Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 21 (1.2.1933)
- Date
- 1933-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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P E R S E P-Tep»4cl>e Melken VartraeaaiMOha. darum Immar — zu HOPF mamwnt47 2b. Januar, deren geringer Besuch nicht zu verwundern braucht, da die Art der Wahlvorbereitung jedes Interesse lähmen mußte, entwickelte dann Rechtsanwalt Dr. Hermann Merzbacher seine Ansichten über die Aufgaben des Vorsteheramts. Die Versammlung wurde von Oskar Rothschild eröffnet, der ausführte, daß der neue Wahlvorschlag aus Verhandlungen -auf überparteilicher Basis hervorgeganecn sei und den Gesamtinteressen der Gemeinde Rechnung tragen dürfte. Hierauf ergriff Dr. Merzbacher das Wort. Der Redner bezeichnete es als untragbar, in heutiger' Zeit schwere weltanschauliche Kämpfe auszutragen. Er setzte sich u. a. entschieden für einen engen Konnex zwischen Vorsteheramt und Gemeinde ein, der vor allem auch durch häufige Gemeindeversammlungen geschaffen werden solle, und betonte dann die bedeutsamen Aufgaben, die dem Vorsteheramt auf dem Gebiet der Jugendpflege erwachsen. Erste Pflicht des Kollegiums. so führte der Referent weiter aus, ist die Sorge für die Verankerung einer wahren religiösen Gesinnung und nicht zuletzt die Pflege des Kultischen. Dr. Merzbacher beleuchtete dann die Aufgaben der Gemeindeverwaltung als Führerin und Helferin auf sozialem Gebiete und umrifl so das Tätigkeitsgebiet einer religiösen Einheitsgemeinde in prägnanter Weise. Der Redner sprach dann noch über die Bedeutung des Reichsbunds jüd. Frontsoldaten für unsere Gemeinschaft und betonte die Notwendigkeit der besonderen Förderung des R.j.F. durch das Vorsteherumt. Mit einem Bekenntnis zur Einheitsgemeinde, in der jedes Gemeindemitglied volle Gleichberechtigung haben soll, schloß das mit großem Beifall aufgenommene Referat. Der Versammlungsleiter dankte dem Referenten und eröffnete sodann die Aussprache. Als erster sprach Dr. E. H a s g a 11. Der Redner betonte, ciafi er als künftiger Abgeordneter der l.andesversammlung bei voller Wahrung seines gesptzestreuen Standpunktes stets bemüht sein werde, im Interesse der Gemeinde Stuttgart zu handeln; aus seiner Weltanschauung heraus wolle er an der Lösung aller jüdischen Fragen Mitarbeiten. Sodann begründete DavidHorowitz nochmals seine frühere Forderung, auf die Kandidatenliste auch ein ostjüdisches Gemeindemitglied zu setzen, und richtete diesen Appell insbesondere an den R.j F. unter dem Hinweis, daß auf dem jüdischen Ehrenmal des Pragfriedhofs auch fünf ostjüdische Namen stehen. Eduard Weil richtete hierauf an die alten und die neuen Kandidaten das Ersuchen, ihre Stellungnahme zum Jugendheim der Versammlung bekanntzugeben. Hu go Davidsohn bejahte das Jugendheim entschieden, warf aber die Frage auf, ob für den Fall, daß die weitere Finanzierung desselben Schwierigkeiten mache, das Jugendheim nicht in einem der Gemeinde gehörigen Gebäude untergebracht werden könne. Der Redner kam dann noch kurz auf die Gottesdienste im Siegle-Haus zu sprechen, in deren würdigeren Ausgestaltung er eine Aufgabe des neuen Kollegiums erblickt. Hierauf ging Dr. Merzbacher noch kurz auf die von Eduard Weil gestellte Frage ein, nachdem Oskar Rothschild schon vorher bemerkt hatte, daß es unmöglich sei. in Sachen des Jugendheims usw. an dieser Stelle Entscheidungen vorweg- /unehmen, und bemerkte, daß ihm alle Mittel willkommen seien, die der Förderung der Jugend dienten. Fabrikant Alfred Wolf führte abschließend aus, daß er ehedem gegen das Jugendheim eingestellt gewesen sei und es auch heute im Prinzip nicht bejahe. Nachdem es aber nun einmal exiliere, dürfe es nicht aufgegebeh werden und sei 'u unterstützen. Es sei nur dafür Sorge zu tragen, daß im Jugendheim der richtige Geist herrsche. Nun sprach Oskar Rothschild das Schlußwort >»d dankte mit warmen Worten den ausscheidenlen Mitgliedern des Kollegiums — Eduard Weil und Ludwig Ebstein — für ihre* langjährige vorbildliche Tätigkeit im Dienste der Gemeinde. _ Aus xLm QemütuLm lüiicUem&ecgs. Stuttgart. Vom Gesamtarchiv der deuteten Juden in Berlin erhalten wir die nachfolgenden, höchst beachtlichen Ausführungen: Das Gesamtarchiv der deutschen Juden ist in der Hauptsache zur Aufnahme von Gemeindeakten bestimmt. Daneben sucht es aber auch die 1 Dokumente und Veröffentlichungen der jüdischen Verbände und Vereine Deutschlands zu erfassen und zu sichern. Große Organisationen — wie der „Verband — 231 - der deutschen Juden“, der „Rabbinerverbaud Deutschlands“, der „Verband jüdischer Lehrervereine Deutschlands“ und der „Allgemeine deutsche Kantoren verband“ — haben ihre aus dem laufenden Geschäftsverkehr bereits ausgeschiedenen Akten dem Gesamtarchiv überwiesen. Eine Reihe lange bestehender jüdischer Vereine aus allen Teilen Deutschlands ist mit wichtigen Beständen, vor allem den historisch wertvollen Protokollbüdiern im Gesamtarchiv vertreten. Doch ist die durch das Gesamtarchiv gebotene. Möglichkeit, geschichtlich wertvolles und für die Zukunft bedeutsames Material vor Verrichtung und Verzettelung zu schützen, von den jüdischen Verbänden und Vereinen noch nicht in genügendem Maße genutzt worden. Es sei deshalb nochmals auf diese Möglichkeit hingewiesen und Verbänden und Vereinen nahegelegt. ihre archivreifen Akten, Spendenverzeichnisse, Mitgliederlisten, Jahresberichte, Jubiläumsschriften, sowie sonstige Veröffentlichungen beim Gesamtarchiv zu deponieren. Durch eine solche Aufbewahrung an zentraler Stelle werden die Verwaltungen der abliefernden Organisationen von der Sorge um die älteren Dokumente und Vereinsschriften entlastet, wird eine zu weitgehende Aktenkassation vermieden und — was nicht übersehen werden sollte — die Arbeit des Gesdiichtsfor- $ ch e r s ungemein erleichtert und gefördert. Das im Verwaltungsgebäude der Berliner Jüdischen Gemeinde, Oranienburgerstr. 28, gelegene Gesamtarchiv bietet volle Gewähr für sachgemäße Lagerung und Betreuung der ihm anvertrauten Archivalien. Durch einen besonderen Vertrag wird jedem Inhaber eines Archivdepots — handle es sich nun um Gemeinden. Vereine oder Einzelpersonen — das volle Eigentumsrecht an den zur Aufbewahrung übergebenen Archivstücken zugesichert. Wenn es gewünscht wird, kann darüber hinaus noch für besonders diskrete Behandlung von Archivdepots in speziellen Vereinbarungen Vorsorge getroffen werden. i Dr. Jacobson. TAPETEN - LINOLEUM VORHÄNGE-GARDINEN HIENERWADEL STUTTGART BÜCHSENSTRASSE 26 B FERNRUF 29506 Stuttgart. Die Sportgruppe des „R e i ch s- Bunds jüd. Frontsoldate n“, Ortsgruppe Stuttgart, veranstaltete am 14. Januar im Vinzenzhotel einen Gemütlichen Abend, der außerordentlich gut besucht war und bewies, daß sich die R.j.F.-Sportler in kurzer Zeit schon viele Freunde geworben haben. HugoLöwenthal. der Vorsitzende der Sportabteilung, begrüßte die Anwesenden mit herzlichen Worten und sprach dann von den Bestrebungen der Sportgruppe, die in der körperlichen Ertüchtigung der jüdischen Jugend im Rahmen eines engen kameradschaftlichen Zusammenschlusses gipfeln. Nun folgte eine Reihe von Darbietungen, welche die Gäste aufs beste unterhielten. Fritz Rothschild eröffnete das von A r p a d Kondor - P i ck humorvoll konferierte Programm mit dem Vortrag eines Militärmarsches (Schubert- Taußig) und den „Frühlingsstimmen“- (Strauß- Grünfeld), eine mit starkem Beifall bedankte hervorragende pianistischc Leistung. — Lotte G l U ck sang hierauf die Aennchen-Arie aus dem „Freischütz . ein entzückendes Kinderlied von Leo Blech und das Lied der Adele aus der „Fledermaus“. Lotte Glück gestaltete ihre Darbietungen mit schmiegsamer Sopranstimme, die insbesondere in der Koloratur voll zur Geltung kam, und dankte für den ihr gespendeten Ap- Plaus durch eine Zugabe. Als Begleiter waltete ritz Rothschild. — Nun erfreuten Florette Levy und Hans Mayer mit zwei modernen Tänzen und bewiesen sich als ein flott-elegantes Tanzpaar, das Ipbhaftcn Beifall fand. Am Flügel Ccuwstatt' Da« raohaMehHI für alle Owmwlwar—» u. Artikel zur KrawfcawpfUiie la Cannstatt. Sdtillantr. 14 Auto-Spezial- Nöfeciwaica Mfibeltrmasport, Lagaraag TeLSOufB bill. Berechnung Qat and Utuier SanUSre Anlagen Zentralheisangen Bnafiaadmetel ChftsMstr.42/44.T«LSlS5f Carl Nenner Bausdüosserel tataUtitaa / Vauarultai CANNSTATT Earistn* 52. Mafia 51125 Tapailamtlilar TMUlrMW n Ttima Mali Eint. u.feinste Potstermfibei Dekorationen / Vorhänge HarlKlndler asm hsmUa! Demerstr. 08 - Telefon 82542 Ernst Schüler baugeschAft Sanitäts-Drogerie A. Sigrist Cannstatt, Rundhaus Irttia an«c.lrt Uhraal KrttUaamtflä Taüattmaal Statfflurtlkil Das feooczugte SamitieMcafe * Bratklaaalga Ceadlterei-EraeagBlsse Gwta Waln# / Aunchank des bekannten Oberderdlager Kern lei-Tee 1032er WeiBriesllng Spatlese nebst bestem eigenem Caaastatter Berg CoMditoeei^Cafe Sdimeickhaedt . TeL 90012 D W ■ TAPEZIIR U. 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