Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Journal
- Gemeinde-Zeitung für die israelitischen Gemeinden Württembergs
- Volume
- IX (1932-1933)
- Issue
- 9 (1.8.1932)
- Date
- 1932-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
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Stimmen haben erhalten als Abgeordnete: Kuno F1 e i s rh e r, Göppingen: Leo Frank, Ludwigsburg: als Ersatzmann: Leopold Moses, Efilingen: Kuno Fleischer, Göppingen: Leo Frank, Ludwigsburg: Hienach sind gewählt: als Abgeordneter: Kuno Fleischer, Göppingen, als Ersatzmann: Leopold Moses, Eßlingen. Jüd. Zentraktelle für Berufsberatung u. Arbeitsnachweis. Stuttgart, Hospitalstr. 36 — Telephon 228 98. Sprechstunden: Mittwoch von 5—7 Uhr. Wir bitten, nach Möglichkeit sich unseres Arbeitsnachweises zu bedienen und fuhren nachstehend einige der uns gemeldeten Kräfte an: Buchbinder, erfahrene Kruft, übernimmt alle einschlägigen Arbeiten.; Neuphilologin, 25 Jahre, Privatsekretärin oder I lauslehrerstelle. ^iiiiHimiiniiiiiiiiininniiiiiiiniiiiiHHiiniliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiuniiiiiiiiiiiitiMnniniiiniiuiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiuuiiiMiRuiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiii iiiiiiiiiiiiiiiiiiit 31. Juli Wählet! Keine Stimme darf fehlen. Jede Stimme gegen Entrechtung! Kindergärtnerin und Hortnerin, staatl. Examen. Praxis in Kinderheimen und Fumilien. Ilalbtugsstellung. Köchin, perfekte Kruft, gute Zeugnisse. . Stütze, 24 Jahre, gute Ausbildung, übernimmt alle Hausarbeiten. Kindermädchen, Mittelschulbildung, kinderlieb, Anfa ngsstelle. In den Trauerwochen. Ein Mahnruf zu ihrer Heiligung. Die Tuge vom 17. Thammus bis zum 9. Aw gelten seit jeher in Israel als die drei Trauerwochen. Dabei ist es seltsam, wie die Tradition willkürlich die Ereignisse des einen Tages auf den anderen verlegt. Nach Jeremia 39. 2 fand die Durchbrechung der Mauern Jerusalems bei der Belagerung durch Nebukadnezar am 9. Aw 586 statt. Dennoch wurde der 17. Thammus als der Tag der Durchbrechung der Mauer betrachtet, weil bei der letzten Belagerung Jerusalems durch Titus ein ähnliches Ereignis am 17. Thammus 70 eingetreten. Nach der Mischna (Thaan. 4. 6) fanden aber am 17. Thammus noch weitere Unglücksereignisse statt: an ihm soll Mose die Bundestafeln in verzweifeltem Zorne über Israels Sünde zerschmettert haben, an ihm sollen die täglichen Opfer bei der letzten Belagerung aus Mangel an Schlachttieren eingestellt worden sein, an inm soll Apostomos (wahrscheinlich Antiochus Epiphanes) die Thora verbrannt und ein Götzenbild im Tempel aufgestellt haben. Die Zerstörung des ersten Tempels durch Nebukadnezar erfolgte nach 2. Könige 25, 8—9 am 7. Aw 586, nach Jeremia 52, 17 am 10. Aw. Da aber die Zerstörung des Tempels durch Titus am 9. Aw stattfand, ward dieses Datum festgehalten. Dazu kam, daß nach der Ueberlieferung (Thaan. 4. 4) am 9. Aw die Strafe der vierzigjährigen Dauer der Wüstenwanderung üb£r Israel verhängt war, und dall der 9. Aw erneut zum Trauertag wurde, als im Jahre 133 die Festung Bethar fiel und mit ihr der tragische Ausgang des Barkochba-Aufstandes gegen die Römer entschieden war. Für die spanischen Juden trat dann noch der besondere Grund für die Trauerfeier des 9. Aw hinzu, dall eben mit diesem Tage im Jahre 1492 die Frist ablief, die Ferdinand und tsabella den spanischen Juden zur Taufe gestellt. Mit diesem Tage mußten die Juden, die sich nicht bekehrt hatten, Spanien verlassen haben. Beide Fasttage sind bereits während der Zeit der babylonischen Gefangenschaft in Israel begangen worden. Der Prophet Secharjah berichtet, daß sie dort gehalten worden sind (Secharjah 7.5: 8, 19). Ihre Feier wurde aber erst allgemein, als am 9. Aw 70 der zweite Tempel verbrannt worden, bis sie geradezu zu Gedächtnistagen an alle die leidvollen Schicksalstage der jüdischen Geschichte und zu Gedenktagen für die Märtyrer wurden. Die beiden Trauertage der Synagoge, der 17. Thammus und der 9. Aw, werden leider nur noch von einein kleinen Teile der Jud der alten Weise durch Fasten und B dienst begangen. Sie füllen in die Hoch tage, in denen ein Teil der Gemeinde ist und sich seine Ferienfreude nicht dur und leidvolle Erinnerungen stören las Und doch sollten sie ihrem ganzen C nach höher bewertet und strenger gehali den. Vor allem ein Brauch, der nach den ihr Hauptsinn ist (agro de-thaaniso zid c ganz in Vergessenheit geraten, dal) ma lieh diese Tage durch rei soll. niiiiiiNiiiniiF ■nheit in ißgottessommerverreist h Fasten en will, harakter en wer- Talmud oso). ist n nämliches ci i Sollte nicht werden? Wohltun heiligen wenigstens dieses Opfer beibehalten Sollten nicht diese Trauertage die Gemeinde zu höherer Wohltätigkeit mahnen? Gewiß können im'Sommer dieses > otjahres sich nur die wenigsten eine Erholungsreise gönnen. Aber die Zahl derer, die sich eine Ferienzeit der Fremde, der Ausspann mg. der Genesung verstatten, ist noch immer reiht groß. Die Not der Mitmenschen, die sich eir e solche Freizeit nicht vergönnen dürfen, m ihnt zu einem Ausgleich. Adelt die Erho.ungszeit, indem ihr die Ausgaben eines einzigen Fcrientagesde in Fürsorgea in t für die Armen und Aeimsten der Gemeinde spendet! Es käme eine schöne Summe zusammen, wenn alle Gc meindegenossen dieses Trauerwochenopfer auf sich nehmen wollten. Es könnte durch dieses Ferienopfer der leider fehlende Betrag für Brot ui d Miete für Hunderte unserer Brüder und Sd Western beschafft werden. Sollen andere darben und hungern, während du sorglose Ferienfreudentage verlebst ' Nicht wahr, das wäre nicht zu verantworten! )as verlangte Opfer ist groß, aber nicht zu groß und für einen jenen tragbar. Erst wer das Opfe ■ bringt, hat ein Anrecht auf die Ferienfreude i ach den Worten des Propheten (Jesaja 55, 1—2): „Die ihr nach Wasser lechzt, kommt, es ist da! Die ihr arm. ohne Mittel, kommt, kauft und jjenießet. Reiche dem Armen Nahrung, dann darfs du dich erst wirklich freuen!“ Tüet wm Ttlähein spricht, denkt xm MOBEL-MAY