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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-11-01 · 15 (1.11.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
15 (1.11.1932)
Date
1932-11-01
Page
[Seite] (sequence 3)
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- 151 - SCHIEDMAYER PIANOFORTEFABRIK STUTTGART - FERNSPRECHER NR. 26841 Flügel, Pianos, Harmoniums 12 Neckarstraße Eckhaus mmm Eingang nur unter der uhr spitalstr. 3 6, p a r t„ zur öffentlichen Einsicht ank. Zur Wahl darf nur zugelassen werden, wer in die Wählerliste aufgenommen ist. Die Wahlberechtigten werden aulgelordert, sich bis zum 10. November selbst zur Wählerliste zu melden. Die Versäumnis dieser Frist zieht für die nicht in die Wählerliste Aufgenommenen den Verlust des Stimmrechts für diese Wahlen nach sich. Einsprachen gegen die aufgelegte Liste wegen Uebergehung von Wahlberechtigten oder wegen Aufnahme unberechtigter Personen haben spätestens am 13. November ds. Js. mündlich oder schriftlich beim Vorsteheramt zu erfolgen. Es sind zu wählen: I. zum Vorsteheramt a) 6 Vorsteher als Nachfolger der turnusmäßig ausscheidenden Mitglieder des Vorsteheramtes auf die Dauer von sechs Jahren, b) 1 Vorsteher als Nachfolger eines durch Amtsniederlegung ausscheidenden Mitgliedes des Vorsteheramtes auf die Dauer von drei Jahren. Als zu b) gewählt gilt der mit der geringsten Stimmenzahl gewählte Kandidat. 2. zur Landesversammlung zwei Abgeordnete und 2 Ersatzmänner. Auf dem Stimmzettel für die Wähl zur Landesversammlung sind die Abgeordneten und die Ersatzmänner als solche ausdrücklich zu bezeichnen und der Name des Ersatzmannes unmittelbar hinter den Namen des Abgeordneten zu stellen, den er ersetzen soll. Stuttgart, den 20. Oktober 1932. Israelitisches Gemeindevorsteheramt. R o t h s ch i I d. Vor den Gemeindewahlen. Versammlung des Daß unser Genieinclcvorsteheramt treffliche und verantwortungsbew ußte Arbeit geleistet hat. das kum noch einmal so recht bei der am 23. Oktober in der Stuttgart-Loge stattgefundenen Versammlung des ..V ereins für jüdische Gern e i n <1 e a n g e I e g e n h e i t e n“ zum Ausdruck. die unter der Leitung von Rechtsanwalt Dr. Heinrich Wolf stund. Der Vorsitzende betonte, daß sich der Ausschuß des Gemeindevereins auch diesmal nur von sachlichen Gesichtspunkten leiten lassen und für das Vorsteheramt Männer gewinnen wolle, d i e n i ch t n ii r d e n X u m e n n a ch Juden und s J e t s e i n g e denk seien, daß die G e m e i n d e auf d e ii t s ch e in B o d e n w u r z e 1 e. Hierauf ergriff Rechtsanwalt Dr. Paul Tänzer das Wort. Von seinen ausgezeichneten Ausführungen über die ..Aufgaben und Arbeiten des Vorsteheramts“ geben wir die Einleitung wörtlich wieder, weil sie in prägnanter Kürze den Aufgaben kreis des Gemeindekollegiums umschreibt. ..Wenn man von den Aufgaben eine s Gemeindevorsteheramts berichten soll.“ so führte Dr. Tänzer uus. „so kann man damit nicht die Aufgaben reiner Verwaltungstätigkeit meinen. Denn diese Tätigkeit ist eine selbstverständliche. — Sie ergibt sich aus der Notwendigkeit. Steuern einzuziehen. Gehälter zu bezahlen, Friedhöfe und Beträume bereitzustellen und für die Schulräume und Lehrkräfte sowie für die Armen zu sorgen. Der eigentliche Aufgabenkreis einer jüdischen Gemeindeverwaltung beginnt erst, wenn diese zwangsläufigen Pflichten erfüllt sind: die Aufgabe der jüdischen Gemeindeverwaltung besteht in der Fürsorge für die Zukunft der Gemeinde. Nicht nur in materieller Hinsicht, in der Fürsorge für die notleidenden Gemeindegenossen, sondern auch in ideeller Hinsicht, insofern die Gemeindeverwaltung die Verantwortung für den Bestand und die innere Stärke der Gemeinde trägt. Das Vorsteherumt hat die Möglichkeit, auf die Entwicklung der Gemeinde Einfluß zu nehmen: auf dem Gebiete des Schulwesens in beschränktem Umfang. auf dem Gebiete der Jugendfürsorge ohne jede Grenze, in der Entfaltung des religiösen Lebens im wesentlichen lediglich durch das Religionsgesetz beschränkt. Eine Gemeindeverwaltung muß aber erkennen, daß sie die Pflicht hat, von diesen Möglichkeiten Gebrauch zu machen. Tut sie das. so kann sie sich in ihren Entschließungen weder von der Rücksicht auf eine dissentierende Minderheit bestimmen, noch kann das einzelne Mitglied dieser Verwaltung seine persönliche Einstellung entscheiden lassen. Dann wird vielmehr stets dasWohlderGesamt- Gemeindevereins. heit die Beschlußfassung des Vorsteheramts bestimmen. Es ist erfreulicherweise hier noch nicht so. daß Parteien ihre Vertreter in das Vorsteheramt entsenden. Die Mitglieder des Vorsteheramts unterscheiden sich im wesentlichen nur nach ihrer verschiedenen jüdischen Einstellung. Wären es parteimäßige Gegensätze, so könnte sehr wohl die Auffassung entstehen, daß man über das. was der Gesamtheit dient, verschieden denken könne. Hier aber, wo diese Gegensätze fehlen, kann es nur eilst» Meinung über das. was das Wohl der Gesamtheit fordert, geben: alles, was der Stärkung und Erhaltung der Gemeinde dient. Deshalb müssen alle Beschlüsse, welche die Gewissensfreiheit des Einzelnen berühren, liberal sein: hieher gehören aus den Beschlüssen der letzten drei Jahre das T u I I i s t r a g e n . d i e A ii f h e h u u g des S ch u o d e r n s . das R e ch t d e r E r a u e n . bei Beerdig u n g e n zu sp rcdic* n. Und deshalb müssen alle Beschlüsse, durch welche das Vorsteheramt an der Erhaltung der Gemeinde miturbeiten will, in der Richtung einer Vertiefung der Zugehörigkeit zu Judentum und Gemeinde liegen: dahin gehört die J ii d i s ch e N o t h i I f e. das J u g e n d n e i in und der Versuch, die in den Bünden nicht zusammen gesch I osse n e Jugend für die Jugendarbeit zu erfassen. In diese zweifache Richtung ist die Arbeit des Vorsteheramts der letzten drei Jahre charakterisiert: liberal und doch konservativ. Ein nur scheinbarer Widerspruch! Liberal im Sinne der unbedingten Duldsamkeit. konservativ zur Erhaltung von Judentum und Gemeinde.“ Der Redner setzte sich nun mit den Beschlüssen des Vorsteheramts im einzelnen auseinander und begründete in ausgezeichneter Weise die einzelnen Maßnahmen. Das Ziel aller Arbeit bezeichnete er abschließend als das „erlebte Judentum bei allen Geineindegenossen“. Der Begriff des „Opfers" müsse schwinden und an seine Stelle das Bewußtsein der Pflicht treten. Der Vortrag klung in der Bitte aus. die zukünftigen Beschlüsse des Vorsteheramts nicht unter dem Gesichtspunkt persönlicher Einstellung, sondern unter dem Gesichtswinkel der Verantwortung für die Gesamtheit zu beurteilen. Für den durch Krankheit am Erscheinen verhinderten Vorsteher Karl Levi sprach der 1. Vorsitzende des Vorsteheramts. Oskar R o t hs ch i 1 d. Der Redner gab ein außerordentlich anschauliches Bild von der Finanzgebarung des Vorsteheramts von den Vorkriegsjahren bis zur Jetztzeit. Es war hochinteressant, einen Ueberblick über alle jene Arbeiten zu erhalten, die nach der Inflation zum Neuaufbau der Gemeindefinanzen vom Vorsteheramt vorgenommen wurden. Welch große und verdienstvolle Arbeit in diesen Nachinflationstagen geleistet wurde, das ersah man daraus, daß die Gemeindeverwaltung in verhältnismäßig kurzer Zeit die hypothekarischen Aufwertungen zurückzahlen und für die Sicherstellung von Mitteln sorgen konnte*, die für den neuen Friedhof auf dem Steinhaldenfeld gebraucht w urden und noch aufgewendet werden müssen. Neben dem Ankauf von 32 Synagogenplätzen durch die Gemeinde wurde für einen Betriebsfonds gesorgt, damit Stuttgarter Verlag sucht zur Unterstatzung der Geschaftsleitung männliche oder weiblidie Kraft, die alle einschlägigen Arbeiten (guter deutscher Stil, Schreibmaschine und Stenografie Bedingung) selbständig, gewissenhaft erledigen und sich auch im Außendienst betätigen kann. Es kommen nur Damen und Herren mit gediegener Vorbildung und rascher Auffassungsgabe in Frage. Ausführliche Bewerbungen mit Referenz- Angabe erbeten unter R.P. 1060 an die Israelitische Gemeindezeitung, Stuttgart-N, LJ Kasernenstraße 13. man allen laufenden Zahlungen Nachkommen! konnte*. Mit der allmählichen Konsolidierung der Genie iudeliiiauzen ging auch der Aufbau des Gemcindo-Stiftungsfonds Hund in Hund. Letzterer beträgt heute ca. 40 000 RM. An Hund eines; reichen Zunleiimuteriuls — wir hoffen, bei un-l derer Gelegenheit über den ganzen Fragenkom-j ple\ einmal ausführlich berichten zu können —| zeigte nun Oskar Rothschild, daß. obwohl diO GemeindeverVultung neben den zwungslüufigcii Ausgaben (Gehälter. Gemeiudee in rieh taugen. Fürsorge institutionell usw.l noch \ erschiedone Beiträge* für kleinere religiöse Gruppen in der G^ueinde. für die Nothilfe, für die Oberrats Jubiläumsspende iisw. geleistet hat. außerordent lieh umsichtig und sparsam wirtschaftete. _I)ie*i geht um besten daraus hervor, daß in der Gef meinde Stuttgart für Gemeinde- und Landes^ Umlage nur wenig mehr als die Hälfte des D u r ch s ch n i t t s s a t z e s der ü b r i - g e n d e ii t s ch e n G r o ß g e in e i n d e n auf|- z ii b r i n g e n ist. Beiden Rednern, denen lebhafter Beifall gespendet wurde, dankte Dr. Heinrich Wolf m l ja armen Worten. An die* Referate schloß sich eine* interne Mitgliederversammlung an. Hans Sternheim. Wehrt Euch gegen das Ghetto! ] Eine Versammlung des C.-V„ Ortsgruppe Stuttgart. j Die Ortsgruppe Stuttgart des „Central- V ereins deutscher Staatsbürger j ii - d i s ch e n G 1 a u b e n s“ veranstaltete am 23. Oktober im Oberen Museum einen Vortragsabend mit dem Haupt Vorstandsmitglied des C.-V. Rittergutsbesitzer Sandelowskv. Der Airend wurde von Dr. M u u f r e d S i ch e 1. dem Vorsitzenden des Stuttgarter Ortsausschusses, eindrucksvoll eingeleitet. Der Referent des Abends wies in formvollendeter Weise darauf hin. daß er bereits vor acht Jahren in Stuttgart als Gast des R.j.F. die für die Judenheit vom flachen 5ir staatsbürgerliche Gleichberechtigung religiöse Duldsamkeit sinnvollen Ausbau der Wirtschaft ist die Liste S MW DeMratW Pattei

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