Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 10 (16.8.1932)
- Date
- 1932-08-16
- Page
- [Seite] (sequence 5)
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auftragten ankiindigt „von solich fryhung we Jen . . In den Aufzeichnungen aus diesem ahre heißt es bei der Aufzählung der den Juden auferlegten Summen: Die Juden zu Heilprun und Winsperg. die sollen geben 100 Gulden3); eine auffallend kleine Summe, wenn man sie mit den Steuerbeträgen der andern Judengemeinden vergleicht. Es wird wohl so sein, daß damals die Zahl der Haushaltungen auf den tiefsten Stund gesunken war (Mayer Seite 19). Am 30. Oktober 1421 wurden durch Conrad von VVeinsberg Hensslin Rede und Vyfelin Jude zu Steuereinnehmern ernannt. Sie sollten „den dritten, den zehnten und den goldenen Pfennig, die halbe Judensteuer, Buß und Felle von der judischeit fordern“. Unter anderen sollten sie die schwäbischen Gegenden besuchen. „Wir sollen fordern den guldin pfennig von zweyn Juren: den dritten pfennig, wer den nit gegeben had: clen zehnten pfennig, welche sprechen sie haben bezalt und sich darumbe gericht. so fragt wenige und lassent uch die quituntz zeugen und sehein lusseh“ ■*). Zu der von Mayer Seite 24 erwähnten Abgabe des goldenen Opferpfennigs gehören noch folgende Notizen5): Item zu lleilprune ist mir worden 15 Gulden un der halben Judensture auf donerstag nach sant Eisbetentag (— 20. II): des »amen die rech »er daselbst ein gülden davon a. 1421. Dünn folgt der Eintrag: Sanvel der hat für sich selber geben von den vergangen und kunfftigen Cristtag 2 Gulden: und von sin wibe und von sin sone ste» noch 2 Gulden uß uff mins her» gnade: wann er meint, sie sollen gen Spiere gehören. So ist sin sune licht 4 oder 6 Wochen übe r das dreizehnte Jar"). Da meint er, min he re solle zu diss inole nilitz von ihm nemen: will es aber min her nit geraten, so will er gehorsam sin. Sanwil. der Jude zu Heilpron had mir ein versigelt quitantz gezeigt, die wise uss von Lutzen Tannern und Leon Collner dem Juden (dem vielgenannten früheren königlichen Steuereinnehmer). das er sich mit ihm gericht und geteidingt had iimb den 10. Pfennig 3 ganze jar, und daz datum w ist aus, auf den obersten tag in dem jar, da man zählt 1419: und ich han mit Collner dem. Juden zu den ziten gericht. und was er mir hyschc, das han ich ihm geben und weiß nit. daß ich ihtz mee schuldig sy und ziehe mich dez zu Vifelin dein Juden 7). Dann heißt es weiter: Hane Samstags hussfrauw had gesprochen, daß sie nit wisse, daß sie zu diesen ziten nihtz schuldig sy zu geben, als sie hoffe des wol mit guter Kuntschaft vorzubringen. Item, die Samstagin hat geben 2 Gulden für sich selber und für ihre dochter 2 Gulden uid für Abraham iren dochtermun 2 Gulden: und sin wip belipt besteen für 2 Gulden zu geben un min Hern; wann er meint, sie gehören gen Spiere. Samstagin had ein Bruder, der spricht er habe nihtzen und habe kein cigin gut. der had mir nihtzen geben. Der hier zum ersten Male veröffentlichte Brief stammt aus dem Stadtarchiv Konstanz. Er ist vom Bürgermeister und Rat Heilbronns an den Bürgermeister und Rat von Konstanz gerichtet: L'nser freuntlich willig dinst mit allem das wir guts vermiigen sie» unser ersamheit bereit altzit voran, h ursichtigen und wisen sunder guten Frunde. (SchluB folgt). J) Oehr. E 58a S. 6: voiher steht 150 Gulden, Ist aber durchgestridien. •) Oehr. E 57 a. ) Oehr. E 57 a S. 6 b. •) Für die schwäbischen Städte galt allgemein, daß erst nach Erreichung des Barmizwo-Tages der goldene Oplerptennlg zu entrichten Ist.;l Oehr. E 57a 8- 6b u. 7. Aus den Qememden 'IDüxttew&ecqs. Stuttgart. Der bekannte Ohrenarzt, Sanitätsrat Dr. Emanuel Weil, durfte am 14. August seinen 80. Geburtstag feiern. Anläßlich seines 75. Geburtstages hat die „Gemeindezeitung“ eine Würdigung der Persönlichkeit und der wissenschaftlichen Bedeutung des Jubilars veröffentlicht. Hier sei nur nochmals an die bleibenden Verdienste erinnert, die sich Dr. Weil um die Gestaltung und Erhaltung des Sontheimer Asyls erworben, dessen Verwaltung er noch heute als allgemein verehrter Ehrenvorsitzender angehört. Vom 1. Januar 1906 bis zum März 1920 war er Mitglied der Oberkirchenbehörde, des derzeitigen Oberrates, und hat in dieser für die Entwicklung der württembergischen Judenheit so entscheidungsvollen Zeit an leitender Stelle segensreich gewirkt. So darf Sanitätsrat Dr. Weil QoppUt^m KONDITOREI UND CAFE Cad £uipo£d TELEPHON Nr. 3518 — 87 - als eines der besten Mitglieder der Israelitischen Religionsgemeinschaft unseres Landes bezeichnet werden, und der Wunsch, daß ihm noch viele glückliche Lebensjahre beschieden sein mögen, ist ganz allgemein. Stuttgart. Am 8. August wurde der hiesige Nervenarzt Dr. med. Max Weil, der nach einer langen Leidenszeit am 6. August im 65. Lebensjahre verschieden war, bestattet. Dr. Weil, der in Laupheim geboren und in Ulm erzogen war, ist ein Schüler des bekannten Heidelberger Klinikers Erb und des Straßburger Psychiaters Fürstner gewesen. Er hat hier fast vierzig Jahre als Nervenarzt (jewirkt und sich mit gutem Recht weitgehender Sympathie und höchster Wertschätzung erfreut. Bei der Bestattungsfeier entwarf der Stadtrabbiner ein lebhaftes Bild der hochwertigen und feinsinnigen Persönlichkeit des Verstorbenen. Er schilderte die hingehende Betätigung des gelehrten Theoretikers und des gewissenhaften Arztes und rühmte dann den hochherzigen Mhnschenfreund. der seinen Beruf als ein Priesterunit und seine Arbeit als einen Gottesdienst begriffen. Die Erinnerung an ihn wird in Stuttgart noch lange fortwirken. Stuttgart. Vor kurzem würde der in weiten Kreisen hochgeschätzte Gründer und Seniorchef der bekannten Stuttgarter Buthdriickerei E. G. Sc ege r. E. G o t t I o b See ge r. durch einen schnellen Tod aus seinem arbeitsreichen Loben gerisse n. 'Auch der Ve rlag und die Schriftleitung der ..Gemoindezeitung“ betrauern das Hinscheiden des trefflichen Mannes, der es sich immer angelegen sein ließ, die in seinem Enternehmen seit mehreren Jahren erstellte ..Gemeindezeitung“ in typographisch einwandfreier Form herauszubringen. Stuttgart, im Rahmen der Ausstellung „Gesunde Frau — Gesundes V o l k" sprach vor kurzem Sanitätsrat Dr. Ries über „D i e Gefahren der E n t w i ck I u n g s j a h r e“. Der ausgezeichnete Vortrag fand bei dem zahlreichen Auditorium und der Tagespresse hohe Anerkennung. Allen unseren Lesern, die keine Gelegenheit hatten, das Referat zu hören, teilen w ir mit. daß Sanitätsrat Dr. Ries sich bereit erklärt hat. über das gleiche Thema im Winterprogramm des Bc r t h o l d A u e r b a ch - Ve. r e i n s zu sprechen. Stuttgart. Die I. Ordentliche Mitgliederversammlung des neugegründeten „Sportklubs llakoab Stuttgart“ faüd am 27. Juli statt. Sie stand unter der Leitung vo» Eduard Januar, der einleitend mitteilte. daßEDr. Edgar II e i l b r o n n e r , der bei der Gründungsversammlung in den geschäftsführenden Ausschuß gewählt worden war. eine Wahl zum I. ersitzenden zwischenzeitlich abgelehnt habe. Er cerlas hierauf den vom geschäftsführenden Ausschuß geschaffenen Statutenentwurf. Nach einer ausgiebigen Diskussion der Statuten w urden dieselben im ganzen von der Versammlung angenommen. Anschließend wurde der Gesamtvorstand gewählt. Ihm gehören an: Dr. med. dent. Paul Welpe (geschäftsfiihrender Vorsitzender). Arthur R i in p e I (I. Kassier). Wolf Engelni uyer <2. Kassier). Felix Rei ebner (I. Schriftführer). Dr. Max Läufer (2. Schriftführer). Max G e 11 h o r n (Sportobmann). Bernhard Orljansky ((.Beisitzer) und Eduard Januar (2. Beisitzer). Dr. med. Franz Hirsch, Ulm, gestorben. Kurz vor Redaktionsschluß erreicht un> die schmerzliche Nachricht, daß Dr. med. Franz Hirsch, der in weitesten Kreisen sich außerordentlicher Wertschätzung erfreute, im Eller von nur 53 Jahren durch einen jähen Toc aus seinem Wirkungskreis gerissen wurde. Wa der Entschlafene für den Landesverband Wür temberg des „R e i ch s b u n d s j ü d i s ch e r Fronts o I d a t e n". dessen I. Vorsitzender er wai, für die Ortsgruppe Ulm—Neu-Ulm des R. j. F. der er ebenfalls präsidierte, sowie für die Ortsgruppe Ulm—Neu-Llm des- „C e n t r a I - \ ereins deutscher Staatsbürger j idisehen Glaubens“, deren Ausschuß e als Schriftführer angebürte. bedeutete, davon s dl in Blattes au der nächsten Nummer unseres lieh gesprochen werden. — Heute soll nur der weit über die schwäbi Grenzen hinaus empfundenen Trauer um Mann Ausdruck verliehen werden, der sich los in clen Dienst jeder guten Suche stellt sich als Arzt und .Menschenfreund hc-rvorr« bewährte, und der ein treue r Sohn seines lundes war. — Auch wir beklagen den Heimgang Dr. Ilirschs. der unserem Blatte stets ein Freund und gewissenhafter Mitarbeiter w sFühr- Stuttgart. hier, wurde n Julius l' li I n a ii , uic-r, »Unit- /.um IVPI. norwegischen Konsul für Württemberg ernannt und ihm gleichzeitig das i.'-♦ .i„- württembergischen Staats cgicchen inen restdc-r gern! aterranz treuer r. — Stuttgart. Rektor und Senat der Teehni>then Hochschule haben auf den einstimmige! Antrag der Abteilung für Chemie den Gehe mmt Prof. Dr. R i ch a r d Millstätter in Mül dien, einen bahnbrechenden Forscher auf dem Gc biete der Biochemie, unläßlich seines 60. Geburts ages. zum Ehre n bürgeternannt. _ Der berühmte jüdische Gelehrte hatte seinerzeit infolge schwerer antisemitischer Anfeindungen seine Professur in München niedergelegt. Er w urde im Jahre 1915 auf Grund seine r bedeutenden Forschungen über die pflanz ichen Alkaloide durch den Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet. Fabrikant zum Kgl. .erg er*' Exequatur der rang erteilt. Stuttgart. Vor einiger /.eit wurden, wie dir un dieser Stelle berichtet haben, in der Is . Genie in depflege zwei E i n b r ü ch e verübt, bei welchen dem Djj;b. der nach der ganzen Anlage des Verbrechens unbedingt mit den Räumlichkeiten vertraut sein mußte, glücklicherweise nur kleinere Geldbeträge in die Hände fielen. Den Bemühungen der Stuttgarter Kriminalpolizei ist es nun vor kurzer /eit gelungen, eine Diebes >ande festzunehmen, die eine große Anzahl voi Einbrüchen in Uhren- und Lebensmittelgesdlüften verübt hatte. Unter ihr befand sich der 31 ji.hrige ledige Kaufmann Karl T r z i 1 aus M iei. der, mehrfach vorbestraft, die Einbrüche in ehr Isr. Gemeindepflege ausgeführt hatte. Trzil. der von dem Isr. E'ürsorgeamt und dem Katliol scheu Pfarramt St. Eberhard mehrfach Unterstütz ingen erhalten hat. stattete zum Dunk dafür clen Büros seiner Wohltäter nächtliche Besuche' ab. - Beider Verhandlung vor der Großen Strafkammer wurde Trzil zu fünf Jahren Zuchthaus und fünfjährigem 'Ehrverlust verurteilt. TlCm ju. T). Titl. Hausbesitzern etc. hSIt sich für Gebäudeinstandsetzungsarbeiten, bauliche Veränderungen aller Art, bei sachgemäß. Arbeitsausführung, gewissenhafter Beratung und reeller Bedienung bestens empfohlen JOS- RAPP, Bauunternehmung Obere Bleiche 4 - Telefon 2812 Brot- und Feinbackerei Iß. 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