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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-11-01 · 15 (1.11.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
15 (1.11.1932)
Date
1932-11-01
Page
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r Fleig HAARFARBEN INSTANDSETZEN VERFÄRBTER HAARE Könlgstra&e 21 1. Stock / Tele'on 280 TO Stuttgart. Für die Schuljugend über 15 Jahre und die schon beruflich tätigen Jugendlichen «nllte — vom \ or-teheramt veranstaltet — am ,(»ktolx-r eint' Versammlung mit L)r. med. I. u tl \» i g T i e I /.; Berlin, und Rechtsanwalt Dr. Walter F i u s t e i n stattfmden. Infolge V erhimlerung de« ersteren mußte tlie \ e run«taltimg verschoben VCc rdc II. Stuttgart. Wie wir erfahren, hat der I « r a e I. ( ) l> e r r a t den Lehrer II e r l> - t au« den w iirtfemlifrgi«then Diensten entlass,-II und tlen bis- * her in I uupliciin tätigen Lehrer Hermann I in «tein für denselben an tlie Israel. I’rivat- «chule in Btuhati versetzt. Lehrer Finstein «nrtlen gleichzeitig tlie t »blieuenlieiten des Religioii'lehrei« . Ih .iLiIL in unständiger Wehe übertragen. Stuttgart. \in I I. < »ktober sprach im Berth | <| \ ii i i l> a tb - \ erei u eantl. iur. Bert Kauf in a ii n üliut ../ w a ii - ' .1 i b e i t u n tl 1 u I I a l i •> n oder freie I n t f a I t ii n g aller W i i t - di .i f t « k r ii f t e I )a« aktuelle I heina hatte eint »tattlithe Anzahl von Hörern In rbeigelockt. tlie fielt. A u»f uh ui Ilgen des liefert ulen mit “Spannung folgten. Bert Kaufmann ii.n mit I nwhietleiiheil für tlie ..freie" W irt- »tiiafl ein ii ml legte dar. dal! die gegenwärtige Kri'f keine Kri't- <1<— an «ich ge-unden Kapitalismus -ei: am allgemeinen Nietiergang «eien \ ii Imehi nur tlie \ ielen staatlichen Fingriffe in die Wirl'diuft «thiilii. Der Redner beschäftigte -uh 'otlanu in temperamentvoller W ehe mit dem W irt'ihaft'prngramm tler l!t ich-regiernng untl »fi/te «ith mit tlt“—eil auiarki'then lentlen/en lie«oiiilei« kritisch auseinander. Im letzte n Teil de« \ ortrag« ging tler lletlner auf tlie gegenwärtigen welijmiIiti«chen Fragen ein untl wandte sich cor allem gegen die unheilvolle Zollpolitik, dafür den deul'then Export insbesondere schwere < ••■fahren heraufbe«cfiwört. Nicht ganz gerecht wuitle th-r Referent wohl tler auRt-ii|>oliti«chfn Leistung >tresemamis. die er bei der Darstellung tler aulleii|>oliti«then und weltwirtschaftlichen / ii«aminf nhü uge würdigte. —I >er ausgezeichnete \ortrag fantl bei den Zuhörern eine starke Resonanz. In einer ausgiebigen Diskussion nahme n die-,- in tler Hauptsache für planw irt«ihaftliche Ideen Partei. Sehl «I-irkt« Interesse weckte auch tler \or- ,rag. tlen I. tl u a r tl J a n u a r am ls. Oktober über ..Die Situation d er J u d e II i II Deutschland“ hielt. Der Redner gab einleitend eine Daistellung tler wirtschaftlichen Situation der deutschen Juden Mir dem Kriege timl zeigte dann an- Hand reichen statistischen Wateriai'. wiedie wirtschaftlichen Positionen th-r deutschen Juden nach dem Weltkrieg immer mehr verloren gingen. Hand in Hand mit diesen Schäden ging aber auch der jüdisch-geistige“ Verfall. de---elf (.rund Ftluard Januar mit der hem mutig'lti'i-n ..Assimilation“ tler letzten Jahre erklärte. Mit dem Fehlen eines jüdischen Ziels begründete der Redner die jüdische Haltlosigkeit unserer Tage mit allen ihren betrüblichen Begleiterscheinungen. ton denen er die ungerechte Stellungnahme eine? Teils der deutschen Juden gegen ihre o'tjüdischen Glaubensgenossen mit Recht scharf kritisierte. Dieses ..jüdische Ziel" nun wurde ton Eduard Januar in dem Bekenntnis zum jüdischen Volkstum herausgestellt, in einem Bekenntnis zur nationalen Erneuerung mit einem jüdischen Palästina als Kristallisationspunkt. Die sich an das sehr gründliche, ton festen L” Überzeugungen getragene Referat anschließende Diskussion rief eine Reihe, ton Gegnern auf den Plan. die. bei aller Erkenntnis der für unsere Gemeinschaft bedrohlichen Ge -.Umlage, doch entschieden gegen den Zionismus al« Losung der sogenannten ..Judenfrage“ auf- I raten. — 154 — Stuttgart. Wir machen unsere Leser hiermit auf die kommenden Veranstaltungen des Berthold Auerbach-V ereins besonders aufmerksam: Am I..November spricht Generalkonsul Max Straus über „L riel da Costa“: am 8. November referiert Trude Weigl übe r _.V1 e n - schenerkenntnis durch Individual- Psychologie“: am 15. November hält Stadtrabbiner Dr. Rieger einen Vortrag über das Thema ..Warum wollen wir Juden bleiben?" Die Referenten dieser Abende bürgen dafür, daß jeder Hörer starke Anregungen erhält. Siehe Anzeige Seite 150. Stuttgart. Von der J ii d i s ch e n Jugenda rbc-i t. Wir machen alle jüdischen jungen Menschen der Gemeinde insbesondere aber auch deren Eltern — nochmals auf die vom Jüdisch c“ n jugendring eingerichtete kostenlose a r z t I i ch e . R e ch t s - und B e r n f s Beratungsstelle aufmerksam, über tlie wir in letzter Nummer schon Näheres berichtet haben, für die ärztliche Beratungsstelle hat sich zu gewöhnlicher Sprechzeit weiter Facharzt Dr. Martin Krön (siehe Ankündigung Seite!5(l| in dankenswerter W ei«e zur Verfügung gestellt. Weiter machen wir darauf aufmerksam, daß im J ii d i s ch e u Jugt“ ii d h e i m ab 5|. Oktober regelmäßig jeden Montagabend für alle jüdischen jungen Leute ein '..Gemeinsamer Abend" -tattfindet. tler abwechselnd zum Aussprache-. Lese-. Vortrags- und Musikabend gestaltet und eine ständige- Einrichtung des Jugendheim« werden wird. Am 5. Novemlier findet in dieser V erniistaltungsrcilif ein ..B u liier A b e n tl“ «tatt Die V eraiilassung zu diesen Abenden gab in erster Linie die Tatsache, daß viele nichtbiindische junge Vlen-chen im Jugendheim bisher etwa« Gemeinsames - vermißten: Ein T e il von ihnen las die Zeitungen, einzelne «pieltcn Schach oder I ischtenni« — aber die Verbindung untereinander untl zu den Bünden fehlte weitgehend. Die inzwischen begonnenen Gemeinsamen Almude, von deren zw,eitern wir an anderer Stelle berichten, sind hier ein erfreulicher Fortschritt. Sichern «ie doch zwischen allen Jugendlichen einen innigeren Konnex als bisher, um so mehr, al« sie in Zukunft regelmäßig steinlinden sollen. Notwendig i«t aber, daß jeder jüdische junge Mensch diesen Veranstaltungen bereitwilligst seine Kräfte leiht. — Stuttgart. Im Jugendheim fantl am JO. Oktober ein weiterer Gemeinsamer Abend tler jüdischen Jugend statt. Die Ausspracht“ über ..Jüdische ] u g e ii tl ii ii tl A n t i s e in i t i s m u s" w urcle eingeleitet durch die kurze Unterhaltung verschiedener |H>liti«cher T\ pt‘n an einer Plakatsäule. Danach zeigte Leo F r i e tl rieh in einem Referat tlie ganze Fragestellung in der geschichtlichen Kntw ickIiinp als ein gesellschaftliches Problem. wirtschaftlicher und kultureller Art. dessen Hintergrund das durch soziologische und materielle Bedingungen hervorgerufene Anderssein tler Juden bildet. Die Aussprache beschäftigte sich mit jüdischen ..Fehlerquellen“, der zionistischen Palästina-Lösung, sowie vor allem auch mit der Frage“, ob tler Sozialismus wirklich das Ende des Antisemitismus und tler ..Judenfrage“ bedeutet. Es wurde dann noch bekanntgegeben, daß in Zukunft im Jugendheim regelmäßig.gemeinsame Abende Steinlinden sollen, an denen sich die jüdische Jugend aller Richtungen und Schichtungen mit Fragen, die für alle wichtig sind, beschäftigt. Stuttgart. W ir machen der Stuttgarter Ortsgrnppe des ..R e i ch s b u n d s j ü d ische r Frontsoldaten“ unser Kompliment! Der von ihr am J2. Oktober veranstaltete S i m ch a s-T liora- Abend war dank seiner trefflichen Organisation und seintes vorzüglichen Programms ein voller Erfolg. Im Großen Saal des Oberen Museums hatte sich eine außerordentlich große Anzahl von Mitgliedern und Freunden des Bundes eingebunden, die aufs beste unterhalten wurden. Der Abend war — wie Rechtsanwalt Dr. 8. VI c“ r z b a ch e r in seiner Begrüßungsansprache wünschte-— so recht eine von echter Simchas- Thora-Freude getragene Veranstaltung. Die mit starkem Beifall aufgenommene Ansprache des t. Vorsitzenden, in der auch auf die bedeutsame Arbeit des Frontbunds eindrucksvoll hingewiesen wurde, klang in einem Appell an die Anwesenden aus. die Bestrebungen des R.j.F. nach Kräften zu fördern. Das Programm selbst hatte ein hohes künstlerisches Niveau. Den- Anfang machte Susi Strauß mit dem bravourösen Vortrag der g-Moll-Ballade von Chopin. Opernsängerin Else bevfert-Grünwafd sang dann — von Kapellmeister Otto Sevfert hervorragend begleitet — das Lied der Mignon aus der Oper ..Mignon“, das Couplet der Georgette aus dem ..Glöckchen des Eremiten“ und die Habanera aus „Carmen“. Die Künstlerin verfügt über eine schmiegsame, herrlich timbrierte Altstimme, die in der Habanera zu ganz besonderer dramatischer Geltung kam und zu Beifallsstürmen hinriß. Wie bei Susi Strauß forderte das Publikum auch von Else Sevfert-Grüiiwald eine Zugabe. A I e x a Ebstein erfreute mit einem „Norwegischen Tanz“ von Grieg und einer reizenden Pizzikato-Polka von Strauß. In beiden Darbietungen bewies sich Alexa Ebstein als eine mit geschmackvollen Mitteln gestaltende• Tanzinterpretin. die immer verdienten Applaus erntet. Arpail Kondor-Pick, der die einzelnen Nummern des Programms humorvoll konferierte und die Lacher stets auf seiner Seite hatte, brachte nun unter großem Beifall heitere Chansons: er leitete damit zum letzten Programmpunkt über, den ebenfalls die heitere Muse beherrschte — zu Hede Schuck, tlie drei moderne Schlager aus Tonfilm und Operette mit Charme zu Gehör brachte. Als Zugabe spendete“ lletle Schack das Tonfilm-Chanson „Es wird schon wieder besser ..." — und so reizvoll wurde das gesungen, daß man bei allen Krisennöten es am Schlosse selbst glaubte. — Auch hier applaudierte da« Publikum stürmisch. Eine Ueberraschung i noch: R ii d i M a y e r. ein echter „kölscher Jung. ’ erzählte von seinen „Erlebnissen“. Und wie er es machte — das war fabelhaft! Es wurde ihm auch durch den Beifall bestätigt, daß er seinen Nebenberuf großartig versteht. — Alles in allem: es war ein glänzendes Programm! Wer nicht dabei war. hatte etwas versäumt. Aber man wird den Abend nicht vergessen untl beim nächstennial noch zahlreicher erscheinen! Auch so wirbt man für eine gute Sache — und diese- Propaganda wird sich bestens für den R.j.F. auswirken. Noch ein Wort des Lobes für Dr. Ludwig Strauß, der für das Programm verantwortlich zeichnete, und für die Tanzkapelle Brantner. die. wie wir hören, selbst die „älteren Herrschaften“ immer wieder zu einem Tänzelten animierte. H. St. Stuttgart. Auch in diesem Jahre veranstaltet die Frauen Vereinigung der Stuttgart-Loge in den Räumen der Stuttgart-Loge eine Chanukkamesse. Handarbeiten und kunstgewerbliche Arbeiten, von Frauen des jüdischen Mittelstandes angefertigt, stehen zu niedrigsten Preisen zum Verkauf. Die Ausstellung ist bedeutend reicher beschickt als im Vorjahre, da das ganze Jahr hindurch den gewerblich tätigen Frauen Arbeit und Verdienst gegeben wurde. Keine jüdische Frau darf dieser Messe, die als sozia les Hilfswerk der Gemeinde wärmstem, zu begrüßen ist. fernbleiben. Da die Arbeiten gut und geschmackvoll ausgeführt sind, ist der Besuch der Messe auch im eigensten Interesse zu empfehlen. Siehe Inserat Seite 150. Stuttgart. Der Verein Jüdisches Lehrhaus bittet uns. mitzuteilen, daß tler programmäßig vorgesehene Kurs von Stadtrabbiner Dr. Rieger infolge dessen Erkrankung erst später beginnen wird. Stuttgart. Das jähe Ableben von Julius Essin ge r am 24. Oktober hat in den weiten Kreisen seiner Freunde und Bekannten aufrichtige Teilnahme erweckt. Der Entschlafene, ein geborener Stuttgarter, war ein Mann von aufrechtem, lauteren Charakter. In der Geschäftswelt — Julius Essinger führte lange Jahre gemeinsam mit seinem Bruder Arthur Essinger das vom Vater übernommene, heute in hoher Blüte stehende Geschäft — nahm der Entschlafene eine hochangesehene Stellung ein. Durch sein heiteres. von tiefen religiösen Empfindungen erfülltes Wesen erwarb er sich überall treue Freunde. Noch am vergangenen Simchas Thora-F est wurde 00 S'e l Chintz Ist 7 W ein gewachster Wissen was Chintz StoH.der»chw^^^iten Larnpe°|?Ftdauerhaft und - Schon für 'a01" .£,7-Schon für abwaschbar. Se die Zutaten für ChinUlampe«^^ Die neuesten Radio-Geräte datLenftlassttff Fakrttn fQhren wir Ihnen bereitwilligst im eigenen Heim kostenlos u. ohne jeden Kaufzwang vor. tat Wmtk 2iMn|MrlilcMini|! Kupfer & Co.v Stuttflart-N. OarfMtfnlalt z Nmtprediar (1015 Werbe! für dieGemeindezeitung I Den von Ihnen so sehr geschätzten HOLANKA HOCHLAND-KAFFEE , erhalten Sie nun auch in CANNSTATT Unsere neue Filiale: KAnigstraBa 54 (Ecke WHhelmsplatz u. Marktstr.) - Telefon 523 04 [Jß Gusfd Kjkffm m . Kaffee - Gfofjrösierci Gustav Hunjelmann Kaffeeu.Tee- Import Stuttgart- Hamburg

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