Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 20 (18.1.1933)
- Date
- 1933-01-18
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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- 221! Vor einem stattlichen Hörerkreis sprach am 10. Januar Staatsminister a. D. BertholdHeymann Uber „Jugend und Politik". Nut der ihm eigenen klaren und sprachlich hervorragenden Art behandelte der Redner sein be-i deutsames Thema und gab eine weitgespannte Darstellung des Verhältnisses der Jugend zur Politik, in der er sowohl die geschichtlich gewachsene Zwangsläufigkeit dieses Verhältnisses begründete als auch die Auswirkungen der heutigen Politisierung und Fanatisicrung der Jugend schilderte. Im einzelnen legte der Referent dar, wie verhängnisvoll das frühe politische „Abgestempeltsein“ für den Jugendlichen und seine Umwelt ist, wie diese politische Schabionisierung sich immer den Erfahrungstatsachen verschließt und es nicht zuläßt, daß die notwendigen Brücken zwischen der Lebenserfahrung der Aelteren und den Anschauungen der jungen Generation geschlagen werden. — Außerordentlich wertvoll war auch der Ueberblidc, den der Redner über die durch die Entwicklung der wirtschaftlichen Verhältnisse bedingte sukzessive Einbeziehung der Jugend in-die Politik gab. — Nach einer Aussprache, die von einem Teil der Diskussionsredner allerdings gedanklich etwas zu einseitig bestritten wurde, sprach Staatsminister Heymann ein zusammen fassendes Schlußwort und wurde, wie schon vorher, durch außerordentlich starkes Beifall bedankt. Stuttgart. Die Generalversammlung des Berthold Auerbach -Vereins findet am 24. Januar statt. Wir verweisen auf die Anzeige Seite 218 dieser Nummer und fordern alle! Mitglieder zu recht zahlreicher Beteiligung auf] Stuttgart. Der Ortsbund Stuttgart des J ü d i - s ch e n P fadfinderbunds veranstaltet demnächst einen Eltern - und Werbeabend, zu dem er auf Seite 218 dieser Nummer die ganze Gemeinde einlädt. Wie wir hören, wird ein reich-i haltiges, aus Sprechchören, Liedern, Theaterstücken usw. bestehendes Programm geboten und damit ein Ueberblidc über die Bundesarbeit vermittelt. Wir fordern zum zahlreichen Besuch dieser Jugendveranstaltung auf. Stuttgart Der Verein jüdisches Lehrhaus veranstaltet gemeinschaftlich mit dem jüdischen Frauenbund aus Anlaß des »00.Geburtstags Spinozas einen Kurs über Leben und Lehre Spinozas, für den Rechtsanwalt Dr. Gumbel, Heilbronn, der sich eingehend mit Spinoza beschäftigt hat. als Redneif gewonnen wurde. — Die Vortragsabende werden voraussichtlich am 5., 6. und 14. Februar stattfinden. Näheres werden wir in nächster Nummer bekanntgeben. Heute schon empfehlen wir unseren Lesecnsich für diese wertvollen Abende f reiz» halten Stuttgart. Wie wir hören, scheidet Direktor Philipp Helbing, der das 65.Lebensjahr erreicht hat, auf seinen Wunsch aus der Leitung der Dresdner Bank, Filiale Stuttgart, in diesen Tagen aus. Direktor Helbing verläßt damit ei netz Wirkungskreis, in dem er 40 Jahre hindurch, bis 1910 als Leiter der Württembergischen Landesbank und nach deren Ucbernalime durch die Dresdner Bank als Direktor der Filiale Stuttgart und der angeschlossenen württembergischen Niederlassungen. tätig war. — Mit Rücksicht auf die jahrzehntelange Verbundenheit mit dem Platze Stuttgart und dem Land Württemberg wird Direktor Helbing künftighin dem Landesausschuß der Dresdner Bank für Württemberg angehören und auch sonst mit der Vertretung der Interessen der Bank betraut bleiben. j Direktor Helbing hat sich sowohl durch seine} hervorragenden Leistungen als auch durch sein verbindliches Wesen die hohe Wertschätzung weitester Kreise erworben. Seine tatkräftige Förderung von Handel und Industrie sichert ihni einen Ehrenplatz in der württembergischen Wirtschaftsgeschichte. Stuttgart. Am 31. Dezember v. Js. vollendete der vielen unserer Leser bestens bekannte Bezirksrabbiner Dr. Berthold Einstein in Landau sein 70. Lebensjahr. Dr. Einstein ist ih Ulm a. D. als Sohn eines Lehrers geboren. Nach dem Besuch des jüdisch-theologischen Seminars zu Breslau promovierte er an der Universität Tübingen und bestand in Württemberg das.Rabbinatsexamen. 1889 wurde ihm die Rabbinats- >tellVertretung in Heilbronn übertragen. 1892 amtierte er in Laupheim als Rabbiner. Seit etwa 38 Jahren wirkt Dr. Einstein als Bezirksrabbiner in Landau, wo er eine überaus segensreiche Tätigkeit entfaltet hat. Wir wünschen dem trefflichen Führer, dessen Wirken und Persönlichkeit anläßlich seines Geburtstages in der jüdischen Presse verdientermaßen gewürdigt wurden, noch eine lange, gesegnete Wirksamkeit im Dienste seiner heiligen Aufgaben! Cannstatt. Die Mitgliederversammlung des Israel. WohltätigKeitsvereins, welche am 17. Dezember v. Js. stattfand, hatte eine besonders festliche Bedeutung, da mit derselben das 60jährige Bestehen des Vereins, der am 28. Dezember 1872 gegründet worden war, gefeiert werden konnte. Der Vorsitzende, der zugleich Ehrenmitglieddes Vereins und seit 47 Jahren Mitglied des Aus- Verbandstoffe + Artikel zur Kranken' n. Kinderpflege SfimtUche' freigegebenen Arzneimittel Drotferfe Wcgclc, »«msir.« C Ohl DITOREI-CAF£ MÜLLER CANNSTATT BAHNHOFSTR. 5, TEL. 50036 HERMANN FISCHER TAPIZIIR U. DIKORATIUR wirkstAtte fOrinnenausstattuno STUTTGART-CANNSTATT BADSTRASSE NR. 16 - TELEFON NR. 812 OB Walter Klett, g. m. b. h. 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