Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 13 (1.10.1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 11)
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I j 4 i i j Pfandleihanstalt Stuttgart A-Q. Könlgstr. 10 A' beleiht diskret Gold, Silber Juwelen Obcrdorf-Bopüngen. Dip weit über die Grenzen Württembergs bestens bekannte Webworengrnßhandlung Gebrüder II ci m an n in Stuttgart und ßopfingen kann in diesem Jahre ihr I 00 jähriges Bestehen feiern. Im Jahre IS32 wurde die Firmu in Oberdorf von H. L. II eimann gegründet und später von seinen zwei Söhnen weitergeführt. 1909 übernahmen Knkel des Gründers, die Brüder David. Max und später audi Julius, Siegfried und Hermann Heimann. die Geschüftsleitung. Julius Heimann fiel im Weltkrieg, uifd der als Kriegsflieger bekannte Siegfried Heimann befindet sidi in Südamerika. Die anderen Brüder haben mit unermüdlicher Energie das Unternehmen zu seinem heutigen Umfang entwickelt. N’udi dem Kriege hat die Firmu die Fabrikation von Arbeitskleidern aufgenommen und so vielen Heimarbeitern Verdienst geschaffen. Seit einigen Jahren sind auch zwei Urenkel des Begründers, also die vierte Generation, im Geschäfte tätig. Wir wünschen der Firma auch weiterhin eine gedeihliche Entwicklung! Ulm. Am 10. September hatten sich zahlreiche niditjüdische Mitbürger und insbesondere die Mitglieder des Chores der Martin I.uther-Kirdie zu einer Besichtigung der Synagoge zusammengefunden. Dabei hielt Rabbiner Dr. Cohn einen mit großem Interesse entgegengenommenen Vortrug über den jüdischen Ritus. Audi wurden synagogale Weisen auf Schallplatten zu Gehör gebracht. Wir werden über die Veranstaltung, deren Wiederholung von seiten der Teilnehmer lebhaft gewünscht wurde, in nächster Nummer noch Näheres berichten. Ulm. Im Freitagabend-Gottesdienst vom 23.September hielt Rabbiner Dr. C o h n unter Hinweis auf den Welttierschutztag vom 4. Oktober eine Predigt über ,.T i e r s ch u t z im J u d e n t u m". die einen tiefen Eindruck machte. Unter den Zuhörern befanden sich viele Andersgläubige. U. a. nahm Reichsbahnoberrat Grabherr, der Vorsitzende des Ulmer Tierschutz Vereins, am Gottesdienste teil. Als sehr erfreulich darf es bezeichnet werden, daß auch die Ulmer'jüdische Jugend sehr zahlreich erschienen war. Ulm. Am 24. September durfte der Seniorchef der Firma Hilb & Co.. Salomon Hilf», in voller Rüstigkeit seinen 84. Geburtstag feiern. Der heute noch geschäftlich tätiget, überall hochgeschützte Jubilar nimmt von jeher am Gemeindeleben und allen sonstigen Ereignissen lebhaften Anteil. Wir wünschen ihm auch weiterhin einen gesegneten Lebensabend. j Aus det Wett des Judentums. Jüdische Firmeninhaber können antisemitische Angestellte fristlos entlassen. i Das Arbeitsgericht Berlin hatte vor kurzem entschieden, daß die jüdischen Inhaber einer Firma nicht berechtigt sein sollten, einen Angestellten wegen beleidigender antisemitischer Aeußerungen fristlos zu entlassen. Das Landesarbeitsgericht hat jetzt das Urteil der ersten Instanz abgeändert und der Berufung der Firma stattgegeben. Der Kläger war Kriegsbeschädigter und arbeitete als Kontorist in einer Großhandlung neben vielen jüdischen Kollegen. Nach den Preußenwahlen führte er mit der Portierfrau ein erregtes politisches Gespräch auf dem Korridor und meinte, die Juden seien jetzt gqnz still, weil sie Angst hätten. Als die Portierfrau seine Angriffe auf die Juden abwehren wollte und ihm enteegenhielt, daß die Juden immer noch anständige Menschen wären, meinte er, sie müsse sich was schämen, eine Deutsche zu sein. — Da die Entlassung eines Kriegsbeschädigten nur mit Zustimmung der Hauptfürsorgestelle ausgesprochen werden darf, falls er nicht einen wichtigen Grund zur fristlosen Kündigung gegeben hat, entschlossen sich die Inhaber zur fristlosen Entlassung und zahlten freiwillig noch zwei Monatsgehälter. Nach Ansicht des Landesarbeitsgerichts hatten die Aeußerungen des Klägers den Sinn, daß die Juden keine anständigen Menschen seien. Diese Morte wären auch gegen seine Arbeitgeber und seine jüdischen Arbeitskollegen gerichtet gewesen. Bei einer so erheblichen Ehrverletzung — 129 - der Inhaber einer Firma sei ihnen die Weiterbeschäftigung des Angestellten nicht zuzumuten. Die Aufrechterhaltung eines ordnungsmäßigen Betriebes wäre gefährdet gewesen, wenn die Inhaber das \ erhalten des Angestellten geduldet hätten. Polygamie bei den Jemeniten? Ein ungesehener jemenitischer Jude Palästinas klagte vor dem rabbinischen Appellations- Cericht gegen seine Frau auf Scheidung wegen ngehorsams. weil sie sich seinem Plane, eine zweite Frau zu heiraten und ins Haus zu nehmen, wielersetzte. Er führte an. daß ihm, als Orientjuden. das Recht zustehe, mehr als eine Fra» zu naben. Der Advokat Dr. B. Joseph, der im Aufträge des Zentralkomitees der Jewish Women s Equal Rights Association die beklagte Ehefrau vertrat, wies darauf hin, daß das Vorgehen eines in der jemenitischen Gemeinde so einflußreichen Mannes auf andere Jemeniten als schlechtes Beispiel wirken werde. Dem Urteil des rabbinischen Gerichtes wird mit großem Interesse entgegengesehen. Die Jewish Women’s Equal Rights Association forciert von der Regierung ein beschleunigtes Inkrafttreten der Gesetze, wonach die Bakicsttiii >r HnMflKkamkckr Bkkirü tow Kom-fln. STUTTGART FRIEDRICHSTRASSE 4 TELEPHON Nr. 20000 Heirat von Jugendlichen unter 16 Jahren verboten sein und Bigamie als ein \ erbrechen bestruft werden soll. Aus det Spotilemegung-. Werbesportfest der „Hakoah“ Stuttgart. Am 23. September verunstaltete die ..Hakoah“ auf dem Platz des ..'Turnerbunds Cannstatt" ein Werbe.sportfest. das außerordentlich gut | besucht war. Das Programm wurde durch ein Fußballwettspiel der 2. ..IIakoah"-Mannschuft I gegen die I. Mannschaft der Firma Baniber- ' ger & Hertz eingeleitet, die unter dem Trui- CcutiistcUt' HERHANN FlfCHER W B TAPEZIER U. DEKORATEUR WCRKSTATTE FÜR INNENAUSSTATTUNG STUTTGART-CANNSTATT BADSTRASSE NR. 16 - TELEFON NR. 51209 Scfenliass« 10. TeL 505 31 OEORONDET 18,4 GIPSERMEISTER VERBANDSSTOFFE Gummtwirin, Drogen, Krlotor, Toilottoartlkol, Wasch- und Piitxmlttol STUTTOART-CANNSTATT SEELBERQSTRASSE Nr. 2 - TELEFON Nr. 81917 EHIL BRENNER KANNEN-DROGERIE Grab-, Batonlar-, Maurer-, Eisenbetonarbeiten, Neubauten, Umbauten Reparaturen, Hausentwisserungen OwiraratraB, SCHÜLER - Tnlnfon 8984, Stuttsart-Cannstatt, MarMstraaaa 24 Verkaufsstelle Marktstrasse 15 / Tel. 50012 Das teooexugte JxuHiliencafe Erstklassige Coadltorel-Erseugnlsse Date Wellie / Ausschank des bekannten Obenterdiager Karates-Tee 1931er WeI8riesllng Spatlese nebst bestem Cannetatter Cl'ff(flVoffl~(,ß /f Besucht herrlichen Kuranlagen! 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