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Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs · 1932-08-01 · 9 (1.8.1932) · p. [Seite]

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Journal
Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
Volume
IX (1932-1933)
Issue
9 (1.8.1932)
Date
1932-08-01
Page
[Seite] (sequence 8)
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- 82 - BAUGESCHÄFT FRIEDRICH WIDMANN BAUMEISTER Traubenstraße 44 Telephon 23606 HOCH- UND TIEFBAU UMBAUTEN / REPARATUREN Hausentwässerungsanlagen!Besteck=£UuichtutiqeH ln Buffet usw. Musterkoffer für alle Zweoke ETUISFABRIK 9xiedxich Mulle t Silbarburgstr. 146° / Stuttgart ✓ Tal. 60515 Die Judenfrauen von Deufstetten. ln J. ii Hlii11■1 rii dos ,.\V o I / h o i III r rWalil- \ «• i <• j n « " \ cröfTontlicbt '(ichfii (inst <i v 'v t i " f; in f. I (I ein wannht’r/i;:i'*< I jobonsbild <ii — ..I liiktcr* lind I.citU'xxuburs vom Wolzhcimor Wahl J'ihanno lummerer vom Lümmorhof! I7bx bi' l**'l'". von eleison volkstümlichen Dichtungen Jn-timi' Kerner l>*IU eine kleine Auslese veröffentlicht hat. Während einer schworen Krankheit. die ihn vom 17. Jahr an vier Jahre ans Bett fesselte. lei me l.äiiiinerer vom Pfarrer in i-sihxx, nd schreiben und rechnen. \im 17'*' an (mährte i «ich als ein armseliger I.eineweher. K« x. ,i ein /eichen der /eit. dal! er. der keine xx ein ic Vu-bildnn.2 erfahren hatte. lv07 /lim T ilial-diulineisier in I >( uf-Ietten. dem heutigen I uni deiif'tettell. gewählt winde. Da ihn der 'Schuldienst nidrt ausreichend ernährte und ihm lei.hlnh /eil liel!. betätigte er *ich gleichzeitig a!' Iiaii'ierender I landel'iiiann. Zugleich aller dieiii'i!te er 'chli^hl und recht seine liebenswürdigen \er*e. die bald lustig. bald ernst, aber urwüchsig und volkstümlich in gutem Sinne klarig.eu. Da' Jahi |s|7 brachte ihm und 'einen drei Kindern ernste Sorgren. Im >eptc mber xxar seine I i.:m an der Buhr erkrankt. Sie litt lieispiellose l‘. in. bis >ie nach sieben Leidenswochen am X. \oxember starb. Der Witxver widmete seinem ..lieben l liexxeib"' ein tiefempfundene« Gedicht, in dem er auch der h i I f rei then drei Judenf r a n e n \ o ii Deuf'tetten dankbar gedudite. \|s die Not der Kranken aufs höchste gestiegen xx ar und nur eine 1 lühnersuppe der \eritisten eine kleine f.abnngr hätte schaffen k•»;i:ie11. xxar in keinem ( hristenkause eine ’'u|>:ieiiheiine fiir die leidende aufzutreiben. Da kau . :: .bei arme Judenfrauen und halfen, der XIii.il Nachbarinnen verlassenen Krau: Kein ( liri't trat in mein armes llau-, \ "i Grauen blieb ein jeder aus. \ ... l'r.iel'drei I rauen gut \!i.11:c-11 solchen I.iebesiimt. i i■.■ kamen, stärkend sie mit I rank 11.1 lau im! ruht bei Gott ihr Dank'. De und nn in ält'tcs jöchterlein Nu: iiiiiHt«-ii unser Beistand sein. \|s :.h: die 'stimm' entfallen sthon. Da sgirach 'ie mit 2.1 r leisem Ion. Gel einet nach des Heiland' Bild: I!!*■-. lieht xx je ich. nur Xx j, du XX ill't!"! amu - i«•: i't 11~">I gestorben. Sein Nachlai! an I ledern und Gedichten scheint xerlorcn /u sein. Die schlichten /eilen, die er den Judenfrauen von D'uf'tetten 2exx icliuet. ~ind ein Khrendenkni.e fnr ihn und fiir sie. jMdischec cKumac. Sein einziger Vorzug. In einer Gemeinde xx ar ein reicher Mann grestorben. Trotz seines iinjüdischen Verhaltens verlangten die >öhnr vom streiigglänbigen Rabbiner. dal! er ihrem X ater einen Nachruf halte. Der Rabbiner war in argier Verlegenheit. Der Sitte genial! hatte er in seinem Nachruf die religiösen Vorzüge des \ erstorbenen hervorheben müssen, und solche hatte dieser, auch bei einer Untersuchung mit der Lupe, nicht aufzuweisen. Ablehnen konnte er aber imdi nicht grut. weil er es mit den Trauernden verdorben hätte und von ihnen als Gemeindemitgrliedern zu sehr abhängig xx ar. .Schliefilich wallte er sich aber zu helfen. ..Von den Tugenden des Dahingeschiedenen“, so führte er in seinem Nachrufe aus. ..mochte ich eine besonders hervorheben. Trotz vieler Ermahnungen meinerseits und manchen Bemühungen unseres Vorstandes ist es leider noch nicht gelungen, dem l ebelstand, in der Synagoge xx ährend des Gebetes private Unterhaltungen zu führen, zu steuern. Dem Verstorbenen darf ich es ruhig nachsagen, clafi er sich dieses \ergehens gegen die religiöse Andacht niemals schuldig machte: nie hat er die Synagoge zum Schauplatz seiner privaten Gespräche gemacht.“ — Da man es aber in der Regel nicht allen recht machen kann, wurde auch der Rabbiner von einigen über dieses unverdiente Lob ungehaltenen Leuten zur Rede gestellt. — ..Stimmt s etwa nicht?“ entschuldigte er sich. ..Da er niemals in die Synagoge kam. konnte ihn keiner dort sprechen hören.“ — Kleider Mäntel Hüte Stets das Neueste zu zeitgemäßen Preisen Paul Kleinmann HANDELSGÄRTNEREI / BLUMENHAUS am Dreieck Telephon Nr. 61036 DEKORATIONEN für Hochzeiten, Trauerfälle, Vereinsfestlichkeiten usw. Für die Reise Schokolade und Pralinen Schoko-Biuk. 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