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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-12-16 · 18 (16.12.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
18 (16.12.1932)
Date
1932-12-16
Page
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Otto Einstein; Otto Essinger; Dr. Rolf Essinger; Max Fuld; David Gottlieb; Hermann Hirschheimer; Leopold Kahn (2mal); Sigmund Kallmann; Ludwig Karlsruher; Carl Kauffmann, Kanonenweg; Bernhard Keller; Josef Levi, Kanonenweg (2mal); Leopold Levi (3mal); Richard Loeb (2mal); Moritz Marx; Paul Mayer, Lindenspürstr.; Oberrechnungsrat Max Meyer; Dr. med. Josef Neu (2mal); Ostertag, Cannstatt; Hugo Richheimer; Julius Rirhheimer; Stadtrabbiner Dr. Paul Rieger; Josef Schloß; Julius Uhlmann; Robert Weil; Jakob Winter; Alfred Wolf; Julius Wolf, Zürich; Max Wolf; Walter Wolf. Anl. der Gefallenengedenkfeier: Hugo Davidsohn; Adolf Emrich; Religionsoberlehrer Jakob Jaffe; Alexander Kahn; Wilhelm Levi, Hermannstr.; Leopold Mayer; Rechtsanwalt Dr. Siegfried Merzbacher; Theodor Rosenfeld; Albert Scheuer; Moritz Scheuer; Otto Schwarz; Dr. Ludwig Wold. Sonstige Spenden: Sigmund Carlebach, anl. d. Hochzeit seines Sohnes, für 6 Vereine; Frau Emma Essinger, zum ehrenden Andenken an ihren verew. Gatten, für 10 Vereine; Moritz Wildmann, anl. Jahrzeit, für 4 Vereine. Spenden, eingegangen bei den Vereinen: Israel. Brautausstattungs-Verein: Hermann Kramer, anläBl. s. SO. Geburtstages; Hugo Kahn u. Frau, Gänsheidestr., anl. der Verlobung ihres Sohnes. Israel. Durdireisenden-Verein: Sigmund Kallmann, Thoraspende; Dr. Edgar Oppenheimer, anl. d. Barmizwah seines Sohnes Klaus Georg. Israel. Frauen-Verein: Frau Anna Einstein, Seestr., anl. Jahrzeit für ihren sei. Gatten; N. N. anl. eines Besuches bei Frau Komm.-Rat M. Wolf, statt Blumen. Israel. Fürsorgeamt: Frau Regina Abendstern; J. Bechhöfer, anl. des 80. Geburtstags s. Schwiegermutter Frau R. Rosenberger; Frau M. Hartstein, anl. der Verlobung ihrer Todrier; Firma Herz & Burgheimer; Jos. Levi, Kanonenweg, anl. d. Vermählung seiner Tochter; N. N.; Dr. E. Oppenheimer, anl. der Barmizwah seines Sohnes Klaus Georg; Konsul Edgar Pich. Sachspenden: Frau Marianne Markiewicz, 100 Eier. Israel. Kranken-Unterstützungs- Verein : Frau Hartstein; Walter H. Kops, New York; Dr. Edgar Ottenheimer. Israel. Landes-Asyl- und Unterstützungs-Verein: Rechtsanw. Dr. Ludwig HeB; Heinrich Hirsch; Wilhelm Jeitteles; Joseph Jüdell; Arthur Kahn, New York; 8. Mammel Wwe.; Konsul Edgar Pich; Frau Mia Platho, New York; Frau L. Simon; Frau Manfred StrauB, Sontheim; W. Wolf & Söhne. Israel. Männerverein für Krankenpflege und Leichenbestattung : Sigmund StrauB und Frau, anl. d. Geburt ihres Töchtercfaens Edith; Landgerichtsdir. a. D. Ludwig Stern, Max und Julius Stern, anl. des Jahrzeittages f. ihre Mutter; Dr. Edgar Oppenheimer, anl. der Barmizwah seines Sohnes Klans Georg. Israel. Örtsarmenverein: Dr. Edgar Oppenheimer, anl. d. Barmizwah seines Sohnes Klaus Georg. Reisekasse des Jüd. Frauenbundes, Landesverband Württemberg: Frauenverein Cannstatt; Frauenverein Göppingen; D. Wertheimer, Ludwigsburg; Rechtsanwalt Dr. A. Gunzenhauser; Selma Heilbrunner; Paul Kaufmann; Justin Neumann; Leo Stern; Dr. med. Ludwig Weil. <hteiliqe QeschLchte. Zum Chanukkafest 5693. An den Pessachabenden singen und sagen wir in der Haggada das Mahnwort der Mischna: ..daß sich jeder Jude in jedem Geschlecht so lebhaft in die Erzählung vom Auszug aus Aegypten versenken soll, als wäre er selbst aus Aegypten gezogen“. Das alte Mahnwort gilt in vollem Umfang auch vom Chanukkafeste. Wenn ab den Weihefestabenden die Lichter der Menora aufblitzen, dann sind sie Jahrzeitlichter. Mit ihnen leben in uns die Makkabäerhelden auf. und wir erfahren die alte Geschichte wie eigenes Erlebnis. Erst dieses persönliche Miterleben gibt der Festesfeier ihren heiligen Sinn. Dieses Miterleben der geschichtlichen Ereignisse unserer Vorzeit ist aber nur eine Seite ihrer Ewigkeitsbedeutung. Sie treten aus dem Dämmerschein der Vergänglichkeit in das Sonnenlicht der Ewigkeit, wenn wir in ihnen die Beziehung zu Gott gewinnen, ..der wunderbareDin ge an unseren Vätern getan in.jenen Tagen um diese Zei t". So ist unsere Geschichte nicht nur die nüchterne Verbuchung der Ereignisse, die kalte Chronik der Geschehnisse, sondern Erlebnis und heilige Geschichte. Das ist der unentschuldbare Fehler der neuesten „Weltgeschichte des jüdischen Volkes“, dafi sie diese „spiritualistische7* Form der Geschichtsbetrachtung ablehnt und dafür die realistischsoziologische vertritt. Die Geschichte Israels ist eben „ohne Wunder“ nicht zu verstehen' Sie ist kein Rechenexempel, keine mathematische Kette von Ursachen und Wirkungen. Sie ist aber eine Kette von Anomalien, von Paradoxien, von Spannungen, die alle nüchternen Berechnungen Lügen strafen. Es gibt ein berühmtes Wort aus der Zeit Friedrich des Großen, der von seinem Potsdamer Hofprediger ein Gegenwartsbeispiel für die Fortdauer der biblischen Wunder forderte und die Antwort erhielt: „Majestät, die Geschichte Israels ist dieses ewige Wunder!“ Gott ist nicht mit den stärksten Bataillonen und den besten Kanonen, wie es die materialistische Geschichtsschreibung spöttelnd behauptet sondern der ewige Bürge für den Sieg der gerechten Sache. Das Dasein Israels ist die schlagende Widerlegung des sogenannten Geschichtspositivismus von Auguste Comte. Es bleibt bei dem alten Gottesworte: „Ihr aber sollt mir ein Reich von Priestern und ein heiliges Jüd. Zentralstelle für Berufs« berat ung u. Arbeitsnachweis. Stuttgart, Hospitalstr. 36 — Telephon 228 98. Sprechstunden: Mittwoch von 5—7 Uhr. Volk sein.“ Die Geschichte Israels hat eben ihre heiligen Gesetze. Diese Erkenntnis wäre aber ein Irrtum, wenn sie nur für Israels Geschichte Geltung hätte. Sie gilt in gleichem Ausmaße für die Weltgeschichte. Kein Geringerer als der große Geschichtsschreiber Ranke spricht es in seinem Werke ..Die Großen Mächte“ aus: „Nicht ein zufälliges Durcheinanderstürmen, Uebereinanderherfafien. Nacheinanderfolgen der Staaten und Völker bietet die Weltgeschichte dar. Es sind Kräfte, und zwar geistige, Leben hervorbringende schöpferische Kräfte, selber Leben, es sind moralische Energien, die wir in ihrer Entwicklung erblicken.“ Und Friedrich Meinecke, spürt „über der höchsten Allgemeinheit der Geschichte den gei-' stigen Aether philosophisch-religiöser Ahnungen“. Im Weltgeschehen waltet ein höherer Wille. Die Weltgeschichte ist* nicht nur nach der Heiligen Schrift die Geschichte Gottes in der Menschheit. Das sind die inneren Voraussetzungen, mit denen Israel alljährlich an das Chanukkafest herantreten soll. Dann entströmt ihm die heilige Kraft, welche die Judenheit heute mehr als je benötigt. Gleichberechtigung und bürgerliche Ehre der Juden sind bedroht. Heimatsrecht und Arbeitsfreiheit sind gefährdet, die Zahl der Judengegner ist erschreckend angewachsen, blinder Judenhaß ist Parteidogma geworden, aus den einzelnen Judengegnern ist eine Millionenpartei von Judenhassern erwachsen. Wir brauchen <da den frommen Idealismus der Vorfahren, den starken Glauben an den Sieg des Guten, um in diesem Sturme stehen zu können. Das fromme Wort der Alten muß unser Bekenntnis werden: „Nicht nur Einer war es, der gegen uns aufstand. uns zu vernichten, sondern—in jedem Geschlechte stehen sic gegen uns auf. uns auszutilgen, aber der Heilige, gelobt sei er, errettet uns aus ihren Händen." DicChanukkageschichte mußerneut zurEnergienquelle für uns werden und ihr Prophetenruf von neuem zur Lebenslosung: „Nicht durch Macht und nicht durch Kraft, sondern durch meinen Geist, spricht der Herr der Himmelsheere.“ Chanukka in Swislowiiz. Von Shmarya Levin. Die nachstehende schöne Schilderung ' des Chanukka-Festes in einer russischen Kleinstadt entnehmen wir der hervorragenden Biographie „Kindheit im Exil*. Sie ist im Rowohlt-Verlag, Berlin, erschienen und dürfte für Jeden Liebhaber des guten jüdischen Buches eine willkommene Chanukka-Gabe darstellen. Die Schriftleitung. Das erste Makkabäerfest, dessen ich mich entsinne, fiel mitten in einen bitterkalten grausamen Winter, der die Flüsse in stummer Wut in Fesseln legte und seine unsichtbare Hand schwer auf die Stadt fallen ließ. Die Kälte brannte unbarmherzig, und die Eiszapfen an den Häusern kamen den ganzen Winter über nicht zum Schmelzen. Die Hauptvorbereitung zum Chanukkafest bestand — wenigstens soweit das die kleinen Jungen anging — in der Herstellung TtLtrOH 2Z&26 ctunoAmituintitnm ■w -w mm ~m— m TtltfOH2jtSM Continental ttt

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