nicht aus der Bibel Israels erwachse» und im Zusammenhänge mit dem jüdischen Geiste steht. Was das deutsche Rechtsleben, seine soziale Gesetzgebung. seine Schulbildung und sein Kirchenaufbau diesem Judentum verdankt, ist weit mehr als die nur sehr lose Abhängigkeit von der Welt der griechisch-römischen Antike. Zwei umfangreiche Veröffentlichungen. I Carl Schulze: „Die biblischen Sprichwörter der deutschen Sprache (Göttingen 1860)“ und Theodor von Zahn: „Bibelwort im Volksmund (Nürnberg 1893)“, stellen die zahllosen biblischen Ausdrücke zusammen, die deutsches Bürgerrecht erworben haben. Launige Redensarten wie „Menschenskind“, „Jammertal“ (Psalm 84, 7), „Ruppsack“ <2. Könige 18,19). „Krethi und Plethi“ (1. Samuel 30.14), „Philister“, „Sdiibboleth" (Richter 12,6) sind biblisches Lehngut. Sogar der „deutsche Michel“ trägt einen hebräischen Namen. Zwei deutsche Kaiser, Matthias und Joseph, führen Bibelnamen, und ein f;roßer Teil der deutschen Erauennamen sind Eibischen Ursprungs (Maria. Susanne. Anna. Johanna. Elisabeth). Die deutsche Lyrik stand zur Zeit der Blüte des deutschen Kirchenliedes vorwiegend unter dem Einfluß des hebräischen Psalmbuches. Für Goethes Lyrik hat Victor Hehn eine Fülle von Zusammenhängen mit der Bibel im 8. Bande des Goethejahrbudies nachgewiesen. Weitere Beispiele hat Berg in den „Grenzboten“ 1922 zusammengestellt. Konrad Burdach hat 1912 in einer Berliner Akademieabhandlung den Nachweis erbracht, daß die Beschäftigung Goethes mit illlHHIlfllllllllllllllllllllllllllllHIIIIIUnilllllllllllllllllillllllllllHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIINIIIIIIW^ An unsece £esec! | Mit der kommenden Nummer vom 1. April d. J. M tritt die Gemeindezeitung in das zehnte Jahr D ihres Bestehens ein. Dank allen, die unser Wirken anerkannten und förderten. Z Auch weiterhin wollen wir unser Organ in W den Dienst der Gemeinschaft stellen und W rechnen hierbei auf die Treue und Mitarbeit I unserer Leser. — M Die schwere wirtschaftliche Lage Soll uns W nicht abhaßen, die Gemeindezeitung nach wie W vor so zu führen, daß sie ein getreues Spiegel- W bild des jüdischen Lebens im Schwabenlande W Ist. — - W Helfen Sie uns hierbeiI §1 Der Verlag. W W Wir bitten höf 1. um alsbaldige Lieberweisung Z W des nunmehr fälligen Abonnementsbetrags Z W von RM. 6.— (einschl. RM. —.96 Postbeför- Z H derungsgeb0hr)f0rdieZeltvom1.April1933 § W bis 31. März 1934 m. beiliegender Zahlkarte. Z W Derselbe kann auch halbjähri. mit RM. 2.50 j Z u. vierteljährl. mit RM.1.25 bezahlt werden. W ^liiiuiiiiißiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiutiiiiiiiiiiuiiiHiiimmtßiiiuiiiflitiKimißiitNamniBtfsi» der Moseslegende die Gestalt seines Faust tief beeinflußt hat. Das Vorspiel zum Faust ist unmittelbar dem liiobbuch entlehnt. Wer sich auch nur oberflächlich mit den deutschen Klassikern befaßt, weiß, wie stark sie durch die Bibelsprache, den Bibelgeist und die Bibelbilder beeinflußt worden sind. Eine “W anderung durch die künstlerischen Höchstleistungen deutscher Kunst und Musik gleicht einem “Pilgerzuge durch die Welt der Bibel. Eine einzige Stunde in einem deutschen Museum erbringt den unwiderleglichen Nachweis dafür, was Deutschland dem jüdischen Geiste schuldet. Nur kulturlose Verblendung wird das Gegenteil behaupten. Der Versuch, die Bibel und den jüdischen Geist aus dem deutschen Bewußtsein zu lösen, darf als eine Sünde gegen den heiligen Geist der Bibel und des Deutschtums gekennzeichnet werden. Julius Cäsar und die Juden. Von Georg Brandes.— Außer dem römischen und dem hellenistischen gab es noch ein drittes Volk, mit dem Cäsar bei Errichtung seines Weltreiches rechnete, da es das nationalistischste und kosmopolitischste zugleich war: das israelitische Volk. Es hatte sich allmählich ein Bund von einiger Innigkeit zwischen ihm und den Juden jener Zeit gebildet. Sie ehrten und liebten ihn. Als er ermordet - wurde, beweinten sie ihn mit-tieferer Trauer als irgendein anderer Volksstannn. Als Beschützer der Juden folgte Cäsar dem Beispiel Alexanders des Großen. Der Gott, den die Juden jener Zeit verehrten, hatte sich aus einem Nationalgott zum Weltgott entwickelt, und sie hatten mit diesem ihrem Gott eine Eigenschaft gemein: die Allgegenwart nämlich. Sie waren vollauf so zahlreich in Aegypten und dem parthischen Reiche wie in Palästina, sie wohnten in Rom und in Athen wie in Jerusalem und Gaza. Diese ihre Eigenschaft war ihm von Nutzen bei Errichtung eines Staates, dessen Geist WERTMOBEL I 50 Musterzimmer führt das altberühmte Haus GEORG SCHOETTLE Stuttgart, Eberhardstraße 65 beim Tagblatt-Turm

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