Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 23 (1.3.1933)
- Date
- 1933-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
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Goiiesdienstzeiien für die israelitische Gemeinde Heilbronn. 3. März Freitag 5.45 4. März Sabbatb 9.00 3.00 6.40 5. März Sonntag 7.45 5.— 10. März Werktagsgottesdienst 6.45 6.15 9. März Fasten Ester 6.00 10. März Freitag 9.00 11. März Sabbatb 3.00 Purim 6.50 12. März Sonntag 7.45 12.-17. März Werktagsgottesdienst 6.45 6.15 Ubr abends Ubr morgs. Ubr nacbm. Ubr abends Ubr morgs. Ubr morgs. Ubr abends Ubr abends Ubr morgs. Ubr nacbm. Uhr abends Ubr morgs. Ubr morgs. Ubr abends >1» ». Die Wahl clc-s 25. kislew für ila» Cliuiiuhkafc sl i't deshalb überall' auffallend. Sie kann nicht zufällig sein, sondern muH einen geschichtlichen (.rund haben. Tatsächlich beruhten die M a k k u b ü e r b ü <h e r und J d s e p h u s F I a - Vi ii s übereinstimmend, dal! die Tcmpolweihefeier (( haniikkni de' neugow eihtrn Bramlopferattars an dem fag, im Jahre 165 erfolgte, an dem er vor drei Jahren (I6k<i durch die Syrer entweiht worden war. Juda Wukkabi wühlte die'en lag mit stol/er Ab'iiht. um durch seine F Vier (len I riumpli C.otti's über die heidnischen Götzen /u bekunden. Damit erhalt aber das Dalum seine besondere geschichtliche Bedeutsamkeit. Nunmehr ist es klar, dal? köuig \iitio(hiii' Kpiphanc - voll Syrien den 25. ki'lew nicht grundlos /um W, ihc tag gewählt hat. Der 25. kislew war der (»eburtstag «h's XIitInas, des ..sol invictus" ulie uiibc-'ic gbare Sonne), dessen Geburtstag der kiir/f-ste .Sonnentag war. Ks ist also ein Irrtum, dal! der Tcni|»el vorn kdnige von Syrien dem /eii' geweiht worden ist. Fr wurde in ein Xiith ra'liciligtum verwumlelt. Dal! der 23. kislew ein orientalischer XX inter sournuifesttag gewesen, bezeugt auch der Name de' Festes bei Joseph Flavins (Altertümer XII. T.T* ..pluita“ (das l ichtet fest). Vielleicht ist sogar der alte Festbrauch. das Lichte r/iinden. auf diese ursprünglich heidnische Bedeutung zurückzuführen: die Lichter. weiche Antiochus Fpiphanes cletn Sonnengott angezündet, weihte Jetzt Israel huldigend seinem Gotte. Tatsächlich findet sich bei llerodot II. f>2 die Beschreibung eines solchen I .iditerfestes in Sais. Xielleidit ist abei das l.iditerzünden am C hanukkafeste darauf zuriük/iiführen. daß es ursprunglith achttägig als Nachfeier des l.aubliiitteiifi stebegangen vvurile (2 Xlakkabaerbudi I. >). ip. 6«. an dem nach clc r talmudisdien Ucberliefermig eine festlidie Illumination im X orhof iles Tempel' stattfand. Infolge der Belagerung uml der I ntvv eiliung dt ' lem|K’ls hatte 163 das I auldiütti'iifest nidit frefi’iert werden können. Da' ( lianukku war alf-o die Nachfeier des Sukkaus. i Das f.iditw ander, d.jfi man bei der XX’eihe des leni|>els nur ein kriigli in gefunden, das heiliges < hl für I i n e n I ag eiilhielt. «las liier acht Tage zur Speisung <!••' goldenen Tempelleiiditers -aus- 'irichtr. kemft die ältest,- l. eberlieferung II. Buch "der Makkabäer 4i nodj nicht. Fs ist /u vermuten, dal! diese sc nibolisdie I c gi-iiclcc-rst später ent: Hs . 'taml: das Ficht l-ra> kleine l'ri<'I, r'diar. krüglein mit cletn I strahlt«-, «iberwand «Ir - I «-itltl<•: das < lei. ab I ag leuchtete acht F lieh diristlidien krei-e mit Christengemeinden dir gefeiert I nach war im Kritischen: die rsinnbildlidit im Oelohonpriestcrsiegcl. iibercichtfache l eberzahl der Si inbild der kraft, für einen l a :o. ist fast selbstverstän«lli<h bei <1, n ursprüngjiodi engen /ii'dnimenhängen der Jndenden Juden, dal? die ersten jüdischen Festtage mithabeti (Cialater 4. 10). F.rst von 354 an F'i-ner der Geburtstag Jesu vom 6. Januar (dem Frscheinimgstagc Jesu) auf den 23. De /ember verlegt worden. Das Xlondkalenderdatmn erhielt seine Fixierung im Sonnenjahr und wurde zun» Geburtstage des Erlösers erhoben. Nach Flavins Clemens, der im 2. Jahrhundert lebte, ist ja ursprünglich der 17. November als Geburtstag Jesu betrachtet worden. Fin Zusammenhang zwischen dem 25. kislew des jüdischen Weihefestes und dem 25. Dezember als dem christlichen Weihnachtstage ist schon wegen der im Judentum üblichen einleitenden Xorabendfeier zu vermuten. Das Fichterzünden w urde dabei vom jüdischen Feste auf das christliche ül»ertragen. Der Weihnachtsbaum ist der XeiUcoHH frllz Hilkerl Kauft Damenu. Herren-Salon Sp«ZiAlitit: - Dsusr- Wsssatu. Föhn* W«ll«n Ondu'stfon und bei unseren Marticu*** / PArfümsHs und Artifcd Inserenten! - MMntaOclrJ* - 258 - Pa radiesbauni der Erkenntnis des Guten und Bösen, der l»ei den Mysterienspielen atn Adains- und Evastage (24. Dezember) am Abend erleuchi tot wurde. Diese Mysterienspiele sind seit dem 12. Jahrhundert in deutschen und österreichischen! Fandesteilcn üblich gewesen und noch jetzt nicht i vergessen. So lassen sich nicht uninteressante! Zusammenhänge zwischen dem jüdischen und! christliche i Feste aufweisen. Schachmeister Lasker über Schachspielen bei Juden. Die stärkste und nur ihnen eigene Art der Juden im Schachspiel ist die gedankliche und seelische Spielform. Sie pflegen neben der Verteidigung die komhiiiatioii und den gedanklichem! Xiifhati des Spiels, der den Realitäten oft nicht I Itechinnig trägt. Sie werten das Schachspiel als Disput aus und machen es zum Seitenstück des I jüdischen Witzes, der sich am Gedankenspiel entj zündet. Diese Eigenarten führt Lasker auf die j Xertiefung der Juden in den Talmud und ihre Schulung an talniudischetn Denken zurück. Aus der F reude am Gedankenspiel und der Xernach- . lässigimg des Realen erklärt sich die Liebe jüdischer Spieler zum Systematischen und ihr Glaube au die Durchschlagskraft des Systems. Die jüdischen Spieler suchen auch im Schachspiel Prinzipien von Einheit und Wahrheit zu verwirk- I liehen, im Gegensatz besonders zu den auf die | Gegebenheiten und Erfordernisse des Atigenj Flicks abstellenden Amerikaner. So haben weder „ Holländer noch Engländer trotz des Reichstums i ihrer Fachliteratur Systeme geschaffen: Systeme rühren lediglich von Juden, zuweilen auch von Deutschen, her. Diese tiefste Eigenart der Juden KapHalanlag« | Wertpapiere, FdataK BypattekcMparMoafca S&cmkcommandiU Siegtmmd Weil Hansart. üummtm. T«Mm 1U44/4B int Schachspiel erklärt Lasker aus dem Geiste der Thora, deren Grundlage und Ziel der eine Gott, das eine Gesetz, die eine Wahrheit, die eine Menschheit ist Lasker belegt diese psychologischen Erkenntnisse mit Beispielen aus dem Werdegang und dem Spiel der großen jüdischen Spieler Florwitzj. Alexandre. Löwenthal, Steinitz (Vorgänger Laskers als Weltmeister, den Lasker als den größten Systematiker des Sdiachspiels bezeichnet), Tarrasch, Nimzowitsch. Bernstein, Rubinstein, Reti u. a. m. Zusammenfassend bezeichnet Lasker als Grundmotiv des jüdischen Spielers die Liebe zur Einheit, des Nichtjuden die Liebe zur Mannigfaltigkeit, und schließt: Der jüdische Spieler hat auch im Spiele etwas Frommes und Gläubiges. Er lebt unbewußt auch im Spiele den Glauben an Wahrheit und Gerechtigkeit. wenn diesem Glauben das Leben auch oft die X erw irklichung versagt. Jbifmenschau. Württ. Landestheater. Auge und Ohr ergötzten sich gelegentlich der Erstaufführung von „I. i s c -• I o t l". Singspiel in sechs Bildern von Richard Kessler (nach 11. Stobitzer). Musik von Eduard dteWkwm kürzwaben Bekam cruki.aaamatee > Slrflnple, um, ■ V TrtMatwiHhe ■ Woliwarca litM# ehender Tapeten Linoleum / Stofftepplohe LÄuferstoffe Adolf Freihardt SUImerstraße 1 Hausfüneuxeüllche Innendekoration - -. — Die schönsten und billigsten {Blumen von V OMm's, f-ickartz 1 Jixill&M/ m Fleinerstr. 4-3 ““"SCHWEIZER das FachgeschAft a für gote Uhren FlainaratraB* Nr. 44 /—-*■, fWV! Telephon Nr. 3027 JUpÜlO* Frieden atr. 85 Paar. 187t Fernspr. 3(81 RoBkampfstr. Nr. 25 beim Hauptbahnhof Talapkaa Nr. 3H1 elektr. 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